Tamedia spart weiter – auch bei Ehemaligen

Nachdem sich Tamedia von der NZZ Gruppe die Zürcher Landzeitungen «ertauscht» hat, geht es nun ans Synergienfinden. So wird derzeit etwa die Zusammenlegung der Regionalredaktionen von «Tages-Anzeiger» und Landzeitungen geprüft. Bereits weit fortgeschritten scheint in diesem Zusammenhang die Synergieplanung beim «Zürcher Unterländer» zu sein, wie die Mediengewerkschaft Impressum zu berichten weiss:

    «An einer Mitarbeiterversammlung des ‹Zürcher Unterländers› wurde heute bekannt gegeben, dass die neue Besitzerin tamedia die Redaktion mit der entsprechenden Regionalredaktion des ‹Tages-Anzeigers› zusammenlegen werde. Es wurde in Aussicht gestellt, dass dabei total 8-10 Stellen abgebaut würden.»

Aber nicht nur beim bestehenden Personal sieht man bei Tamedia offenbar Sparpotenzial, wie die folgende Zuschrift eines Medienspiegel-Lesers zeigt:

    «Grüezi

    War heute an der Beerdigung von Kurt Grau. Tot mit 82. Das war so der Dällenbach Kari von Bonstetten. Er erzählte nicht viel von sich, doch ich weiss, dass er als 16-Jähriger 194? aus Schlesien/Böhmen oder sonstwoher fliehen musste und seither von der Familie (unbekannt) getrennt war und so (zu Fuss?) irgendwie nach Bonstetten gekommen ist usw. usf.

    Ist aber egal.

    Dann hat er jahrzehntelang bei Conzett & Huber AG gearbeitet und danach bis zur Pensionierung logischerweise bei der Tamedia AG [die die Conzett & Huber AG 1987 übernommen hatte]. Nun bringen (brachten) die doch immer Todesanzeigen von Ehemaligen. Sein «Vormund» hat mir heute gesagt, dass er das den Leuten vom ‹Tagi› mitgeteilt habe, dass ihm diese aber gesagt hätten, so etwas gebe es aus Spargründen nicht mehr.

    Skandalös. Odr?»

von Martin Hitz

3 Bemerkungen zu «Tamedia spart weiter – auch bei Ehemaligen»

  1. Martin:

    Apropos «Zürcher Unterländer»: Ich hoffe, dass die Flughafenredaktion erhalten bleibt. Sie schreibt zwar Flughafen-nah, aber übernimmt immerhin nicht wie die meisten anderen Medien 1:1 die Medienmitteilungen der Flughafen Zürich AG.

    http://www.zrhwiki.ch/wiki/Flughafenredaktion

  2. Fred David:

    Naja , offen gesagt erwarte ich bei meinem hoffentlich noch nicht baldigen Ableben keine Gratis-Todesanzeige von meinem ehemaligen Arbeitgeber. Es gibt da denn doch ein paar Grenzen der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers.

    Und dass es bei einer Regionalzeitung eine mit zwei Mann besetzte Flughafenredaktion gibt, die neun Jahre lang ausserdem ihren Sitz beim Check-in 1 auf einem der teuersten Flughäfen Europas hatte, finde ich nun auch nicht grad selbstverständlich, zumal so intime Nähe zum zu beschreibenden Objekt eher subotimal ist (es ist nicht zu erwarten, dass die dort sonst kaum bezahlbare Miete regulär verrechnet wurde).

    Obwohl ich zu Controllern sonst eher ein gespanntes Verhältnis habe, hier haben sie meins.

  3. Martin:

    Angesichts der Bedeutung des Flughafens Zürich für die Region Zürich in jeder Hinsicht halte ich eine Flughafenredaktion vor Ort durchaus für angemessen. Allerdings bin ich nicht auf dem neusten Stand und weiss entsprechend nicht, ob es die Flughafenredaktion in ihrer ursprünglichen Form tatsächlich noch gibt. Kann jemand weiterhelfen?

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