Veranstaltungshinweis: «Haiti – die endlose Befreiung»

Aus aktuellem Anlass sei hier auf die Ausstellung «Haiti – die endlose Befreiung» des preisgekrönten Schweizer Fotografen Thomas Kern in der Coalmine Galerie in Winterthur hingewiesen, die vom 20. Januar bis zum 31. März 2010 dauert.
HAITI_Kern_2.jpg
(Libèté, Bel-Air, Port-au-Prince, 2006. Foto: Thomas Kern)

Kerns Bilder können auch in der virtuellen Galerie der Coalmine betrachtet werden, wo u.a. auch die wunderbaren Bilder von Vanessa Püntners «Alp – Porträt einer verborgenen Welt» zu sehen sind.

von Martin Hitz

1 Bemerkung zu «Veranstaltungshinweis: «Haiti – die endlose Befreiung»»

  1. Fred David:

    Danke für die Fotohinweise. Coalmine ist mir neu. Sehr eindrückliche Fotos.

    Ein Grund nachzufragen, was eigentlich aus der einst blühenden Sparte Fotojournalismus geworden ist. Warum muss ich solche absolut sehenswerten Fotoessays in Galerien suchen? Warum nicht in Zeitungen?

    Eine Doppelseite mit diesen Haiti-Fotos, mit kurzem (!) prägnantem Text: Dafür würde ich locker das 87.Interview mit Konrad Hummler über die neuste Trickser-Idee mit der Abgeltungssteuer oder das 34.Interview mit Coop-Chef Loosli über die angeblichen Hungerlöhne bei Aldi stehen und liegen lassen. Selbst die 492.Geschichte darüber, was Männer an Frauen lieben oder auch nicht, wäre mir schnuppe.

    Warum packen Redaktionen solche Chancen nicht? Damit könnte der Print gegenüber dem web noch punkten – ohne riesigen finanziellen Aufwand. Wäre ich Chefredaktor (in der kurzen Zeit, in der ich es war, kam ich, zugedeckt mit Sitzungsprotokollen wie ich war, leider nicht auf die Idee) , würde ich die Redaktion einmal im Monat zu einem Vormittag im Buchladen verdonnern, mit Anwesenheitsliste, Erfolgskontrolle Ende Jahr – und Boni in Form von Büchergutscheinen.

    Buchläden sind für den Journalismus – auch und gerade für den aktuellen – Fundgruben, weil man dort Stories findet, nach denen man gar nicht suchte ; das macht den Unterschied aus zwischen Buchladen und amazon.de oder buch.ch.

    Fantastische Bildbände, die sich für relativ wenig Geld nutzen liessen (Die schönste Hotels der Welt; Die schönsten Skylines der Welt; Die schönsten Lokomotiven der Welt, Das neue Steuerparadies Sanaa; Die attraktivsten Frauen… usw.usw. Warum gehen nicht mal FotoredaktorInnen in die Bildbandabteilungen?

    Verpasste Chancen.

    Bei Orell Füssli stiess ich vor Jahren auf einen Führer durch die interessantesten Steueroasen der Welt eines Hans-Lothar Merten, den ich nicht kannte. Ich rief ihn an. Es wurde eine spannnede Story, die Vieles von dem vorweg nahm, was heute sogar im Wirtschaftsteil der NZZ steht.

    Ich war erstaunt, dass kein einziger Schweizer Journalist bis dahin mit diesem Steuerbetrugs- und Hinterziehungsexperten je gesprochen hatte, obwohl seine Bücher etwa in der 33.Auflage vorliegen.

    Buchläden sind voller Stories und Autoren, die froh sind, wenn sie einer anruft, sie sprudeln nur so von Facts & Figures und anregende Ideen über alle möglichen Fachgebiete. Oder eben Fotoessays wie oben.

    Daraus lassen sich tolle Buchstories saugen (mit Quellenhinweis, versteht sich). Aber bloss keine drögen, neunmalklugen Buchkritiken, sondern eben Stories.

    Der “Spiegel” zeigt in jeder einzelnen Ausgabe, wie man sowas geschickt macht – zum Profit des Lesers. Es müssen nicht mal brandheisse Neuerscheinungen und Bestseller sein . Einfach spannnende, schon fast pfannenfertige Stories oder Interviews mit Autoren, die zwar kaum jemand kennt, die aber auf ihrem Gebiet etwas zu sagen haben.

    Warum machen Schweizer Printmedien das nicht? Weil Journalisten keine Bücher mehr lesern, sondern immer nur Texte von andern Journalisten – und daraus ergeben sich dann die Grundessenzen der Farbe grau.

    Es wäre auch eine Chance für Korrespondenten, den englisch-, französischen-, spanisch- chinesischsprachigen Buchmarkt systematisch zu durchkämmen. Vor einiger Zeit kam mir ein Buch von zwei schwedischen Journalisten über ABB in die Hand. Ich kann kein Wort Schwedisch, ich fragte sie einfach auf Englisch , was sie wissen – es war mehr, weit mehr als jeder Schweizer Journalist über ABB berichten konnte.

    Der Print lebt ! Aber nur noch so lange er seine originären Chancen besser wahrnimmt.

    Ab in die Buchläden!

Bemerkung anbringen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Sie können folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>