«Tages-Anzeiger» und «Sonntagszeitung» − Zwei für einen

Arthur Rutishauser soll ab dem kommenden Jahr nicht mehr nur der «Sonntagszeitung» als Schriftleiter vorstehen, sondern zusätzlich auch Res Strehle als Chefredaktor des «Tages-Anzeigers» ablösen. Strehle, der dannzumal das Pensionsalter erreicht, wird dem «Tagi» mit einem reduzierten Pensum aber «als Publizist und Mentor» erhalten bleiben. Aus der Medienmitteilung:

«Die gemeinsame publizistische Leitung beider Redaktionen ist nicht zuletzt durch die zunehmende Bedeutung der digitalen Verbreitungskanäle bedingt und antwortet auf die veränderten Mediennutzungsgewohnheiten der Leserinnen und Leser. Immer mehr Leserinnen und Leser wollen sich während der gesamten Woche und rund um die Uhr auf einer Plattform informieren. Je digitaler die Nutzung wird, umso enger werden Tages-Anzeiger und SonntagsZeitung deshalb im Netz zusammenrücken.»

Bereits heute stammen die Inhalte aus den Bereichen Gesellschaft, Kultur, Sport und Wissen in «Tages-Anzeiger» und «Sonntagszeitung» aus fusionierten Ressorts. Neu soll auch die Auslandberichterstattung der beiden Blätter zusammengelegt werden.

«Die Kern-Ressorts in den Bereichen Schweiz, Wirtschaft, Recherche und Zürich bleiben aber weiterhin eigenständig und stehen für die eigene Identität der gedruckten Zeitungen»,

heisst es in der Medienmitteilung dazu.

Der Entscheid werde «keine Auswirkungen auf die Redaktionsstellen» haben, liess Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer gegenüber «persoenlich.com» verlauten.

Schaumermal.

Und noch eine kleine Anekdote aus der «Südostschweiz», wo Dennis Bühler folgendes zu vermelden weiss:

«Strehle bleibt dem ‹Tages-Anzeiger› trotz Ruhestand über 2016 hinaus erhalten – als Publizist und Mentor. Wortwörtlich sagte Tamedia-Verwaltungsratspräsident Pietro Supino am Mittwoch bei der internen Orientierung der ‹Tagi›-Redaktion, ‹im Unterschied zu Schettino&rsaquo> gehe ‹Strehle nicht vorzeitig von Bord›. Worauf ein Raunen durch die anwesenden Redaktoren ging. Die meisten nämlich verstanden die Anspielung auf den Kapitän der 2012 gesunkenen ‹Costa Concordia› so, wie sie wohl nicht beabsichtigt, aber halt doch impliziert war: Sie glauben, sich nicht mehr auf einem Flagg-, sondern auf einem sinkenden Schiff zu befinden.»

Mehr dazu:

von Martin Hitz | Kategorie: Sparschwein

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