Fertig «Gratiskultur»

Nicht nur die Neuenburger Zeitungen «L’Express» und «L’Impartial» wollen ihre Online-Leser künftig zur Kasse bitten (s. dazu die SDA-Meldung auf «persoenlich.com»). Auch «Times» und «Sunday Times» machen sich daran, die Vorgaben von News-Corp.-Chef Rupert Murdoch umzusetzen. Aus den FAQs zum Relaunch:

    «We’re launching two new, innovative websites for The Times and The Sunday Times that will replace Times Online and will be available exclusively by subscription. Digital access is complimentary to our seven-day newspaper subscribers. [...] A digital subscription, giving you access to thetimes.co.uk and thesundaytimes.co.uk is £2 per week. You can also purchase a 24 hour pass for £1 giving you 24 hour access to both websites.»

Die Konkurrenz wird’s freuen.

Wetten, dass dem Vorhaben der Neuenburger angesichts ihres – von mir vermuteten (ich kenne mich in der welschen Medienszene aber nicht wirklich aus – regionalen Monopols relativ betrachtet mehr Erfolg beschieden sein wird?

S. dazu auch:
- Rupert Murdoch, Mathias Döpfner et al.: Good Night and Good Luck

von Martin Hitz

4 Bemerkungen zu «Fertig «Gratiskultur»»

  1. Klar: Die Konkurrenz wird’s freuen… denn die Konkurrenz wird bald ebenfalls Geld für ihr Online-Angebot verlangen. Egal, ob es sich um regionale oder internationale Medien handelt. Denn auch die Konkurrenz kann es sich langfristig nicht leisten, Geld zu verlieren mit aufwendig produzierten Gratis-Angeboten. Und wenn es soweit ist, werden die hämischen Kommentare der gratisreligiösen Internet-Fans endlich verstummen. Darauf freue ich mich.

    Wer’s noch nicht gemerkt hat – die Zukunft der Presse sieht folgendermassen aus: Die Verleger wissen, dass sie mindestens die Hälfte ihrer Produktionskosten sparen können, wenn sie ihre Produkte statt auf Papier im Internet verbreiten. Das bedeutet natürlich nicht, dass sie auf ihre Einnahmen aus den Abonnements verzichten wollen. Die Verleger werden, sobald taugliche Lesegeräte verfügbar sind, ihre kostenpflichtigen Angebote ins Internet verlegen. Möglicherweise wird es auch danach leichtgewichtige Gratisangebote geben (analog zu den heutigen Gratiszeitungen). Aber es ist Zeit, Abschied zu nehmen vom Dogma, dass im Internet alles zwingend gratis sein muss. Nur total verblendete Leute glauben noch daran.

  2. Fred David:

    Ich habe heute mal versuchsweise die “Sonntagszeitung” bei pressdisplay.com digital durchgeblättert. Die Seiten erscheinen komplett im Originallayout auf dem Display.
    Kostet 0,99 $.

    Es ist nicht wirklich ein Vegnügen, geht aber ratzfatz.

    Ich kann mir für 0,99 $ auch die aktuellste Ausgabe der “New York Times” im Original oder irgendein anderes Blatt der Welt reinziehen, z. T. mit Uebersetzungsfunktion

    Ich weiss noch nicht wirklich, was ich davon halten soll.

    Mich würde mal interessieren, was Verlage von dieser Art Vermarktung haben.

  3. Fred David > «Mich würde mal interessieren, was Verlage von dieser Art Vermarktung haben» – die Verlage können so theoretisch die Druck- und Vertriebskosten sparen – eine interessante Option, wenn einem das Wasser am Hals steht…

  4. Fred David:

    @) Bobby California: Ja, aber man möchte gern mal Details aus solchen Kalkulationen, Ueberlegungen, Strategien kennenlernen, falls vorhanden.

    Vielleicht erbarmt sich ja mal ein Insider der Verlagsetagen unserer Fragen?

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