Hahnenkampf
Nach Güggel Hanspeter (s. dazu hier) hackt nun auch Hahn Roger munter drauflos. Einige Zitate aus einem «persoenlich.com»-Interview mit Schawinski:
- «Mich bedrückt, dass ein Mann wie Lebrument immer mehr durchdreht.»
- «Hingegen ist es immer noch im Dunkeln, wie Lebrument zur Macht über das "Bündner Medienhaus" gekommen ist.»
- «Ich habe Wichtigeres mit meiner Lebenszeit vor, als mich laufend mit diesem Lebrument zu beschäftigen.»
- «Lebrument liefert mit seiner jüngsten Aktion weitere Fakten, dass er vor gar nichts zurückschreckt, selbst nicht vor Drohungen und Erpressungen gegen staatliche Institutionen.»
- «Das Bundesverwaltungsgericht hat mit keinem Wort erwähnt, dass Lebrument zu viele Zeitungen besitzt. Da lügt er faustdick, um auf dieser Basis sein Drohszenario aufzubauen. Es geht nur um die Untersuchungen der Marktmacht und des Missbrauchs.»
- «Dabei ist Lebrument heute schon der grösste Medien-Subventionsempfänger der Schweiz. Und dann geht er hin und fabuliert als Präsident des Vereins Schweizer Presse vom freien Markt, und dass die Schweiz die beste Medienlandschaft der Welt habe. Das ist alles nur noch erbärmlich.»
- «Ich habe mein ganzes Leben gegen Monopole gekämpft. Das Monopol von Lebrument ist wahrscheinlich das hässlichste von allen. Und es wird mit jedem Tag hässlicher.»
Mitunter schon fast leidenschaftliche Unterstützung wird Lebrument derweil an der Heimatfront zuteil. So findet es etwa BDP-Nationalrat Hansjörg Hassler laut einem Bericht der «Südostschweiz» (online nicht frei zugänglich) «daneben, wie mit den Verlagshäusern umgegangen werde». In einer Interpellation will er den Bundesrat deshalb auffordern, «die Kriterien für die Beurteilung der angeblich missbräuchlichen und marktbeherrschenden Stellung der Südostschweiz Medien klar zu definieren». (Mehr dazu beim «Klein Report»)
Die BDP Graubünden hat laut «Bündner Tagblatts» (online nicht frei zugänglich) gar mit «Bestürzung davon Kenntnis genommen», dass Lebrument «die Zukunft des Dreititelsystems und damit auch des ‹Bündner Tagblatts›» und der ‹La Quotidiana› in Frage» stellt. Und weiter:
- «So bedauerlich die Folgen einer Nichtkonzessionierung von Radio Grischa - eine Einstellung der ältesten Bündner Tage[s]zeitung und der einzigen rätoromanischen Tageszeitung - auch wären, für die BDP sind die Überlegungen des ‹Südostschweiz›-Verlegers nahvollziehbar. Von einem Missbrauch der Monopolstellung, wie er seitens der ‹konzessionslüsternen› Gruppe [Hervorhebung M.H.] um den Zürcher Medienunternehmer Roger Schawinski ins Feld geführt wird, könne doch keine Rede sein, seien doch die Redaktionen der drei Tagezeitungen nicht nur unabhängig, sondern pflegten auch eine wohltuende redaktionelle Konkurrenz [...]
In Anbetracht der Tatsache, dass bei dem laufenden Konzessionsstreit die Vielfalt der Bündner Tageszeitungen auf dem Spiel steht, seien alle relevanten Kräfte aus Politik, Wirtschaft und Kultur in diesem Kanton gefordert, sich für deren Zukunft einzusetzen - von der Regierung über die eidgenössischen Parlamentarier querbeet durch die Parteien.»
Bemerkungen
Aua! Ich weiss nicht, ob ich lachen oder weinen soll.
Von: Miktator am 14.01.10 17:26
Posted on 14.01.10 17:26
Ganz Graubünden ist ein einziger Filz. Das zeigt sich immer wieder. In der Politik, im Gewerbe und vor allem bei den Medien. Logisch, versucht der Filz sich selbst zu schüzen. Wissen tun das alle. Doch was will man machen dagegen? Die Untersuchung aus Bern ist ein Anfang. Wenn sie denn nicht wieder im Sande verläuft...
Von: Ursi am 14.01.10 17:59
Posted on 14.01.10 17:59
Wie das Rätoromanische sollte man auch die «freien» Medien in Graubünden verbieten – und siehe: Die freien Medien würden aufleben (wie auch das Rätoromanische, ohne bundesstaatliche Unterstützung!). Ein Scherz, man möge mir verzeihen. Aber apropos Monopolisten: Wäre die Tamedia, wenn sie morgen pleite ginge, «too big to fail»? Und falls ja: Wer hat zugelassen, dass sie so gross geworden ist?
Von: Lukas Egli am 14.01.10 20:42
Posted on 14.01.10 20:42