Kalter Nescafé

Wenn sich der ehemalige «NZZ»-Wirtschafts- und jetzige Avenir-Suisse-Chef Gerhard Schwarz auf dem Medienspiegel über die SRG auslässt («Ein meritorisches Gut?»), schrillen bei mir alle Warnglocken. Und damit keine Missverständnisse entstehen: Ich habe meinen ehemaligen Kollegen trotz beträchtlicher politischer Differenzen immer geschätzt, weil er den Auseinandersetzungen nie aus dem Weg gegangen ist. Und sogar ein bisschen seiner sturen Konsequenz wegen, die ihn auch jetzt nicht von seinen Denkgebäuden abrücken lässt, wo sie doch über ihm einstürzen wie Kartenhäuser.

Ein Wendehals ist der Mann gewiss nicht. Seit Jahrzehnten predigt er den Neoliberalismus in seiner reinen Form: Alles muss dem Markt überlassen werden, und der Markt wird es richten. Der Staat ist des Teufels, wenn er anderes tut, als das freie Spiel der Märkte gewähren zu lassen.

Dass Gerhard Schwarz auch die Medien von der reinen Lehre nicht ausnimmt, ist also konsequent: Nescafé oder Service public, das sei einerlei, die Privaten können es ohnehin besser. Zwar war seine – unsere – ehemalige Zeitung einst, im Vergleich zu heute, eine geschützte Werkstatt. Die Realität, die in den neunziger Jahren im Gefolge von Thatcher & Co. aus den Schweizer Weissbuch-Theorien hervorging – also aus der allmählichen Zerschlagung der bewährten sozialen Marktwirtschaft –, mussten Gerhard Schwarz und seine Jünger lange nicht zur Kenntnis nehmen. Man lebte in der abgeschotteten Elite der Ökonomen.

Fernsehen und Kino zum Beispiel, jene Medien, die die Entwicklungen der neuen deregulierten Welt für andere, breitere Schichten als jene schmale der Globalisierungsgewinner zeigten – abbildeten oder entlarvten –, dürften die Verfechter der neuen Lehre kaum je konsultiert haben. Wie so manche von den Kollegen in den Qualitätsmedien. Oder auch den Lehrern, den Kulturschaffenden, den Bildungsbürgern links und rechts. Denn Fernsehen war ja das Medium für die dumme Masse – lange, bevor es durch die Privatisierung tatsächlich auch (aber nicht nur) zum Medium für die Verdummung der Massen wurde.

Als wir es uns in der «NZZ» noch leisten konnten – oder wollten –, hatten wir eine ausführliche Radio- und Fernsehseite mit täglicher Programmkritik. Oft beauftragten wir die Fachkollegen aus den andern Redaktionen, die das entsprechende Dossier betreuten, mit der Besprechung einer Sendung. Ich weiss nicht mehr, wie oft ich sie zuerst aufzeichnen und den Leuten am redaktionseigenen TV-Apparat zeigen musste, weil sie zuhause keinen Fernseher hatten.

«Wie bitte, keinen Fernseher?» staunte ich am Anfang noch. Ihr seid doch Journalisten, wie informiert Ihr Euch denn darüber, wie sich die Nicht-«NZZ»-Lesenden über die Welt informieren? Überhaupt über jene Mehrheit, die keine Zeitung liest oder nur das Boulevardblatt? Und wie informiert Ihr Euch darüber, wie das Fernsehen über die Welt informiert? Über Eure Informations-Konkurrenz?

Es waren, wohlverstanden, die neunziger Jahre, nicht die Anfänge eines unbekannten Mediums (von denen ein neues gerade die Menschheitsgeschichte revolutionierte). Eine Zeit, in welcher der Einfluss des Privatfernsehens bereits gut sichtbar jene giftigen Sprossen getrieben hatte, die sich zunehmend auch in die Printmedien frassen. Quote statt Qualität, Mainstream statt Relevanz, People statt Porträts, Glanz&Gloria statt Kultur, Stars statt Filme, Interviews statt Eigenproduktionen, Lifestyle statt Gesellschaft, etc.

Der gleiche Konkurrenzdruck sollte die Presse ein paar Jahre später im grossen Strukturwandel auch einholen – spiegelte aber schon damals exakt das Wirtschaftsprimat (und den damit einhergehenden gesellschaftspolitischen Wertezerfall), der mit Shareholder Value statt Werthaltigkeit operierte und den surrealen Abzocker-Kapitalismus hervorbrachte, der uns in die gegenwärtigen, sehr realen Krisen katapultierte.

Heute sind die meisten Leute froh um alles, was im Saubannerzug der neoliberalen Revolution (jahrelang beflissen unterstützt von der europäischen Sozialdemokratie) nicht total privatisiert und dereguliert wurde. Wasser, Strom, öffentlicher Verkehr und ja, glücklicherweise, die paar Restmedien im elektronischen Raum, die öffentlich-rechtlichen Sender mit ihrem Service public. Wie deren Aufgaben ausgelegt werden, von wem sie dirigiert und kontrolliert werden, darüber könnte man heftig diskutieren (allerdings gibt es den Platz dazu fast nirgends mehr – der Medienjournalismus ist längst dem TV-Promi-Tratsch zum Opfer gefallen).

Klar, Misswahlen und anderer als Unterhaltung deklarierter Stumpfsinn sind kein «meritorisches Gut», auf das sich die SRG berufen kann, da hat Gerhard Schwarz recht. Doch der Druck nach unten, zur steten Niveausenkung, ist eine Folge der Privatisierung, nicht ein Grund für noch mehr Privatisierung, und schon gar nicht für die Deregulierung auch noch der letzten, wie immer halbherzig gehaltenen Bastionen dagegen. Oder wie Victor Giacobbo in seiner Sendung sagte: «Wenn Mike und ich dann mal zwei Milliarden in den Sand gesetzt haben, können wir wieder über die Privatisierung der SRG reden».

Die Frage von Gerhard Schwarz, ob es denn ohne die SRG nur noch «den billigsten Boulevard ohne Tiefgang» gäbe, ist also rein rhetorisch. «Wenn Sie Shakespeare gegen eine Sex-Sendung antreten lassen», sagte kürzlich Umberto Eco, «gewinnt immer die Sex-Sendung». In den fünfziger Jahren sei das Fernsehen noch ein potenziell kulturelles Instrument gewesen, heute sei es nur «Trash, Brüste und Ärsche».

Italien, lieber Geri, ist nicht so weit weg. Du musst nicht vor Ort reisen, um das zu verifizieren. Ein bisschen Zappen durch die Programme genügt. Falls Du einen Fernseher besitzt. Und übrigens: Was sich Leute im Internet an politischer Information holen, geht in einen Fingerhut (siehe «Wenig Interesse für Online-News?»).

Pia Horlacher war Film- und Kulturredaktorin beim Schweizer Fernsehen, bei der «NZZ» und bei der «NZZ am Sonntag». Als Mitglied des Presserats befasst sie sich auch mit Medienfragen.

von Pia Horlacher | Kategorie: Mediensatz

11 Bemerkungen zu «Kalter Nescafé»

  1. Christof Moser:

    Einmal mehr: grosse Klasse!

  2. Es ist schade, dass meine ehemalige Kollegin Pia Horlacher, die ich wegen ihrer brillianten Filmkritiken ebenso geschätzt habe wie wegen ihres engagierten Journalismus, so unsachlich auf meine Überlegungen reagiert. Ich kann Dich beruhigen, liebe Pia, ich war lange Jahre ein sehr intensiver Fernsehkonsument, habe auch einige Fernsehkritiken in der NZZ geschrieben, und ich besitze auch jetzt ein Fernsehgerät.

    Um Konsequenz bemühe ich mich in der Tat, aber so dogmatisch, wie Du es in Deiner Reaktion darstellst, war ich nie. Vor allem aber ist die Hauptstossrichtung meines Textes gerade nicht die Behauptung, der Markt richte alles besser. Nur: Die Begründungen, mit denen einst und heute eine gebührenfinanzierte SRG gerechtfertigt wurden, sind weitgehend hinfällig. Ich plädiere für einen echten, transparenten Service Public, also für die Produktion von Inhalten, die uns als staatliche Gemeinschaft wichtig sind und die der Markt eben nicht bereitstellt. Das kostet viel, aber wenn es uns das wert ist, sollten wir es tun. Hingegen braucht es keine SRG, damit wir Skirennen und Fussballspiele relativ billig anschauen können (was die weniger Sportbegeisterten dann kräftig mitfinanzieren), den Musikantenstadel oder die Misswahl.

    Und wir bewegen uns eben auf einer schiefen Ebene, wenn wir der SRG ihr Service-Public-Argument glauben, mit dem sie heute das Vordringen in das sehr wohl für Private geeignete (und wichtige) Internet-Geschäft rechtfertigt. Wenn die Privaten in diesem Bereich mit einer gebührenfinanzierten Unternehmung konkurrenzieren müssen, werden sie am Ende auch noch Subventionen brauchen. Das ist in der Tat keine schöne neue Welt (ohne Huxley’sche Ironie) – und mit Sozialer Marktwirtschaft hat sie schon gar nichts zu tun. Wir sollten einfach aufpassen, wenn man uns mit schönen Worten und Begriffen in eine weder nachhaltige noch soziale noch freie Welt führen will. Dagegen habe ich meine Stimme erhoben – ohne geringste Verklärung des Marktes.

  3. @Gerhard Schwarz: Ohne ins Pathetische abdriften zu wollen: Sind es nicht gerade Skirennen und Fussball, welche die Schweiz noch zusammenhalten? „Service Hélvetique“ im patriotischsten Sinne des Wortes. Ans Pay-TV auslagern würde ich dann doch lieber Springreiten, Orientierungslauf und Réduit Staffel II.

  4. Fred David:

    @) Kollege Schwarz, ich neige auch zur Ansicht, dass ich die mit rigorosesten Massnahmen (ich lernte die Billag von Innen kennen, aber nicht lieben…) eingetriebenen Gebühren eines Monopolmediums nicht bezahle, um damit die verfettete Fifa und ähnliche Geldmaschinen weiter zu mästen. Aber: Wo will man die Grenze ziehen, was zum Bereich eines Quasi-Staatsmediums gehört und was nicht?

    4 Stunden Live-Uebertragung vom Unspunnenstein-Schmeissen? Sondersendungen aus dem Stöckli? Portrait über die letzte Militärsockenlismerin?

    Es käme als Programm etwa das heraus, was Migros oder das Coop-Magazin Woche für Woche in Millionenauflagen unters wehrlose Volk streuen, ohne Rücksicht, ob das überhaupt gewünscht wird. Das kann man sich nicht wirklich herbeisehnen.

    Langweilige Interviews mit den ewig gleichen Gestalten, die schon in sämtlichen Printmedien durchgenudelt wurden? Dokus über die Wolfsjagd auf der hintersten Walliseralp? Oder wie wir „Siebensiechen“-Schweizer mit Victorinox den chinesischen Markt aufrollen? Etwa so käme es heraus.

    Oder vielleicht eine Doku: Wer sind die Drahtzieher hinter der UBS? So etwas müsste dann Reduced-to-the-max-SF leisten. Viel Vergnügen! Vielleicht lässt man’s denn doch lieber bei dem, was wir haben und versucht, es besser zu machen, offener und nicht so furchtbar bräsig schwiiizerisch.

    Das Land (also die Schweizerische Eidgenossenschaft, nicht etwa die Schweiz AG) ist einfach zu klein, zu bieder und zu langweilig, als dass man damit ein Programm bestreiten könnte.

    Ihre Forderung ist schnell aufgestellt – nach ökonomischen Gesichtspunkten – aber in Wahrheit kaum erträglich umsetzbar. Falls doch, müssten Sie hier mal grob entwerfen, wie ein solches „meritorisches“ Programm denn aussehen müsste, aber bitte nicht bloss rudimentär und drüber hinweggehüpft. Ich hol inzwischen schon mal die Nescafé-Dose.

  5. Thomas Läubli:

    Ich frage mich bei solchen Verlautbarungen immer, was ein Ökonom zu kulturellen Fragen eigentlich zu sagen hat. Und ich komme regelmässig zum Schluss, dass hier einer über sein Fachgebiet hinaus eine Kompetenzüberschreitung begeht. Es mag sein, dass für einen Ökonomen Nescafé und seriöse Information auf der gleichen Stufe stehen, aber, um nochmals Umberto Eco zu zitieren, ist die Meinung, dass zwischen Dante und Micky Maus kein Unterschied besteht, idiotisch.

    Insbesondere im zweitletzten Abschnitt im TA sagt Schwarz ausdrücklich, dass der Medienbereich ein Bereich der Wirtschaft sei. Dem liegt womöglich die metaphysische These, dass die gesamte Welt auf ökonomischen Gesetzen (insbesondere die normative Ebene, die über gut und schlecht entscheidet) beruhe, zugrunde. Alleine diese These ist jedoch völlig absurd, denn sie unterstellt, dass Micky Maus wertvoller sei als Dante.

    Ohne den Staat wären wir nämlich heute schon auf einem Niveau, bei dem die Markt-Lobby bestimmt, was wichtig ist und was nicht. Die Politik würde von jenen beherrscht, die am meisten zahlen, und ein Sender wie DRS2 wäre ein Ding der Unmöglichkeit (vgl. Berlusconien). Gerade im Internet ist eine staatliche Beteiligung wichtig, weil dort von Lobbyisten gezielte Desinformation betrieben wird. Nicht der geistige Inhalt zählt, sondern die ökonomische Macht.

    Eine andere Lösung wäre, wie Schwarz in den letzten Abschnitten andeutet, eine Verpflichtung der privaten Medien auf den Service Public. Jede Gratiszeitung, jedes Online-Portal und jede Print-Zeitung muss mittels einer gesetzlich vorgeschriebenen Quote über kulturelle Inhalte berichten, die zur Hochkultur gehören. Dies geschähe selbstverständlich ohne staatliche Bezuschussung.

  6. Thomas Läubli:

    Als Service-Leistung hinterlasse ich hier den ungekürzten Leserbrief, aus dem am Samstag im TA zitiert wurde.

    Gerhard Schwarz kann nur so argumentieren, dass der Service Public sich nicht mehr gegen billige Unterhaltung abgrenzen könne, weil TV-Direktoren wie Ingrid Deltenre ganze Arbeit geleistet haben, um das Fernsehen zu trivialisieren. Auch die Rede, dass seit der Einführung der Gratiszeitungen mehr Information konsumiert wird, ist sinnlos, denn man frage sich, was das denn für Information sein soll. Ferner scheint Schwarz pauschal Musik zur Unterhaltung zu zählen. Daher erwähnt er auch DRS2 als Gegenbeispiel nicht. Des Rätsels Lösung liefert der studierte Ökonom gegen Ende: Der Medienbereich sei auch ein Bereich der Wirtschaft. Dieser Sichtweise liegt wohl die metaphysische These zugrunde, dass Welt und Menschen allesamt nach ökonomischen Gesetzen funktionierten. Das hätte zur Folge, dass Micky Maus mehr Wert hat als Dante, was jedoch gemäss Umberto Eco (TA vom 25. 10. 2011) idiotisch ist.

    Die ersten beiden Sätze sowie „Ferner“ wurden gestrichen (wegen der Frau von Sacha Wigdorovits, verbandelt mit Tamedia?) und der Hinweis auf das Interview mit Umberto Eco durch „für mich“ ersetzt. Darüber zu urteilen, ob diese Kürzung professionell ist oder nicht, überlasse ich dem Leser.

  7. Skepdicker:

    @ Thomas Läubli:
    Wer bestimmt eigentlich, ob eine Portion Fischstäbchen objektiv mehr oder weniger wert ist als ein Entrecôte? Die Erwachsenen? Die Kinder? Die Eidg. Kommission für Wertzuweisung bei Fleisch- und Fischerzeugnissen? Und was haben Vegetarier dazu zu sagen?

  8. Thomas Läubli:

    @Skepdicker: Gemäss Gerhard Schwarz ist es offenbar der Markt, der bestimmt, ob Fischstäbchen oder Entrecôte mehr wert ist. Ausgehend vom Begriff der „negativen Freiheit“ wird dann behauptet, dass jedes Kriterium, das vom Markt unabhängig ist wie Vernunft oder göttliche Gesetze, einen unzulässigen Zwang einführt. Abgesehen davon, dass ich auf der Seite der Vernunft stehe, denke ich, dass das zum einen nur eine andere Redeweise ist, um zu verstecken, dass damit Leute, die wenig leisten, aber viel verkaufen, die alleinige Macht (und Definitionsmacht) haben sollen, während Leute, die sich in Dingen besser auskennen (sog. Experten) nur lästige Schwätzer sind. (Es soll ja bspw. Leute geben, die Steve Jobs als Künstler und das iPhone als ein Kunstwerk verehren.) Und andrerseits verkennt der Liberalismus, dass wir erstens keine atomisierte Wesen sind und zweitens dass Gegenstände nicht unabhängig von Wertvorstellungen existieren. Wenn diese zwei Voraussetzungen nämlich verworfen werden, kann ich der Meinung sein, dass es mir mehr bringt, wenn ich den ganzen Tag im Bett bleibe (also keiner geregelten Arbeit nachgehe) und herumdöse (also nicht einmal ein gutes Buch lese). Damit wäre mir gemäss der Doktrin der „negativen Freiheit“ am meisten gedient.

  9. Skepdicker:

    @ Thomas Läubli: Was ist denn nun mehr wert: eine Portion Fischstäbchen oder ein Entrecôte? Wer entscheidet, was Leistung ist (und was nicht)? Wer entscheidet, ob ein iPhone ein Kunstwerk ist (oder eben nicht)?

    Könnte es sein, dass „der Markt“ (= Aggregation der Entscheidungen von Menschen) Wertvorstellungen abbildet (z.B. indem McDonald’s in Indien keine Rindfleisch-Buger anbietet)?

    Wieviel ist eine Expertenmeinung wert? 10 oder 100 oder 1’000 Laien-Meinungen? Was gilt, wenn sich die Expertenmeinungen widersprechen? Könnten Experten eventuell Eigeninteressen vertreten, um auf Kosten der Laien zu leben?

  10. Thomas Läubli:

    Den grundlegenden Widerspruch, den Sie mit ihren Fragen nicht beantworten können (oder nicht wollen), ist, warum der Markt Wertvorstellungen besser abbilden soll als die Meinung von Experten oder Individuen. Es scheint mir so, als ob Sie intrinsische Werte überhaupt leugneten. Der Markt bildet keineswegs ab, was die Uhr meines verstorbenen Grossvaters für einen ideellen Wert für mich hat oder was Dante gegenüber Micky Maus abhebt. Wäre der Markt das allbeherrschende System, könnte man bei den Börsen gar nicht von Blasen, d.h. Überbewertung und Unterbewertung sprechen. Also muss es eine zweite Ebene der Werte geben. Q.e.d.

    Was Leistung ist und was ein Kunstwerk ist, entscheidet die soziale Gemeinschaft. Die soziale Gemeinschaft ist ein Konglomerat aus Wertvorstellungen der Vergangenheit (Tradition), der Gegenwart und der Zukunft (Erwartung) und besteht aus Laien wie aus Experten. Um eine Ulme von einer Buche zu unterscheiden, beruft man sich zuerst mal auf die Botanik bzw. auf den, der sich auskennt. In der Regel widersprechen sich Experten nicht mehr als innerhalb eines Konfidenzintervalls.

    Auch bei einem Skispringer haben Sie eine messbare Komponente (die gesprungene Weite) und eine nicht-messbare Komponente (die ästhetische Haltung), die gleichwohl von den Experten beurteilt wird, wobei es in der Jury zu Ausreissern kommen kann, in der Regel aber wird eine bestimmte Tendenz in der Bewertung erreicht.

  11. Selbst wenn sich SRG und Verleger einigen sollten im Streit um die Online-Werbung, ist das noch nicht das Ende der Diskussionen um die Zukunft des Service public. In der Medienwoche skizziere ich ein komplett neues Modell des audiovisuellen Service public. Im Zentrum steht die Schaffung einer Content-Börse. Dadurch sollen mehr Medieninhalte über zahlreichere Kanäle und Online-Plattformen fliessen als heute. Weiter unter http://medienwoche.ch/2011/11/23/die-srg-als-content-borse/

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