«Blick»-Gruppe: 25 Kündigungen – und vom Presserat eins, nein: gleich zwei auf den Deckel

Nun ist die Katze aus dem Sack: Ringiers «integrierter Newsroom» hat 25 Kündigungen zur Folge. In einer mit «Personalplanung für Integrierten Newsroom abgeschlossen» übertitelten Medienmitteilung heisst es dazu:

    «Nach den Konsultativverhandlungen mit der Personalkommission, freiwilligen Abgängen, Anpassungen der Ressortgrössen nach oben, Pensenreduktionen, sowie internen Wechseln konnte der am 12. Januar 2010 angekündigte Abbau von 29 Mitarbeitervollzeitstellen [s. dazu hier] auf rund 22 reduziert werden. Insgesamt müssen 25 Kündigungen ausgesprochen werden. Zusätzlich wurde das Mandatsverhältnis mit zwei freien Mitarbeitenden aufgelöst und es kam zu drei vorzeitigen Pensionierungen.»

Laut Mediengewerkschaft Comedia

    «sind wegen Pensenreduktionen, Frühpensionierungen usw. gar 44 Personen von den Umstrukturierungen negativ betroffen. Davon sind ein Drittel JournalistInnen, zwei Drittel entfallen auf technisches Redaktionspersonal. Der Abbau wird durch einen Sozialplan aufgefangen.»

***

Wie diese Woche weiter bekannt wurde, hat der Presserat zwei Beschwerden gegen den «Blick» wegen Verletzung der Privatsphäre gutgeheissen:

In Stellungnahme Nr. 1/2010 heisst es unter anderem:

    «Eine Todesanzeige gehört zu den landesüblichen Bestattungsritualen. Ihre Publikation verleiht den Medien keine Lizenz zur publizistischen Plünderung einer Grabstätte.
    [...]
    Einen besonders schweren Verstoss gegen Ziffer 7 der ‹Erklärung› beging der ‹Blick›, indem er ein privates Porträt des verstorbenen Kindes vom Grab abfotografierte, zum Aufmacherbild seiner Titelseite vergrösserte und das Bild später anderen Medien weiterverkaufte.»

Und in Stellungnahme Nr. 2/2010 kommt das Gremium zum Schluss:

    «‹Blick› hat mit der Publikation des Artikels ‹Sado-Maso im Sozialamt› (Bericht und Fotos) in der Ausgabe vom 30. August 2009 die Ziffer 7 der ‹Erklärung der Pflichten und Rechte der Journalistinnen und Journalisten› (Privatsphäre) verletzt.»

Ob man sich beim «Blick» über die Rügen des Presserats wohl klammheimlich freut? Schliesslich will das Blatt ja «wieder zum Kern seiner Marke zurück. Guter, konsequenter Boulevard.» (Ringier-Schweiz-Chef Marc Walder im Medienmagazin «Klartext»)

Siehe auch Rainer Stadlers «Wie privat ist nackte Haut?».

von Martin Hitz

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