Mediensatz

1. September 2010

Gebt Somm eine Chance

Natürlich ist es billig, wenn die Basler Linke jetzt aufheult, weil der rechtsbürgerliche Markus Somm nun die Redaktion der «Basler Zeitung» führt. Der einfache Reflex gegen den politisch missliebigen «Weltwoche»-Mann ist etwas gar durchsichtig nach der Devise, das ist keiner von uns, also ist er dieser Aufgabe nicht gewachsen. Somm ist eine faire Chance zuzugestehen, diese Redaktion zu führen und das Beste aus dem Blatt zu machen.

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21. August 2010

Zeichen und Wunder: Eine Qualitätsdebatte über die Medien in den Medien

In der kurzen Zeitspanne seit dem das Jahrbuch Qualität der Medien – Schweiz Suisse Svizzera 2010 am Freitag, dem 13., das Licht der Welt erblickt hat, entfalten sich interessante Auseinandersetzungen über den Zustand der Informationsmedien in der Presse, im Radio, im Fernsehen, auf Newssites sowie in zahlreichen Blogs von Journalisten (natürlich auch hier und hier auf Medienspiegel.ch). Für das Vorhaben des Jahrbuchs, das Bewusstsein für die Qualität der Medien zu heben, gibt es nichts Besseres.

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5. August 2010

Zurück in die Zukunft

Öfters schon war an dieser Stelle von Medien-Fachleuten, Professoren und Forschern die Rede, die sich in Weltuntergangsstimmung üben, was die Printmedien betrifft. Umgekehrt hypen sie das Internet zur Universalinformationsmaschine empor, die alles andere und Antiquierte auf dem Mediensektor vergessen lasse. Vor allem für die Jungen natürlich.

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30. Juli 2010

Kachelmann auf freiem Fuss – Blick zurück und nach vorn

Gestern Donnerstag hat der Dritte Strafsenat des Oberlandesgerichts Karlsruhe – eine zweite Instanz – Jörg Kachelmann aus der Untersuchungshaft entlassen. Am 1. Juli hatte das Landgericht Mannheim – die erste Instanz – den Auftrag auf Aufhebung des Haftbefehls noch abgelehnt, unterstützt von der Staatsanwaltschaft. Obwohl ich mit Jörg Kachelmann nicht befreundet bin, ja in den frühen 90er Jahren sogar eine bösartige Klage des im Streit vom Schweizer Fernsehen geschiedenen «Wetterfroschs» überstehen musste, freue ich mich über den zweitinstanzlichen Entscheid auf Haftentlassung.

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14. Juli 2010

Zum Zahlen zwingen oder freiwillig spenden

Wie bringt man Leser dazu, im Internet für publizistische Leistungen zu bezahlen? Eine letztlich alte Diskussion ist zum Thema der Stunde avanciert. Nach Jahren der Rat- und Ergebnislosigkeit kommt endlich Bewegung in die Geschichte, weil nicht mehr länger heisse Luft in Form von Spekulationen und Absichtserklärungen herumgefächelt werden, sondern Fakten geschaffen wurden.

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7. Juli 2010

Lakaien

Kurt W. Zimmermann in seiner «Weltwoche»-Medienkolumne brachte mich erst darauf, der Sache mal näher nachzusteigen. Er schrieb, auffallend viele Chefredaktoren in der Medienstadt Zürich verspürten den Drang zum grossen Geld, hängten ihren Job an den Nagel (bei manchen wurde deren Job von anderen daselbst aufgehängt), um endlich mehr Kohle zu machen.

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28. Juni 2010

Aufstellungsdiskussionen ohne Ende

Die Fussball-Weltmeisterschaft und die SRG haben mehr gemeinsam, als man annehmen könnte: Alle sind Experten. Beim Fussball wie beim Radio — und vor allem beim Fernsehen — redet jeder und jede mit, wie die einzelnen Posten am besten zu besetzen wären. Mit den gleichen Konsequenzen oder eben Nicht-Konsequenzen notabene: Was immer jemand sagt, ist folgenlos. Andere fällen die Entscheide, zum Teil sind sie nachvollziehbar, zum Teil weniger.

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16. Juni 2010

Schnapp das App!

Sorry, der Titel ist irreführend. Er steht noch da, weil ich eigentlich über das iPad-App-Fieber schreiben wollte, das bei den Medien täglich steigt. Wer hat noch keins? Wer bringt noch eins? Dann habe ich aber gemerkt, dass ich dazu keine rechte Lust habe. Alle sind am Pröbeln, vieles von dem, was man jetzt sieht, wird die Testphase nicht überleben; in ein paar Monaten wird man genauer sehen, wer in die evolutionäre Sackgasse steuert und wer auf die Autobahn.

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2. Juni 2010

Ein Befreiungsschlag

Peter Studers Analyse zur Wahl von Roger de Weck zum SRG-General (Mediensatz vom 26. Mai) ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Ich möchte hier nur noch eine Bemerkung unterbringen: Der Entscheid zugunsten von de Weck dürfte einer der besten in der Geschichte der SRG sein und er könnte diese vor einer Zerreissprobe bewahren, die sie im Mark zu erschüttern drohte.

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26. Mai 2010

Peinliches Gezeter um den neuen SRG-Generaldirektor

Holla, ging die Post ab, als letzte Woche die Delegiertenversammlung der SRG mit 39:2 Stimmen den ohne Begleitgeräusche aufgetauchten Roger de Weck zum CEO der SRG wählte. Der «Sonntag» beschrieb Delegiertenfrauen, denen Tränen der Rührung aus den Augen kullerten. Aus verschiedenen SRG-Redaktionen berichtete man mir, dass Champagnerpfropfen knallten. Medienmanager wie der notorisch SRG-kritische Roger Schawinski oder der bullige Verlegerpräsident Hanspeter Lebrument lobten die Wahl.

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15. Mai 2010

Wer schweigt, hat verloren

In eigener Sache zu informieren, war noch nie eine Stärke von Medienunternehmen. Die unschönen Begleiterscheinungen des modernen Mediengeschäfts werden kommunikativ aufgehübscht, Bagatellen als Sensation verkauft, Belanglosigkeiten als Schwurbel abgesondert – nicht anders, als dies Schrauben- und Sockenverkäufer auch tun. Oder aber man schweigt.

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5. Mai 2010

Sind wir am Verkinden?

Ich sollte aufhören mit Zappen. Gestern Dienstagabend (4.5.10) bin ich mal wieder in was reingezappt, diesmal auf Tele Züri. Selber schuld! Es war zufällig mal wieder ein Mikro offen und zufällig sass mal wieder Roger Köppel da (ich glaube, er übernachtet in einer Hängematte in den Studios, um kein freies Mikro zu verpassen).

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28. April 2010

Eine Lanze für Hannibal G.

Hier ist ein Wort für einen Mann einzulegen, der es in den Schweizer Medien zur Unperson gebracht hat – Hannibal Ghadhafi. Der Mann erfährt seit Wochen eine Behandlung als wäre er Freiwild, gewissermassen zum journalistischen Abschuss freigegeben.

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22. April 2010

Angriff ist die beste Verteidigung

Massenentlassungen sind kein Schleck. Nach dem Medienschacher in Downtown Mediacity dürften im Hause Tamedia und bei der NZZ aber (erneut) ebensolche anstehen. Unklar ist: Wann, wie und wo die Medienmanager entbehrliche Rädchen in der «Wertschöpfungskette» finden. Wirklich unklar ist aber eigentlich nur, wann diese kommuniziert werden.

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11. April 2010

Die Qualitätslüge

Es ist wirklich bemerkenswert. Die Abbauschlacht in den Medien ist in vollem Gange, und gleichzeitig werden die Verlagsmanager nicht müde zu beteuern, dass mit dem Abbau keineswegs ein Qualitätsverlust einhergehe. Sondern im Gegenteil eher das Gegenteil.

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