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   <updated>2010-03-14T16:49:03Z</updated>
   <subtitle>Die Medien im Spiegel der Medien</subtitle>
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   <title>Neue Verwaltungsräte für die NZZ-Gruppe</title>
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   <published>2010-03-14T16:34:48Z</published>
   <updated>2010-03-14T16:49:03Z</updated>
   
   <summary>«NZZ-Mediengruppe mit operativem Gewinn», titelt die «Neue Zürcher Zeitung», «NZZ-Gruppe rutscht in die roten Zahlen», schreibt hingegen «tagesanzeiger.ch» - und...
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      <name>Martin Hitz</name>
      
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         <category term="Sparschwein" scheme="http://www.sixapart.com/ns/types#category" />
   
   
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<![CDATA[<p><a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/nzz-mediengruppe_mit_operativem_gewinn_1.5203253.html">«NZZ-Mediengruppe mit operativem Gewinn»</a>, titelt die «Neue Zürcher Zeitung», <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/NZZGruppe-rutscht-in-die-roten-Zahlen/story/26421263">«NZZ-Gruppe rutscht in die roten Zahlen»</a>, schreibt hingegen «tagesanzeiger.ch» - und beide haben sie wohl recht. </p>

<p>In der etwas weniger verschwurbelte Zusammenfassung der Konkurrenz von der Werdstrasse heisst es: <ul>«Der Verlust betrug 3,1 Millionen Franken, verglichen mit einem Gewinn von 22,2 Millionen Franken im Vorjahr. Die Aktionäre sollen auf eine Dividende verzichten. Neben den rezessionsbedingten Einbussen bei den Werbeeinnahmen drückten Restrukturierungskosten und Wertberichtigungen bei Beteiligungen auf das Konzernergebnis. Das Betriebsergebnis (EBIT) blieb mit 3,7 Millionen Franken leicht positiv, lag aber um 86,2 Prozent unter dem Resultat von 2008. Der Umsatz sank um 8,1 Prozent auf 494,6 Millionen Franken.»</ul> Von der Medien-, Finanz und anderen Krisen besonders gebeutelt wurde im vergangenen Jahr der «Geschäftsbereich NZZ» («Neue Zürcher Zeitung», «NZZ am Sonntag» und «NZZ Online»), dessen Umsatz um 35,1 Mio. Fr. auf 187,8 Mio. Fr einbrach.  </p>

<p>Mit Olivier Burger und Susanne Bernasconi-Aeppli werden gleich zwei Mitglieder aus dem NZZ-Verwaltungsrat ausscheiden. Neu für den VR vorgeschlagen werden hingegen der vormalige Swisscom-CEO Jens Alder, die Unternehmerin und Nestlé-Verwaltungsrätin Carolina Müller-Möhl sowie Joachim Schoss, der die von ihm gegründete Internet-Plattform für Rubrikanzeigen, Scout24, vor gut zwei Jahren an den NZZ-Nachbar Ringier verkauft hat.</p>

<p>Bleibt zu hoffen, dass die neuen Verwaltungsräte die NZZ-Gruppe von der m.E. fatalen «Newsnetzisierung», also der (Online-)Vermischung des Prestige-Brands «NZZ» mit den zur Gruppe gehörenden Regionaltiteln oder - wie die «SonntagsZeitung» heute schreibt – vom «Abstieg in die Provinz», noch bewahren können (s. dazu auch <a href="http://www.medienspiegel.ch/archives/002535.html">hier</a>).</p>

<p>Zum NZZ-VR-Geplänkel s. auch:<br />
- <a href="http://www.medienspiegel.ch/archives/002582.html">Der Kampf um den NZZ-Verwaltungsrat ist eröffnet</a><br />
- <a href="http://www.medienspiegel.ch/archives/002576.html">Ist «BaZ»-Verleger Wagner auch ein «Freund der NZZ»?</a><br />
- <a href="http://www.medienspiegel.ch/archives/002501.html">Philippe Gaydoul in den NZZ-Verwaltungsrat?</a><br />
- <a href="http://www.medienspiegel.ch/archives/002496.html">Neue Verwaltungsräte für die NZZ-Gruppe?</a><br />
- <a href="http://www.medienspiegel.ch/archives/002400.html">«Freunde» der «NZZ»?</a><br />
 <br />
<p /></p>]]>
      
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   <title>«Wir organisieren die Rangreihenfolge»</title>
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   <published>2010-03-13T12:11:53Z</published>
   <updated>2010-03-13T12:26:44Z</updated>
   
   <summary>«Das Netz quillt über mit Informationen – wir organisieren die Rangreihenfolge. Das ist die Leistung, die wir bringen.» Der dies...
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      <name>Martin Hitz</name>
      
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         <category term="Medienschau" scheme="http://www.sixapart.com/ns/types#category" />
   
   
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<![CDATA[<ul>«Das Netz quillt über mit Informationen – wir organisieren die Rangreihenfolge. Das ist die Leistung, die wir bringen.»</ul> Der dies laut <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Leistungsschutzrecht-Nicht-nur-Google-soll-zahlen-952766.html">Heise Online</a> sagte, ist Christoph Keese, Konzerngeschäftsführer Public Affairs der Axel Springer AG. Mit «wir» meint Keese die deutschen Zeitungsverleger, und für deren Leistung, die «Organisation der Rangreihenfolge» eben, fordert der Springer-Mann eine Leistungsschutzabgabe auf beruflich genutzte Computer.

<p>Nicht nur auf hiesigen News-Websites ist es um diese «Rangreihenfolge» jedoch nicht immer zum Besten bestellt. So schreibt etwa Thomas Knüwer auf seinem Blog <a href="http://www.indiskretionehrensache.de/2010/03/christoph-keese-angebot/">Indiskretion Ehrensache</a>: <ul>«Nun, dann schauen wir uns die Rangreihenfolge doch einmal an, in diesen Sekunden, da ich dies tippe. Da meint Welt Online, die wichtigste Meldung der Welt sei, dass die FDP Kritik an Guido Westerwelle &lsaquo;Diffamierung&rsaquo; nennt. Derzeit also, in diesen Sekunden, gibt es auf der Welt nichts Wichtigeres als PR einer Partei. Es muss ein ruhiger Tag sein. Daneben bekomme ich mitgeteilt, dass ein Aldi-Bruder laut &lsaquo;Forbes&rsaquo;-Liste nicht mehr so reich ist wie zuvor – eine Meldung von gestern. Oder ich darf mir das Auslaufen eines Kreuzfahrtschiffes anschauen – inszenierte Unternehmens-PR.»</ul></p>

<p>Und: <ul>«[...] die Redaktionen der Republik haben ja kein Interesse daran, tatsächlich die Rangreihenfolge der Nachrichten abzubilden – es wäre für sie in Sachen Abrufzahlen kontraproduktiv. Nein, Online-Redaktionen gewichten die Meldungen besonders stark, die in einem bestimmten Moment besonders hohe Abrufzahlen erreichen. Somit erhalte ich nur dann einen ordentlichen Überblick über die Nachrichtenlage, wenn ich viel klicke oder besonders häufig auf der Seite zu Gast bin. Das ist für die Redaktion wünschenswert, für den Leser extrem ineffizient.»</ul></p>

<p><strong>Siehe dazu</strong> auch:<br />
- <a href="http://www.medienspiegel.ch/archives/002263.html">«It's journalism caviar»</a> <br />
- <a href="http://www.medienspiegel.ch/archives/002091.html">Experten zu Newsnetz – uncut</a><br />
- <a href="http://www.medienspiegel.ch/archives/002077.html">(Online-)Journalismus ist auch eine Dienstleistung</a> <br />
 <br />
<p /></p>]]>
      
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   <title>Googles Rat an Zeitungsverleger: «Experimentieren, experimentieren, experimentieren»</title>
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   <published>2010-03-12T18:23:40Z</published>
   <updated>2010-03-12T18:35:32Z</updated>
   
   <summary>An einem Workshop der Federal Trade Commission referierte Google-Chefökonom Hal Varian am vergangenen Dienstag zum Thema «Newspaper Economics, Online and...
                    <!-- People spend 38 minutes per month on on-line news which works out [to] about 70 seconds a day. Whereas a person who reads a physical newspaper tends to spend about 25 minutes a day. There&apos;s also time use studies to back these numbers up. So even though accessing news on-line is a very popular thing to do, it’s actually the case that people are not spending nearly as much time on the newspaper on-line as those people are who are reading a physical newspaper. Of course, they&apos;re different populations, so you have to compare these carefully. But roughly speaking, about 3% of either page views or time accessing on-line news — sorry — 3% of the total access to newspapers is done on-line. [...]

Now this is a little bit of a paradox. Let me stop for a minute and show you the charts [Slide 17]. The paradox is, it&apos;s popular to access news on-line, but they don&apos;t spend time doing it. Why is that? That&apos;s the mystery. How much time they do it compared to physically reading the newspaper. So I pulled some Google data and I looked at the time use pattern of access to Google news.[...]

 What that [Slide 18] says is that people are accessing the news during the day a lot more frequently than they&apos;re doing searches. And if you go over to look at the weekend, you can see the searches dramatically exceed the news, people are doing searches more on the weekend than they&apos;re accessing the news. What that suggests to me is that people are accessing on-line news a lot during business hours. It&apos;s not so surprising that they&apos;re not spending a whole lot of time on it because offline news reading is a leisure-time activity. You do it over a cup of coffee, you do it in the evening, maybe. Whereas on-line news reading, that’s a labor time activity. [...]

So the challenge, I think, that&apos;s facing the newspaper industry is to try to turn that on-line newspaper access which is much more attractive way to reach a broader audience is to increase involvement of the news by turning it back to a leisure-time activity.»

Den Verlagsunternehmen empfiehlt Varian: «And the three things newspapers should do is experiment, experiment, experiment.»
  --></summary>
   <author>
      <name>Martin Hitz</name>
      
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   <content type="html" xml:lang="de" xml:base="http://www.medienspiegel.ch/">
<![CDATA[<p>An einem <a href="http://www.ftc.gov/opp/workshops/news/index.shtml">Workshop der Federal Trade Commission</a> referierte Google-Chefökonom Hal Varian am vergangenen Dienstag zum Thema «Newspaper Economics, Online and Offline». Martin Langeveld hat Varians Präsentation für das <a href="http://www.niemanlab.org/2010/03/googles-hal-varian-to-newspapers-at-ftc-confab-experiment-experiment-experiment/">Nieman Journalism Lab</a> zusammengefasst und der Zusammenfassung ein Transkript des Vortrags angehängt. Nichts Weltbewegendes zwar, aber dennoch lesenswert, insbesondere wenn man sich in einem zweiten Browserfenster gleichzeitig Varians <a href="http://www.ftc.gov/opp/workshops/news/mar9/docs/varian.pdf">Slides</a> (PDF) anzeigen lässt. </p>

<p>Hier nur ein Auszug zu einem meiner Lieblingsthemen, der Verweildauer, also der Zeit, die User auf News-Websites und mit gedruckten Zeitungen verbringen:<br />
</p>]]>
      <![CDATA[<ul>People spend 38 minutes per month on on-line news which works out [to] about 70 seconds a day. Whereas a person who reads a physical newspaper tends to spend about 25 minutes a day. There's also time use studies to back these numbers up. So even though accessing news on-line is a very popular thing to do, it’s actually the case that people are not spending nearly as much time on the newspaper on-line as those people are who are reading a physical newspaper. Of course, they're different populations, so you have to compare these carefully. But roughly speaking, about 3% of either page views or time accessing on-line news — sorry — 3% of the total access to newspapers is done on-line. [...]

<p>Now this is a little bit of a paradox. Let me stop for a minute and show you the charts [Slide 17]. The paradox is, it's popular to access news on-line, but they don't spend time doing it. Why is that? That's the mystery. How much time they do it compared to physically reading the newspaper. So I pulled some Google data and I looked at the time use pattern of access to Google news.[...]</p>

<p> What that [Slide 18] says is that people are accessing the news during the day a lot more frequently than they're doing searches. And if you go over to look at the weekend, you can see the searches dramatically exceed the news, people are doing searches more on the weekend than they're accessing the news. What that suggests to me is that people are accessing on-line news a lot during business hours. It's not so surprising that they're not spending a whole lot of time on it because offline news reading is a leisure-time activity. You do it over a cup of coffee, you do it in the evening, maybe. Whereas on-line news reading, that’s a labor time activity. [...]</p>

<p>So the challenge, I think, that's facing the newspaper industry is to try to turn that on-line newspaper access which is much more attractive way to reach a broader audience is to increase involvement of the news by turning it back to a leisure-time activity.»</ul></p>

<p>Den Verlagsunternehmen empfiehlt Varian: <ul>«And the three things newspapers should do is experiment, experiment, experiment.»</ul><br />
 </p>]]>
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   <title>Abt. «Dumme Fragen»</title>
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   <published>2010-03-09T15:49:25Z</published>
   <updated>2010-03-09T15:59:56Z</updated>
   
   <summary>Heute mit «NZZ Campus» (März 2010, S. 3): 1. Frage an die Studentin Ishita Malaviya (21): «Was fühlst Du beim...
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      <name>Martin Hitz</name>
      
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   <content type="html" xml:lang="de" xml:base="http://www.medienspiegel.ch/">
<![CDATA[<p>Heute mit «NZZ Campus» (März 2010, S. 3):<br />
 <br />
1. Frage an die Studentin Ishita Malaviya (21): <ul>«Was fühlst Du beim Surfen?»</ul> 3. Frage an die Studentin Ishita Malaviya (21): <ul>«Und wie fühlst Du Dich, wenn Du zur Uni gehst?»</ul><br />
 </p>]]>
      
   </content>
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   <title>Abt. «Dümmliche Umfragen»</title>
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   <id>tag:www.medienspiegel.ch,2010://1.2594</id>
   
   <published>2010-03-06T17:13:57Z</published>
   <updated>2010-03-06T21:30:06Z</updated>
   
   <summary>Heute mit tagesschau.sf.tv:...
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<![CDATA[<p>Heute mit <a href="http://tagesschau.sf.tv/">tagesschau.sf.tv</a>:</p>

<p><img alt="SF_Umfrage_Fruehling_Winter.png" src="http://www.medienspiegel.ch/SF_Umfrage_Fruehling_Winter.png" width="256" height="189" /><br />
 <br />
<p /></p>]]>
      
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   <title>Reicht ein Schulterzucken?</title>
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   <published>2010-03-05T19:02:11Z</published>
   <updated>2010-03-09T17:44:38Z</updated>
   
   <summary>von Fred David War die Publikation der zwei Polizeifotos von Hannibal Ghadhafi journalistisch gerechtfertigt? Brachte das Foto einen notwendigen Informationsgewinn?...
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<![CDATA[<p><em>von Fred David</em></p>

<p>War die Publikation der zwei Polizeifotos von Hannibal Ghadhafi journalistisch gerechtfertigt? Brachte das Foto einen notwendigen Informationsgewinn? Darf ein Polizeifoto nach Einstellung des Strafverfahrens publiziert werden, auch wenn gegen den Beschuldigten nichts mehr vorliegt? Sollte sich die Zeitung entschuldigen? Der Chefredaktor der «Tribune de Genève» antwortet in einem Interview mit <a href="http://www.letemps.ch/Page/Uuid/7ada5744-27d4-11df-bc62-347c3d7b67cd/Un_pr%C3%A9texte_dans_une_strat%C3%A9gie_planifi%C3%A9e">«Le Temps»</a>  – und lässt alles offen. <br />
 <br />
Zur Erinnerung: Etwa ein Dutzend Genfer Polizisten hatten sich am 21. Juli 2008 gewaltsam Zugang zu Hannibals Hotelzimmer im Hotel Président Wilson verschafft und ihn offenbar mit gezogener Waffe abgeführt. Der Vorwurf: Er beziehungsweise seine Frau hätten zwei Dienstboten geschlagen und genötigt. Hannibal sass zwei Tage in einer Zelle mit einem andern Gefangenen und kam dann gegen eine Kaution von 500'000 Franken frei. Die zwei Hausangestellten zogen kurze Zeit später ihre Anzeige zurück. Das Strafverfahren wurde eingestellt. </p>

<p>Einige Zeit danach veröffentlichte die «Tribune» die zwei Polizeifotos Hannibals, was zu heftigen Protesten Libyens und einer Klage gegen einen «Tribune»-Journalisten wegen Verletzung des Persönlichkeitsschutzes führte. Das Verfahren ist hängig. Die Staatsanwaltschaft konnte den Lieferanten der Polizeifotos bis heute nicht eruieren. Die Weiterungen der Affäre sind bekannt: Geiselnahme in Libyen, Einreiseverbot für 180 hochrangige Libyer in die Schweiz, in Anspruchnahme der Solidarität aller Schengen-Staaten durch die Schweiz, Jihad-Androhung durch Ghadaffi – die grösste aussenpolitische Krise der Schweiz der letzten Jahrzehnte.<br />
 <br />
Dass der Chefredaktor den Fotolieferanten schützt, ist nachvollziehbar. Aber reicht angesichts der Dimension der Affäre ein Schulterzucken?</p>

<p><strong>Update,</strong> 9. März 2010: Siehe dazu auch Rainer Stadlers <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/medien/hannibal_und_die_bilderflut_1.5171300.html">«Hannibal und die Bilderflut»</a>.<br />
 <br />
<p /></p>]]>
      
   </content>
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   <title>Die Meinungskracher</title>
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   <published>2010-03-02T20:24:06Z</published>
   <updated>2010-03-02T20:35:51Z</updated>
   
   <summary>Neulich beim Morgenkaffee. «Endlich regt sich Widerstand», lässt mich der Chefredaktor persönlich wissen, mich, den duldsamen «NZZ»-Leser. «Der böse Fuchs»...
                    <!-- No end of discussion!

Nachdem uns Jahrzehntelang eingebläut wurde, das Bankgeheimnis sei absolut nicht verhandelbar - und nun halt doch -, gibt es ein neues absolut unverhandelbares nationales Dogma, den «automatischen Informationsaustausch». Es muss sich dabei um das Schlimmste handeln, was sich Menschenhirne überhaupt ausdenken können, jedenfalls klingt besagter Kommentar in der «NZZ» vom 26. Februar 2010 danach. Es wird mir nicht im Einzelnen erklärt, warum. Die national verbindliche Sprachregelung wird ohne weitere Erklärung flächendeckend durchgesetzt. Kurz und knapp: Der «Informationsaustausch», auch wenn er in weiten Teilen der EU relativ problemlos praktiziert wird, ist schiere Perversion. End of discussion.

Schutz gegen bleibende Schäden

Der Chefredaktor einer ernstzunehmenden Zeitung darf mit mir als Leser so reden, ohne dass ich das Abo gleich abbestelle, auch wenn ich seinen Kommentar völlig abwegig finde, bankenhörig, rückwärtsgewandt, abgedreht und schädlich für das Land. Aber er hat das Recht, in seinem Blatt klare Akzente zu setzen. Das erwarte ich von einem Chefredaktor in diesen relativ bewegten Zeiten. Und das hat er getan. Gut so - selbst wenn ich beim Lesen mehrfach verhalten aufschrie. Ich weiss jetzt immerhin, was Meinung und Strategie von Big Business in der Schweiz sind. Damit ich solche redaktionellen Kommentare ohne bleibende Schäden ertrage, müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein. Und dazu muss ich ein wenig ausholen.

Forumszeitung – eine faule Ausrede

Lange haben Schweizer Tageszeitungen sich selber als «Forumszeitung» bezeichnet. Für eigenständige politische Meinungen hält man sich Fremdautoren, im vornehmeren Fall Kolumnisten genannt, schön ausgewogen, der eine ein bisschen links, der andere ein bisschen rechts, offen für fast alle und fast jeden. Man hält das für besonders «liberal», peilt in Wahrheit aber einfach ein möglichst breites Käuferspektrum an. Ein paar Jahrzehnte lang lief es so ja ganz flott. Heute läuft es plötzlich nicht mehr so gut. Larifari war gestern. Von Medien werden wieder Standpunkte erwartet. Die Redaktionen üben noch. Farbe zu bekennen, sind sie nicht gewöhnt. Aber sie müssen. Nicht zu allen, aber zu immer mehr Themen. Die Leser erwarten es, bisweilen ziemlich ungehalten. 

Alles-allen-recht-mach-Journalismus adé 

Bisher galt Jekami als Tugend und der Alles-allen-recht-mach-Journalismus als ausreichende Definition einer publizistischen Haltung, die man nicht hat(te). Die Auseinandersetzungen, wirtschaftlich, politisch, gesellschaftlich, werden jedoch spürbar härter. Es wird noch deftiger kommen in den nächsten Jahren. Die Damen und Herren Journalisten müssen sich darauf einstellen. Deutliche Meinungen sind also wieder gefragt. Aber wie «meint man» eigenständig, insbesondere bei Monopolzeitungen, bei denen meinungsmässiger Jekami-Larifari sozusagen genetisch eingebaut ist?

Die Doppelseite bringt’s

Die «NZZ» hat einen Weg gefunden. Da merkt man dann doch die Erfahrung «der Zürcher Zeitung 231. Jahrgang», wie es im Impressumskopf unbescheiden heisst. Beim sanften, aber spürbaren Relaunch vor wenigen Monaten führte die Redaktion gerade rechtzeitig etwas fundamental Wichtiges ein, was den Journalisten selber wahrscheinlich in der Bedeutung gar nicht so bewusst ist (so etwas merken Leser besser): die tägliche Doppelseite «Meinung &amp; Debatte». Sieht simpel aus, ist aber tatsächlich eine geniale Innovation mit einem speziellen Mechanismus.

Unaufällig auffälliger Geniestreich

Ein brachial simples Konzept: Links eine ganze Seite Leserbriefe, ausnahmslos alle länger als die sonst üblichen 10 bis 15 Zeilen. Dazu ein sorgfältig ausgesuchtes Foto ohne tagesaktuellen Bezug, dafür in high quality. Auf der rechten Seite drei Kommentare, oben zwei gleichlange Zweispalter der Redaktion zu aktuellen Themen, unten ein Vierspalter eines Fremdautors, oft eines Fachexperten.

Das Geniale am Konzept: Die Leserbriefe werden durch diese Aufteilung optisch auf eine Ebene mit der Redaktion gehoben und damit aufgewertet: Auge um Auge. Psychologisch ist das ausserordentlich geschickt gelöst. Die Qualität der Leserbriefe ist dadurch hoch, manchmal höher als die der professionellen Schreiber. Das müssen die ertragen. Die Leser ertragen ja auch verquere Standpauken des Chefredaktors wie die oben geschilderte. Die Lust am gepflegten Meinungsstreit wächst sichtbar.

Profil schärfen

Leser sind nicht mehr wehrlos. Sie können reagieren. Sie werden von der Redaktion nicht, wie bisher, nur geduldet. Leser messen sich jeden Tag mit der Redaktion – aber anders als in den meisten Blogs. Die Journalisten wiederum können sich deutlich schärfer akzentuierte Standpunkte in ihren Kommentaren erlauben. Als Leser kann man ja dann mit fast gleichlangem Spiess kontern. Das funktioniert aber nur, wenn man ebenbürtig auf der gleichen Turnierbahn gegen- oder auch miteinander reitet. Dabei gibt es Sieger und Verlierer, wie sich das auf dem Turnierplatz gehört. 

All dies geschieht auf dieser täglichen Doppelseite der «NZZ». Das Blatt gewinnt durch diesen zunächst völlig unspektakulär erscheinenden Wettkampf an Profil. Das ist interessant zu beobachten, lockert die Lektüre deutlich auf und bringt Informationsgewinn. Die Leserbriefe haben oft beträchtlichen Lese- und Informationswert. Und die redaktionellen Kommentare werden in der täglichen Konkurrenz gleichfalls spürbar prononcierter. Gut so.

Zeitungen verschenken Potenzial

Eigentlich ist es ja nichts Neues, alle Zeitungen bringen Leserbriefe. Die meisten Redaktionen behandeln sie jedoch acht- und lieblos, quetschen sie in ein grausliches Layout, winden die Texte hemmungslos um Inseratenblöcke, kürzen auf Deibel komm raus und mixen inhaltlich Kraut und Rüben, wie’s grad kommt. Die Debattenstruktur fehlt. Damit verschenken sie ein riesiges, franko Haus geliefertes Potenzial. Denn Leser wissen viel, weil sie Vieles von innen her kennen, was der Journalist bloss von aussen sieht, und sie können es auch ausdrücken, nicht selten direkter, zielgenauer und sachkundiger als Journalisten, die noch nach der Alles-allen-recht-mach-Methode gedrillt wurden, insbesondere in ihren Kommentaren. Deren Tenor ist daher häufig, sehr häufig, mainstreamy und allseits kompatibel. Bei der «NZZ» nicht mehr so sehr. Das fällt  positiv auf.

Autonome mit feinem Näschen

Früher wurde man Leserbrief-Redaktor, um die letzte Runde vor der AHV am warmen Öfchen abzusitzen. Heute hingegen braucht es in Leserbriefredaktionen alerte, autonome Leute, die vertiefte Sachkenntnis und ein Gespür für Debatten haben, die über genügend Standing gegenüber dominanten Chefredaktoren und selbstherrlichen Ressortleitern verfügen, weil diese ständig hineinpfuschen, unliebsame Leserreaktionen eliminieren und sich am liebsten selber illuminieren wollen.

Ich weiss das deswegen, weil ich selber auch schon Leserbriefe in meinem Sinn gefälscht habe. Ist allerdings lange her und durchaus branchenüblich. Ich schäme mich noch heute. Es gibt auch Journalisten, die Verwandte, Bekannte, Kollegen animieren, unterstützende Leserbriefe zu schreiben. Zum Erspüren von Fakes aller Art benötigt der zuständige Redaktor daher ein feines Näschen.

Renaissance in den Holzmedien

Die «NZZ» hat offenbar vife Leserbriefredaktoren. Es funktioniert. Die üblichen Querulanten fallen raus. Die Lobhudler halten sich in erträglichem Rahmen, Kampagnen werden unterbunden und die Sirenen überempfindlicher Fehlerdetektoren werden gedämpft. Das macht den Unterschied zum Blog: Die Redaktion verfügt über einen gewissen Steuermechanismus, der aber fair gehandhabt werden muss. Leser reagieren auf Manipulationen empfindlich. Ausserdem müssen Leserbriefe mit vollem Namen und Wohnort gezeichnet werden. Während noch vor wenigen Jahren Leser deswegen eher gehemmt waren, in Briefen an die Redaktion mit abweichender Meinung deutlich zu werden, einen Kontrapunkt offensiv zu begründen, ist das heute kein Problem mehr. 

Der Leserbrief erlebt eine unerwartete Renaissance und das ausgerechnet in den bereits für scheintot erklärten Holzmedien. Wie man dieses Genre geschickt pflegt und weiterentwickelt, erkannte ausgerechnet die «alte Tante NZZ» am besten von allen.

Zur Nachahmung dringend empfohlen.

Fred David ist seit 40 Jahren Journalist (u.a. «Spiegel»-Redaktor, Auslandkorrespondent der «Weltwoche», Chefredaktor von «Cash»). Er lebt heute als freier Autor in St. Gallen.
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   <author>
      <name>Fred David</name>
      
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   <content type="html" xml:lang="de" xml:base="http://www.medienspiegel.ch/">
<![CDATA[<p>Neulich beim Morgenkaffee. <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/durchloechertes_bankgeheimnis/kommentare/endlich_regt_sich_widerstand_1.5087325.html">«Endlich regt sich Widerstand»</a>, lässt mich der Chefredaktor persönlich wissen, mich, den duldsamen «NZZ»-Leser. «Der böse Fuchs» schleiche um unser Land und wolle die goldenen Eier rauben, warnt Markus Spillmann. Gemeint sind die Hunderten von Milliarden Franken Schwarzgeld aus globalem Steuerbetrug, die auf Schweizer Bankkonten, umhegt von einschlägigen Schweizer Gesetzen, zunehmend unbequem ruhen.</p>]]>
      <![CDATA[<p><strong>No end of discussion!</strong></p>

<p>Nachdem uns Jahrzehntelang eingebläut wurde, das Bankgeheimnis sei absolut nicht verhandelbar - und nun halt doch -, gibt es ein neues absolut unverhandelbares nationales Dogma, den «automatischen Informationsaustausch». Es muss sich dabei um das Schlimmste handeln, was sich Menschenhirne überhaupt ausdenken können, jedenfalls klingt besagter Kommentar in der «NZZ» vom 26. Februar 2010 danach. Es wird mir nicht im Einzelnen erklärt, warum. Die national verbindliche Sprachregelung wird ohne weitere Erklärung flächendeckend durchgesetzt. Kurz und knapp: Der «Informationsaustausch», auch wenn er in weiten Teilen der EU relativ problemlos praktiziert wird, ist schiere Perversion. End of discussion.</p>

<p><strong>Schutz gegen bleibende Schäden</strong></p>

<p>Der Chefredaktor einer ernstzunehmenden Zeitung darf mit mir als Leser so reden, ohne dass ich das Abo gleich abbestelle, auch wenn ich seinen Kommentar völlig abwegig finde, bankenhörig, rückwärtsgewandt, abgedreht und schädlich für das Land. Aber er hat das Recht, in seinem Blatt klare Akzente zu setzen. Das erwarte ich von einem Chefredaktor in diesen relativ bewegten Zeiten. Und das hat er getan. Gut so - selbst wenn ich beim Lesen mehrfach verhalten aufschrie. Ich weiss jetzt immerhin, was Meinung und Strategie von Big Business in der Schweiz sind. Damit ich solche redaktionellen Kommentare ohne bleibende Schäden ertrage, müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein. Und dazu muss ich ein wenig ausholen.</p>

<p><strong>Forumszeitung – eine faule Ausrede</strong></p>

<p>Lange haben Schweizer Tageszeitungen sich selber als «Forumszeitung» bezeichnet. Für eigenständige politische Meinungen hält man sich Fremdautoren, im vornehmeren Fall Kolumnisten genannt, schön ausgewogen, der eine ein bisschen links, der andere ein bisschen rechts, offen für fast alle und fast jeden. Man hält das für besonders «liberal», peilt in Wahrheit aber einfach ein möglichst breites Käuferspektrum an. Ein paar Jahrzehnte lang lief es so ja ganz flott. Heute läuft es plötzlich nicht mehr so gut. Larifari war gestern. Von Medien werden wieder Standpunkte erwartet. Die Redaktionen üben noch. Farbe zu bekennen, sind sie nicht gewöhnt. Aber sie müssen. Nicht zu allen, aber zu immer mehr Themen. Die Leser erwarten es, bisweilen ziemlich ungehalten. </p>

<p><strong>Alles-allen-recht-mach-Journalismus adé</strong> </p>

<p>Bisher galt Jekami als Tugend und der Alles-allen-recht-mach-Journalismus als ausreichende Definition einer publizistischen Haltung, die man nicht hat(te). Die Auseinandersetzungen, wirtschaftlich, politisch, gesellschaftlich, werden jedoch spürbar härter. Es wird noch deftiger kommen in den nächsten Jahren. Die Damen und Herren Journalisten müssen sich darauf einstellen. Deutliche Meinungen sind also wieder gefragt. Aber wie «meint man» eigenständig, insbesondere bei Monopolzeitungen, bei denen meinungsmässiger Jekami-Larifari sozusagen genetisch eingebaut ist?</p>

<p><strong>Die Doppelseite bringt’s</strong></p>

<p>Die «NZZ» hat einen Weg gefunden. Da merkt man dann doch die Erfahrung «der Zürcher Zeitung 231. Jahrgang», wie es im Impressumskopf unbescheiden heisst. Beim sanften, aber spürbaren Relaunch vor wenigen Monaten führte die Redaktion gerade rechtzeitig etwas fundamental Wichtiges ein, was den Journalisten selber wahrscheinlich in der Bedeutung gar nicht so bewusst ist (so etwas merken Leser besser): die tägliche Doppelseite «Meinung & Debatte». Sieht simpel aus, ist aber tatsächlich eine geniale Innovation mit einem speziellen Mechanismus.</p>

<p><strong>Unaufällig auffälliger Geniestreich</strong></p>

<p>Ein brachial simples Konzept: Links eine ganze Seite Leserbriefe, ausnahmslos alle länger als die sonst üblichen 10 bis 15 Zeilen. Dazu ein sorgfältig ausgesuchtes Foto ohne tagesaktuellen Bezug, dafür in high quality. Auf der rechten Seite drei Kommentare, oben zwei gleichlange Zweispalter der Redaktion zu aktuellen Themen, unten ein Vierspalter eines Fremdautors, oft eines Fachexperten.</p>

<p>Das Geniale am Konzept: Die Leserbriefe werden durch diese Aufteilung optisch auf eine Ebene mit der Redaktion gehoben und damit aufgewertet: Auge um Auge. Psychologisch ist das ausserordentlich geschickt gelöst. Die Qualität der Leserbriefe ist dadurch hoch, manchmal höher als die der professionellen Schreiber. Das müssen die ertragen. Die Leser ertragen ja auch verquere Standpauken des Chefredaktors wie die oben geschilderte. Die Lust am gepflegten Meinungsstreit wächst sichtbar.</p>

<p><strong>Profil schärfen</strong></p>

<p>Leser sind nicht mehr wehrlos. Sie können reagieren. Sie werden von der Redaktion nicht, wie bisher, nur geduldet. Leser messen sich jeden Tag mit der Redaktion – aber anders als in den meisten Blogs. Die Journalisten wiederum können sich deutlich schärfer akzentuierte Standpunkte in ihren Kommentaren erlauben. Als Leser kann man ja dann mit fast gleichlangem Spiess kontern. Das funktioniert aber nur, wenn man ebenbürtig auf der gleichen Turnierbahn gegen- oder auch miteinander reitet. Dabei gibt es Sieger und Verlierer, wie sich das auf dem Turnierplatz gehört. </p>

<p>All dies geschieht auf dieser täglichen Doppelseite der «NZZ». Das Blatt gewinnt durch diesen zunächst völlig unspektakulär erscheinenden Wettkampf an Profil. Das ist interessant zu beobachten, lockert die Lektüre deutlich auf und bringt Informationsgewinn. Die Leserbriefe haben oft beträchtlichen Lese- und Informationswert. Und die redaktionellen Kommentare werden in der täglichen Konkurrenz gleichfalls spürbar prononcierter. Gut so.</p>

<p><strong>Zeitungen verschenken Potenzial</strong></p>

<p>Eigentlich ist es ja nichts Neues, alle Zeitungen bringen Leserbriefe. Die meisten Redaktionen behandeln sie jedoch acht- und lieblos, quetschen sie in ein grausliches Layout, winden die Texte hemmungslos um Inseratenblöcke, kürzen auf Deibel komm raus und mixen inhaltlich Kraut und Rüben, wie’s grad kommt. Die Debattenstruktur fehlt. Damit verschenken sie ein riesiges, franko Haus geliefertes Potenzial. Denn Leser wissen viel, weil sie Vieles von innen her kennen, was der Journalist bloss von aussen sieht, und sie können es auch ausdrücken, nicht selten direkter, zielgenauer und sachkundiger als Journalisten, die noch nach der Alles-allen-recht-mach-Methode gedrillt wurden, insbesondere in ihren Kommentaren. Deren Tenor ist daher häufig, sehr häufig, mainstreamy und allseits kompatibel. Bei der «NZZ» nicht mehr so sehr. Das fällt  positiv auf.</p>

<p><strong>Autonome mit feinem Näschen</strong></p>

<p>Früher wurde man Leserbrief-Redaktor, um die letzte Runde vor der AHV am warmen Öfchen abzusitzen. Heute hingegen braucht es in Leserbriefredaktionen alerte, autonome Leute, die vertiefte Sachkenntnis und ein Gespür für Debatten haben, die über genügend Standing gegenüber dominanten Chefredaktoren und selbstherrlichen Ressortleitern verfügen, weil diese ständig hineinpfuschen, unliebsame Leserreaktionen eliminieren und sich am liebsten selber illuminieren wollen.</p>

<p>Ich weiss das deswegen, weil ich selber auch schon Leserbriefe in meinem Sinn gefälscht habe. Ist allerdings lange her und durchaus branchenüblich. Ich schäme mich noch heute. Es gibt auch Journalisten, die Verwandte, Bekannte, Kollegen animieren, unterstützende Leserbriefe zu schreiben. Zum Erspüren von Fakes aller Art benötigt der zuständige Redaktor daher ein feines Näschen.</p>

<p><strong>Renaissance in den Holzmedien</strong></p>

<p>Die «NZZ» hat offenbar vife Leserbriefredaktoren. Es funktioniert. Die üblichen Querulanten fallen raus. Die Lobhudler halten sich in erträglichem Rahmen, Kampagnen werden unterbunden und die Sirenen überempfindlicher Fehlerdetektoren werden gedämpft. Das macht den Unterschied zum Blog: Die Redaktion verfügt über einen gewissen Steuermechanismus, der aber fair gehandhabt werden muss. Leser reagieren auf Manipulationen empfindlich. Ausserdem müssen Leserbriefe mit vollem Namen und Wohnort gezeichnet werden. Während noch vor wenigen Jahren Leser deswegen eher gehemmt waren, in Briefen an die Redaktion mit abweichender Meinung deutlich zu werden, einen Kontrapunkt offensiv zu begründen, ist das heute kein Problem mehr. </p>

<p>Der Leserbrief erlebt eine unerwartete Renaissance und das ausgerechnet in den bereits für scheintot erklärten Holzmedien. Wie man dieses Genre geschickt pflegt und weiterentwickelt, erkannte ausgerechnet die «alte Tante NZZ» am besten von allen.</p>

<p>Zur Nachahmung dringend empfohlen.</p>

<p><em>Fred David ist seit 40 Jahren Journalist (u.a. «Spiegel»-Redaktor, Auslandkorrespondent der «Weltwoche», Chefredaktor von «Cash»). Er lebt heute als freier Autor in St. Gallen.</em><br />
</p>]]>
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   <title>Martin Spieler wird Chefredaktor der «SonntagsZeitung»</title>
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   <id>tag:www.medienspiegel.ch,2010://1.2590</id>
   
   <published>2010-03-02T17:01:50Z</published>
   <updated>2010-03-04T14:52:10Z</updated>
   
   <summary>Martin Spieler, derzeit noch Schriftleiter der «Handelszeitung» sowie Verwaltungsratsmitglied der Club zum Rennweg AG und der 3 Plus Group AG...
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   <content type="html" xml:lang="de" xml:base="http://www.medienspiegel.ch/">
<![CDATA[<p>Martin Spieler, derzeit noch Schriftleiter der «Handelszeitung» sowie Verwaltungsratsmitglied der Club zum Rennweg AG und der 3 Plus Group AG (TV-Sender 3+), tritt im Sommer 2010 die Nachfolge von Andreas Durisch als Chefredaktor der «SonntagsZeitung» an. Dies gab Tamedia heute in einer <a href="http://www.tamedia.ch/de/mediencorner/medienmitteilungen/Seiten/Martin%20Spieler%20wird%20neuer%20Chefredaktor%20der%20SonntagsZeitung.aspx">Medienmitteilung</a> bekannt.</p>

<p><strong>Siehe dazu</strong> auch:<br />
<a href="http://www.medienspiegel.ch/archives/002531.html">Andreas Durisch verlässt die «SonntagsZeitung»</a><br />
 <br />
<p /><br />
<strong>Update,</strong> 4. März 2010: Frage von <a href="http://www.persoenlich.com/news/show_news.cfm?newsid=87117">«persoenlich.com»</a> an den designierten «SoZ»-Chefredaktor: <ul>«Also kein Platz für Midrisk Journalismus?»</ul> Antwort Martin Spieler: <ul>«Kritischer Journalismus geht immer Risiken ein. Aber wer eine zu hohe Fehlerquote bei seinen Geschichten aufweist, ungenau arbeitet und unfairen Journalismus betreibt, hat in meinem Team nichts zu suchen.»</ul> Aha, kein Midrisk-Journalismus zwar, aber äs bitzeli Pfusch darf dann schon sein.<br />
 <br />
<p /></p>]]>
      
   </content>
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   <title>Von Waschmaschinen und «NZZaS»-Redaktorinnen</title>
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   <id>tag:www.medienspiegel.ch,2010://1.2587</id>
   
   <published>2010-02-28T15:31:58Z</published>
   <updated>2010-02-28T15:43:56Z</updated>
   
   <summary> «Genau mein Stil», wird Fiona Hefti, «Stil»-Redaktorin der «NZZ am Sonntag», in einem in der «NZZ am Sonntag» erschienenen...
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   <content type="html" xml:lang="de" xml:base="http://www.medienspiegel.ch/">
<![CDATA[<p><img alt="Hefti_Werbung_NZZaS.png" src="http://www.medienspiegel.ch/Hefti_Werbung_NZZaS.png" width="400" height="187" /></p>

<p>«Genau mein Stil», wird Fiona Hefti, «Stil»-Redaktorin der «NZZ am Sonntag», in einem in der «NZZ am Sonntag» erschienenen Inserat des Waschmaschinenherstellers Schulthess zitiert. </p>

<p>Trümlig, wirklich trümlig ......... könnte es einem da werden!</p>

<p>Ob Frau Hefti auch für die Marke OPI tätig ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Zu den Nagellacken des Kosmetikherstellers schreibt sie jedenfalls – dieses Mal im redaktionellen Teil der «NZZaS»: <ul>«Die raffiniertesten Farben aber sind jene Farbtöne dazwischen, zum Beispiel Dunkelgrau &lsaquo;You don't know Jacques&rsaquo; von OPI [...]. OPI gehört zu den wichtigsten Namen in Sachen Nagellack. Mit über 300 Farben hat der ehemalige Zahn-Produkte-Hersteller die wohl grösste Palette an Lacken.»</ul> u.s.w.u.s.f.<br />
 <br />
<p /></p>]]>
      
   </content>
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   <title>The State of the Internet</title>
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   <id>tag:www.medienspiegel.ch,2010://1.2586</id>
   
   <published>2010-02-28T13:27:24Z</published>
   <updated>2010-02-28T13:38:50Z</updated>
   
   <summary> (Via KoopTech)...
                    <!--  --></summary>
   <author>
      <name>Martin Hitz</name>
      
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<![CDATA[<p><object width="400" height="300"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="movie" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=9641036&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=1&amp;color=ffffff&amp;fullscreen=1" /><embed src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=9641036&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=1&amp;color=ffffff&amp;fullscreen=1" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always" width="400" height="300"></embed></object><br />
(Via <a href="http://blog.kooptech.de/">KoopTech</a>)<br />
 <br />
<p /></p>]]>
      
   </content>
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   <title>«Really, really good journalism is really hard»</title>
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   <id>tag:www.medienspiegel.ch,2010://1.2585</id>
   
   <published>2010-02-26T16:45:08Z</published>
   <updated>2010-02-26T17:00:00Z</updated>
   
   <summary>Ben Hammersley, Chefredaktor von «Wired» (UK) zu Print, Online, news as a conversation («I violently, violently, massively disagree with that»),...
                    <!--  --></summary>
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   <content type="html" xml:lang="de" xml:base="http://www.medienspiegel.ch/">
<![CDATA[<p>Ben Hammersley, Chefredaktor von «Wired» (UK) zu Print, Online, news as a conversation («I violently, violently, massively disagree with that»), Paid Content etc. Knapp 19 Minuten gesunder Menschenverstand:</p>

<p><iframe width="403" scrolling="no" height="248" frameborder="0" src="http://www.dctp.tv/embed/f9ebe7c6b9834562b102d495eb0234ab/" name="dctp-teaser" marginwidth="0" marginheight="0"><br></iframe><br />
(Quelle: <a href="http://www.dctp.tv">dctp.tv</a>)<br />
 <br />
<p /></p>]]>
      
   </content>
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   <title>Wie unabhängig sind Gratiszeitungen?</title>
   <link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.medienspiegel.ch/archives/002584.html" />
   <id>tag:www.medienspiegel.ch,2010://1.2584</id>
   
   <published>2010-02-26T15:45:38Z</published>
   <updated>2010-02-26T15:57:54Z</updated>
   
   <summary><![CDATA[«Die Zürcher Ausgabe von &lsaquo;20 Minuten&rsaquo; hatte zu Beginn der Finanzkrise unkritischer über die UBS berichtet als das Konkurrenzblatt &lsaquo;.ch&rsaquo;....]]>
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      <name>Martin Hitz</name>
      
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         <category term="Sparschwein" scheme="http://www.sixapart.com/ns/types#category" />
   
   
   <content type="html" xml:lang="de" xml:base="http://www.medienspiegel.ch/">
<![CDATA[<ul>«Die Zürcher Ausgabe von &lsaquo;20 Minuten&rsaquo; hatte zu Beginn der Finanzkrise unkritischer über die UBS berichtet als das Konkurrenzblatt &lsaquo;.ch&rsaquo;. Zudem hatte &lsaquo;20 Minuten&rsaquo; Inserate von der UBS, &lsaquo;.ch&rsaquo; hingegen nicht. Zufall oder Zusammenhang? Eine aktuelle Studie der Universität Fribourg versucht, den wirtschaftlichen Einflüssen auf den Journalismus auf die Spur zu kommen» ...</ul> ... und fragt bzw. vermutet zum Schluss: <ul>«Ist das nun ein Beweis für eine fehlende Unabhängigkeit von &lsaquo;20 Minuten&rsaquo;? Nicht unbedingt. Möglich ist, dass die Wirtschaftsfreundlichkeit der Redaktion grundsätzlich zu einer moderateren Einschätzung der Bankenkrise beigetragen hat. Möglich ist auch, dass die Journalisten von &lsaquo;20 Minuten&rsaquo; aus Bequemlichkeit mehr auf die Medienmitteilungen der UBS zurückgegriffen und weniger Aufwand betrieben haben, um ergänzende Stimmen einzuholen. Möglich ist zudem, dass mit der Zeit eine selektive Wahrnehmung der Journalisten stattgefunden hat: So könnte die unkritische Berichterstattung in der eigenen Zeitung mit der Zeit zu einer positiveren Wahrnehmung der UBS geführt haben.»</ul>
Alles dazwischen gibt's auf <a href="http://www.medienheft.ch/de/nc/14/date////die-ubs-in-der-gratispresse/article/6.html">«Medienheft.ch»</a>.
 
<p />]]>
      
   </content>
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   <title>Was ist da los?</title>
   <link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.medienspiegel.ch/archives/002583.html" />
   <id>tag:www.medienspiegel.ch,2010://1.2583</id>
   
   <published>2010-02-25T11:15:08Z</published>
   <updated>2010-02-25T11:32:35Z</updated>
   
   <summary>Von Fred David Habe ich ein altmodisches Verständnis von Journalismus? Offenbar - hoffnungslos veraltet. Heute Nacht (Donnerstag, 25.2.) um 3.45...
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      <name>Fred David</name>
      
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   <content type="html" xml:lang="de" xml:base="http://www.medienspiegel.ch/">
<![CDATA[<p><em>Von Fred David</em></p>

<p>Habe ich ein altmodisches Verständnis von Journalismus? Offenbar - hoffnungslos veraltet. <br />
 <br />
Heute Nacht (Donnerstag, 25.2.) um 3.45 Uhr brannte in Kappelen ein Asylbewerberheim lichterloh. Es kam zu dramatischen Szenen, wie ich mich nicht erinnern kann, von so etwas in den letzten  Jahren gelesen zu haben: 14 Schwerverletzte, 30 Verletzte insgesamt, schwere Knochenbrüche, Beckenbrüche nach Stürzen aus dem Fenster, «verängstigte Mütter halten schreiende Kinder auf dem Arm, ein Mann schlotternd  barfuss in der Kälte, Rettungswagen in Minutentakt.»<br />
 <br />
Unsere sonst so kreglen Online-Dienste zitieren auch noch Stunden später als Quelle ihrer  dürren Kurzmeldungen entweder sda («Tagesschau»), «die online-Ausgabe des Bieler Tagblatts» (Newsnetz) oder «einen Polizeireporter» («20minuten.ch»).<br />
 <br />
Die «Tagesschau» hat noch um 10.30 Uhr eine karge  12-Zeilen-sda-Meldung aufgeschaltet. Bei «NZZ Online» und Newsnetz verschwanden die Meldungen zwischendurch gar völlig.</p>

<p>Noch um 10.30 Uhr wird «auf die Medienkonferenz um 10 Uhr» verwiesen. Dort kann man sich wenigstens bequem hinsetzen.<br />
 <br />
Sechs Stunden nach einem solchen Ereignis? Nicht in Timbuktu, sondern  im Kanton Bern, bequem im Zug, erster Klasse, vollklimatisert in 40 Minuten erreichbar.<br />
 <br />
<p /></p>]]>
      
   </content>
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   <title>Öffentlich-rechtliche Geheimumfrage</title>
   <link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.medienspiegel.ch/archives/002581.html" />
   <id>tag:www.medienspiegel.ch,2010://1.2581</id>
   
   <published>2010-02-23T08:49:33Z</published>
   <updated>2010-02-23T09:00:57Z</updated>
   
   <summary>Es gibt Leute, die Bier ohne Alkohol trinken, andere schlürfen Kaffee ohne Koffein. Und neuerdings haben wir einen Meinungsforscher, der...
                    <!-- Der arme Meinungsforscher Claude Longchamp büsst derzeit aus zwei Gründen: Erstens haben unsere Landsleute bei der Frage nach der Minarett-Initiative im letzten Herbst brandschwarz gelogen. Sie sagten Nein und stimmten Ja, um ja nicht als engstirnig zu erscheinen. Und zweitens ist Longchamp das Opfer eines Missverständnisses, an dem er und sein Institut GfS freilich etwas Mitschuld tragen: Medien und politische Parteien verstehen seine Umfragen als Prognosen, er selbst beharrt darauf, dass es sich nur um Momentaufnahmen Wochen vor den Abstimmungsterminen handelt. Das mag ja sein: Aber wenn die Ergebnisse seiner Umfragen nicht prospektiv zu verstehen sind, sind sie erst recht für die Füchse.

Derzeit liegen also bei der SRG irgendwo die Ergebnisse einer Meinungsumfrage über die Höhe des Umwandlungssatzes bei den Pensionskassen in der Versenkung. Nur Longchamp und seine Mitarbeiter kennen diese Zahlen, wahrscheinlich auch etliche Mitarbeiter in der SRG. Sonst niemand.

Tatsächlich? In einem Land, in dem geheime Datensätze öffentliches Handelsgut sind, ist es eine Frage der Zeit, bis sie auf einer Zeitungsredaktion landen. Und wir freuen uns auf denjenigen zerknirschten Chefredaktor, der vor laufenden Kameras von seinen Gewissensnöten beim Kauf dieser Umfrageergebnisse jammert. Schliesslich hat er dann doch zugegriffen – selbstverständlich.

Rolf Hürzeler, vormals Medien- und Kulturredaktor bei «Facts» und Kulturchef beim Pendlerblatt «News», amtet seit dem 1. September 2008 als Chefredaktor des Magazins «Saldo».
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   <author>
      <name>Rolf Hürzeler</name>
      
   </author>
         <category term="Mediensatz" scheme="http://www.sixapart.com/ns/types#category" />
   
   
   <content type="html" xml:lang="de" xml:base="http://www.medienspiegel.ch/">
<![CDATA[<p>Es gibt Leute, die Bier ohne Alkohol trinken, andere schlürfen Kaffee ohne Koffein. Und neuerdings haben wir einen Meinungsforscher, der seine Ergebnisse nicht veröffentlicht. Oder besser: Dessen Ergebnisse die SRG nicht mehr veröffentlicht. In all diesen Fällen fragt man sich, was soll das denn? Eine unveröffentlichte Meinungsumfrage macht irgendwie keinen Sinn.</p>]]>
      <![CDATA[<p>Der arme Meinungsforscher Claude Longchamp büsst derzeit aus zwei Gründen: Erstens haben unsere Landsleute bei der Frage nach der Minarett-Initiative im letzten Herbst brandschwarz gelogen. Sie sagten Nein und stimmten Ja, um ja nicht als engstirnig zu erscheinen. Und zweitens ist Longchamp das Opfer eines Missverständnisses, an dem er und sein Institut GfS freilich etwas Mitschuld tragen: Medien und politische Parteien verstehen seine Umfragen als Prognosen, er selbst beharrt darauf, dass es sich nur um Momentaufnahmen Wochen vor den Abstimmungsterminen handelt. Das mag ja sein: Aber wenn die Ergebnisse seiner Umfragen nicht prospektiv zu verstehen sind, sind sie erst recht für die Füchse.</p>

<p>Derzeit liegen also bei der SRG irgendwo die Ergebnisse einer Meinungsumfrage über die Höhe des Umwandlungssatzes bei den Pensionskassen in der Versenkung. Nur Longchamp und seine Mitarbeiter kennen diese Zahlen, wahrscheinlich auch etliche Mitarbeiter in der SRG. Sonst niemand.</p>

<p>Tatsächlich? In einem Land, in dem geheime Datensätze öffentliches Handelsgut sind, ist es eine Frage der Zeit, bis sie auf einer Zeitungsredaktion landen. Und wir freuen uns auf denjenigen zerknirschten Chefredaktor, der vor laufenden Kameras von seinen Gewissensnöten beim Kauf dieser Umfrageergebnisse jammert. Schliesslich hat er dann doch zugegriffen – selbstverständlich.</p>

<p><em>Rolf Hürzeler, vormals Medien- und Kulturredaktor bei «Facts» und Kulturchef beim Pendlerblatt «News», amtet seit dem 1. September 2008 als Chefredaktor des Magazins «Saldo».</em><br />
</p>]]>
   </content>
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<entry>
   <title>Forschungsbeiträge für die «Lage der Medien in der Schweiz»</title>
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   <published>2010-02-22T18:20:05Z</published>
   <updated>2010-02-22T18:32:20Z</updated>
   
   <summary>Noch bis zum 28. Februar 2010 kann sich beim Bundesamt für Kommunikation (Bakom) bewerben, wer die «Lage der Medien in...
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      <name>Martin Hitz</name>
      
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<![CDATA[<p>Noch bis zum 28. Februar 2010 kann sich beim Bundesamt für Kommunikation (Bakom) bewerben, wer die «Lage der Medien in der Schweiz» erforschen möchte. (<a href="http://www.bakom.ch/themen/radio_tv/01153/01155/index.html?lang=de">Medienmitteilung</a>)  </p>

<p>Folgende Fragestellungen gilt es dabei gemäss <a href="http://www.bakom.ch/themen/radio_tv/01153/01155/index.html?lang=de&download=NHzLpZeg7t,lnp6I0NTU042l2Z6ln1acy4Zn4Z2qZpnO2Yuq2Z6gpJCDeYR5gWym162epYbg2c_JjKbNoKSn6A--">«Erläuterung»</a> (PDF) zu bearbeiten: <ol><li>Beleuchtung der wirtschaftlichen Grundlagen von Medienunternehmen (Presse, Radio, Fernsehen und Internet);</li><br />
<li>Auswirkungen der Medienkonzentration auf die Meinungsvielfalt (Presse, Radio, Fernsehen und Internet);</li><br />
<li>Zukunftschancen verschiedener Medien (Gratiszeitungen, Abonnementszeitungen, Publikumszeitschriften, Mitgliederpresse, Internetzeitungen; öffentlichrechtliches Radio und Fernsehen, privatwirtschaftliches Radio und Fernsehen; Internetradio und –fernsehen, Blogs, webbasierte soziale Netzwerke);</li><br />
<li>Auswirkungen des Internets auf Presse, Radio und Fernsehen.</li></ol></p>

<p>Nur Mut!<br />
 <br />
<p /></p>]]>
      
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