Die NZZ-Gruppe zentralisiert ihre Online-Aktivitäten und schafft zu diesem Zweck einen neuen Unternehmensbereich, der direkt dem CEO unterstellt werden soll. Aus der Medienmitteilung:
«Der neue Bereich umfasst Geschäftsentwicklung, Online-Redaktionen, Online-Rubriken und NZZ-Netz. Unter NZZ-Netz werden die Nachrichtenportale der Gruppe zusammengefasst. Kern bildet NZZ.ch, das zu diesem Zweck in den kommenden Monaten neu gestaltet wird. [...]
Die regionalen Online-Redaktionen bleiben bestehen und sorgen für die Inhalte aus dem Verbreitungsgebiet der regionalen Titel. [...]
Die Portale tragen weiterhin ihre jeweiligen Namen NZZ.ch, Tagblatt.ch, Luzernerzeitung.ch.»
(Nur ganz nebenbei: Segelt das Portal der Innerschweizer nicht unter der Flagge
«Zisch.ch»? Und heisst der Online-Brand der «NZZ» nicht
«NZZ Online»?)
I khumma nit druus. Soll der Prestige-Brand des Weltblatts nun wirklich mit den Marken der Regionaltitel vermengt werden?
Nichts gegen Synergien im Backoffice- und Verlagsbereich, und ich bin auch kein Marketeer und erst recht kein Branding-Spezialist. Aber wäre nicht genau das Gegenteil zu tun? Müssten «NZZ» und «NZZ Online» nicht konsequent im «Premium»-Segment - oder eben als Prestigemarke - positioniert werden? Und müsste deshalb nicht jegliche – auch perzipierte - Nähe zu lokalen und regionalen Titeln vermieden werden?
Müsste man am Ende vielleicht gar noch einen Schritt weitergehen und die «NZZ» (und ihren Online-Ableger, of course) aus der NZZ-Gruppe herauslösen, was bei einem Andauern der aktuellen Krise im Worst Case nicht zuletzt auch den Zugang zu Kapital von Stiftungen und Mäzenen vereinfachen könnte?
Und noch etwas: Wird die Online-Redaktion im Hause «NZZ» künftig wirklich direkt dem Leiter des neuen Bereichs und damit dem CEO unterstellt? Hat die altehrwürdige und von mir hoch geschätzte «NZZ»-Redaktion eigentlich nichts mehr zu berichten?
Man darf ja mal fragen, oder?
P.S.: Gibt's «News1» eigentlich noch?