Eric Gujer ist neuer Chefredaktor der «NZZ»

Nun hat es also doch noch geklappt: Eric Gujer, seit 2013 Ressortleiter «Ausland» und seit fast 30 Jahren für das Haus tätig, amtet per sofort als Chefredaktor der «Neuen Zücher Zeitung» (Medienmitteilung). Gleichzeitig wird «NZZ am Sonntag»-Chefredaktor Felix E. Müller in die Geschäftsleitung der NZZ befördert, wo er künftig auch für alle Magazine und Periodika verantwortlich ist.

Zur Ménage-à-trois ergänzt wird das Chefredaktionsduo durch die 35-jährige Österreicherin Anita Zielina, kurzzeitig stellvertretende Chefredaktorin Print/Online des österreichischen «Standard» und noch kurzzeitiger Leiterin von Stern.de, die im Mai die Position einer «Chefredaktorin neue Produkte» übernehmen wird.

Alle drei müssen sie absolut herausragende Persönlichkeiten sein. So wird Gujer in der Medienmitteilung als «intellektueller Leuchtturm, dessen Strahlkraft weit über die Landesgrenzen der Schweiz hinausreicht» und als einer der «bedeutendsten Journalisten und Intellektuellen der Schweiz» bezeichnet. Müller zählt laut NZZ-VR-Präsident Etienne Jornod zu den «profiliertesten Journalisten der Schweiz», Zielina zu den «führenden Online-Journalistinnen und Digital-Expertinnen im deutschsprachigen Raum».

Man fragt sich, weshalb der reputationsschädigende Umweg über Markus Somm bei so viel Genialität überhaupt nötig war. (Gujer soll vom Verwaltungsrat übrigens einstimmig gewählt worden sein.)

Zu möglichen Änderungen in der publizistischen Ausrichtung sagte Neu-Chefredaktor Gujer gegenüber Radio SRF:

«[Die NZZ] kann sicherlich auch noch ihr Profil – gerade bei Kommentaren – schärfen und bei manchen Fragen deutlicher Stellung nehmen als in der Vergangenheit.»

Und in einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» meinte er:

«Wir sind ordoliberal. Sie könnten auch neoliberal sagen. Diese Etiketten treffen zu.»

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von Martin Hitz | Kategorie: Medienschau

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