«Das Magazin», brought to you by Apple …

… and by Apple, only:

Magi_iPad.jpg

Wir habe es ja schon immer gesagt: experimentieren, experimentieren, experimentieren!

Dass aber gerade dieses Experiment gelingen wird, wage ich zu bezweifeln. Denn sooo furchtbar viele der hierzulande angeblich rund 50’000 iPad-Benutzer werden kaum sehnlichst auf eine «Magi»-App gewartet haben (market size, market size, market size!).

Und sooo einzigartig sind die meisten «Tagi-Magi»-Inhalte nun auch wieder nicht. Das ganze Lifestyle- und Sexstellungen-Zeugs ist inzwischen zum Beispiel auch auf «Clack» und andernorts zu haben … und den in der der aktuellen «Magazin»-Ausgabe publizierten Artikel von Jonathan Franzen habe ich im Original vor einigen Wochen bereits im «New Yorker» gelesen (ha, da staunst Du!).

Wie dem auch sei, wir wünschen den «Magazin»-Verantwortlichen gutes Gelingen. Und sollte es dennoch schief gehen, seid Ihr auf dem WWW jederzeit herzlich willkommen!

Update: Vielleicht klappt’s ja doch. «Rough Type» Nicholas Carr schreibt nämlich:

    «Yesterday, the NPD Group released the results of a survey of iPad owners. The most intriguing finding was that „20 percent of users‘ time with the iPad was spent with it in bed.“ One has to wonder what other sorts of activities are being displaced by the nocturnal stroking of the iPad’s highly responsive screen.»

Update, 4. Oktober 2010: Mindestens ein Medienspiegel-Leser hat sich die «Magazin»-App offenbar heruntergeladen. Er schreibt:

    «Schau dir mal den Screenshot aus der Tagimagi- bzw. Magazin-App an. Dort kündigt Beglinger stolz an, die App sei mit Videoclips angereichert. Der nichtpervertierte, oder naive Leser erwartet auf diese Ansage natürliche redaktionelle Videos. Diese findet man jedoch nicht. Es gibt sie nicht. Was es gibt, sind Werbefilme von Migros, Coop, Emmi, Wegelin und von irgendeinem Versicherungsdienstleister. Ich lasse nur ungern meinen iPad-Speicher mit solchem Schrott zumüllen, und der Download des Magazins dauert deswegen ziemlich lang. Bandbreitenverschmutzung!»
von Martin Hitz | Kategorie: Sparschwein

72 Bemerkungen zu ««Das Magazin», brought to you by Apple …»

  1. Lars: L:

    >>Das ganze Lifestyle- und Sexstellungen-Zeugs

    hihi.

  2. Tja, sollen sie es halt ausprobieren. Ich denke auch, dass kaum etwas für einen Erfolg des Modells spricht.

  3. Grosse Aufregung herrscht im schweizweiten WWW. Parasitär gesinnte Blogger können ab sofort nicht mehr Artikel des Magazins stibitzen. Scho no blöd.

    Ich finds dennoch gut. Alles gratis: Das ist jetzt erst mal vorbei. Kostenpflichtige Inhalte auf dem Eipad sind das Geschäftsmodell der Zukunft. Wenns keine Kommentarfunktion hat, so what? Man kann ja einen Leserbrief schreiben. Der wird nicht sofort aufgeschaltet, aber das ist in vielen Fällen angesichts des dürftigen Inhalts keine Katastrophe.

    Dass das Magazin vorerst nur auf dem Eipad elektronisch erhältlich ist, macht auch nix. Wer kein Eipad hat, kann sich ja die Printausgabe besorgen.

    Natürlich sind nicht alle Artikel des Magazins geistig sehr hochstehend. Aber das ist kein Argument gegen die Paywall. Es geht darum, die Selbstkannibalisierung durch das Gratisangebot zu stoppen.

    Bobby California gratuliert Tamedia zu diesem mutigen, richtigen Schritt. Seit Kurt Imhofs Analyse weiss ja jeder, wohin die Gratis-Un-Kultur führt. Tamedia macht jetzt den ersten Schritt in die richtige Richtung. Andere werden folgen. Egal, ob das den Gratis-Religiösen schmeckt oder nicht. Eat it!

  4. Fred David:

    Was immer dabei herauskommt, es ist einen Versuch wert. Das Ende der Gratiswelle wird damit nicht gerade eingeläutet, aber das Publikum wird langsam daran gewöhnt, dass Inhalte, die etwas taugen, halt auch etwas kosten (müssen).

    Nur: Die müssen dann wirklich was taugen. Dahinplätschern zählt nicht, zahlt sich nicht mehr aus.

    Ansporn auf allen Ebenen. Oder weniger adrett: Ein Kick in den etwas bequem gewordenen Hintern schadet nix.

  5. @Bobby: Ich stelle keine grosse Aufregung fest. Würde mich interessieren, woran du das festmachst. Ich stelle bloss hie und da ein Kopfschütteln fest. Natürlich hat das Magazin das Recht, ihre Inhalte nur zahlenden Personen anzubieten. Rechtfertigung macht aber keinen finanziellen Erfolg.

    Wir freuen uns alle auf die Auswertung des Experiments in einem Jahr. Meine Prognose ist, dass die bisherigen Online-Leser nicht an den Kiosk rennen. Aber wenn sich meine Prognose nicht bewahrheitet, dann mag ich es dem Magazin gönnen.

  6. Martin:

    Kostenpflichtig? Verständlich – zumindest für jene, die nicht bereits per Zwangsabonnement via Tages-Zeitung dafür bezahlen müssen …

    Nun aber kostenpflichtig für alle sowie ausschliesslich per iPad? Wer das «Magazin» lesen möchte, muss also entweder ein entsprechende Tages-Zeitung abonnieren oder ein iPad (ab 650 Franken, mit notwendigem Zubehör und Garantieverlängerung eher ab 850 Franken) kaufen. Bei Twitter würde man dieses «Experiment» als #Fail bezeichnen.

  7. David > Gerne:

    1. Bugsierer: «das magazin hat in den letzten jahren eh massiv an profil und relevanz verloren. jetzt werden sie noch mehr verlieren…»

    2. tin: «Das ist doch ein Witz – der 1. April ist erst in 6 Monaten….»

    3. Georg Weber: «Auf diese Art und Weise wird das Ganze zum totalen Desaster…»

    4. Ronnie Grob: «dasmagazin.ch gibt’s online per sofort nur noch hinter einer Paywall für das iPad. Und ohne Kommentare…»

    5. Tin: «Das kann doch nicht Ihr Ernst sein…»

    6. Bernt Zimmermann: «Das ist absolut lächerlich…»

    7. Justus: «Was, wie wo, !?!!? Ich versteh gar nix mehr…»

    8. Thom Nagy: «it’s a shame…»

    Es kann sein, dass der eine oder andere Blogger sich die Aufregung nicht anmerken lässt und sich in der Öffentlichkeit nur diskret den Kopf schüttelt. Doch innerlich sind alle Blogger jetzt von Panik ergriffen. Sie ahnen: Das Magazin ist nur das erste Medium, das den Schritt in die richtige Richtung macht. Andere werden folgen. Und dann gibts bald nichts mehr zu klauen. Hart, aber wahr.

    Blogger: Jetzt müsst ihr halt selber was schreiben, statt nur ein paar Links zu setzen… Die Zeit des fröhlichen Gratiszugriffs ist vorbei.

    Und das ist sehr gut so.

  8. Martin:

    @Martin Hitz: Den Verweis auf die NPD Group-Umfrage verstehe ich nicht, denn selbstverständlich wird auf dem iPad gelesen, ergonomische Probleme hin oder her …

    Für mich persönlich stimmt das Angebot nicht, weil ich weder zwei Mal für die gleichen Inhalte bezahlen noch überhaupt ein iPad der ersten Generation kaufen möchte. Hinzu kommt, dass ich es als lästig empfinde, pro Website eine App verwenden zu müssen, von denen jede anders daherkommt und soziale Interaktionen weitgehend verunmöglichen.

    Der Versuch hingegen, das «Magazin» einzeln zu verkaufen, ist legitim, das «NZZ Folio» gibt es ja schon länger im Einzelverkauf. Medieninhalte waren die letzten x Jahrzehnte mehrheitlich kostenlos, bezahlt wurde im Wesentlich für die Distribution, aber wenn sich dieses Modell nicht mehr rechnet, müssen die Dinosaurier der Branche zwangsläufig nach anderen Lösungen suchen.

  9. Martin:

    @Bobby California: Was stört Dich, wenn ein paar Weblinks gesetzt werden anstatt selbst zu schreiben? Wer Inhalte in Massenmedien publiziert, lebt doch gerade davon, dass diese von möglichst vielen Personen gefunden werden, und dazu sind nun einmal Hinweise notwendig …

  10. @Martin: Das war ironisch gemeint.

  11. Martin (Nicht Hitz) > «Was stört Dich, wenn ein paar Weblinks gesetzt werden anstatt selbst zu schreiben»: Es ist parasitäres Verhalten. Und die Blogger verhalten sich dabei auch sehr widersprüchlich: Einerseits behaupten die Blogger am laufenden Band, die Zeitungen hätten dank der Blogger ihre «Gatekeeper-Funktion» verloren. Und gleichzeitig klauen viele Blogger fast täglich Content bei den professionellen Medien. So dass man konstatieren muss, dass einige Blogs ohne Zufuhr von geklautem professionellem Content längst den Betrieb einstellen müssten, weil sie nicht in der Lage sind oder weil sie zu faul sind, um selber was zu schreiben.

    «Wer Inhalte in Massenmedien publiziert, lebt doch gerade davon, dass diese von möglichst vielen Personen gefunden werden»: Das ist ein Paradebeispiel für den klassischen Trugschluss der Digital-Religiösen. Das ist natürlich totaler Quatsch. Gefunden wird man immer. Doch Kurt Imhof zeigte, dass die Distribution von Gratiscontent den Qualitätsjournalismus killt. Content klauen trägt nicht dazu bei, dass die Massenmedien nachhaltig produziert und verteilt werden können, sondern untergräbt die Profitabilität der Massenmedien. Nicht nur wegen der Blogger. Aber die Blogger sind ja nun einmal die Bevölkerungsgruppe, die am lautstärksten die Verteilung von Gratiscontent befürwortet. Deshalb trifft es die Blogger auch am härtesten, wenn die Gratis-Epoche zu Ende geht. Erstens, weil das Fundament ihrer Gratis-Ideologie ins Wanken gerät. Zweitens, weil es nichts mehr zu klauen gibt fürs eigene Blog.

    Dabei wäre es so einfach: Wenn ihr auf Gratiscontent steht, dann produziert den Gratiscontent gefälligst selber und stellt alles mit GNU- und BY-SA-LMAO-Lizenz ins Netz… niemand hat etwas dagegen. Aber ich weiss: Es ist natürlich einfacher, die Verleger zu beschimpfen, als selber Themen zu finden, zu recherchieren, zu fotografieren und zu schreiben, gell.

  12. Martin:

    @Bobby California: Bist Du sozial gestört? Andere Personen, mit denen man kommuniziert, auf interessante Dinge hinzuweisen, ist doch nicht parasitär … soll ich etwa dem Arbeitskollegen, den ich auf einen lesenswerten NZZ-Artikel hinweise, eine Rechnung senden?

    Mich stört nicht, wenn jemand versucht, sein Produkt anders als bisher zu finanzieren – vielleicht funktioniert es ja … aber darum geht es vorliegend gar nicht, auch wenn Du mit Deiner neurotischen Fixierung offensichtlich an nichts mehr anderes denken kannst.

    *PLONK*

  13. Fred David:

    @) Bei den Links bin ich der Meinung von Martin.

    Links sind sehr hilfreich und eine der grossen Stärken des web. Die sollten gerade online-Medien viel stärker und systematischer pflegen. Das ist redaktionell durchaus anspruchsvoll.

    Sie können echten Mehrwert bringen, wenn sie geschickt vorsortiert, geprüft und gewichtet werden und den user vor zeitfressendem Unsinn bewahren.

    Wenn der Link dann halt auf eine paywall stösst, kann man ja immer noch entscheiden , ob einem der Zugang eine Mikro-Gebührt wert ist.

  14. wie lange muss ich mich hier von diesem unsäglichen anonymen journalisten bobby california noch als parasitärer und klauender blogger verleumden lassen, der alles abschreibt?

    und findet es der blogowner hier wirklich lustig, dass dieser anonyme sog. schurni hier immer die gleiche gehässige leier runtereiert?

  15. Martin:

    @Fred David: Leider scheitert der Zugriff auf einzelne Inhalte üblicherweise an Paywalls, da ein solcher Zugriff nicht vorgesehen ist … beim «Magazin» führt der Weg über den Kauf von neuer Hardware und Software nur zur gesamten Zeitschrift, bei der «Weltwoche» gibt es nur das Print-Abonnement und bei der NZZ sind Artikel aus der gedruckten Ausgabe nicht standardmässig verlinkbar und im Archiv völlig überteuert.

    Meine Leserealität besteht zu grossen Teilen darin, dass ich Empfehlungen von anderen folge: Per E-Mail, im direkten Kontakt, über soziale Netzwerke, aufgrund von Erwähnungen in traditionellen Medien … und ich bin damit vermutlich nicht allein. Wieso ignorieren die herkömmlichen Verlage diese Medienrealität?

  16. ubuntubru:

    Eipad als Geschäftsmodell für Verlage? Eieiei… Das würde vielleicht funktionieren, wenns das Eipad gratis dazu gibt. Aber so, niemals.

  17. Fred David:

    @) Martin: Wäre ja eine Anregung wert: die Verlinkung bei Paywalls zu erleichtern, d.h. ich müsste mich auf den Anriss z. B. eines Magazin-Artikels verlinken lassen können und dann per (Mikro-) Payment den Zugang nur zu diesem Artikel erhalten, nicht zum ganzen Magazin, sofern ich das nicht will. Ich will ja nicht übermässig abgezockt werden, sondern eine Dienstleistung angemessen honorieren.

    Sowas ich doch machbar.

    Was Links generell betrifft, finde ich gleichfalls, dass diese Chance von Verlagen unterschätzt wird. Daraus lässt sich doch mit der Zeit Mehrwert generieren.

    Systematisierte Links zu irgendeinem Artikel bez. Thema, den/das ich online lese, könnten mit einem Wertsystem markiert werden: von @@@@@=unbedingt lesen , bis @=Nonsens.

    Das heisst: als user hätte ich die Sicherheit, dass diese Links sachkundig von der Redaktion ausgewählt, gecheckt und mit einer Empfehlung versehen werden.

    Würde mir viel Zeit sparen, wenn ich möglichst rasch zu den aussortierten besten, zuverlässigsten Links beim entsprechenden Thema käme (medienspiegel.ch macht das ja hin und wieder vor – auch wenn Owner Martin Hitz weiss, wie aufwändig die Verlinkerei manchmal sein kann….).

    Das wäre ein Service, den ich honorieren würde.

    Natürlich finden sich bei online -Medien solche Links schon häufig am Schluss eines Textes oder auch mitten drin. Aber die sind meist einfach kurz hingeschletzt. Daraus liesse sich viel mehr machen.

  18. Fred David:

    @)ubuntubru: Ja, warum denn nicht?

    Als Verlag 50 000 iPads auf einen Schlag ordern. Sie bleiben Eigentum des Verlags und der Abonnent mietet sie praktisch samt Zugang gegen eine Monatsgebühr.

    Es liesse sich eine Sperre programmieren, damit das iPad nur zu den vorgegebenen Bedingungen genutzt werden kann. Falls man das Abo satt hat, wird das iPad gegen Rückerstattung einer Pfandgebühr einfach an den Verlag zurückgeschickt.

    So könnten Verlage sich den Markt selber schaffen.

    Das hört sich zunächst nach hölzerner Methode an, aber so liesse sich in einer ersten Stufe relativ rasch ein Massenmarkt schaffen.

    User „anfixen“. Das ist legitim.

    Für den privaten Gebrauch mit 1001 Anwendungen (inkl Kaffeekochen…) müsste man sich sowieso ein eigenes iPad anschaffen – wer es dennn wirklich will. Es wäre also kein Nachteil, wenn das Verlagsgerät daneben nur sehr eingeschränkt nutzbar bliebe.

    Ich glaube allerdings, dass das vorerst nur bei Tageszeitungen Sinn macht. Magazine und Wochenzeitungen will man „haptisch“ verspeisen, solange die Technik noch nicht wirklich ausgereift ist.

  19. tin:

    @Bobby
    Ich und aufgeregt, weil ich auf dasmagazin.ch «Das ist doch ein Witz – der 1. April ist erst in 6 Monaten….» geschrieben habe?

    Du meine Güte – mehr daneben interpretieren ist fast gar nicht mehr möglich.

  20. der einzige gewinner dieser lösung heisst apple:

    http://wp.me/p14Ek7-u

    das magazin verschenkt massives leserpotential, die leser (ich als abonnent miteingerechnet) werden in zukunft viele spannende artikel verpassen, da sie nicht mehr im netz diskutiert werden. schade.

  21. Fred David:

    @) wp.me etc. : Ihr Link ist interessant. Danke.

    Wenn Apple tatsächlich 42% der Gebühren für sich einstreichen kann, hat da wohl jemand schlecht verhandelt. Natürlich versucht Apple, das Geschäft zu dominieren, die amerkanischen Bulldozermethoden sind ebenso bekannt wie berüchtigt. Aber es gibt ja noch anderes als iPad auf dem Markt.

    Würden sich die grossen Medienhäuser (viele sind es ja nicht) auf einen gemeinsamen technichen Standard verständigen, hätten sie eine viel stärkere Verhandlungsmacht.

    Ich verstehe ohnehin nicht, warum die Medienhäuser beim Schaffen dieses Marktes nicht stärker kooperieren. Es ist doch ihr ureigenes Interesse.

    Die Konkurrenz muss über die Inhalte spielen, doch nicht über die Technik!

  22. Martin:

    @Fred David: Im Bezug auf den «iTunes Store» (oder «App Store») gibt es bei Apple AFAIK nichts zu verhandeln. Aus dieser Perspektive wirkt die Distribution via Apple geradezu absurd, denn die dürfte für die meisten Verlage mehr kosten als gedruckten Exemplare per Boten in einzelne Briefkästen zu verteilen …

  23. Fred David:

    @ Martin: Die Amis haben einen Weltbeherrscherkomplex. Das zeigt sich bei Google, bei Microsoft und bei Apple jetzt via Apps. Ueberall wollen sie fast mit Gewalt ihre Standards durchsetzen.

    Was ist denn aus all diesen Apple-Konkurrenzprodukten geworden? Da hörte man mal was von einem grossen Hype und dann verschwand wieder alles im Nirwana.

    Dabei gibt es keine geschwätzigere Branche als diese, aber man erfährt nicht wirklich oder sehr Widersprüchliches, was da hinter den Kulissen abgeht.

    Es muss doch Geräte auf dem Markt geben, die nicht Tausende Apps ermöglich bez. Anwendungen, die man mir aufzwinge will, sondern nur das Lesen einer ordentlichen Zeitung. Punkt.

    Das muss dann auch nicht 649 CHF kosten, wie das billigste iPad 16GB. Und genau dieses Gerät möchte ich von meiner Zeitung im Abo samt den entsprechenden Inhalten mieten, um möglichst einfach , rasch und günstig eine ordentlich gemachte Digital-Zeitungen zu lesen.

    Das kann doch verdammtnochmal nicht so schwer sein!

    Aufklärer gesucht!

  24. Aus meiner Konsumentensicht hoffe ich natürlich immer noch, dass dieses Beispiel nicht Schule machen wird. Zum Beispiel aus folgendem Grund: Den Artikel von Jonathan Franzen (den ich als Tagi-Abonnent in der gedruckten Ausgabe gelesen habe) finde ich ausgesprochen lesenswert und würde ihn gerne verlinken, weil ich es wichtig finde, die Thematik des Artikels einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Wie soll ich das nun tun? Die Leser meines Blogs bzw. meine Freunde auf Facebook bitten, sie mögen sich doch bitte zum nächsten Kiosk fahren und sich eine Tagi-Ausgabe vom Samstag besorgen?

  25. @Fred David: Ich bin skeptisch, dass sich die Leute ein einzelnes Gerät „aufzwingen“ lassen werden, mit dem sie dann nur Zeitung lesen können. Ich denke, dass es eine Diversifizierung geben wird, denn die Leute haben unterschiedliche Bedürfnisse. Die iPad-Konkurrenz kommt schon noch. Die Medienhäuser werden sich den wechselnden Realitäten anpassen müssen. Aber sicher wird das Web weiterhin eine zentrale Rolle spielen.
    Ich würde einen gemeinsamen Micropayment-Service als den erfolgsversprechenderen (und von amerikanischen Firmen unabhängigeren) Weg betrachten als ein gemeinsames Gerät.

    @Andreas Stricker: Scannen und uploaden auf scribd.com oder einen ähnlichen Dienst. Aber du hast natürlich recht, dass das eine hohe Hürde ist, so dass man gute Texte in der Regel halt nicht weiterempfiehlt.

  26. Und hier noch wärmstens empfohlen: Felix Schwenzel über die angebliche «Kostenlos-Kultur»: http://www.screen.tv/ausgabe_04/business/index.html

  27. Pesche:

    Bravo, Jungs. Wär das Magazin ein Premium-Titel, hätte es funktionieren können. Aber um die rezyklierten Ideen von Küng, Roten und Canonica zu erfahren, reicht mir das Papier. Da muss ich auch weniger Angst um teure Hardware haben, wenn ich euch auf dem WC lese. Bis bald auf eurer neuen alten Onlineplattform.

  28. Fred David:

    @) david: Micropayment ist in dieser Diskussion ein wichtiges, ja zentrales Stichwort.

    Als User bin ich bereit, und wahrscheinlich viele , viele andere sind es auch, für das Lesen einzelner Texte , die es mir wert sind, (und die mit gecheckten Links versehen sind), zu zahlen.

    Aber das muss ganz einfach gehen und wirklich mit Mikrobeträgen, sonst bin ich schon weg. Für die Medienhäuser muss es die Masse bringen. Die beträge könnte je nach Aufwand varieren (was, nebenbei, auch die Qualität von Inhalten heben würde).

    Wie ist denn der tatsächliche Stand im Micropayment z.Zt.? Wie weit sind da die Medienhäuser?

  29. @fred david:

    schauen sie sich mal http://www.flattr.com an, find ich im moment am vielversprechendsten.

    und ist auch schon im einsatz:
    http://blogs.taz.de/hausblog/2010/06/01/erstes_geld_von_flattr/

  30. Ich hab mich wahnsinnig genervt über die Bezahl-und Hardware-Schranke. Ich bin ein Stamm-Online-Leser ohne Print-Abo und ohne iPad. Ein sogenannter Schmarotzer oder Parasit, wie es hier einige zu pflegen nennen. Und was krieg ich zu hören: „Journalismus kostet halt“. Klar kostet er was, und ich bin auch gerne bereit dafür zu zahlen. Aber ich kauf mir doch nicht ein iPad (1. Generation wohlgemerkt) nur weil die TagiMagi-Leute ihre Freitag-Tasche mit coolen Gadgets füllen müssen. Ausserdem gehe ich deswegen jetzt auch nicht an den Kiosk, und ein Abo kauf ich mir schon gar nicht. Ich les das TagiMagi einfach nicht mehr und weiche aus. Zum Punkt: ich wäre auch gerne bereit dafür zu zahlen: Mit der neuen Währung „Aufmerksamkeit und Weitermpfehlung“ (wie bisher) und auch mit der „alten“ Währung „Batzeli“. Dafür sind die zentralen Stichworte Micropayment (wie bereits genannt) und gute medienhäuserübergreifene User Interfaces (Stichwort Paper.li etc.), die sowohl alte Medien wie neue zusammenführen und mir das zu lesen geben, was mich interessiert. Ich möchte mein Bouquet selber zusammenstellen, that’s it. Und das bietet zurzeit nur der „Browser“. Dem verwehrt sich das Tagi-Magi jetzt aber aus eigenen Stücken. Es kann aber doch nicht angehen, dass ein grosses Medienhaus wie Tamedia so hahnebüchen mit Bezahlmodellen experimentiert, nur weil sie nicht wissen, wie sie die „neue Währung“ monetarisieren sollen. Das ist fahrlässig. Ausserdem: Ich will doch nicht von jedem Medienhaus diverse Apps besitzen für alle ihre Titel, die mich kummuliert irgendwann hundert bis zweihundert Franken im Monat kosten. Ich will ne Flatrate und das alles in einer App. Also, experimentieren ist ja schön und gut, aber dann bitte etwas intelligenter vorgehen oder sonst die Finger ganz davon lassen. Ausserdem: Die Inhalte eines Mediums an eine Hardware binden: Das wäre ja so, als wenn Pro7 nur auf Sharp-TV-Geräten empfangen werden könnte. Come On?! Soll das wirklich eine ernsthafte Strategie sein?

  31. tin:

    @Mathias
    Oder ist so, als würde Starkoch Philippe Rochat nur noch die Kunden bedienen, die vor seinem Restaurant mit einem Bentley vorfahren.

  32. Fred David:

    …und es verfestigt sich der Eindruck: Die wollen gar nicht richtig.

  33. Fred David:

    @) Mathias: Mit Vielem einverstanden.

    Insbesondere mit „Flatrate und alles in einer App“. Gutes Stichwort. Warum sollten sich Medienhäuser nicht mit Mobile-Unternehmen kurzschliessen? Das ergäbe eine Bündelung von Knowhow und und neuen Möglichkeiten für Micropaying.

    Den Medienhäusern sollte man allerdings zugute halten, dass sie experimentieren MUESSEN und auch, dass wir hier von der „First Generation“ reden. Da ist natürlich noch vieles im Fluss.

    Aber es spricht vieles, wenn nicht alles bei der Technik für einen kraftvollen gemeinsamen Einstieg. In einem so überschaubaren Medienmarkt wie jenem der Deutschweiz liegt das viel eher drin als z.B. in Deutschland oder den USA.

    Es ist Unsinn, dass da jeder mit Kleinexperimenten vor sich hin blöterlet. The big ones (dazu sollte übrigens auch SF gehören) haben ja schon mal grossartig eine Koordination angekündigt. Die hätten die Potentz für einen kräftigen Schub. Was ist daraus geworden?

    Das Publikum wartet ziemlich ungeduldig, wenn nicht ungehalten!

  34. tin:

    @Fred
    Um es noch etwas böser zu sagen – vielleicht ist es gar nicht das Wollen, vielleicht ist es das Können. Will sagen: Jeder pröbelt halt irgendwas aus – wie so oft.

  35. Als Journalist und als Liebhaber von anspruchsvollen Lesestoffen bin ich gegen Micropayments. Wenn sich ein paar Blogger gegenseitig Kachingle- und Flattr-Cents zuschieben wollen: OK. Aber Zeitungen sollte man nur en bloc kaufen können. Denn bei den Zeitungen können Micropayments nur dazu führen, dass das Quotendenken noch viel mehr überhand nimmt. Wenn 100 Leser einen Artikel über Jennifer Lopez‘ Po kaufen und nur einer die Rezension einer neuen, genialen Übersetzung von Marcel Prousts Gesamtwerk, wird das dazu führen, dass anspruchsvolle Texte es noch schwerer haben, ins Blatt zu kommen. Der fatale Hang zum Quotendenken wurde «dank» dem Internet schon viel stärker, mit Geräten wie dem Klick-O-Meter, an dem Herr Supino sehr Freude haben soll (und andere Verleger vermutlich genauso). Wenn es ums Geld geht, also um Verkaufszahlen von einzelnen Artikeln, wird diese ungesunde Tendenz noch viel stärker sein.

    Deshalb sollten Micropayments wenn schon prohibitiv teuer sein, also nicht viel weniger als die ganze Zeitung kosten.

    Es ist für mich als Konsument auch viel anregender, eine Zeitung zu kaufen, von der ich nicht von vornherein weiss, ob alle Artikel mich interessieren. So habe ich als Konsument die Chance, etwas Neues zu erfahren.

    Die TAZ wurde hier als positives Beispiel angegeben. Die Fakten sehen anders aus: «Die Flattr-Einnahmen der taz sind im September zum zweiten Mal in Folge gesunken. Unsere Leser ließen uns mit ihren Klicks 1.124,69 Euro zukommen, das sind rund 14 Prozent weniger als im Vormonat. Den bisherigen Flattr-Höhepunkt hatte die taz im Juli mit 1.420 Euro erreicht…» Aber hallo: 1134 Euro! Das ist ein schöner Zustupf für die Kaffeekasse, sicher nicht das Geschäftsmodell der Zukunft.

    Abgesehen davon werden die Verlagshäuser den Verlust der «Empfehlungen» einer Handvoll Netzaktivisten problemlos verschmerzen können. Als Journalist lebe ich davon, wenn Leute meine Artikel kaufen, nicht wenn sie diese gratis in der Welt herumschicken. Mit einer «Empfehlung» kann ich meine Wohnungsmiete nicht bezahlen.

  36. tin:

    @Bobby
    Dass viele hier (und in Kommentaren auch anderen Orten) bereit sind, etwas zu bezahlen, haben Sie offenbar (noch) nicht begriffen. Aber auch hier muss noch differenziert werden: Wer schon ein Abo für eine Print-Ausgabe hat, soll doch nicht nochmals bezahlen müssen – oder sollte mindestens einen Rabatt erhalten. Aber die grösste Kritik gibts hier und in Kommentaren an anderen Orten zum Umstand, dass dieses Angebot exklusiv an iPad angebunden ist. Wenn es stimmt, dass von den Fr. 1.10 46% an Apple gehen, dann ist das mehr als fragwürdig. Komisch, dass Sie dazu nichts schreiben.

  37. @Fred: Vielleicht ändert sich das ja jetzt, nachdem der Verband Schweizer Presse in Verband Schweizer Medien umbenannt wurde. Da ist der Weg frei für eine gemeinsame Strategie ;) Dafür sind die alten Haudegen aber wohl zu eigenbrötlerisch und geltungssüchtig unterwegs. Da kommen die Amis eher voran: Siehe Ongo.com, in das die New York Times und Washington Post investiert haben, um gerade diesen veränderten Nutzungsbedürfnissen Rechnung zu tragen.

  38. tin:

    Nach dem Update von heute 4.10.2010 beschleicht mich langsam aber sicher das Gefühl, die Redaktion des Magazins mache eine Feldstudie, um herauszufinden, wie lange und wie weit sich die Leser verar***en lassen.

  39. Tin > «Dass viele hier (und in Kommentaren auch anderen Orten) bereit sind, etwas zu bezahlen, haben Sie offenbar nicht begriffen»: Hör mal, ich habe eines begriffen: Es gibt Leute, die behaupten: «Ich bin gerne bereit dafür zu zahlen», und im gleichen Atemzug geben sie zu: «Ich bin ein Stamm-Online-Leser ohne Print-Abo». Dann sag ich eben: «Action speaks louder than words.» Wenn Sie bereit sind, zu zahlen: Schön. Lösen Sie ein Abo. Wenn Sie kein Eipad besitzen, dann kaufen Sie ein Printabo. So einfach ist das. Aber dieses Gejammer von wegen «ich hab kein Eipad» bringt niemanden weiter.

    Tamedia hat jetzt einen ersten Schritt in die richtige Richtung getan. Vielleicht ist dieser Schritt verbesserungsfähig. Aber er ist mutig, und er ist nötig. Es wäre schön, wenn die Leute, die immer sagen, sie seien zahlungsbereit, jetzt auch den Beweis antreten, dass sie es sind… und ein Abonnement lösen. Wir Journalisten müssen auch von etwas leben. Und wir wollen unsere spannenden Arbeitsplätze behalten. Kachingle ist kein funktionierendes Geschäftsmodell für Massenmedien.

    «Das ist so, als würde Starkoch Philippe Rochat nur noch die Kunden bedienen, die vor seinem Restaurant mit einem Bentley vorfahren»: Unsinn. Im Moment gehts nur drum (um beim Restaurant-Vergleich zu bleiben), die Zechpreller loszuwerden. Ich wette: 90 Prozent der Medienspiegel-Leser besitzen schon längst ein Eipad. Für sie ist es nicht im geringsten ein Problem, die Magazin-App zu kaufen.

    «Wenn es stimmt, dass von den Fr. 1.10 46% an Apple gehen, dann ist das mehr als fragwürdig. Komisch, dass Sie dazu nichts schreiben»: Es ist nicht komisch. Wer das fragwürdig findet, greift ganz einfach zur Printausgabe, die ist nach wie vor erhältlich, dabei gehen Fr. 0.00 an Apple.

    Doch Hand aufs Herz: «Ich hab kein Eipad» usw – das sind nur Schein-Argumente.

    Im Prinzip geht es doch um das folgende Thema. Weiter oben schrieb jemand: «Den Artikel von XY finde ich ausgesprochen lesenswert und würde ihn gerne verlinken, weil ich es wichtig finde, die Thematik des Artikels einem breiteren Publikum zugänglich zu machen». Schön und gut. Nur hat das Magazin schon ein breites Publikum (Auflage 480’000, Leser 675’000). Das Magazin braucht die «Empfehlungen» der Blogger nicht. Andererseits schädigen die «Empfehlungen» die wirtschaftliche Basis des Magazins, weil eben die Leser der Blogs, die die Artikel gratis reinziehen, glauben, auf das Abo verzichten zu können (so wie der oben zitierte Blogger, der behauptet, er sei «zahlungsbereit», aber kein Abo hat).

    Tamedia räumt jetzt auf mit dem Gratislesen. Aus der SIcht der Journalisten ist das sehr gut. Denn «Empfehlungen» in Blogs und «Aufmerksamkeit» der Gratis-Leser finanzieren unsere Miete und unser Butterbrot nicht.

  40. tin:

    @Bobby
    Ich bin ca. 35 Jahre Abonnent des Tages-Anzeigers. Ich habe keinen iPad und werde mir wegen dem angeblich „richtigen Schritt“, der für mich ein völlig falscher Schritt ist, auch keinen kaufen. Darum muss ich auf die Online-Ausgabe verzichten und ich frage mich ernsthaft, ob ich das Tages-Anzeiger Abo auch gleich kündigen soll. Aber wenn es wirklich das Ziel diese angeblich „richtigen Schrittes“ ist, langjährige Kunden mit einem völlig undurchdachten Hype zu verärgern – voilà – dann sage ich, wie andere auch: Tschüss.

  41. Tin > Wenn Sie das Printabo haben, dann verstehe ich wirklich nicht, warum Sie sich so aufregen. Sie können das Magazin ja weiterhin auf Papier lesen. Boykottdrohungen von ein paar prinzipientreuen Bloggern werden Tamedia übrigens viel weniger weh tun als das massenhafte Gratislesen, das jetzt zum Glück abgeklemmt wurde.

    Ein Internet-Fund freut mich aufrichtig: Ich habe jetzt, nachdem ich ein Tweet von Thom Nagy gelesen habe, gesehen, dass ich nicht der einzige Medienspiegel-Leser bin, der die Interessen der Journalisten vertritt (die nun mal nicht deckungsgleich sind mit den Interessen der Gratisleser). Der kluge Journalist Barnaby Skinner erklärt in seinem Blog, warum die App nicht so schlecht ist, wie sie von den Internet-Fans gemacht wird. Sehr empfehlenswerte Lektüre.

  42. tin:

    Du mein Güte, ist das denn so schwierig: Ich bin an Wochenenden oft unterwegs – was nützt mir die Papierausgabe im Briefkasten zu Hause? Da war es echt praktisch, von unterwegs übers Internet ins Magazin zu schauen. Aber wie gesagt, deswegen werde ich mir keinen iPad und auch kein iPhone anschaffen. Und als „Gratisleser“ lasse ich mich auch im letzten Beitrag nicht diffamieren. Wenn Sie aber keine Lösung für Bezahl-Kunden vorstellen können, dann zeigt das deutlich, wie undurchdacht das Ganze ist.

  43. Es ist nicht mein Job, Lösungen für Bezahl-Kunden zu entwickeln. Ich bin Journalist, nicht Verleger. Als Leser bin ich mit der Printausgabe bestens bedient. Die kann ich am Wochenende auch zum Wandern in die Berge bequem mitnehmen. Die Internet-Ausgabe nützt mir nichts, wenn ich in die Berge gehe.
    Jeder geschäftliche Entscheid hat Vorteile für die einen Leser und Nachteile für andere. Die Paywall hat aber letztlich massive Vorteile für alle Leser – weil nur so sichergestellt werden kann, dass alle Leser zahlen, und weil nur so verhindert werden kann, dass die vielen Nicht-Zahler das wirtschaftliche Fundament des Verlags unterminieren.

  44. @Bobby California: Just to be sure:
    a) Ich bin für die Abschaffung des Internets
    b) Ich bin gegen die Abschaffung des Internets

    Bitte nur mit a) oder b) beantworten!

  45. b)
    PS: Internet ≠ Gratis Tagimagi lesen!

  46. @Bobby California: Roger. Und Chapeau für das „≠“.

  47. tin:

    Ich bezahle den Tagi und soll ihn trotzdem nicht auf dem Internet lesen können.

  48. @Bobby: Wenn das TagiMagi einen Schritt in die richtige Richtung gemacht hat: was wäre dann der nächste richtige Schritt deiner Meinung nach? Tagi.ch hinter die Pay- und Hardware-Wall zu nehmen? Denn dort lesen ja auch lauter Parasiten und Schmarotzer, oder? Strategien entwickeln der Besitzstandwahrung willen ist sicher nicht die richtige Vorgehensweise. Ich sage nur so viel: Schaut euch die Musikindustrie an.

  49. Thomas Läubli:

    Ich lese das Tagi-Magi schon lange nicht mehr. Es besteht wie alle Erzeugnisse aus dem Hause Tamedia im Prinzip nur noch aus Werbung, Lifestyle und Polit-Propaganda. Da fühle ich mich als Leser (und mit mir sicher auch Jugendliche, die aus persönlichen Gründen überhaupt noch ein Zeitungsabo erwägen) nicht mehr ernst genommen. Das kann auch eine Lancierung mit der neuesten elektronischen Technik nicht wettmachen. Ohne Inhalte nützt auch die Änderung der Form nichts.

  50. @Thomas Läubli: Ja, man muss sich die Rosinen im Tagi-Magi echt langsam zwischen den Lifestyle-Themen und den Sex-Kolumnen rauspicken. Es gibt sie noch, aber leider immer weniger.

    @David: Wie du sagst: Viel zu umständlich. Ausserdem hab ich noch nicht mal einen Scanner. :-)

    Die Frage geht wohl eher in die Richtung: Wird ein Medienprodukt, das gehört werden will, es sich künftig leisten können, den ganzen Inhalt hinter Paywalls zu verstecken? Die Diskussion erinnert mich an eine, die vor vielen Jahren mal ganz kurz in unserer Lokalzeitung aufgekommen war. Es gab Leute, die waren der Meinung, man sollte Restaurants nur noch ein einziges oder gar kein Abo mehr gestatten wegen den vielen Leuten, die dort alle gratis die Zeitung lesen. Diese Idee wurde sehr schnell wieder versenkt, denn allen war klar, dass das Aufliegen der eigenen Zeitung in den Restaurants für die lokale Verankerung unabdingbar war. Ganz abgesehen davon, dass längst nicht jeder Restaurant-Leser gleich ein Abo kaufen würde, nur weil die Zeitung nicht mehr aufliegt.

    Schon klar: Tagi-Magi und NYT sind keine Lokalblättli. Doch ähnliche Mechanismen mögen ja vielleicht auch auf dieser Ebene spielen.

  51. Lukas Weibel:

    Die Tagimagi-Redaktion führt sich auf wie ein Flohmarktverkäufer vom Kanzlei-Areal, der irrtümlich am Bürkliplatz gelandet ist und jetzt über Diskriminierung klagt. Wer Premium-Preise haben will, muss eben auch Premium bieten. Und genau das ist der tragische Denkfehler hinter diesem Schritt. Ich wette um eine Blick-App, dass Tamedia das Magi nur ausgewählt hat, weil es die kleinste Redaktion aller Titel hat und freiwillig mitmacht (das mit dem iPad in der Freitagtasche, irgendwo weiter oben auf dieser Seite, bringt es sehr schön auf den Punkt).

  52. Mathias > «Was wäre dann der nächste richtige Schritt deiner Meinung nach, Tagi.ch hinter die Pay- und Hardware-Wall zu nehmen»: Natürlich wäre es eine sehr gute Idee, zumindest die höherwertigen Beiträge, die das Newsnetz heute verschenkt (also alle Artikel, die die Printredaktion erarbeitet hat) kostenpflichtig zu verteilen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das kommt. Die Magazin-App ist nur ein Versuchsballon.

    «Denn dort lesen ja auch lauter Parasiten und Schmarotzer, oder»: Ja, zweifellos.

    «Strategien entwickeln der Besitzstandwahrung willen ist sicher nicht die richtige Vorgehensweise»: Es geht nicht um Besitzstandwahrung. Es geht um das wirtschaftliche Überleben der Qualitätsmedien. Das sollte doch inzwischen allen klar sein.

    «Schaut euch die Musikindustrie an»: Die Musikindustrie konnte inzwischen eine kreative Lösung finden, indem Anbieter, die sich früher parasitär verhielten wie Napster, heute kostenpflichtige Downloads anbieten. Mit ein paar Jahren Verzögerung wird jetzt auch die Medienbranche Lösungen finden, um die Einnahmen und die spannenden Arbeitsplätze der Journalisten zu sichern.

    PS: Die URL «deiner» Internetseite «uguga.ch» ist tot. Was nützt es, eine Fantasie-URL einzugeben, die ins Nirgendwo führt?

    Andreas Stricker > «Die Diskussion erinnert mich an eine, die vor vielen Jahren mal ganz kurz in unserer Lokalzeitung aufgekommen war»: Mich erinnert die Diskussion nicht daran. Es geht um etwas ganz anderes. Ob ein Blättli in ein paar Beizen aufliegt, oder ob ein Medium gratis in jedem Haushalt und an jedem Büro-Arbeitsplatz gelesen werden kann, ist doch nicht das Gleiche. Das Gratis-Lesen auf jedem Computer ist wesentlich existenzbedrohender für die Qualitätsmedien als die paar Beizen-Abos.

  53. Fred David:

    @) Bobby California: Micropaying und digitales Abo schliessen sich nicht aus. Es ist keine Glaubensfrage. Sie lässt sich pragamtisch lösen.

    Gelernt habe ich aus dieser munteren Dikussion hier, dass die Abhängigkeit von Apple sowohl für Medienhäuser wie Medienkonsumenten enorme Haken hat. War mir bisher in diesem Ausmass nicht klar.

    Ich glaube, dass User seriöse paywalls, hinter denen Leistung und warnehmbare, nicht nur dahergeschwätzte Qualiät stecken, wenig einzuwenden haben, dass sie jedoch zunehmend allergisch auf Abzocken reagieren und sich nicht 1001 Apps aufzwingen lassen wollen, die sie weder brauchen noch wollen.

    Ein gutes bez. abschreckendes Beispiel für fehgeleitete Abzocke sind für mich die masslos übberteuerten Rooming-Gebühren bei Handys, bei denen das Publikum nicht mehr mitmachte und die jetzt nach und nach sinken (übrigens nicht zuletzt, weil die „dumme, unfähige“ EU dafür sorgt).

    Vielleicht sollten Medienhäuser ernsthafter als bisher ergründen, was Medienuser wirklich wollen, und nicht, was Medienhäuser, Redaktionen, Technofreaks, Aktionäre etc. wollen.

    Das Geschäft kommt dann schon, aber erst hinterher, wenn man genügend Leute überzeugt, statt den Anwendungsmodus wie die Amis von oben zu erzwingen.

    Medienuser sind eine Macht.

    Die spielen sie bisher nur noch nicht richtig aus.

  54. @ Bobby: Die Dimension ist unterschiedlich, die Grundfrage bleibt die selbe: Sollen wir unsere Inhalte einem gewissen Publikum gratis anbieten oder nicht? Und kauft dieses Publikum ein Abo, wenn der Inhalt eines Tages nicht mehr gratis zur Verfügung stellen sollte?

  55. tin:

    Und noch etwas beschäftigt mich – ich gebe zu, das ist nicht ganz so höflich gegenüber der Journalisten-Zunft, aber fragen darf man doch sicher? Also: Warum sind denn eigentlich bezahlte Artikel in der Zeitung und online (so viel) besser, als Artikel, die man gratis lesen kann?

  56. Fred David:

    @) tin, die Frage ist nicht unhöflich.

    Die professionelle Produktion von Inhalten ist nun mal teuer, insbesondere dann, wenn sie mit vertiefenden Recherchen verbunden ist, wenn man rausgehen muss aus dem kuscheligen Büro, dorthin, wo das echte Leben spielt – hinter den Kulissen nämlich – und nicht einfach die einschlägigen Experten anruft und ein paar Quotes einsammelt und die copy & paste-Tasten strapaziert.

    Auch die stilistische Form, das Feilen an Aufbau, Spannung, an Formulierungen kostet Zeit und logischerweise Geld. Das Schaffen von nicht alltäglichen Kontakten, der Rückgriff auf angesammeltes Knowhow, Erfahrung etc. all das muss seinen angemessenen Preis erzielen – sonst verschwindet es vom Markt. Ansätze zu diesem Schwund sind durchaus erkennbar.

    Das Unverwechselbare hat Zukunft. Das kann übrigens ruhig auch Boulevard sein.

    Das heisst nicht, das „Gratis“-Texte nicht auch hohe Qualität haben können, aber sie sind einfach oft nicht überprüfbar, Herkunft, Fakten etc. etc.

    Beides kann problemlos nebeneinander bestehen und sich ergänzen oder sich auch gegenseitig provozieren und antreiben, was dann womöglich zu neuen Erkenntnissen führt. Es lebe der der kluge Link!

    Man sieht’s ja hier im Blog: In dieser Diskussion lese ich Beiträge von Leuten, die offenbar tiefer drin stecken, die Spezialwissen haben, das sie hier ruhig noch aktiver ausbreiten könnten. Und es gibt hier ein neugieriges, interessiertes Publikum.

    Im übrigen: Inhalte, die kosten, spornen die Macher zu grösserer Leistung an und reduzieren den grässlichen Hintereinander-herschreib-Mainstream.

    Kurz: Der verlangte, und hoffentlich bezahlte Preis garantiert noch nicht höhere Qualität, aber er erzeugt einen heilsamen Zwang in diese Richtung.

    Wenn ich bezahle, will ich auch was fürs Geld kriegen. Da bin ich eigen. Sonst geh ich anderswo hin.

    Gute Autoren sollen besser bezahlt werden als das Mittelmass. Das funktioniert in jeder andern Branche so.

  57. a propos gut zahlen:

    Kress-Report meldet:

    „2 Cent pro Zeichen: Schumacher startet Online-Shop für journalistische Texte
    Hajo Schumacher , 46, hat einen „Online-Shop für Qualitätsjournalismus“ aufgemacht, der auf den Namen “ Spredder.de “ hört. Er soll freien Journalisten ermöglichen, ihre Texte zu vermarkten. So funktioniert’s: Die Freien registrieren sich bei „Spredder.de“ und bieten Beiträge an. Die Redaktion des Shops entscheidet, ob der jeweilige Text der Gattung Qualitätsjournalismus angehört und ins Sortiment“ … mehr…

  58. Fred David:

    @) a propos…: Ist doch immerhin mal ein origineller Ansatz, an dem man ablesen kann, in welchen Kategorien sich mittlerweile die Honorare bewegen. Vorteil: Zugang für jedermann, mit einkalkuliertem Frustfaktor und möglicherweis doch überraschenden Ergebnissen.

  59. Martin:

    Apple und 40+ Prozent:

    Es gehen nicht 40+ Prozent an Apple, sondern die Differenz zu den ursprünglichen 30 Prozent erklärt sich primär durch die Mehrwertsteuer.

  60. tin:

    Warum sollen eigentlich die Blogger an der ganzen Gratis-Kultur-Misere Schuld sein? Es waren ja die Verlagshäuser, die das Gratis-Angebot geschaffen haben – angefangen hat es mit den Gratis-Zeitungen, denen dann auch auf dem Internet eine Plattform geschaffen wurde. Ich finde es schon irgendwie eigenartige, wenn „unser“ Journalist hier den Bloggern an den Karren fährt – er müsste seine Proteste eigentlich bei seinem Arbeitgeber anbringen.

  61. Fred David:

    @)Martin: Na gut. Ist aber immer noch happig.

    Der User bezahlt Apple für Gerät und Software, und das nicht zu knapp. Die Medienhäuser zahlen Apple für die teure Implementierung. Und Apple kassiert auch noch ein knappes Drittel von den Gebühren für den Inhalt in Form von Lizenzgebühren oder wie man die Absahne sonst nennt.

    Da verstehe ich Medienhäuser, die sagen : Wait a minute. Dieses US-Businessmodell grenzt an Erpressung.

    Da müsste es andere Wege geben.

    An Apple links vorbei.

  62. Tin > «Warum sollen eigentlich die Blogger an der ganzen Gratis-Kultur-Misere schuld sein»: Das habe ich nie behauptet. Natürlich liegt der Fehler in erster Linie bei den Verlegern, die jahrelang Artikel verschenkt haben. Ich habe an dieser Stelle seit Jahren die Meinung vertreten, dass das falsch ist.

    Dass Blogs sich bei den professionellen Medien bedienen, ist übrigens keine Behauptung von mir. Wissenschaftler haben das nachgewiesen:

    «Nearly half (n=344, 49 percent) of the posts included at least one link to a mainstream media source, which replicates Adamic and Glance’s findings that “about once every other post” includes interaction with a mainstream media source… Furthermore, many of the continuous topics of the week on the blogs match topics previously or concurrently discussed in mainstream media… While bloggers like to see themselves as beyond the agenda-setting priorities of the mainstream media, they follow closely on the stories dug up by mainstream media reporters. If blogs have an agenda setting role, it is usually a secondary role, playing off the stories proferred by traditional media outlets. The lack of original reporting and reliance on commentary contributes to the second-level agenda setting of blogs, which generally tell us what to think about topics that others have told us to think about.» (Murley/Roberts: Biting the Hand that Feeds. Blogs and second-level agenda setting)

    Der Fehler, den die Blogger machen, liegt darin, dass sie lauthals fordern, dass alles weiterhin gratis sein müsse. Insofern trifft die Blogger eine moralische Mitschuld.

    «Bobby müsste seine Proteste eigentlich bei seinem Arbeitgeber anbringen»: Nicht unbedingt. Ein grosser Teil der Printmedien war nie gratis auf dem Netz erhältlich. Wenn Sie sich ein bisschen umschauen, entdecken Sie zahlreiche passwortgeschützte Angebote. Paywalls gab es schon immer.

  63. Anonym:

    @Bobby
    „Der Fehler, den die Blogger machen, liegt darin, dass sie lauthals fordern, dass alles weiterhin gratis sein müsse. Insofern trifft die Blogger eine moralische Mitschuld.“

    Ja klar „die Blogger“… Gibts dazu auch Beispiele, die diesen Rundumschlag belegen?

    „Ein grosser Teil der Printmedien war nie gratis auf dem Netz erhältlich. Wenn Sie sich ein bisschen umschauen, entdecken Sie zahlreiche passwortgeschützte Angebote. Paywalls gab es schon immer.“

    Ach jetzt plötzlich – warum dann aber um Himmels Willen die ganze Aufregung und die Rundumschläge gegen „die Blogger“? Da sind die Brillen ganz offensichtlich ziemlich verschoben.

  64. tin:

    Ich hätte auch gerne ein paar Beispiele, wo Blogger sogenannt hochstehende Beiträge aus dem Qualitätsjournalismus geklaut und ohne Referenz und Quellenangabe als die eigenen ausgegeben haben. Was ich in Blogs bisher viel gesehen habe, sind zitierte Agenturmeldungen, die also auf x verschiedenen Portalen und alle in gleicher Form und mit gleichem Text erschienen sind und die nicht als eigener Beitrag gepostet wurden, sondern, um ihn zu kommentieren, weil vielleicht eine Kommentarfunktion auf dem Portal fehlt.

  65. Fred David:

    Ich glaube, es hat keinen Sinn, sich hier um alte Besitzstände zu kloppen.

    Die Uhr tickt.

    Die NZZ überrascht mich heute Mittwoch mit einem Angebot: Ein iPad 16GB inkl. 6 Monate e-paper von NZZ und „NZZ am Sonntag“ für 900 CHF . (Im Internet finde ich dieses Gerät allein für 699 Euro).Nach einem halben Jahr kostet das e-paper im Kombi-Abo 477 CHF (Print 610 CHF) im Jahr. Guter Anfixerpreis. Kann man schwach werden. Es gibt zwei weitere Geräteversionen: 32 GB und 64 GB für Hardcore-User.

    Aber zuerst muss man es auch mal inhaltlich austesten. Wäre eine Aufgabe für medienspiegel.ch

    Damit hat sich nach Tamedia auch die NZZ auf Apple festgelegt. Nur Ringer probiert den „dritten Weg“.

    Es scheint voran zu gehen.

    Und Blogger und Journis, Printer und e-Paperer werden hoffentlich bald Frieden schliessen. Die wirklichen Fights finden anderswo statt

  66. Martin:

    Das von Fred David erwähnte NZZ-Angebot ist unter http://www.abo.nzz.ch/ipad zu finden.

    @Fred David: Die NZZ gibt es weiterhin auch ohne Apple-Hardware per Web, wenn auch leider nicht für mobile Geräte.

  67. Anonym > «Gibts dazu auch Beispiele, die diesen Rundumschlag belegen»: Es gibt Beispiele wie Sand am Meer. Zeigen Sie mir einen Blogger, der die Magazin-App gut findet. Sie werden keinen finden. Die Meinungen der Blogger sind so homogen wie früher bei den Parlamentssitzungen der DDR.

    Tin > «Ich hätte gerne Beispiele, wo Blogger hochstehende Beiträge aus dem Qualitätsjournalismus geklaut und ohne Referenz und Quellenangabe als die eigenen ausgegeben haben»: Sie finden solche Beispiele in meinem Blog. Aber ich will jetzt nicht alte Geschichten aufwärmen. Die Quellenangabe ist auch nicht das Problem. Aus der Sicht der professionellen Journalisten ist es vielmehr ärgerlich, dass sich die Blogger als Speerspitze einer Medienrevolution sehen, während sie in Tat und Wahrheit ohne Zufuhr von professionellem Gratis-Content aufgeschmissen sind. Deshalb erleben wir jetzt das grosse Heulen und Zähneklappern, weil das Magazin eine Paywall hochzieht.

    Fred David > «Die wirklichen Fights finden anderswo statt»: Mit allem Respekt, das sehe ich anders. Die Netzaktivisten sind die Bevölkerungsgruppe, die am lautesten den Gratis-Zugang zum Medienangebot fordert. Sie tun dies sogar unter Vorspiegelung falscher Tatsachen: So schrieb ein Blogger, es gebe beim Magazin jetzt «keine Kommunikation mehr mit den Lesern», was natürlich totaler Quatsch ist: Man kann immer noch mit der Redaktion mailen, telefonieren und Briefe schreiben. Diese sehr laut auftretende Bevölkerungsgruppe (= die Blogger) gilt es zu überzeugen, dass die Paywall im Interesse der Journalisten ist, und letztlich auch im Interesse der Leser, weil nur so die bedrohliche Einnahmen-Erosion gestoppt werden kann.

    Barnaby Skinner hat das Dilemma in seinem Blog brillant auf den Punkt gebracht: «Wenn der Zürcher Presseverein den Start der iPad-App des Magazins lamentiert, bin ich etwas ratlos. Sollte diese Organisation nicht die Interessen von Journalisten vertreten?»

  68. tin:

    @Bobby
    Die Interessen der Journalisten vertritt man, indem man die Leser zwingt, einen iPad anzuschaffen? Nein, bitte, so verquer kann die Argumentation wirklich nicht sein.

  69. Tin > «Die Interessen der Journalisten vertritt man, indem man die Leser zwingt, einen iPad anzuschaffen»: Quatsch. Niemand ist gezwungen, ein Eipad zu kaufen. Das Magazin ist nach wie vor an jedem Kiosk erhältlich, und man kann auch weiterhin die ultra-bequeme Hauszustellung bestellen.

    Die Interessen der Journalisten vertritt man, indem man die Leser zwingt, für den Lesestoff zu zahlen. Die Konsumenten sind auch gezwungen zu zahlen, wenn sie übers Internet eine Reise buchen, oder wenn sie bei Le Shop Fressalien bestellen. Nur wir Journalisten sollen die Früchte unserer harten Arbeit gratis unters Volk bringen? Das ist jetzt vorbei. Zum Glück.

  70. tin:

    Eine Reise kann ich mit dem PC oder dem Linuxer bestellen, oder sogar mit dem Handy – genauso kann ich auch bei Le Shop einkaufen. Aber für das Magazin online zu lesen braucht es exklusiv einen iPad. Ein gewaltiger Unterschied – warum wollen Sie das nicht einsehen?

  71. BC:

    Tin > Vielleicht, weil mir der Unterschied egal ist – ich lese das Magazin viel lieber auf Papier.

  72. tin:

    Das Magazin hat aber (hoffentlich) noch ein, zwei Leser mehr als Sie…

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