Zum ersten, zum zweiten und zum …

von Martin Hitz | Kategorie: Medienschau

6 Bemerkungen zu «Zum ersten, zum zweiten und zum …»

  1. Sibille:

    Man kann den LohnschreiberInnen überhaupt nichts mehr glauben. Die schweizer Mainstreempresse kann nicht mehr tiefer sinken :-(

  2. Leuthard schlägt den Bau von 4 bis 7 Gaskraftwerken vor, schreiben andere Publikationen. Dabei geht es um die Planung bis 2050.

    Die Wortfolge «vier bis sieben» braucht zu viel Platz in einer Headline, und Zahlen in Titeln gelten als No-Go. Dann muss man sich halt entscheiden.

    Diejenigen News-Junkies, die es genau wissen wollen, können im Netz schauen. Wer sich auf eine einzelne Komplettzeitung beruft, der hat eh verloren.

    Solche Lappalien sind sicher keine Indikatoren für die Qualität der Medien.

    Danke trotzdem, lieber Medienspiegler, für diesen unterhaltsamen Beitrag.

  3. Spannend ist dabei ja noch, dass es sich eigentlich um eine Indiskretion handelt, denn der Bundesrat soll die Ausstiegsszenarien ja erst am Mittwoch präsentiert bekommen (und nicht aus der Sonntagspresse entnehmen müssen). Ich wundere mich, wie eine derartige Indiskretion so unterschiedlich ausfallen kann.

    Und: Wer beabsichtigt damit in diesem Falle was?

  4. Haha, das ist mir gestern am Kiosk auch aufgefallen. Hab dann die NZZaS gekauft, das war der vielversprechendste Titel.

  5. Fred David:

    @) Titus, ja, das ist die Frage und die eigentliche Story: Wer hat welche Interessen an dieser gespielten, superexklusiven „Indiskretion“? Das wäre der Background – aber auf den können wir lange warten.

  6. Das Peinlichste an der Ganzen Geschichte ist, dass sie NULL Neuigkeitsgehalt hat. Dass in einer Übergangszeit Gaskraftwerke nötig sein werden, falls man auf entsprechende Importe verzichtet, ist schon seit einem Jahr klar. Wer rechnen kann, konnte das schon aus dem Prognos-Bericht von 2011 lesen, auf dem der ganze Atomausstieg übrigens basiert. Anscheindend haben die Sonntags-Journalisten diesen nicht gelesen, oder rechnen damit, dass ihn sonst niemand kennt. Diese Geschichte zeigt gleich mehrer peinliche Fehlleistungen:

    – offensichtlich ist man auf eine angebliche Indiskretion reingefallen, die ganz gezielt gestreut wurde (sonst hätten nicht drei Sonntagszeitungen am gleichen Tag darüber berichtet). Man macht sich also zum Instrument irgendwelcher Interessenvertreter, ohne deren Information überaupt auf ihren Gehalt zu überprüfen.

    – zweitens verzichtet man gerne auf eine fundierte Recherche. Wer das seit einem Jahr öffentliche Papier gelesen hätte, hätte gemerkt, dass überhaupt nichts neues daran ist an dieser „Geschichte“

    – drittens geht eine gute Geschichte offenbar über Inhalt: vereinfachen, weglassen, nicht recherchieren, sich auf eine einzelne Quelle verlassen, Hauptsach ein so genannter „Primeur“ schaut dabei raus. Peinlich. Peinlich. Peinlich.

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