Die SRG darf die Empfangsgebühren nicht erhöhen. Gelockert werden sollen dafür die Werbevorschriften für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, wie es in einer Medienmitteilung des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) heisst:
- «Der Bundesrat erlaubt nämlich der SRG, ihre tägliche Werbezeit von 8 auf 15 Prozent zu erhöhen. Zudem wird ihr ausserhalb der Hauptsendezeit (zwischen 23 und 18 Uhr) ermöglicht, ihre Sendungen alle 30 Minuten zu unterbrechen. Zwischen 18 und 23 Uhr dürfen Sendungen nach wie vor nur alle 90 Minuten unterbrochen werden.»
Werbung kann sich der Bundesrat künftig auch auf den Websites der SRG vorstellen:
- «Der Bundesrat befürwortet grundsätzlich, dass die SRG in ihrem Online-Angebot künftig auch Werbung platzieren kann. [...] Der Bundesrat ist sich aber bewusst, dass die Zulassung der Onlinewerbung zu neuen Konkurrenzsituationen zwischen der SRG und den Printmedien führen kann. Bevor definitiv über eine Öffnung entschieden wird und die Modalitäten festgelegt werden, erwartet der Bundesrat deshalb von der SRG, dass sie auf die Verleger zugeht und gemeinsam mit ihnen nach einer Lösung sucht, die es allen Beteiligten erlaubt, unter angemessenen Rahmenbedingungen im Onlinebereich tätig zu sein.»
Wie muss man sich das denn genau vorstellen? Machen Roger de Weck und Hanspeter Lebrument nun eine Runde Armdrücken? Oder vielleicht Fingerhakeln?
Zu «Fingerhakeln» ist auf Wikipedia übrigens Folgendes zu lesen:
- «Die Redewendung Jemanden über den Tisch ziehen – mit der Bedeutung: Jemanden (eher trickreich) besiegen, ausspielen) – hat ihren Ursprung in diesem Volkssport, wo nicht allein die Kraft, sondern vor allem die Technik den Ausschlag geben kann.»
Ich bedauere, dass weiterhin Fantasie und Mut fehlen, die SRG auf ihren Kern als öffentlich-rechtlichen Medienkonzern zu verkleinern … ich sehe beispielsweise keine Notwendigkeit, dass die SRG populäre Sportereignisse wie die Fussball-WM überträgt, diese Aufgabe könnten private Anbieter genauso wahrnehmen.
Lesenswert in diesem Zusammenhang:
http://www.andreasvongunten.com/blog/2010/5/4/die-srg-neu-denken.html
Eine Meinung aus der aktuellen «Weltwoche»:
http://sharetext.org/MNQV