Sparschwein

20. August 2010

Lousy pennies, indeed!

    «Most publishers know this, but few actually disclose their average revenue per [online] user. Media Norge [Schibsted's Norwegian publisher; «Aftenposten»] is a stand-out in that regard. Giving us a rare insight, it acknowledges average income per monthly unique visitor of two Norwegian krona (that's $0.32 or £0.21) is now less than it was back in 2006
Mehr auf «paidContent» (via @MrsBunz).

Update, 25. August 2010: Siehe dazu auch:
- (NZZ-)Online-User bringen nur Peanuts ein

18. August 2010

Eine «Zwangsgebühr» für Schweizer Medienunternehmen?

Unter dem fordernden Titel «Verlage haben Anrecht auf besseren Schutz» wirft sich Norbert Neininger, Verleger der «Schaffhauser Nachrichten» und Mitglied des Präsidiums des Schweizer Verlegerverbands, in der Medienbeilage der «NZZ» für ein Leistungsschutzrecht (für Verlage?) ins Zeug:

    «Da das derzeitige Urheberrecht die neusten Entwicklungen nicht umfasst, muss ein sogenanntes Leistungsschutzrecht eingeführt werden, das sicherstellt, dass die Medienunternehmen ein exklusives Recht an ihren Inhalten auch im Internet haben und weder Artikel noch Auszüge daraus ungefragt (und entschädigungslos) verwendet werden dürfen.» [ungefragt zitiert]
Das ist alles noch etwas gar diffus.

Weiter lesen ...

9. August 2010

Mehr Journi-Jobs?

    «In terms of jobs, journalistic occupations are outperforming the overall economy, according to Michael Mandel, former chief economist at BusinessWeek and founder of Visible Economy LLC. [...] Drawing from numbers based on the Current Population Survey, a monthly survey of roughly 60,000 households conducted by the Bureau of Labor Statistics and the Census Bureau, Mandel found the overall number of employed journalists increased by 19% from 2007-2010»,
schreibt Mark Briggs auf «Journalism 2.0».

Die neuen Jobs entstehen indes nicht im traditionellen Medienbereich:

    «Over a comparable time period, Mandel notes, employment in newspaper publishing has fallen 26%; periodical employment is down 16%; and radio and television broadcasting is down 11%. Journalists are getting jobs. Just not in the traditional industries or at the companies you would expect. [...]

    A shift in journalistic employment to nontraditional companies such as Yahoo and AOL, plus an increase in self-employed journalists has created surprising growth. [...]

    And those traditional news companies that are hiring? They aren’t looking for the same old thing any longer.»

Den ganzen Beitrag gibt's auf «Journalism 2.0».

22. Juli 2010

Fliessband-Content-Produzenten

«Writers Explain What It's Like Toiling on the Content Farm» («MediaShift» via @genova):

    «‹I was completely aware that I was writing crap,› she said. ‹I was like, 'I hope to God people don't read my advice on how to make gin at home because they'll probably poison themselves.'

    ‹Never trust anything you read on eHow.com,› she said, referring to one of Demand Media's high-traffic websites, on which most of her clips appeared.

    Although chief revenue officer Joanne Bradford has touted Demand's ability to give freelancers a byline and get their pieces published to ‹a great place on the web,› the successful writers I interviewed made great efforts to conceal their identities while working for the content farm.

    The prospect of seeing their names in the travel section of USAToday.com or the small business page of the Houston Chronicle's website - two newspaper sites where Demand now contributes content - did not interest them.»

Weiter geht's hier.

12. Juli 2010

Tamedia spart weiter – auch bei Ehemaligen

Nachdem sich Tamedia von der NZZ Gruppe die Zürcher Landzeitungen «ertauscht» hat, geht es nun ans Synergienfinden. So wird derzeit etwa die Zusammenlegung der Regionalredaktionen von «Tages-Anzeiger» und Landzeitungen geprüft. Bereits weit fortgeschritten scheint in diesem Zusammenhang die Synergieplanung beim «Zürcher Unterländer» zu sein, wie die Mediengewerkschaft Impressum zu berichten weiss:

    «An einer Mitarbeiterversammlung des ‹Zürcher Unterländers› wurde heute bekannt gegeben, dass die neue Besitzerin tamedia die Redaktion mit der entsprechenden Regionalredaktion des ‹Tages-Anzeigers› zusammenlegen werde. Es wurde in Aussicht gestellt, dass dabei total 8-10 Stellen abgebaut würden.»

Aber nicht nur beim bestehenden Personal sieht man bei Tamedia offenbar Sparpotenzial, wie die folgende Zuschrift eines Medienspiegel-Lesers zeigt:

    «Grüezi

    War heute an der Beerdigung von Kurt Grau. Tot mit 82. Das war so der Dällenbach Kari von Bonstetten. Er erzählte nicht viel von sich, doch ich weiss, dass er als 16-Jähriger 194? aus Schlesien/Böhmen oder sonstwoher fliehen musste und seither von der Familie (unbekannt) getrennt war und so (zu Fuss?) irgendwie nach Bonstetten gekommen ist usw. usf.

    Ist aber egal.

    Dann hat er jahrzehntelang bei Conzett & Huber AG gearbeitet und danach bis zur Pensionierung logischerweise bei der Tamedia AG [die die Conzett & Huber AG 1987 übernommen hatte]. Nun bringen (brachten) die doch immer Todesanzeigen von Ehemaligen. Sein «Vormund» hat mir heute gesagt, dass er das den Leuten vom ‹Tagi› mitgeteilt habe, dass ihm diese aber gesagt hätten, so etwas gebe es aus Spargründen nicht mehr.

    Skandalös. Odr?»


2. Juli 2010

Zeitungsabos zu Schleuderpreisen

    «Während sich die Verlage noch Gedanken über die richtige Maketingstrategie machen, verkauft das US-amerikanische Unternehmen Newspaper Direct die Titel der Schweizer Medienhäuser Tamedia und NZZ bereits zu Dumpingpreisen in der ganzen Welt.»
Weiter geht's beim «Beobachter».
(Danke für den Hinweis, Bruder Lolo.)

1. Juli 2010

Das Wallis wird französischer

Die Walliser Tageszeitung «Le Nouvelliste» geht in französischen Besitz über. Wie die SDA (via news.ch) berichtet, hat die Editions Suisses Holding SA, der Schweizer Ableger der Groupe Hersant Média, von der Rhône Média die Aktienmehrheit am französischsprachigen Regionalblatt übernommen.

Hersant besitzt über die Editions Suisses Holding SA bereits die Neuenburger Tageszeitungen «L'Express» und «L'Impartial» sowie das in Nyon domizilierte Blatt «La Côte». Verleger Philippe Hersant sitzt zudem auch im Verwaltungsrat des Genfer Lokalfernsehsenders Léman Bleu.

19. Juni 2010

Keine höheren Gebühren, dafür mehr Werbung für die SRG

Die SRG darf die Empfangsgebühren nicht erhöhen. Gelockert werden sollen dafür die Werbevorschriften für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, wie es in einer Medienmitteilung des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) heisst:

    «Der Bundesrat erlaubt nämlich der SRG, ihre tägliche Werbezeit von 8 auf 15 Prozent zu erhöhen. Zudem wird ihr ausserhalb der Hauptsendezeit (zwischen 23 und 18 Uhr) ermöglicht, ihre Sendungen alle 30 Minuten zu unterbrechen. Zwischen 18 und 23 Uhr dürfen Sendungen nach wie vor nur alle 90 Minuten unterbrochen werden.»
Werbung kann sich der Bundesrat künftig auch auf den Websites der SRG vorstellen:
    «Der Bundesrat befürwortet grundsätzlich, dass die SRG in ihrem Online-Angebot künftig auch Werbung platzieren kann. [...] Der Bundesrat ist sich aber bewusst, dass die Zulassung der Onlinewerbung zu neuen Konkurrenzsituationen zwischen der SRG und den Printmedien führen kann. Bevor definitiv über eine Öffnung entschieden wird und die Modalitäten festgelegt werden, erwartet der Bundesrat deshalb von der SRG, dass sie auf die Verleger zugeht und gemeinsam mit ihnen nach einer Lösung sucht, die es allen Beteiligten erlaubt, unter angemessenen Rahmenbedingungen im Onlinebereich tätig zu sein.»
Wie muss man sich das denn genau vorstellen? Machen Roger de Weck und Hanspeter Lebrument nun eine Runde Armdrücken? Oder vielleicht Fingerhakeln?

Zu «Fingerhakeln» ist auf Wikipedia übrigens Folgendes zu lesen:

    «Die Redewendung Jemanden über den Tisch ziehen - mit der Bedeutung: Jemanden (eher trickreich) besiegen, ausspielen) - hat ihren Ursprung in diesem Volkssport, wo nicht allein die Kraft, sondern vor allem die Technik den Ausschlag geben kann.»

18. Juni 2010

«Times»: Rechnet sich die Kostenpflicht am Ende doch?

Seit zwei Tagen sind sämtliche Inhalte von «Times» und «Sunday Times» online nur noch gegen Bezahlung zugänglich (vorerst noch mit «Free Preview»). Nicht nur der Medienspiegler steht diesem Vorhaben ziemlich kritisch gegenüber (s. z.B. hier, hier und hier).

Eine von «paidContent:UK» in Auftrag gegebene Studie kommt nun aber zu einem doch eher überraschenden Ergebnis:

    «In an exclusive new poll for paidContent:UK, Harris Interactive found a combined 23 percent of Times Online users rated themselves variations of “likely” to pay. Within that, four percent were extremely likely, two percent very likely, four percent fairly likely and 13 percent somewhat likely. 76 percent said they were not at all likely to pay.»
Die Details gibt's bei «paidContent:UK» und in den untenstehenden Graphiken:


29. Mai 2010

Liebäugelt Ringier mit «Le Monde»?

«Ringier regarde le dossier du ‹Monde›», titelt die französische Wirtschaftszeitung «Les Echos» und zitiert Jean-Clément Texier, président de Ringier France, wie folgt:

    «Nous regardons toutes les opportunités sur le marché de la presse, et nous sommes historiquement partenaires du ‹Monde› à travers le quotidien suisse en langue française ‹Le Temps›, dont nous détenons 47%, et ‹Le Monde› 2%. C'est donc naturellement que nous avons demandé à avoir accès à la data room. La direction du ‹Monde› a immédiatement répondu favorablement à notre demande. Nous allons étudier le dossier de manière professionnelle, et déciderons d'ici quelques jours de l'opportunité de faire une offre».

25. Mai 2010

Die Geschäftsmodelle von «Times» und «Times»

Nun wird's ernst: Rupert Murdoch fährt die Paywalls hoch, und zwar rund um die neuen Websites von «Times» und «Sunday Times» herum:

    «All but the homepage will be invisible to those refusing to pay £1 a day - and that includes Google’s spiders»,
heisst es dazu im «Tech Blog» von «FT.com».

BBC-Tech-Journalist Rory Cellan-Jones schreibt auf seinem Blog «dot.Rory» dazu:

    «This is more than just an experiment in whether people will pay for news, it's a strike against the prevailing philosophy of online journalism, which says that the most important thing is to make your material shareable to the widest possible audience. [...] Go to a site like Twitter and you will see an orgy of self-promotion from journalists tweeting links to their latest stories or blog posts. Over the weekend, the social network was alive with discussion of a piece about Lady Gaga by the Times' extremely entertaining feature writer Caitlin Moran. During the election, the Times' chief leader writer and political columnist Daniel Finkelstein reached a far wider audience via social networks and Google searches than actually paid to read him in the paper.

    Now all that will stop. Google searches will no longer turn up Times stories, and links posted on social networks will only take you to the papers' sign-in page. News International has opted for the most extreme form of paywall - others let search engines crawl their sites, or offer non-paying visitors a few free articles to entice them in.»

Ganz anders will offenbar die «New York Times» vorgehen, wie eine Sprecherin des Verlags gegenüber Peter Kafka von «All Things Digital» ausführte:

    «Once the pay model is implemented next year, the majority of our readers will be unaffected when using the site and will continue to have the same experience they have always had. Readers will only be prompted to pay after reaching a certain reading limit. The pay model will be designed so readers that are referred from third party sites such as blogs will be able to access that content without hitting their limit, enabling NYTimes.com to continue being a part of the open web. We have not yet set the reading limit and we will communicate that once we have made the decision.»

15. April 2010

Regionalzeitungsrochade

Tamedia, NZZ-Mediengruppe und Zürichsee Medien teilen mit:

    «Die Thurgauer Zeitung geht von Tamedia an die FPH Freie Presse Holding AG, eine Tochter der NZZ-Mediengruppe, über. Die Thurgauer Zeitung wird den Zeitungsverbund des St. Galler Tagblatts erweitern. Für den Kanton Thurgau entsteht aus dieser Kooperation eine starke Stimme auf wirtschaftlich nachhaltiger Basis. Gleichzeitig übernimmt Tamedia von FPH Freie Presse Holding die Beteiligungen an den Zürcher Landzeitungen Zürcher Unterländer, Zürichsee Zeitung und Zürcher Oberländer. Die Verlegerfamilie Gut verkauft ihre Mehrheitsbeteiligung an der Zürichsee Zeitung an Tamedia. Tamedia möchte die Zürcher Landzeitungen als eigenständige Regionalzeitungen weiterführen.»

Update, 17. April 2010: Eine kleine Presseschau zur grossen Rochade gibt's bei den Nachbarn vom Zürcher Presseverein.

9. April 2010

Lesebefehl!

Ex-Medienspiegel-Kolumnistin Daniele Muscionico unter dem Titel «Rettet sie, die alte Tante!» in der aktuellen Ausgabe der «Zeit»:

    «2010, zahlreiche Sparrunden und zahllose Entlassungen später, ist kein Stein mehr auf dem anderen geblieben. Die NZZ ist nicht mehr Herrin im eigenen Haus. Und das gilt im wörtlichen wie im bildlichen Sinn. Sie residiert zwar noch an ihrem Stammsitz, doch im straßenzugewandten, einträglichen Teil des Gebäudes ist sie Obermieterin eines Schuhgeschäfts, einer Konditorei und eines Restaurants. Die NZZ muss andere ihr Tafelsilber benutzen lassen, um selbst nicht zu verhungern. Dafür hat man nicht nur das Haupthaus, sondern vergangenes Jahr auch die Zeitung oberflächenpoliert: Der charakteristische Vierspalten-Umbruch wurde zugunsten eines beliebigen, fünfspaltigen aufgegeben, wie ihn auch die intern lange bekämpfte und bemäkelte Tochter, die NZZ am Sonntag , hat. Entscheidender aber ist: Der Verwaltungsrat (VR) hat dem ‹Kulturgut der Willensnation Schweiz› (Zitat aus der Unternehmensgeschichte 2005) einen CEO verordnet, womit die statutarisch fixierte Vorrangstellung der Publizistik aufgehoben ist. Der Premium-Titel wurde ins Glied gestellt mit lokalen und regionalen Zeitungen, die heute Teil sind der NZZ-Mediengruppe.»

Unbedingt lesen!

30. März 2010

«Le Monde», ça coûte

    «Le Monde renouvelle son offre éditoriale et commerciale et va proposer, à partir du 29 mars, une offre "100 % Le Monde", qui comprendra l'abonnement au quotidien papier, l'accès aux contenus du journal sur le site Internet Lemonde.fr et sur l'iPhone d'Apple. Le prix de cet abonnement sera de 19,90 euros par mois pendant trois mois, puis de 29,90 euros. [...] A partir du 29 mars, et de façon progressive, les articles du quotidien ne seront plus accessibles gratuitement sur le site, mais dans la zone abonnés. La zone en accès libre sera enrichie d'une vingtaine de contributions de la rédaction du Monde, produites spécialement pour Lemonde.fr.»

Weiter geht's bei «LeMonde.fr».

28. März 2010

Fertig «Gratiskultur»

Nicht nur die Neuenburger Zeitungen «L'Express» und «L'Impartial» wollen ihre Online-Leser künftig zur Kasse bitten (s. dazu die SDA-Meldung auf «persoenlich.com»). Auch «Times» und «Sunday Times» machen sich daran, die Vorgaben von News-Corp.-Chef Rupert Murdoch umzusetzen. Aus den FAQs zum Relaunch:

    «We're launching two new, innovative websites for The Times and The Sunday Times that will replace Times Online and will be available exclusively by subscription. Digital access is complimentary to our seven-day newspaper subscribers. [...] A digital subscription, giving you access to thetimes.co.uk and thesundaytimes.co.uk is £2 per week. You can also purchase a 24 hour pass for £1 giving you 24 hour access to both websites.»

Die Konkurrenz wird's freuen.

Wetten, dass dem Vorhaben der Neuenburger angesichts ihres – von mir vermuteten (ich kenne mich in der welschen Medienszene aber nicht wirklich aus – regionalen Monopols relativ betrachtet mehr Erfolg beschieden sein wird?

S. dazu auch:
- Rupert Murdoch, Mathias Döpfner et al.: Good Night and Good Luck

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