Sex im Treibsand

Aus unerfindlichen Gründen soll es tatsächlich Leute geben, die der medialen Aufbereitung der Wirren um Nationalrat und Stadtammann G. bereits etwas müde geworden sind. Dabei leisten die Wächter der Demokratie nur aus einem Grund geradezu übermenschliche Fronarbeit: um im öffentlichen Interesse prompt und presseratskonform informieren zu können.

Aber aufgepasst! Dem «NZZ-Folio» wurde Material zugespielt, das der Affäre eine weitere Wendung gibt. Warum ausgerechnet dem «Folio»? Wahrscheinlich weil das Magazin aus dem Hause «NZZ» in Sachen G. schon früh eine gewisse Expertise beanspruchen konnte: Von 1997 bis 2002 publizierte es die Dokumentarserie «Richtig leben mit Geri Weibel» (richtiger Nachname der Redaktion bekannt).

Das brisante Material hat das «NZZ-Folio» zu einer Website geführt, die sich einer noch wenig bekannten Disziplin menschlicher Sexualität verschrieben hat: der einschlägigen Betätigung im Treibsand und im Schlamm. Sie wird in der Affäre G. noch viel zu reden geben, obwohl die Spuren sorgfältig verwischt beziehungsweise die verräterischen Einträge im Forum «Member Submissions – Share Your Stuff» gelöscht worden sind.

Nach sorgfältigem Abwägen hat das «NZZ-Folio» beschlossen, den Primeur bis zum Erscheinen des Oktoberhefts («Beruf: Reporter») zurückzuhalten. Bis dahin wird die Redaktion alles daransetzen, zweifelsfrei zu klären, ob es sich bei dem Informanten nicht insgeheim um einen Spin-Doktor handelt, der beauftragt wurde, eine falsche Fährte zu legen. In ein Schlammloch, aus dem keiner sauber wieder auftaucht.

PS: Martin Hitz hatte vorgeschlagen, ich sollte doch wieder einmal etwas in Richtung «Sex mit Tier» schreiben, immer noch der Klickrekordhalter unter den «Mediensatz»-Kolumnen. Mal sehen, wie weit der Sex im Treibsand kommt.

Daniel Weber ist Chefredaktor des «NZZ-Folio».

von Daniel Weber | Kategorie: Mediensatz

1 Bemerkung zu «Sex im Treibsand»

  1. Mara Meier:

    Wenn Sie schon wieder zur Klickqueen werden wollen, Sie Streber, dann schlage ich vor: Sex mit Treibsand. Sonst wird das nie was.

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