Zeichen und Wunder: Eine Qualitätsdebatte über die Medien in den Medien

In der kurzen Zeitspanne seit dem das Jahrbuch Qualität der Medien – Schweiz Suisse Svizzera 2010 am Freitag, dem 13., das Licht der Welt erblickt hat, entfalten sich interessante Auseinandersetzungen über den Zustand der Informationsmedien in der Presse, im Radio, im Fernsehen, auf Newssites sowie in zahlreichen Blogs von Journalisten (natürlich auch hier und hier auf Medienspiegel.ch). Für das Vorhaben des Jahrbuchs, das Bewusstsein für die Qualität der Medien zu heben, gibt es nichts Besseres.

Dies ist ein guter Lohn für die Arbeit, allein schon weil die Auseinandersetzung über die Qualität der Medien in den Medien praktisch nicht mehr stattfindet. Ich konnte die Debatte für «Die Zeit» vom Donnerstag (19.8.2010) kurz zusammenfassen. Hier nun ein etwas ergänztes Resümee. Was ist der zentrale Befund des ersten Jahrbuchs und wie hat die Auseinandersetzung darauf reagiert?

Zur Qualität der Informationsmedien

Das Jahrbuch (www.qualität-der-medien.ch) zeigt die Unterschiede der journalistischen Qualität in den Mediengattungen Print, Radio, TV und Online. Es verweist u.a. auf eine Zunahme der Personalisierung und der emotionalen Aufladung auf Kosten sachlicher Information, eine Stärkung des Episodischen zu Lasten der journalistischen Einordnung und auf die Reduktion der publizistischen Vielfalt.

Über Anpassungseffekte und Ressourcenmangel wird ein Professionalitätsverlust bei den Informationsmedien insgesamt dokumentiert. Der Ressourcenmangel ist eine Folge sinkender Werbe- und Abonnementseinnahmen, stagnierender Gebühreneinnahmen und der Abwanderung von Werbeetats zu Suchmaschinen und zum Social Web. Allein die Werbeinnahmen der Presse sind seit 1999 um 34% geschrumpft.

Gleichzeitig lässt sich ebenfalls ab 1999 der Siegeszug eines qualitätsschwachen Informationsjournalismus in Gratismedien off- und online beobachten, der von jüngeren Publika zwischen 15 und 34, die in der Gratiskultur sozialisiert worden sind, am meisten konsumiert wird. Und ausgerechnet die Newssites, die die Zukunft des Informationsjournalismus (aufgrund der Konvergenz von Radio, TV und Presse) bilden, haben Redaktionen mit einer sehr schlechten Ressourcenausstattung.

Die Folgen dieser Entwicklungen sind ein weiter steigender Vertrauensverlust in die Medien, ein gesellschaftspolitisch unerwünschter Statusverlust des Journalismusberufs, eine Entprofessionalisierung desselben, eine sinkende Zahlungsbereitschaft mitsamt sinkendem Kostenbewusstsein auf Seiten des Publikums und ein Rationalitätsverlust in der demokratischen Auseinandersetzung.

Zur Auseinandersetzung

Es lassen sich drei Ansätze der Auseinandersetzung dingfest machen. Kritiken, die den Diskurs überhaupt nicht befördern, werden hier nicht behandelt. Entweder weil sie ausgerechnet bei diesem Thema auf die Person zielt (Vonarburg im «Tages-Anzeiger», im «Bund» und im Newsnetz) oder weil sie einer Verschwörungstheorie huldigen (Engeler in der «Weltwoche», ein Privatmedienanwalt im Newsnetz) oder – man wundert sich schon etwas, wie tief die Schamgrenzen sind – weil der durch das Newsnetz befragte Experte (Karl Lüönd) erklärtermassen keine Ahnung vom Jahrbuch hat.

Erster Ansatz: Verfallsthese

Während die aktuellen Unterschiede in der Medienqualität keinerlei ernsthaften Widerspruch fanden, stiess der Erosionsbefund über die Zeit ebenfalls auf Zustimmung, wenn auch mit differenzierenden Einwänden. Obwohl sich das Jahrbuch vor allem auf die jüngste Entwicklung seit der Jahrtausendwende bezieht, machten Rainer Stadler in der «NZZ», Luzi Bernet im «Echo der Zeit» und Res Strehle im Tages-Anzeiger den grossen Bogen und bezogen sich auf die Ära der Parteizeitungen (in der Schweiz bis in die 1970er Jahre), um diese mit der Gegenwart zu vergleichen. Das trifft das Jahrbuch nicht, ist aber spannend. Sie verweisen auf Schattenseiten dieser Ära (auch knappe Ressourcen und mangelnde Vielfalt, Genauigkeit und Fairness sowie weniger frech und flexibel und erst noch regierungshörig).

Auch wenn es keinen Sinn macht, diese Ära zu glorifizieren, muss doch festgestellt werden, dass es sich hier um ein falsches Cliché handelt: Wer sich von Frechheit, Obrigkeitsunbotmässigkeit, Vielfalt und Flexibilität im publizistischen Pulverdampf einen Begriff machen will, dem seien liberale Parteizeitungen in katholisch-konservativen Kantonen bzw. katholisch-konservative Organe in liberalen Kantonen bis in die 1970er Jahre empfohlen – und dabei ist von der sozialdemokratischen Presse noch nicht einmal die Rede.

Heute sind wir weit entfernt von der Vehemenz dieser publizistischen Konflikte, die jedoch sehr viel weniger auf den Mann, dafür aber auf die Weltanschauung und auf Zustände zielten. Für die heutige Debatte weiterführend – und darauf hat zu Recht Peter Studer verwiesen – wäre der Vergleich des real existierenden Informationsjournalismus mit der Ära einer neuen Forumsethik, die sich ab den 1970er Jahren in vielen Forumszeitungen durchsetzte, das Sterben der Parteizeitungen beförderte und bis in die 1990er Jahre einen hohen journalistischen Qualitätsanspruch verfolgte.

Zweiter Ansatz: Enges Qualitätsverständnis

Interessante Aussagen gab es ebenfalls von den drei Genannten hinsichtlich des Qualitätsverständnisses der Jahrbuchautoren, was die Vermischung von Information und Unterhaltung betrifft (Kultur des Infotainment mit Blick auf Publikumsbedürfnisse). Freilich gingen sie nicht soweit, wie etwa Jürg Bachmann, der Präsident des Verbandes der Schweizer Privatradios, der gleich den Einbezug von Leser- und Hörerzahlen in die Definition von publizistischer Qualität forderte.

In der Tat: Wir messen bloss Vielfalt, Relevanz, Aktualität und Professionalität, weisen aber selbstverständlich die Publikumszahlen und -flüsse aus, die jedoch primär durch das Gratisangebot und nicht durch unterschiedliche publizistische Qualität oder Unterhaltungswerte gesteuert sind. Freilich würden wir weit von uns weisen, dass guter Journalismus langweilig ist, aber wir behaupten, dass die beobachtbaren Anpassungen der Bezahlmedien an die Logiken der Gratismedien der falsche Weg für den qualitätsorientierten Informationsjournalismus darstellt. Dadurch wird er weiter verlieren.

Der dritte Ansatz: Publizistische Qualität spielt keine Rolle mehr

Der dritte Ansatz verlässt die Qualitätsdebatte in Form von Einwänden spezielleren Typs gänzlich. Sie beziehen sich nicht auf den Inhalt des Jahrbuches, sondern verteidigen simpel die Gratismedien. Peter Rothenbühler, der Doyen des Schweizer People-Journalismus, war in der «SonntagsZeitung» ganz im Sinn des Jahrbuch-Befundes, wonach das Emotionale in der Medienarena im Vormarsch ist, mit einem Kraftausdruck zu vernehmen («Stuss»). Dem widerspricht vehement Kurt W. Zimmermann in der «Weltwoche», der die Resultate des Jahrbuches vollauf bestätigt, diese aber als Fortschritt feiert. Rothenbüher hat aber doch noch ein Argument, nämlich, dass die Gratiszeitungen die «TV-verblödete Jugend» zum Lesen bringen würde. Allerdings widersprechen die Nutzungszahlen dieser Aussage, denn die Jugend driftet vom TV weg.

In eine ähnliche Kerbe hieb Hanspeter Lebrument, der Präsident des Verlegerverbandes, in der «Tagesschau», der den Gratiszeitungen gleich die Hebung des Lesevermögens der ganzen Nation zumutet. Rothenbühler wie Lebrument verlassen jedoch das publizistische Qualitätsverständnis zu Gunsten anderer Kriterien und kümmern sich überhaupt nicht mehr um die Inhalte.

Dasselbe gilt für die Position von Hansi Voigt («20 Minuten»), der ebenfalls die Qualitätsfrage umkurvt, indem er keck den Gratiszeitungen und den Newssites eine demokratische Potenz «von unten» zuschreibt. Damit belehnt er (für die Gratiszeitungen durchaus zu unrecht), eine alte Debatte, die dem Netz aller Netze eine höhere demokratische Dignität verleiht, weil es interaktive Kommunikation erlaubt. Richtig. Allerdings müssten nun die Newssites noch mit gutem Informationsjournalismus gefüllt werden.

PS: Interessant sind auch die Ausführungen von Hans Stutz im «Tachles», der die Erosion der Medienqualität mit dem Verhältnis zu Minderheiten bzw. Ausgrenzungen in Bezug setzt. In der Tat sind es denn auch die qualitätsschwachen Medien die die klickratentreibenden und Postings animierenden identitätspolitischen Auseinandersetzungen pushen.

Seine Begründung für das Faktum, dass das Jahrbuch keine medienpolitischen Vorschläge macht (Interessen der Donatoren) ist jedoch falsch. Die Jahrbuchautoren wollten dies nicht tun, damit die Berichterstattung über das Resultat der Analyse nicht durch medienpolitische Forderungen überdeckt wird.

Siehe dazu auch:
Jahrbuch «Qualität der Medien»: Diskussionsbeitrag von Mitherausgeber Kurt Imhof
Jahrbuch 2010 zur Qualität der Schweizer Medien

Kurt Imhof leitet den «fög – Forschungsbereich Öffentlichkeit und Gesellschaft» des Instituts für Publizistikwissenschaft und Medienforschung und des Instituts für Soziologie der Universität Zürich. Er ist Mitherausgeber des Jahrbuchs «Qualität der Medien – Schweiz Suisse Svizzera».

von Kurt Imhof | Kategorie: Mediensatz

6 Bemerkungen zu «Zeichen und Wunder: Eine Qualitätsdebatte über die Medien in den Medien»

  1. Kurt Imhof > Lassen Sie sich von den Rothenbühlers, Voigts und Nagys dieser Welt nicht verdriessen. Am besten ignorieren Sie das zynische Geschwätz dieser Leute. Rothenbühler macht sich gar nicht erst die Mühe, seine Position mit Argumenten zu unterfüttern. Vermutlich, weil er gar keine Argumente zur Hand hat. Dann macht er noch einen auf beleidigt («ein starkes Stück»), auch das überzeugt mich nicht. Dass ein Doyen, auch wenns nur der Doyen des Peoplejournalismus ist, auf so billige Art über den Zustand der Medien daherschwätzt, wäre enttäuschend, wenn seine betupfte Reaktion nicht so vorhersehbar wäre.

    Rothenbühler & Co. haben natürlich ihre politische Agenda. Diese Leute sind gar nicht interessiert daran, dass das Volk mit umfassenden Informationen versorgt wird. Denn um den Status Quo zu zementieren, ist kritisches Denken nicht nötig. Umfassende Information kann nur dazu führen, dass sich die Leute überlegen, ob vielleicht doch nicht alles zum Besten steht. Aber eben, daran ist ein Rothenbühler nicht im Geringsten interessiert. Und ein Kurt Zimmermann noch weniger. Insofern muss man auch sagen: Der desolate Zustand der Medien kommt gewissen politischen Kräften eigentlich sehr gelegen.

    Deshalb ist es auch verdammt scheinheilig, wenn ein Thom Nagy fordert: «Müsste man bei der Rettung der Demokratie nicht vielleicht schon früher ansetzen, zum Beispiel bei der Bildung.» Jemand wie Nagy ist doch gar nicht interessiert an der «Rettung der Demokratie», sonst hätte er nicht bei einem Gratisblatt angeheuert, oder wenn doch, würde er seinen Arbeitgeber nicht so vehement weisszuwaschen versuchen.

    Deshalb, wie gesagt: Lassen Sie sich vom zynischen Geschnatter dieser Leute nicht irritieren… und: Keep up the good work!

  2. Fred David:

    Tatsächlich kamen bisher Chefredaktoren und ehemaligen Chefredaktoren und Verlagsmanager im Uebermass zu Wort, um ihre eigene Arbeit zu beurteilen und sie, wen wundert’s, letztlich als gut, um nicht zu sagen : als hervorragend zu befinden.

    Aber was sagen ihre seltsam schweigsamen Fusstruppen dazu? Sehen die das auch so?

    Und vor allem: Was sagen die dazu, die es am meisten betrifft, die Medien Konsumentinnen und – konsumenten?

    The floor is yours.

    Es gibt nicht viele andere Möglichkeiten, wo das so leicht möglich ist wie hier.

  3. Fred David > Ich gehöre zu den «Fusstruppen». Und ich fände es toll, wenn unsere Seite hier Verstärkung kriegen würde. Aber ich verstehe es auch, wenn sich Kollegen an dieser Debatte nicht beteiligen wollen. Denn wenn die Kommentare einen Rückschluss auf die Leserschaft zulassen, ist der Medienspiegel seit jeher eine Hochburg der Digital-Religiösen. Eine Debatte mit diesen Leuten ist ungefähr gleich unergiebig, wie wenn man mit Zeugen Jehovas diskutiert: Man wird mit den immergleichen, aus den USA importierten Versatzstücken konfrontiert: Das Internet bringt Heil, Gratis ist geil, Journalisten braucht es nicht mehr, usw. Diese Debatte ist eigentlich reine Zeitverschwendung, und man wird dabei im Endeffekt verbittert und zynisch, weil man das Gefühl hat, gegen eine Wand zu reden. Sogar wenn ein Wissenschaftler wie Kurt Imhof sich des Themas annimmt, erfinden die Gratis-Fans am Laufmeter an den Haaren herbei gezogene Argumente, um die Botschaft abzuwehren.

    Vielleicht sollten wir mal streiken, und zwar so hartnäckig wie die französischen Bähnler, dann würde der Wert der seriösen Informationsvermittlung endlich klar, wenn es anders nicht geht.

  4. Fred David:

    @) Bobby California: Trotzdem verstehe ich es nicht.

    Schweizer Journalisten sind furchtbar ängstlich geworden. Höselitöseli.

    Sogar dort, wo ihre ureigenen Interessen betroffen werden.

    Eine andere Erklärung für das dumpfe Schweigen fällt mir nicht ein.

  5. Thomas Läubli:

    Erschreckend waren auch die selbstzufriedenen Aussagen von Herrn Lebrument gegenüber dem Schweizer Fernsehen:

    1. Er hält es für einen Fortschritt der demokratischen Meinungsbildung, wenn sich Leser auf den Online-Portalen in 400 Zeichen einen oberflächlichen Schlagabtausch liefern können.

    2. Er findet es gut, dass – wie Umfragen offenbar belegen – die Gratiszeitungen vor allem vom gehobeneren Milieu, etwa Studenten gelesen werden. Das zeigt aber bloss, dass gar nicht die Lesemuffel mit den Gratiszeitungen erreicht werden, wie man sich das im Sinne der Aufklärung wünscht, sondern die gebildeten Schichten, die sich eigentlich besser über Qualitätszeitungen informieren sollten.

    Beide Argumente sind völlig faul. Wenn alle Verleger so denken, sehe ich in der Tat schwarz für den Qualitätsjournalismus.

    Ich vermute auch die von Herrn Strehle verteidigte Doktrin von Tamedia, man dürfe den Leser nicht mehr belehren, stammt von Herrn Supino persönlich (ich habe den Satz im Internet irgendwo als Zitat von Herrn Supino gefunden, mittlerweile ist er wohl verschwunden). Damit lässt sich natürlich die Entlassung von Fachjournalisten beim TA und deren Ersetzung durch Generalisten, die alles und zugleich nichts können, rechtfertigen. Wären die Medien zudem wirklich so demokratisch, wie Herr Lebrument meint, hätten die Leser die Verleger und Chefredaktoren schon lange abgewählt, wie ein Blick auf die Kommentare auf TA-Online von zunehmend besorgten Lesern, falls sie repräsentativ sind, zeigt. Die Umfrage «Teilen Sie die Meinung des Autors?» zu Strehles Kommentar wird jedenfalls von drei Vierteln der Online-Leser negativ beantwortet.

    Auch die Replik von Herrn Rothenbühler im TA, Medienkritik entspreche bloss dem Zeitgeist und gehöre zum guten Ton, ist in die Reihe der Absurditäten einzugliedern. Man muss im Gegenteil gerade feststellen: Die Medienkritik ist ein grosses Tabu, da sich die verantwortlichen Medienschaffenden der Diskussion durch unbegründete Ablehnung offensichtlich schlicht verweigern. Da stimmt es wenigstens optimistisch, dass die Kaufzahlen von Blick und TA sinken, während die NZZ zulegt und sich das Radio wieder zunehmender Beliebtheit erfreut.

  6. Thomas Läubli:

    Man muss genau hinschauen, wenn heuer die Erfolgsmeldungen von Tamedia erschienen sind. Der Konzern konnte vom Zukauf neuer Medien profitieren und von den Massnahmen zur Kostensenkung.

    Das kann man mit anderen Worten jenseits ökonomischer Korrektheit ausdrücken: Der Leser bezahlt für ein kaputtgespartes Blatt gleich viel. Noch schlimmer: Er zahlt auch dafür, dass er – im Vergleich zum zunehmends verknappten Artikel-Volumen – noch mehr Inserate und Anzeigen lesen darf. Wie aus den Redaktionsstuben heraussickert, geht es den Zeitungsmachern (oder präziser gesagt: den Verlegern und CEOs) – einschliesslich der NZZ – in Zukunft vermehrt darum, denjenigen im Politik-, Sport- oder Kultur-Teil eine Plattform zu bieten, welche auch aktive und potentielle Inserenten sind und die Zeitung finanzieren, m.a.W. nicht mehr die neutrale Information steht im Vordergrund, sondern die Sponsoren. Damit ist klar, dass in allen Sparten der Mainstream in Politik, Sport, Wirtschaft und Kultur (noch mehr) gefördert wird, zulasten von finanzschwachen Kreisen, die vielleicht auch noch etwas (und Intelligenteres) zu sagen hätten. Auch die vierte Gewalt wird zu einer Plutokratie verkommen.

    Dass auch in der NZZ Bilder (noch) höhere Gewichtung zulasten des Textes erhalten sollen, ist nicht nur ein Furz von Albert Stäheli (welche Qualifikation hat der Typ eigentlich? Ein bisschen Ökonomie studieren, kann ja heute jeder), sondern eine Frechheit sondergleichen gegenüber dem Leser, der die NZZ gerade nicht wegen den Bildern kauft, sondern wegen der geschriebenen Information. Damit schaffen sich die Journalisten, deren Aufgabe im Filtern von relevanten Informationen bestehen sollte, selber ab und schubsen den Leser ins weisse Rauschen des Internets, wo sich die Finanzmächte längst die Macht gesichert haben, um ihren Dünnschiss auf der ersten Seite der Google-Suchmaschine zu fixieren.

    Die Demokratie wird nicht von gewalttätigen Islamisten oder „linken“ Staatsrechtlern am ehesten bedroht. Die Bedrohung kommt von dort, wo man sie am wenigsten erwartet: Die selbstverliebte Classe économique fördert die Gleichschaltung der Presse.

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