Geadelt

Wo Rainer «ras.» Stadler Recht hat, hat er Recht: «Auch kleine Wachhunde können beissen», titelt der «NZZ»-Medienredaktor und meint:

    «Vor allem das Internet schuf zusätzliche Möglichkeiten der medienkritischen Auseinandersetzung. […] Zudem arbeiten diverse Blogger: Medienspiegel, Infamy, Bugsierer, Ronnie Grob, Journalistenschredder oder Rebell.tv. «Persönlich» und «Klartext» placieren ebenfalls Online-Kommentare. [..]

    Insbesondere die Blogs führen die klassische Medienkritik weiter, während sich die gedruckten Titel zusehends auf News, Skandale, Klatsch und Häme spezialisiert haben. […]

    Online gibt es pfiffige Kommentare zu lesen. Die Beiträge der Nutzer sind oft substanzieller als jene auf den grossen Publikums-Websites. Allerdings: Die Online-Wachhunde arbeiten für Gotteslohn. Entsprechend bleibt ihre Wirkung begrenzt und der Output von der Tagesform der Einzelkämpfer abhängig.»

Wie wahr, wie wahr!

von Martin Hitz | Kategorie: Medienschau

109 Bemerkungen zu «Geadelt»

  1. Ich finde den Abschnitt …

    „Jene, die den Niedergang der Medienkritik beklagen oder die geringe Wirkung ihrer kritischen Tätigkeit beklagen, könnten von den Internet-Aktivisten einiges lernen. Sie sollten ebenfalls die grossen Potenziale des Internets nutzen. Wenig ergiebig wäre es, weitere medienkritische Symposien durchzuführen.“

    … fast noch wichtiger. Denn daraus folgt:

    1. Auf, auf, ins Internet
    2. Bitte keine teuren, pseudomedienkritischen Veranstaltungen mehr (zu denen fast alle gehören, die von den Medien oder ihren Kritikern organisiert sind). Und wenn, dann auch Leute einladen, die anderer Meinung sind, die vielleicht neue Ansätze hineinbringen können. Ansonsten sind solche Anlässe nicht mehr als eine inzestuöse Geld- und Zeitverschwendung.

  2. @Ronnie: Wo Du Recht hast, hast Du Recht!

  3. mds:

    Erfreulich, dass hier die Links nachgereicht werden – die rückständige NZZ verfügt offensichtlich immer noch nicht über ein CMS, das Links zulässt … :->

    Passend zum Thema: Was treiben eigentlich all die Publizistikstudenten, wenn sie nicht gerade in überfüllten Vorlesungen sitzen? Eigentlich müsste es x 100 medienkritische Blogs geben … :|

  4. Bobby California:

    Einmal mehr möchte ich betonen, dass ich den Medienspiegel sehr schätze – bevor mir die versammelten Blogger wieder an die Gurgel springen und sich erkundigen, mit welcher Lizenz ich mich denn hier herumtreibe, wenn ich doch das Internet scheisse finde.

    Dennoch sehe ich in der Realität wenig bis gar keine Anhaltspunkte für Rainer Stadlers Behauptung, die Blogs würden «die klassische Medienkritik weiterführen» und «pfiffige» Kommentare schreiben, während sich die Printmedien auf «Häme» spezialisiert hätten.

    Aber hallo?! Jedesmal, wenn ich einen der von Herrn Stadler erwähnten Blogs anklicke (mit Ausnahme des Medienspiegels und des professionellen Klartext-Blogs und persönlich.com), sehe ich nicht viel mehr als Links zu anderen Seiten und eine geballte Ladung Häme. Eins ums andere Mal muss ich lesen, dass Journalist X eine Pfeife ist und Verleger Y keinen blassen Schimmer hat. Damit hat sich’s. Und das will mir Rainer Stadler als «klassische Medienkritik» verkaufen? Nee Herr Stadler, das kauf‘ ich Ihnen nicht ab.

    Machen wir doch die Probe aufs Exempel: Bugsierer schüttet am 24.11. Häme aus über Francine Jordi – Lichtjahre, nachdem sich die professionellen Kanäle auf weit originellere Weise über die Sendung ausgelassen haben.

    Ugugu bringt schon seit Tagen nur noch Links auf andere Seiten. Was hat das bitteschön mit Medienkritik zu tun? Ich sag dem nur Faulheit. Sogar Frau Zappadong hat den Ugugu darauf hingewiesen, dass er konsequenterweise weniger laut über das Copy-und-Paste der Profis rüsseln soll, wenn er schon nichts selber produzieren mag. Ugugu sagt, Links seien was gaaanz anderes. Doch wenn man zu faul ist, um selber was zu schreiben, kann man den Laden gleich dicht machen, ohne dass Verluste für den Rest der Welt entstünden!

    Dann der Rebell-Teevau: Was der Sozialarbeiter, der dahintersteckt, mir mit seinem selbstverliebten Informations-Wust sagen will, habe ich noch nie kapiert. Ein Müsterchen gefällig: «Man sagt, wir seien die mediale Zukunft, doch was wir machen, wissen wir selber nicht so genau…» Dem ist gar nichts hinzuzufügen!

    Ronnie Grob, einer der plattesten pseudo-modernen, aber gänzlich un-pfiffigen Internet-Propagandisten, übt sich heute einmal mehr im Newsnetz-Bashing. Ach wie originell. Gähn.

    Kurz gesagt: Wenn man sich durch die hiesigen pseudo-medienkritischen Blogs durchklickt, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass sich hier eine Reihe von verhinderten Journalisten den Neid von der Seele schreibt – ganz nach dem Motto: Wenn man uns nur liesse, würden wir alles viel besser machen…

    Nur: mit Medienkritik hat das herzlich wenig zu tun. Dafür genügt es nicht, die Profis eins ums andere Mal als Bäumetöter zu beschimpfen, selber möglichst wenig eigene Ideen umzusetzen und grundsätzlich auf eigene Recherchen zu verzichten.

  5. @Bobby California: Also ich hab mal gelesen, ich glaube in einer Zeitung wars, man soll sich als ernsthafter Blogger oder Journalist nicht von allzu platten Rundumschlägen anonymer Kommentatoren verunsichern lassen. Ne, im Ernst, Mr. „California“: Wenn ich Rundumschläge mache, dann versuch ich wenigstens, Argumente dazu zu liefern. Von Ihnen lese ich nur die üblich hier vorgetragene Abscheu gegenüber einer angeblich von Medienbloggern andauernd getriebenen Internetpropaganda inklusive Holzmedienhass (was meines Erachtens gar nicht so ist, weder bei mir noch bei den anderen angesprochenen Medienbloggern).

    Was ist mit Argumenten? Wo sehen Sie denn die herausragende Medienkritik jenseits von Medienblogs? Vielleicht in anonymen Kommentaren in Medienblogs, die es ohne Medienblogs gar nicht geben könnte?

  6. tja, leute: da gibt’s ne steilvorlage der nzz für die blogger – und was tun die /wir?? statt der (wohl nach wie vor netz- kritischen) medienschar etwas inhalt zu bieten, ballern blogger schon wieder auf einander, befassen sich mit sich selber. und dann kriegt der einzige medienjournalist, der sich noch ernsthaft mit den entwicklungen der medienwelt auseinander setzt, auch noch haue für ein blogger – lob… haaallooo!!
    inhalt ist es, der die blogg-leser interessiert, nicht blogger-kritisiert-blogger-bloggerei; who the f… cares, welches bild sich „boby california“ oder sonst ein blogger von den blogger-motivationen ach‘ so „verhinderter journalisten“ macht?
    ob blog- inhalt via verlinkungen, oder durch eigenständiges blog-journalisten kommt, ist mir doch als leser völlig wurscht; wenn’s mich nicht anspricht, ziehe ich weiter. punkt.
    also: pliiise, werte bloggeristen, hört endlich endlich auf mit dem gejammer und macht, was ihr könnt: BLOGGEN

  7. Fred David:

    @) Einverstanden , André: Setzen wir deinen letzten Satz doch gleich um.

    mds wies darauf hin, dass ein Medienblog wie dieser ein ideales Trainingslager für Kommunikationsstudenten wäre. Sie sind vom Fach, haben einen hoffentlich noch unverstellten Blick, sie sind noch frisch und bitte auch angriffslustig.

    Aber wo sind sie? Sie studieren Kommunikation, kommunizieren aber nicht. Zumindest nicht nach aussen.

    Hier wäre ein offener Kanal, sich einzumischen. Wer sagt’s ihnen? Ihr Professor? Ja, bitte. Wir warten gespannt.

  8. Bobby California:

    Mr. Grob > Ist gar nicht so? Na dann schauen Sie sich doch Ihren vorletzten Kommentar an: Medien organisieren grundzipiell nur teure, inzestuöse Veranstaltungen. Wie überraschend, dass Sie zu diesem vernichtenden Schluss kommen. Übrigens habe ich nicht alle Medienblogs pauschal kritisiert, sondern (im Unterschied zu Ihnen) differenziere ich zwischen verschiedenartigen Angeboten.

    André > Ich bin Holzveredler, nicht Bloggerist.

    HG Hildebrandt > Danke für das Lob. Das Keller-Zitat ist klasse, mir gefällt der Vergleich mit der «Rübe im Mistbeet»!

  9. @Bobby California: Die Veranstaltungen sind nicht inzestuös und teuer? Nehmen wir zwei Beispiele:

    1. Die „Dreikönigstagung 2010“ kostet (für mich unbezahlbare) 590 Franken.

    http://www.schweizerpresse.ch/index.php?id=57

    Wer von den Referenten hier gehört nicht zum Medienestablishment? Aber ist ja auch ein Event der Medien.

    Dann also zur „Medienkritik“:

    2. Der „Aufbruch zu einer kompetenten Medienkritik“ kostet 250 Franken. Das geht ja noch, aber für einen normalen Blogger wird das zuviel sein.

    http://www.xing.com/events/aufbruch-kompetenten-medienkritik-426525/description

    Wer von den Referenten hier gehört nicht zum Medienestablishment?

    Haben Sie vielleicht andere Beispiele von Events, die meinen Eindruck zerstreuen könnten?

  10. @Hildebrandt: Ein prächtiges Keller-Zitat, nur sollte man der Vollständigkeit halber das Ende der Geschichte noch hinzufügen:

    „So fügte es sich, daß in diesem Gasthofe die täglichen Stammgäste samt dem Kellner mehr Bildung und Schule besaßen als der kleine Schriftstellerkongreß, der zur Stunde unter dem gleichen Dache schlummerte.“

    Gottfried Keller war ein Blogger. Ist doch irgendwie Hammer? Und ein sehr subversiver noch dazu. Aber eigentlich geht mir die Debatte Journalist-Blogger-Blogjournalist auch langsam auf den Sack. Wenn sie Bobby (und andere Fressnapfverteidiger) nicht immer wieder ausgraben würde, wäre sie längst gegessen.

  11. Bobby California:

    Ugugu > Wenn Gottfried Keller ein Blogger war, hat er jedenfalls mehr gemacht als nur Links gesammelt, gell. Du bist auch nicht mehr so kampfeslustig wie früher. Also hier ist mein Vorschlag für einen Waffenstillstand:

    1. Du und Deine Bloggerkollegen stellen die immergleichen, faden Sticheleien gegen Holzmedien und Bäumetöter ein. Stattdessen beginnt Ihr, den Lesern etwas Gehaltvolleres vorzusetzen. Schreibt was Schönes, stellt eigene Recherchen an, lasst Eurer Kreativität freien Lauf. Ich weiss: das ist mühseliger, als zum x-ten Mal die Profis der Unfähigkeit zu bezichtigen. Aber es ist für die Leser wesentlich interessanter, und ich müsste dann vielleicht plötzlich meinen Fressnapf verteidigen, was heute angesichts der anhaltend dürftigen Leistungen der «Konkurrenz» nicht nötig ist.

    2. Du änderst den Namen Deines Blogs in «Journalisten-Küsser».

    3. Sobald Punkt 1 und 2 des Friedensplanes in die Tat umgesetzt sind, werde ich Rainer Stadler freudigen Herzens beipflichten und die Blogger in höchsten Tönen loben.

    Doch ist zu befürchten, dass eher die Hölle zufrieren wird.

  12. «Journalistenküsser» finde ich übrigens gar kein schlechtes Blogprojekt, obwohl ich es lieber nicht persönlich umsetzen möchte. Aber am 17. Juni 2010 ist wieder Hug a Journalist Day, da kann ich ja ausnahmsweise mal michtmachen. Freeze!

  13. @Bobby California: Die Veranstaltungen sind nicht inzestuös und teuer? Nehmen wir zwei Beispiele:

    1. Die „Dreikönigstagung 2010“ kostet (für mich unbezahlbare) 590 Franken.

    http://www.schweizerpresse.ch/index.php?id=57

    Wer von den Referenten hier gehört nicht zum Medienestablishment? Aber ist ja auch ein Event der Medien.

    Dann also zur „Medienkritik“:

    2. Der „Aufbruch zu einer kompetenten Medienkritik“ kostet 250 Franken. Das geht ja noch, aber für einen normalen Blogger wird das zuviel sein.

    http://www.xing.com/events/aufbruch-kompetenten-medienkritik-426525/description

    Wer von den Referenten hier gehört nicht zum Medienestablishment?

    Haben Sie vielleicht andere Beispiele von Events, die meinen Eindruck zerstreuen könnten?

  14. hildebrandt:

    Die kompetente Medienkritik soll 250 Franken kosten, das ist echt klasse. Ich glaube tatsächlich, eine Blogger-Initiative würde das auch kostenlos hinkriegen. Bloss auf basisdemokratischem Weg gehts natürlich nicht. Und auch nicht mit Rummäkeln an den Grundbedingungen des Gewerbes. Kompetente Medienkritik müsste an sich vor allem eine Forderung stellen, nämlich die Medien im Sinn ihrer Konsumenten verbessern zu wollen und nicht im Sinn einer politischen Stossrichtung, die von Kritiker zu Kritiker unterschiedlich tolerant ist. Wenn die Konsumenten die Medien mehr lieben würden, dann wäre schon viel gewonnen. Wie schafft man das?

  15. ich habs geahnt, bobby california dreht durch und kotzt über alles, was auch nur zwischen den zeilen an seinem ast rüttelt, auf dem er als anonymer holzveredler sitzt. ja, ich habs geahnt:
    http://twitter.com/bugsierer/status/6003185961

    ich schätze dieses blog auch sehr, bobby, aber du bist hier die nervensäge nr. 1, dein konstantes bloggerbashing geht mir auf den sack. wenn ich hier zurückblättere, bist du konstant am blogger bashen. erstaunlich, dass dir die luft noch nicht ausgegangen ist.

    ts…

  16. Bobby California:

    Bugsierer > Ich schliesse aus Ihrer Stellungnahme, dass Sie, obwohl es Ihnen grosses Vergnügen bereitet, Journalisten an den Karren zu fahren, es weniger schätzen, wenn sich letztere mit Ihrem Schaffen kritisch auseinander setzen. Dann ist es für Sie «Bashing». Muss ich mir merken, dieses Wort.

    Hand aufs Herz: Wenn Sie sich am Dienstag (!) über eine sonntägliche Fernsehshow aufregen, rütteln Sie an keinem Ast, auf dem ein Holzveredler sitzt. Da waren sogar die Bäumetöter schneller. Sonst heisst es immer, die Stärke des Internets sei seine Geschwindigkeit. Vielleicht gilt das nicht im Berner Oberland.

  17. So, und jetzt sind wir wieder nett zueinander.

  18. @bobby: dein geschwurbel strotzt vor inkompetenz: „Sonst heisst es immer, die Stärke des Internets sei seine Geschwindigkeit.“ soso, sonst heisst es immer… – wenn du so für deine zeitung schreibst, sollte man sie heute schon zumachen.

    du hast einfach nicht kapiert, dass blogs persönliche meinungskanäle sind, die nicht schneller sein müssen als sonstwer und die v.a. durch ihr gesamtwerk punkten denn mit einzelnen posts. ich fahre journalisten dann an den karren, wenn mich ihre fehlleistungen dazu animieren und das kommt leider immer öfter vor.

    zudem scheinst du noch nie was vom long tail gehört zu haben. jedenfalls würdest du dich noch wundern, wie oft (und von wem) selbst uraltstorys in unseren blogs noch gelesen werden. nach deiner einschätzung sind blogs solitäre motzkanäle mit null relevanz, aber da täuschst du dich gewaltig. aber richtig einschätzen könnte der grosslippige bobby das nur, wenn er die tools dahinter versteht oder sich mal mit sachen wie rivva.de befasst.

    es ist doch so: statt dich substantiell an der diskussion zu beteiligen, giesst du hier konstant deinen hass über uns blogger aus. das kommt mir vor wie ein frustierter stammtischhocker, der jeden tag über seine stammtischrunde wettert und trotzdem immer wieder hingeht.

    wir habens jetzt dann langsam begriffen, dass du blogger für die hinterletzten kläffer hältst, es ist völlig unnötig, dass du noch jeden tag ausgerechnet hier deine beleidigungen ausbreitest. das ist infantil.

    und dann tust du das erst noch unter pseudonym, sowas nennen wir hier im emmental höseler. nein, ich bin nicht im berner oberland zu hause, wie du spöttisch vermutest. nicht mal das kriegst du hin, du schlauhölzeler.

    kannst du dir nicht sonst ein hobby suchen?

    @medienspiegler: nett? ich bitte dich. ist es nett, dass der bobby hinterwald hier dauernd über blogger flucht? und wann gibts hier eine kommentarbenachrichtigung? ;-)

  19. ras.:

    Mich würde dies interessieren: Warum haben die (Schweizer) Blogger nicht irgendwelche Kooperationen entwickelt? Ich denke, dass jeder Einzelne besser wahrgenommen würde, wenn er auf einer gemeinsamen Plattform auftreten würde. Ich weiss, jeder will sich selber bleiben, und klar, niemand soll seine Individualität abstreifen. Und klar, die Sache ist nicht einfach zu lösen. Dennoch: Die Blogger müssten sich mal mit dieser Frage befassen. Sonst hocken sie immer in einer kleinen Nische.

  20. Fred David:

    @) ras: Das ist ja nun wirklich ein konstruktiver Vorschlag.

    Daraus könnte etwas Schlagkräftiges entstehen.

    Aber jemand muss den ersten konkreten Schritt machen. Gottfried Höppli , ehemaliger Chefredaktor des „Tagblatts“ schwebt offenbar so etwas vor.

    Warum nicht mal die Interessenten zusammentrommeln.

    Der hiesige Hausherr, Martin Hitz mit seiner Erfahrung könnte das ja mal versuchen?

  21. Bobby California:

    ras. > Ich bin nicht sicher, ob die Welt auf eine Anti-Bäumetöter-Koalition oder auf eine «Ronny-Bugsierer-Schredder»-Platt-Form wartet. Die autochthonen Blogger müssten sich vor allem mal mit der Frage befassen, wie sie Content generieren können, der ein Publikum anspricht, das sich nicht nur aus anderen Bloggern zusammensetzt. Nur so kommen sie aus ihrer Nische raus.

  22. Fred David:

    Sorry : Ich meinte natürlich Gottlieb F.Höpli, dessen Projekt hier schon vorgestellt wurde.

  23. Hildebrandt:

    Also für eine Blogger-Initiative Medienkritik mit einer Art Satzung (aka Strategie, Stossrichtung, whatever) könnten sich bestimmt ein paar Leute begeistern. Habe ich ja oben auch schon angeregt, aber es braucht eben einen Initianten mit etwas Zug. Vielleicht könnte die NZZ dem Vorhaben analog zum NZZ Votum eine Plattform bieten, Herr Stadler?

  24. der versuch von plattformen ist da und dort schon gemacht worden und fast immer gescheitert. zumindest im deutschsprachigen europa.

    es ist meiner meinung nach auch nicht nötig, es geht nicht um grosse reichweiten, sondern um die vielfalt der stimmen. und du sagst es richtig: blogger sind individualisten, die man ohne grossen aufwand nicht unter einen hut kriegt.

    wer sich für medienthemen interessiert und blogs lesen will, stösst fast gezwungenermassen auf die hand voll „medienblogs“ in der deutschschweiz. ob mit oder ohne plattform, medienblogs bleiben eine nische. mich stört das überhaupt nicht – vor meiner bloggerei hatte ich nicht mal diese nische, heute lesen mehr medienprofis und medienintressierte mein blog, als ich mir das je erträumen konnte. und von denen, die meine kritik angeht, lesen auch ein par mit ;-)

    was medienblogs aber tun könnten ist, sich ohne grosses plattformgedöns einfach besser gegenseitig verlinken. habe das in meinem blog soeben mit einer separaten link kategorie getan. fehlt noch wer?

  25. mister universum:

    sich gegenseitig verlinken? symptomatische idee für ein system, dessen programm die selbstreferenzialität ist. schon der titel hier: «geadelt»! wenns nicht so peinlich wär, müsste man bedauern haben.

  26. Fred David:

    @) Ja, bugsierer, die gegenseitige Verlinkung der Blogs wäre schon mal ein innovativer Schritt zu einer stärkeren Präsenz im Sinn von ras.

    Man wäre zwar unmittelbare Konkurrenz (das ist man mit oder ohne Link sowieso), aber es würden von diesen rasch nutzbaren Links alle profitieren. Ausserdem belebt Konkurrenz das Geschäft

    Just do it.

    Und die hier schon mehrfach angeregte Benachrichtigungsfunktion könnte man dann vielleicht gleich mit erledigen. Spart Zeit und würde die Intensität der Kommentare verbessern.

  27. Bobby California:

    Mister Universum > Sie sprechen mir aus der Seele. Es ist wirklich kaum zu glauben, was sich hier so abspielt. Ich glaub, ich bin im falschen Film. Zuerst bringt die NZZ ein schnell zusammengeschriebenes Artikelchen und wirft den Bloggern ein paar lobende Zückerchen hin, und schon brechen letztere in lautstarken Jubel aus.

    Die Twittersphäre beginnt zu glühen. «Jetzt sind wir berühmt», schallt es aus dem Emmental. Endlich dürfen sich auch die selbsternannten Schweizer Hobby-Medienkritiker 15 Minuten lang im Spotlight der Weltpresse sonnen, die ihnen Andy Warhol schon vor so langer Zeit versprochen hat. Und dies erst noch mit denkbar geringem Aufwand. Ein bisschen Kläffen genügt.

    Nur: Unter «Medienkritik» würde ich dann schon etwas anderes verstehen. Zunächst mal sollte ein guter Journalist / Tinterich / Bloggerist unvoreingenommen und neugierig sein. Leider ist das bei den bloggenden Amateur-Medienkritikern genausowenig der Fall wie bei der Weltwoche. Wenn man die Blogs liest (nochmals, damit auch Emmentaler mitkommen: die seriösen Blogs wie zB Medienspiegel / Klartext / persönlich sind von dieser Kritik ausgenommen, denn ich kann differenziert urteilen), also wenn man gewisse Blogs anschaut, dann wird schnell klar, dass hier nicht Neugier die Triebfeder ist. Vielmehr steht die Meinung schon vor dem Schreiben des posts fest: Holzmedien sind scheisse, professionelle Journalisten sind unfähig, Verleger haben vom Internet keine Ahnung. Das Schreiben des posts dient dann nur noch dazu, die vorgefasste Meinung zum Ausdruck zu bringen. Recherchieren erübrigt sich, Aktualität und Akkuratesse sind überflüssig, denn weil man keinen Lohn erhält, kann man sowieso tun und lassen, was man will.

    Christian Ankowitsch hat es im neuen Magazin gut auf den Punkt gebracht: «Die Thesen der Apologeten des Internets (also dass es mit den Holzmedien in absehbarer Zeit vorbei ist), wären durchaus debattierenswert, würden sie nicht bevorzugt mit einem triumphierenden Unterton vorgetragen… es wäre interessant, dieser Häme (und den darin mitschwingenden Ressentiments) nachzugehen…» Ja, das wäre wirklich interessant.

    Ugugu > Danke für die Widmung in Deinem Blog und für die Küsse. Punkt 2 meines Friedensplanes ist damit schon fast erfüllt. Andere Blogger sollten sich ein Vorbild nehmen an Dir. Mit Dir kann man wenigstens diskutieren, ohne dass Du gleich ausfällig wirst.

  28. @Bobby California: Da Sie ja nach eigenen Angaben „differenziert urteilen“ können, dann beantworten Sie mir bestimmt noch die weiter oben gestellten Fragen. Hier sind sie nochmals:

    „Wer von den Referenten hier gehört nicht zum Medienestablishment?“

    und

    „Haben Sie vielleicht andere Beispiele von Events, die meinen Eindruck zerstreuen könnten?“

    Schliesslich haben Sie mir unterstellt, mir würde die Fähigkeit, mich differenziert zu äussern, abgehen und stattdessen Pauschalurteile verbreiten.

  29. mister universum:

    lieber bobby. schau: der unterschied zwischen dir und dem lichtscheuen mob hier ist doch der, dass du bei den medien arbeitest und sie bloggen über medien. kaum einer von denen hat je verantwortung übernehmen müssen für das, was er schreibt. geschweige denn, dass er in einem medienhaus ein budget verwaltet hätte, eine stelle geschaffen oder eine abgebaut oder zur verantwortung gezogen wäre, wenn die auflage abschmiert. es sind medien-amateure, die medien-profis beurteilen.
    daran aber wäre an sich gar nichts auszusetzen. kritik von aussen ist erwünscht, sehr sogar. denn sie spiegelt die haltung des konsumenten wider. hier aber haben wir es nicht mit konsumenten zu tun, sondern mit einer elitären, selbstgerechten clique, die an medienschaffende herantritt und besserwisserisch ansichten vertritt, die mit dem publizistischen oder verlegerischen alltag rein gar nichts zu tun haben. wenn ein medienunternehmen die hier im dutzend billiger formulierten ratschläge beherzigte, dann würde das seinen sofortigen tod bedeuten.
    das widerlichste aber ist diese selbstreferenzialität. diese öffentlich betriebene massen-masturbation. aufgeilen tun sie sich gemeinsam, indem sie sich halbschlaue holzköpfe in holzmedien zusammenphantasieren. das ejakulat: häme und spott.
    ich rate dir, halt dich nicht auf in diesem zirkel. onanie trägt keine früchte. ansonsten: california uber alles!

  30. Das mit den ano- bzw. pseudonymen Kommentaren ist hier jetzt bald sieben Jahre lang gut gegangen. Ich hoffe, dass das so bleibt!

  31. @mister universum: „lichtscheuer Mob“ ist gut! :-) Fragt sich nur, wer jetzt davon getroffen ist.

    Ich kann mich erinnern, dass sich die Debatte vor zwei Jahren um ano- bzw. pseudonyme Pöbel-Blogger gedreht hat. Nun beteiligt an der Diskussion sind Kommentatoren, die ihre wahre Namen verschweigen, durch ihre Aussagen aber wohl als Mitarbeiter von Zeitungsverlagen identifiziert werden können. Bei den beteiligten Bloggern scheint mir nur der „Journalistenschredder“ ohne Echtnamen dabei zu sein.

    Ausserdem: Ich sehr wohl Medienkonsument.

  32. ras.:

    Bin ich jetzt auch ein Blogger, da ich laut Bobby California ein Artikelchen schnell zusammengeschrieben haben soll? Ich werde mal meinen Psychiater fragen.

    Ich habe die Frage gestellt, warum sich Blogger nicht besser
    vernetzen? Eine Antwort war: Man sei zufrieden mit einem Nischendasein. Ich verstehe diese publizistische Weltabgewandtheit nicht. Man muss doch ein Interesse haben, moeglichst viele und die relevanten Leute zu erreichen. Da kann man sich doch nicht vom Journalismus unterscheiden. Das muss ja nicht heissen, deswegen faule inhaltliche Kompromisse zu schliessen.

  33. Fred David:

    ras. hat Recht: Selbstverständlich ist es besser, die Kräfte zu bündeln, statt Glaubenskriege auszufechten. An seinem eigenen Profil soll jeder Medienblog weiter feilen.

    Sie sollen sich als ersten Schritt gegenseitig und gut sichtbar verlinken: Geringer Aufwand, starker Effekt. Und dann sieht man weiter.

  34. ungeadelt:

    Erfahrungsgemäss ist es nicht möglich, dieses Thema zu diskutieren, ohne dass gewisse Leute ihre mangelnde Sozialkompetenz öffentlich zur Schau stellen müssen (beispielsweise in dem sie eine missliebige Person als «Nervensäge Nr. 1» abkanzeln). Meist renne ich vor solchen Leuten weit davon.

    Doch ist mir das Thema Medienkritik zu wichtig, um es eben solchen Leuten zu überlassen.

    Leider versäumt es ras. in seinem Artikel die «medienkritischen Blogs», wie er sie nennt, inhaltlich zu analysieren und mit der klassischen Medienkritik zu vergleichen.

    Um das Potenzial zu nutzen, das den «medienkritischen Blogs» inne liegt, reicht sichbare Verlinkung keineswegs. In allererster Linie müssten sie in ihrer Berichterstattung anerkannte Qualitätsstandards einhalten. Dazu gehört unter anderem auch Transparenz und Objektivität, sowie eine hohe analytische Qualität.

    Einige Blogs erfüllen diese Ansprüche zweifellos; Infamy, Bugsierer, Ronnie Grob, Journalistenschredder oder Rebell.tv gehören nicht dazu.

    Nicht jeder pensionierte Lehrer, der einen Leserbrief schreibt, ist deswegen gleich ein Medienkritiker. Und nicht jeder Blog, der ein paar Links herumschleudert, obsessiv Orthographie-Fehler auflistet oder in hämischem Ton irrelevante Nebensächlichkeiten erfasst, ist ein «medienkritischer Blog».

    Wünschbar ist der Aufbau eines professionellen Medienblogs, der den unabhängigen medien­kritischen Jour­nalismus fördert.

  35. @ras.: Wie ja von den Kritikern der hiesigen Online-Medienkritiker gerne und auch zurecht festgestellt wird, ist der Fakt, dass es sich nur um ein kleines Grüppchen handelt, das sich gegenseitig nicht total fremd ist. Sollten diese sich jetzt auch noch zu einer Plattform zusammeschliessen, dann wäre es um das wirklich sehr bescheidene Pflänzchen Online-Medienkritikvielfalt sofort geschehen. Ausserdem muss ein Zusammenschluss ja einen Sinn ergeben, zum Beispiel Einnahmen (was die Motivation zur vertieften Recherche beispielsweise durchaus erhöhen würde).

    Ich glaube, es muss etwas anderes geschehen: Jeder in der Branche muss einsehen, dass die sonnigen Zeiten, in denen schöne Werbeeinnahmen einen guten Journalismus garantiert haben, für die allermeisten vorbei sind. Dass der stetig zunehmende Druck auf die Mitarbeiter zu gar nichts anderem führen kann als zu immer noch mehr Fehlleistungen und zu allgemein weniger Qualität.

    Mich verwundert, wie in der Schweiz mit dem erhöhten Druck umgegangen wird, denn mehrheitlich wird er einfach verdrängt. Ich habe drei Eindrücke:

    1. Viele Mitarbeiter der Verlage haben gar kein Interesse an der Debatte um den Journalismus – sie machen, was ihnen aufgetragen wird, sind zufrieden damit, nicht rausgeschmissen zu werden und wollen sich nach einem anstrengenden Tag nicht noch abends der Medienkritik widmen – wer könnte das nicht verstehen.

    2. Das Klima der Verlustangst ist aber auch in jenen Positionen zu beobachten, die, weil sie Chefredakteure sind, ein Interesse an der Zukunft des Journalismus haben müssten. Um bloss nichts am Status Quo ändern zu müssen und im verzweifelten Bemühen, die Einnahmen zu halten, öffnen sie sie ihr Medium der Werbung auf eine Weise, die dazu führt, dass sich Leser verabschieden – eine Todesspirale.

    3. Durch den Abbau findet die natürliche Auffrischung in den Verlagen nicht mehr statt. Die immer gleichen Köpfe bestätigen sich gegenseitig an den noch immer opulenten Veranstaltungen ihre zum Teil sehr gestrigen Positionen. Einwürfe von Aussen werden als störend empfunden. Statt dass man sich damit auseinandersetzt, ist man damit beschäftigt, sie als irrelevant und lebensfern abzukanzeln. (“Das Schiff sinkt” – “Schafft den Mann weg, er stört!”)

    Also: Auf der einen Seite die sich gegen Aussen abriegelnden, auf der Führungsebene furchtbar homogenen Verlage. Auf der anderen Seite ein viel zu kleines und zu homogenes Grüppchen unbezahlter Kritiker. Ich glaube, die beiden müssen sich aufeinander zubewegen.

    Es gibt noch einen weiteren Grund, warum das Grüppchen der nicht institutionalisierten Medienkritiker so klein ist – es setzt sich nämlich zu einem guten Teil aus Leuten zusammen, die aus den verschiedensten Gründen glauben, nicht davon abhängig zu sein, im “Rösslispiel” (so nennt das Frank A. Meyer, wenn es mir recht ist) der Schweizer Medienszene einen Posten zu ergattern und darum frisch von der Leber schreiben, was sie denken.

    Die konkrete Medienkritik ist nichts anderes als die immer wieder neu angesetzte Initialzündung zur Debatte, was für einen Journalismus wir uns vorstellen. Es ist gut und wichtig, dass sie immer und immer wieder geführt wird. Medienkritik im Internet ist übrigens alles andere als ein Nischendasein. Es ist einfach nur ein Dasein.

    @ungeadelt: Wie wäre es, wenn Sie uns einfach mal zeigen, wie Sie sich das vorstellen? Dann können wir uns dazu eine Meinung bilden. So bleiben die Ideen dazu abstrakt und können auch gar nicht diskutiert werden. Ein Medienblog ist übrigens in 2 Minuten eröffnet – man kann also gleich mal zeigen, was man kann. Bei Medienjobs ist das ja nicht so einfach.

  36. @bobby: was passiert, wenn zu schnell verstanden wird, kannst du hier besonders schön nachlesen.

    schade hast du den link deines zitates nicht mitgeliefert hast: (links sind keine quellenangabe. viel mehr!) ich sage den satz gegenüber einem der wichtigsten professoren in sachen familienunternehmen, prof. dr. rudolf wimmer: http://tv.rebell.tv/p3374.html

    auch er wird dann gleich mit einer abwertenden sexualisierten beschreibung weiterfahren. kurzum: das gespräch passt ganz wundervoll in die hier zur darstellung gebrachte „diskussion“ ;-)

    derweil:

    1) ich bleibe stur: das was wir innerhalb von http://rebell.tv tun, ist KEIN subtraktions-blogging. also etwas anderes! (nein. auch das was du jetzt grad meinst nicht. himml :-/

    2) ich bleibe stur: der interessanteste journalismus-unternehmer in german-speaking part of europe ist dr. michael maier. er hat am konsequentesten gezeigt, was innheralb des subtraktionskonzeptes gemacht werden kann: podcast mit maier: http://blog.rebell.tv/p13082.html

    a) vollredaktion abzüglich druckmaschine:
    http://www.netzeitung.de/

    b) abzüglich (=subtraktion!) vollredaktion:
    http://readers-edition.de/

    c) auswertung von rss-feeds:
    http://www.buergerinfo09.de/

    alles hat es selbstverständlich vorher und früher auch schon gegeben. aber bloss maier hat es in dieser gedanklichen stringenz auf den punkt hin geführt. auf den punkt 0 des subtraktionskonzeptes.

    3) ich bleibe stur: (@mister universum) ich bleibe was ich bin: nicht anonymer sozialarbeiter & unternehmer (spin-off aus eigenen projekten 1997!) der claim für die hier versammelte zielgruppe:

    „die form der unruhe“ wird für computerzeit, was die NZZ für die maschinenzeit war ;-)

    /sms ;-)
    http://rebell.tv

    neu: http://blog.rebell.tv/textsorten_erkennen

  37. Bobby California:

    Ronnie Grob > Glauben Sie mir: Es hat sich in der Branche längst herumgesprochen, dass die «sonnigen Zeiten» vorbei sind. Wenn Sie am 29.11.09 fordern, dass «jeder in der Branche das einsehen muss», rennen Sie sperrangelweite Türen ein. Offenbar hat Mister Universum recht: Sie stellen sich gerne kreuzdumme Journis vor, um Ihren Kampf gegen Windmühlen zu legitimieren.

    Weiter unten fantasieren Sie: «Viele Mitarbeiter der Verlage haben gar kein Interesse an der Debatte um den Journalismus.» In welcher Welt leben Sie denn? Die Debatte um den Journalismus findet in den Redaktionsstuben tagtäglich statt. Aber das wissen Sie nicht, weil Sie keinen Kontakt zur real existierenden Medienwelt haben.

    Medienkritik interessiert mich schon. Sehr sogar. Gerade heute. Aber eben: Wenn Sie sich tagtäglich über Nichtigkeiten aufregen wie den Unterschied zwischen «Bing» und «Bling» – sorry Ronnie, das ist keine Medienkritik. Da fehlt das Salz in der Suppe. Und der Pfeffer. Und das Fleisch am Knochen. Und der Knochen.

    Von einem seriösen Medienkritiker würde ich erwarten, dass er mir auch mal sagt, was er gut findet und mich ab und zu auch mal auf einen gelungenen Artikel hinweist. Aber das ist in Ihrem Programm nicht vorgesehen. Der einzige Zweck Ihres Blogs ist offenbar, den Journalisten die Kappe zu waschen. Deshalb kommt der Verdacht auf, dass Ihre Motivation nicht Medienkritik ist, sondern eher sowas wie Neid.

    Um noch Ihre Fragen zu beantworten: Sie fordern, dass Blogger in Chefetagen und Symposien vorgelassen werden, um Weisheiten wie «Das Schiff sinkt» aufzusagen. Hand aufs Herz: der Erkenntniswert solcher Sätze ist gleich Null. Dass das Schiff sinkt, haben mittlerweile alle gemerkt. Und Blogger haben ja auch keine konkreten Ideen, wie man das sinkende Schiff auf Vordermann bringen könnte. Immer wenn ich nachfrage, heisst es, man müsse eben neue Geschäftsmodelle ersinnen, aber kein Blogger kann mir sagen, wie die neuen Geschäftsmodelle aussehen sollen. Es ist natürlich wesentlich einfacher, die Leute, die an den Schalthebeln sitzen, der Unfähigkeit zu bezichtigen. Nur: So retten Sie die Medien leider nicht, und deshalb lädt man Sie auch nicht zu den Symposien ein – solange Sie nicht ein bisschen mehr Gehirnschmalz in Ihre Medienkritik investieren.

  38. ungeadelt:

    @ Ronnie Grob: Was möchten Sie mit dem Satz «Ein Medienblog ist übrigens in 2 Minuten eröffnet – man kann also gleich mal zeigen, was man kann» zum Ausdruck bringen? Ich solle selbst einen Medienblog betreiben? Das erinnert mich an den Kommentar des Kochs, der mir kürzlich ein Wiener Schnitzel mit dunkelbrauner Panade servierte. Als ich ihm erklärte, dass ein braunes Schnitzel ein missratenes Schnitzel ist und ich dieses nicht akzeptieren werde, sagte er, ich solle es halt zu Hause besser machen. Ich wüsste ja wie das gehe und es brauche ja bloss Mehl, geschlagene Eier, Paniermehl, Butterschmalz und Schnitzel von der Kalbsnuss.

    Okay, dieser Vergleich ist nicht ganz fair: Der Koch wollte etwa 54 Franken für das verbrannte Schnitzel und Sie stellen Ihre Rechtschreib-Korrekturen gratis ins Internet. Also habe ich wohl kein Anrecht darauf, Ihr Hobby zu kritisieren.

    Apropos:

    Wenn solche Blog-Beiträge
    http://blog.ronniegrob.com/2009/11/25/qualitaetsjournalismus-mit-newsnetz-13/

    «medienkritisch» sind, dann war der Deutschlehrer meiner Mutter der grösste Medienkritiker des letzten Jahrhunderts. Der pensionierte Gymnasiallehrer korrigierte tagein, tagaus jeweils zwischen 6.30h und 10 Uhr die NZZ und den Tages-Anzeiger mit Rotstift und schickte sie gleichentags den jeweiligen Chefredaktoren zu.

    Er selber nannte sich allerdings nicht Medienkritiker, sondern führte seine Pingeligkeit einfach auf seinen analfixierten Charakter zurück, den er für typisch Schweizerisch hielt. Obzwar es gänzlich untypisch ist für diese Art von Persönlichkeit, hatte er doch einen bemerkenswerten Sinn für Selbstironie.

  39. Bobby California:

    Martin > Ich bin kein Follower von niemandem, aber ich sehe alles, wenn auch manchmal mit Verspätung. Hier mein neustes Tweet:

    Angenommen, Mr U ≠ BC-Verarscher? Was dann?

  40. @Bobby California: Ich halte es nicht für irrelevant, den Namen der derzeit zweitwichtigsten Suchmaschine in einem Artikel zweimal falsch zu schreiben, darum habe ich den Bing-Bling-Text geschrieben.

    Beruhigte nicht noch vor kurzem Verlegerpräsident Hanspeter Lebrument, die Umsätze seien ok und man solle nicht immer klagen, nur um wenig später Staatshilfen zu fordern? Nein, so lange ist diese Einsicht noch nicht da. Das Internet hingegen wird bereits seit 10 Jahren von breiten Teilen der Bevölkerung genutzt. Alles, was passiert und noch passieren wird, ist absehbar.

    Ich weise nicht auf lesenswerte Artikel hin? Ausgerechnet ich, der das seit mehreren Jahren sechsmal täglich tut? Bitte?

    http://www.bildblog.de/ressort/6-vor-9/

    Nein, es sind die traditionellen Medien, die das Wesen des Links immer noch nicht begreifen wollen. Ein Trauerspiel.

  41. BC:

    Ronnie > 6 Links pro Tag = Medienkritik? Weiterträumen!

  42. @ungeadelt: Ja, Sie schreiben doch, „der Aufbau eines professionellen Medienblogs, der den unabhängigen medien­kritischen Jour­nalismus fördert“, sei wünschbar und Ihnen sei „das Thema Medienkritik zu wichtig, um es eben solchen Leuten zu überlassen“.

    Das heisst also, dass Sie bald ein Medienblog schreiben werden, und zwar ohne so pingelige Typen wie mir.

    Wann geht’s also los? Und wo? Ich bin gespannt auf Ihre Beiträge!

  43. @Bobby California: Ich verstehe nicht ganz, was Du mir mit Deinem „Tweet“ sagen willst. Ich habe aber nie daran gezweifelt, dass Du – Internetskeptizismus hin oder her – sehr genau weisst, was in diesem World Wide Web abgeht.

    Anlass für den Tweet „Wer von Euch versucht hier http://www.medienspiegel.ch… Bobby C. zu verarschen? Stop it, please“ war meine Vermutung, dass es sich bei Kommentator „mister universum“ um einen „Impostor“ (Betrüger, Gaukler, Schwindler) – also um jemanden, der sich verstellt – handelt.

    Im Übrigen finde ich die Diskussion „Bloggerhelden gegen Journalistenpfeifen“ bzw. „Journalistenhelden gegen Bloggerpfeifen“ mittlerweile ziemlich öd. Sie nimmt ja schon fast religiöse Züge an, was mir gerade heute besonders auf den Wecker geht. Ich werde mir deshalb demnächst erlauben, den Kommentarbereich zu diesem Eintrag zu schliessen. Schliesslich bin ich hier der Chef ;-)

  44. BC:

    Martin > Wenn das wirklich ein Verarschungsversuch war, dann war es teuflisch genial. Das ist aber hochgradig unwahrscheinlich, denn niemand in diesem *!&%-Land ist teuflisch genug, geschweige denn genial genug für sowas. Also sehe ich nur eine Interpretationsmöglichkeit: es war kein Verarschungsversuch.

  45. mister universum:

    das nenn ich jetzt mit offenen karten gespielt. kriegt der einzige, der es hier wagt, mit prima argumenten die klappe aufzureissen, bisschen schützenhilfe von aussen, dann wittert der zirkel eine verarschung durch ein mitglied. ich sags ja: ein selbstreferentielles system. von so was liest man sonst nur bei le carré. bobby, lass dich nicht verunsichern, mister universum ist so echt wie arnold schwarzenegger.
    und hitz: wenn dir diese diskussion über helden und pfeifen wirklich so auf die nerven geht, dann schliess am besten gleich den ganzen blog oder versuch mal drüber nachzudenken, ob bc vielleicht nicht da und dort auch ein bisschen recht hat.

  46. ungeadelt:

    @ Ronnie Grob: Ich fände es durchaus wünschenswert, wenn es mehr Köche gäbe, die wissen, wie man ein Wiener Schnitzel richtig zubereitet. Doch bloss weil einige die Panade anbrennen lassen, werde ich meine Schnitzel dennoch nicht zu Hause zubereiten und ich werde auch kein eigenes Restaurant eröffnen. Stattdessen besuche ich nur noch jene Lokale, deren Schnitzel hellgelbgoldenen sind – und wenn ich dafür nach Wien fliegen muss.
    Dasselbe gilt auch für Medienkritik. Ich kann nicht alles selber machen, aber ich weiss es zu schätzen, wenn jemand gute Medienkritik macht.

    @ Martin: Sie wollen den Thread schliessen? Sie sind doch nicht etwa betupft, weil ich Blog-Beiträge zu Rechtschreibfehlern für ein Zeichen von Zwanghaftigkeit halte und nicht für Medienkritik?

  47. @mister universum: Ich schätze Bobbys Kommentare meistens sehr. Und: *Herr* Hitz, bitte.

    @ungeadelt: Thread schliessen? Vielleicht. Betupft? Nein.

  48. @ungeadelt: Jetzt bin ich aber enttäuscht. Lautet nicht der gängige Vorwurf an Medienblogger, sie wüssten immer alles besser, könnten aber nichts? Wie gesagt, ein Medienblog kostet nichts, ist in zwei Minuten eröffnet, es gibt keine Deadlines und keine Vorgaben zur Veröffentlichungsfrequenz. Wer für Kommentare in Medienblogs Zeit findet, der findet auch Zeit für ein eigenes Medienblog.

  49. ungeadelt:

    @ Ronnie Grob: Sie schreiben: «Wer für Kommentare in Medienblogs Zeit findet, der findet auch Zeit für ein eigenes Medienblog.»
    Damit bestätigen Sie meinen Eindruck, den ich schon lange von gewissen «medienkritischen Blogs» wie dem Ihrigen habe: Sie vergeuden keine 5 Minuten Reflexion und Recherche, um einen Blog-Beitrag niederzuschreiben. Stattdessen werden ein paar Gedanken zusammengeschustert oder ein Sprüchlein geklopft, zusammengelinkt was das Netz hergibt und ein Verschreiber in korinthenkackerischer Manier zu «Relevanz» aufgebauscht. (Hey, es hat heut wieder mehrere Orthographie- und Grammatikfehler auf Tagi- und NZZ-Online, wo sind denn die Screenshots davon, Herr Oberlehrer?)

    Nur käme es mir nie in den Sinn, das was ich hier in der Kaffeepause als reine Prokastrination betreibe, Medienkritik zu nennen.

    Ich verstehe beim besten Willen nicht, wie ein angesehener Medienkritiker wie ras. das pubertäre Getue auf einigen der von ihm erwähnten Blogs als «medienkritisch» bezeichnen kann, sie damit auf das Niveau seiner eigenen hohen Denk- und Arbeitsleistung hebt und sie noch als «Wachhunde» adelt. Vielleicht kann er das hier erklären.

  50. @ungeadelt: Dass die von Ihnen produzierte Medienkritik von viel höherer Güte sein wird oder sein würde, hab ich schon vermutet. Nur kann ich das mangels Anschauungsmaterial gar nicht beurteilen. Schade.

  51. ras.:

    51 Kommentare gibt es hier schon. Das scheint rekordverdächtig. Bevor der Herr des Medienspiegels zuschlägt bzw. hier dichtmacht, möchte ich noch die Frage von Ungeadelt beantworten. Mein Artikel bot zweifellos bloss einen Überblick. Ich wollte darauf hinweisen, dass im Bereich Medienkritik doch noch ein bisschen mehr los ist, als Pessimisten denken; dass im Internet eine Alternative entsteht zu den erschlaffenden Leistungen der klassischen Medien; dass im Internet viel Potenzial brachliegt. Ich schaute mit dem Fernrohr, klar, und da sieht die Welt immer ein bisschen schöner aus als unter dem Mikroskop. Ich glaube aber nicht, dass es sinnvoll ist, zwischen Blogs und klassischen Medien noch einen klaren Qualitätsgraben zu ziehen. Die Grenzen werden fliessender. Diesseits und jenseits zeigt das Mikroskop Unschönes. Es ist schade, dass die Debatte hier immer wieder von den interessanteren Fragen abgewichen ist. Da offenbart sich halt die Tücke von online-Medien: Man kann atemlos immer noch eins draufgeben.
    Doch das Thema bleibt aktuell. Und: Die Hoffnung (auf eine spannende Debatte) stirbt zuletzt.

  52. ungeadelt:

    @ Ronnie Grob: Es ist im Grunde ganz einfach: Jeder Blog ist so intelligent wie sein Betreiber.

    Der IQ, also das logische Denkvermögen, die Analyse- und Urteilskraft, die Auffassungsgabe und die Rationalität der Blogbetreiber liess sich gestern vortrefflich an ihren Blog-Beiträgen zur Minarett-Initiative ablesen.

    Der «medienkritische Blog» Infamy stellt die Höhe seines IQs unter Beweis, in dem er die Ja-Stimmer «Faschistische Drecksäcke! Eine Horde missgünstiger Bauerntölpel. hirntoter Vorstadtzombies und zu kurz gekommene» nennt. Die Differenz zu den von ihm genannten scheint mir minim zu sein.

    @ ras.: Sie haben vollkommen recht – es liegt noch sehr viel Potenzial brach.

  53. Bobby California:

    ras. > Damit wir ins Guinnessbuch kommen, möchte ich Ihre interessante Frage («Bin ich auch ein Blogger?») mit zwei interessanten Gegenfragen beantworten:

    Würden Sie für die NZZ einen Artikel über den Unterschied zwischen «bing» und «bling» schreiben und dies Ihrem Chefredaktor als «klassische Medienkritik» verkaufen? Und: wie lange würde es anschliessend dauern, bis Sie Ihren Job los wären?

  54. Fred David:

    @) Bobby, jetzt sind Sie aber sehr streng. Wir haben hier auf medienspiegel.ch auch schon Dinge verhandelt, von denen man durchaus sagen kann, dass sie grenzwertig sind.

    Das darf ruhig sein.

    Es kann nicht immer alles vor Substanz triefen. Es genügt, wenn die Substanz öfter mal richtig greifbar ist. Und das trifft nicht nur auf diesem Blog zu. Aber hier vielleicht doch öfter als anderswo…

  55. ungeadelt:

    @ Fred David: Ich liebe Substanzlosigkeiten – wenn sie mit Humor und Leichtigkeit vorgetragen werden (wie beispielsweise die Herzgeschichten in der FAZ).

    Wenn aber Dünnbrettbohrer wie Infamy oder Rebell.tv beim Ausbreiten ihrer Inhaltslosigkeiten ein vor Anstrengung verzerrtes Gesicht machen, als ob sie Tropenhölzer bohrten, dann muss auch ich ein bisschen spotten.

  56. @Bobby California: Ohne dem geschätzten Herrn Stadler vorgreifen zu wollen: Ich denke, dass Ronnie Grobs und andere ähnliche Beispiele sehr wohl als Ausgangspunkt bzw. Anregung für einen „medienkritischen“ Artikel dienen könnten.

    Oder wo ziehst Du die Grenze, lieber Bobby? Wenn z.B. in einem Blog darauf hingewiesen wird, dass der „Blick am Abend“ in einer Kurzmeldung SwissLife und Swiss Re munter durcheinandermischt, ist das dann auch Korinthenkackerei? Oder sagt es am Ende vielleicht auch etwas über die Arbeitsbedingungen oder gar über die Fachkompetenz der dort beschäftigten Journalisten aus? Wie wirkt sich die Häufung inhaltlicher- und ja, auch orthographischer – Fehler längerfristig auf die Glaubwürdigkeit des entsprechenden Mediums aus? Und: Werden Texte überhaupt noch gegengelesen? Sind sämtliche Korrektorate den Sparmassnahmen zum Opfer gefallen? …

  57. ras.:

    Bing, bling, blung oder blang: Beckmesserei war nie mein Spezialfach. Aber im Gegensatz zu einer Zeitung kann man auf einem Blog auch kleinere Unfälle und Verbrechen aufspiessen. Das liegt in der Natur des Blogs. Ich würde mich aber auch an dieser Frage – bing sein oder nicht bling sein – nicht festbeissen.

  58. ungeadelt:

    @ Martin: Sie erinnern mich an eine Ehefrau die täglich ihren Mann anschreit, er solle seine Socken nicht immer am Boden rumliegen lassen. Sie meint mit ihrem Gezeter aber eigentlich nur, dass dringend über die ungleiche Arbeitsverteilung im Haushalt diskutiert werden müsste.

    Wieso kommen Sie denn erst jetzt mit den Fragen? Und wo ist die Analyse? Wo sehen Sie Verbesserungsmöglichkeiten? Welche Vorschläge haben Sie? Oder nörgeln Sie garamend doch nur?

    @ ras.: Übrigens: Sehr klug und zum Nachdenken inspirierend empfand ich Ihren Kommentar in der heutigen NZZ über „Ideologie statt Recherche“. Das Thema wär doch eigentlich ein gefundenes Fressen gewesen für die „medienkritischen Blogs“. Stattdessen sondern sie zur Minarett-Initiative so Geistreiches von sich ab wie „xenophober Sauhaufen“. Aber Ugugu wird Ihren Text sicher bald verlinken, damit dort doch mal was Gehaltvolles zu stehen kommt.

  59. Bobby California:

    Fred David / ras. > Von mir aus können sich die Blogger den lieben langen Tag mit Belanglosigkeiten und Bing-Bling aufhalten. Aber WENN DAS ALLES IST, dann verstehe ich nicht, warum ein seriöses Blatt sowas unter «klassische Medienkritik» subsumiert. Ein Blick mit dem Mikroskop (statt mit dem Fernrohr) zeigt: Bing-Bling-Geblogge ist nicht die Ausnahme, sondern bei einigen der «geadelten» Blogs leider die Regel. So können die Hobbyschreiber die wegrationalisierte Medienkritik der Zeitungen nicht annähernd ersetzen.

    Martin > Ich ziehe einen ganz klaren Qualitätsgraben zwischen dem Medienspiegel und den Bing-Bling-Blogs. Der Medienspiegel bietet viel mehr als Hinweise auf Rechtschreibfehler, zB fantastische Gastkolumnen, die zu Recht teilweise auch von «Holzmedien» nachgedruckt werden.

    Nochmals: Es kommt auf die Einstellung an. Ein guter Schreiberling muss zwingend NEUGIERIG und UNVOREINGENOMMEN sein. Ronnie, Bugsierer & Co sind weder neugierig noch unvoreingenommen, sondern sie setzen in ihren Blogs nur ein ums andere Mal ihr vorfabriziertes Anti-Holzmedien-Ressentiment um. Das ist auf die Dauer furchtbar ermüdend und verdient die Bezeichnung «klassische Medienkritik» bei weitem nicht.

  60. @ungeadelt: oh, du folgst mir sogar auf twitter. das freut mit aber. nicht mal bobby würde sich das antun. ist ja eher meine kasparbude für grenzrelevantes. täuscht mein eindruck, oder bin ich dir irgendwo persönlich auf die pfoten gestanden?

  61. Und die Frage «dürfen Zeitungen von Bloggern klauen?», scheint zumindest Tamedia längst mit «ja» beantwortet zu haben.

  62. ein glas edelzwicker jemand?

  63. allgemein zum verhältnis journalisten:blogger

    habe im oktober mal kurz überflogen, was über unsere arbeit im netz seitens der massenmedien berichet wurde und kam darauf, dass die offensten, nachfragensten, neugierigsten berichte im RADIO gekommen sind, ausgeglichen in TV und fast durchgängigst negativ (bis aggressiv abwertend) in PRINT.

    die überlegungen dazu hier: http://blog.rebell.tv/p12972.html ich wäre interessiert, einschätzungen zu diesen (vor-)thesen zu bekommen.

  64. ungeadelt:

    @ Ugugu: Ach, Du betreibst zwei Kasperbuden für Grenzrelevantes, den Journalistenschredder und den Twitter Account? Nein, Du bist mir mit Deinem Kommentar «xenophober Sauhaufen» keineswegs persönlich auf die Pfoten gestanden. Im Gegenteil, ich fühle mich erleuchtet von Deiner analytischen Schärfe, Deiner enormen Denkkraft, Deinem differenzierten Urteilsvermögen, Deiner Fachkompetenz und nicht zu letzt Deinem klugen Witz: Kurzum Begegnungen mit intelligenten Menschen wie Dir sind beglückend.

    Wesalb Du nun völlig zusammenhangslos und am Thema vorbei einen Link setzt zur Frage «Dürfen Journalisten bei Bloggern klauen?» erschliesst sich mir nicht.

    Soll ich hier einen Link setzen zur Frage: «Dürfen Blogger missliebige Personen öffentlich an den Pranger stellen?» Ich kenne da ein Beispiel eines «medienkritischen Bloggers», der den Namen einer Person und seines Arbeitgebers ins Netz stellte, die das Verbrechen beging, einen Blogger anonym fett zu nennen, der fett ist, worauf er in der Folge seine Stelle verlor. Fürwahr, eine Sternstunde der Zivilcourage von medienkritischen Bloggern.

    Vielleicht könnten wir mal über das ethische Selbstverständnis von medienkritischen Blogs diskutieren. Es geht in diesem Thread ja um «medienkritische Blogs».

  65. Bobby California:

    Stephan Seydel > Sie liefern uns freundlicherweise zusätzliches, fantastisches Anschauungsmaterial für meine These, dass Blogger wie Sie von ganz massiven Anti-Holz-Ressentiments gesteuert sind. Sie fantasieren sich zuhause am Feierabend irgendwas über Produktionsmethoden und Motivationen von Journalisten zusammen, die Sie nur vom Hörensagen kennen. Mein Tipp: Gehen Sie mal einen Tag lang in eine Printredaktion und/oder in eine Radio-/TV-Redaktion und schauen Sie, wie Journalisten wirklich arbeiten. Wenn man Sie denn reinlässt.

    Spass beiseite: Auf welches statistische Material stützen Sie denn Ihre wilden Fantasien ab? Wieviele Interviews geben Sie pro Tag den Zeitungsjournalisten, und wie oft sind Sie im professionellen TV zu sehen? Sie unterschlagen das Zahlenmaterial, und deshalb verdient Ihr Blog das Prädikat: Kasperbude für Grenz- und Ir-Relevantes!

    Bobby California hat sich die Mühe gemacht und in der SMD nachrecherchiert. Im letzten Jahr wurde Rebell Teevau genau dreimal (!) in Printmedien erwähnt, und auch das nur, weil Sie ein Buch herausgegeben haben bezw. in Konstanz bei einer Kunstaktion dabei waren. Ihr Blog als solcher wurde kein einziges Mal in Printmedien erwähnt. Drei Artikel ist ein bisschen wenig Material für eine wissenschaftliche Arbeit, die Sie sich so heiss wünschen. Und drei Artikel sind auch gnadenlos wenig, um darauf die These aufzubauen, dass die Printmedien nicht lieb sind zu Stephan Seydel, weil sie in ihm eine wahnsinnig bedrohliche Konkurrenz sehen.

    Kurz: Es stimmt einfach hinten und vorne nicht, was Sie behaupten, Herr Seydel. Die drei (!) Presseberichte sind durchaus wohlwollend. Zitat: «Man möchte sich wünschen, dass möglichst viele in Entscheidungsprozessen stehende Politiker, Wirtschaftsleute und Wissenschafter dieses Buch auf ihren Schreibtischen vorfinden… bla bla…»

    Wie, Herr Seydel, gelangen Sie von solchen Berichten zu Ihrer dummdreisten Behauptung, die Journalisten seien mit Abstand die bösesten?

    Das Fazit ist klar: TU DIS N’IMPORTE QUOI!

  66. BC:

    Korrigendum: Der letzte Abschnitt in meinem letzten Post muss heissen:

    Wie, Herr Seydel, gelangen Sie von solchen Berichten zu Ihrer dummdreisten Behauptung, die PRINT-Journalisten seien mit Abstand die bösesten?

  67. @ungeadelt: handbuch bloggerethik, regel nr. 1: auf quellen verweisen und nicht ums thema rumlabern. da mir der fall aber bekannt ist, braucht er hier nicht zwingend aufgewärmt zu werden. (handbuch bloggerethik, regel nr. 2: outer sind schweine). gewiss keine glanzstunde helvetischer bloggerei. festzuhalten gilt: der blogger hat sich mehrfach persönlich als auch im blog bei der person (die ihn als fettsack betitelt hatte) entschuldigt, alles anonymisiert und darüber hinaus aktiv hilfe bei der stellensuche angeboten. (handbuch bloggerethik, regel nr.3: fehler zugeben und selbständig korrigieren). wer während der arbeitszeit beleidigende kommentare in blogs oder anderswo ins netz schmiert, geht aber grundsätzlich immer ein gewisses risiko ein entlassen zu werden, insbesondere wenn das im arbeitsvertrag zusätzlich festgehalten ist.

    was die allgemeine verluderung der sitten und den missbrauch des internets als pranger anbelangt, fragen sie die nächste polizeidienststelle, irgendein onlinemedium («blick», «newsnetz», whatever…) oder die «xenophobiewoche».

  68. @ungeadelt: eine lehrreiche geschichte, die du da auszugraben androhst, ich war da am rande auch dabei. hier ist sie:

    http://blog.hogenkamp.com/2008/11/29/kommentieren-unter-falschem-namen-durch-dr-c-d-rueckfrage-an-a-b/

    der fall liegt ganz anders, als du es suggerierst («Dürfen Blogger missliebige Personen öffentlich an den Pranger stellen?»). die „missliebige person“ hat immerhin zuerst den blogger angegriffen, ihn als fettsack an den pranger gestellt, was ich für wellness-faschismus halte (ich weiss wovon ich rede, ich bin selber fett). er hat das nicht einfach nur anonym getan, sondern mit einem falschen namen, dem er noch eine website einer deutschen pr-agentur anfügte, bei der er gar nicht arbeitet (namensanmassung).

    erst darauf hat ihn der blogger geoutet, was er heute nicht mehr so machen würde. fakt ist: der mann hat sich beim blogger entschuldigt und umgekehrt, er war in der probezeit und wäre sowieso nicht weiterbeschäftigt worden, nicht zuletzt deshalb, weil er sich in dem beraterjob selber nicht wohl fühlte. die pr-agentur hat sich auch entschuldigt, zum schluss hat der blogger den ganzen thread anonymisiert. alle haben etwas gelernt dabei und selbst der entlassene war sich bewusst, dass er kopflos und selbstverschuldet über eine tretmine gestolpert ist, er nahm es sportlich.

    so, das ist ein kleines lehrstück, wie ein blogger mit einer solchen situation umgeht, da könnten sich die klassischen medien was abgucken davon. schön, dass der blogger den thread noch online hat stehen lassen.

  69. Peter Hogenkamp:

    Danke für die Richtigstellung, Bugsierer. Es ist genau, wie Du sagst: Als die ganze Geschichte losbrach, wusste der Betroffene schon, dass er nach der Probezeit nicht übernommen würde, das hat er mir bestätigt und auch der Arbeitgeber. Das hat er allerdings im Blog nie so explizit geschrieben, so dass ich als der Böse dastand. Wobei eine gewisse Kritik an meinem Vorgehen auch voll und ganz berechtigt war, nur entsprach die öffentliche Interpretation damals nicht ganz den Tatsachen.

    Ich habe mich damals mit allen Beteiligten getroffen und ausgesprochen, und man kann wohl wirklich sagen, wir haben alle aus der Aktion gelernt. Ich würde es jedenfalls heute anders machen und habe das auch schon umsetzen können (anonyme oder „anonyme“ Kommentare kommen ja regelmässig).

  70. @bobby california. „sie liefern uns freundlicherweise zusätzliches, fantastisches anschauungsmaterial für meine these, dass…“ die schreibenden journalisten sensationell aggressiv auf (vermeintliche) blogger losgehen.

    schauen sie sich auf die wörter! (nicht einmal meinen namen können sie richtig copy/pasten gehen!) und: schreiben sie eigentlich anonüm? ich kann sie im netz nicht finden! trauen sie sich solch beleidigenden kraftwörter auch zu, wenn sie ohne den heckenschutz des cms von martin hitz agieren? (sie erzwingen im übrigen dadurch, dass im austausch mit ihnen kein „dialog“ stattfinden kann, sondern diskurs betrieben werden muss. weil martin hitz so zum gatekeeper des gesprächs wird. zur unterscheidung dialog/diskurs vergl. vilém flusser.) wie auch immer:

    1) sie irren.

    ich habe nichts gegen die holz verarbeitenden industrie: zb hier im video vom MAZ: http://www.youtube.com/watch?v=LJBtLw5pDLE vergleichen sie „kuss aus dem netz“ vom 01/2006 im tagblatt, was sie in der datenbank ihrer bevorzugten wahl wohl noch finden dürften. (übrigens: ein eMail „interview“: fixfertige fragen, wohlwissend, dass meine antworten keine nächste frage irritieren könnte. meine antworten aus berlin zack!bum direkt am nächsten tag als copy/paste aufs nackte holz gepresst!!!)

    stimmt: wir haben 20min schon einmal angeboten, dass wir ein s.w.i.r. (social worker in residence) auf der redaktion machen würden. (dort hat nie jemand reagiert. sie denken wirklich, das habe etwas mit mir – mit mir persönlich?!? – zu tun. das *glauben* sie wirklich ;-)))

    2) sie irren.

    wenn sie die güte gehabt hätten, dem link zu folgen ( http://blog.rebell.tv/p11231.html ), hätte ich dort gezeigt, dass mir klar ist, dass das material über http://rebell.tv nicht ausreicht um empirisch zu arbeiten. „ich bin vielleicht blöd. aber nicht dumm!“ (sie kennen auch meine ausbildungungen nicht? sie könnten aber schon surfen? odr?) meine frage war (ursprünglich) eine forschungsangebot an die medienwissenschaft…. abernu: gerne zeige ich ihnen hier den direkten link zu unserem verzeichnis: http://tv.rebell.tv/static/medien es beschränkt sich dort ZUDEM ganz auf die engsten, expliziten bezüge zu und über rebell.tv. nicht aufgeführt sind arbeiten aus früheren impuls- und projektprogrammen (aus der zeit als angestellter, bzw selbstständiger), auch nicht die sonn-talkgast-serie bei tele ostschweiz (in welcher ich jeweils (auch) als „blogger“ vorgestellt wurde und als „parteipolitisch ungebundener“ joker in der klassischen viererbesetzung fungierte, wenn herr akeret persoenlich.com verhindert war ;-) oder auftritte wie kürzlich an der fh st. pölten, wo ganze studierenden klassen (foto, radio, div. tv-gruppen) sich am thema „neue medien“, „audio-visuelle erbe“ etc. an den eingeladenen gästen abüben etc. etc. hingegen kann ich als field correspondent von http://rocketboom.com/field auch mit einschätzen wie unterschiedlich die amerikanischen medien auf das fänomen v(ideo-b)log reagiert haben. etc.

    3) ich irre
    ich sehe ein: es geht einfach nicht. die stimmung muss so schlecht sein in ihrem umfeld: es geht einfach nicht mehr. (was sich deckt mir einer erfahrung als gastreferent in einem master(!)lehrgang am MAZ. einen nachmittag zu „cross media publishing“.) oder auch: eingeladen von der akademie der wissenschaften österreichs an eine journalismuswissenschaftliche konferenz in wien: „war, media, and the public sphere“. nicht einmal russ-mohl himself konnte in der NZZ darüber berichten: http://blog.rebell.tv/p11231.html

    journalismus und rückmeldungen: das scheint wie nicht zu gehen. (das ist übrigens gleich mit dem berufsstand der lehrerInnen: willst du in diesem kontext beraten, musst du selbst lehrerIn sein ;-)

    4) lernen sie, herr california:
    es gibt da draussen wissen über ihren berufsstand. und bloss weil es da draussen wissen über ihren berufsstand gibt, sind diese wissensträger nicht alle böse, fies, wollen ihnen an den kragen. etc. etc. und wenn sie das nächste mal die formel „huch!professionelle schurnalisten“ sehen sollten: versuchen sie das formelhafte daran zu entdecken. was durchaus freundlich zwinkernd verstanden werden darf ;-)

  71. ich bin weder blogger noch journalist. ich arbeite jedoch gerne mit beiden zusammen…:)

    die qualität des so genannten «qualitätsjournalismus» ist reichlich bekannt (dessen schattenseiten jedoch kaum; es gibt schlicht weder eine objektivität noch eine wahrheit…;)

    was ich jedoch aus obenstehender diskussion schliessen muss ist, dass die wenigsten journalisten die qualität eines blogs einschätzen können. als «publizistischer laie» fiel es mir beispielsweise beim regelmässigen studium von rebell.tv wie schuppen von den augen, wie wichtig es ist, publizierenden menschen beim denken zuschauen zu können. der journalismus gaukelt uns viel zu oft mit wohlfeilen formulierungen (rechtschreibung!) klarheit und sicherheit vor, wo eine solche nie und nimmer vorherrscht.
    von mir aus sollte jede zeitung z.b. ein protokoll der redaktionssitzung veröffentlichen; denn das spannende wäre doch gerade, weshalb ein artikel ein bild kriegt; vorne oder hinten, gross oder klein, auf der rechten oder linken seite gedruckt wird….; und vor allem: welche themen ganz raus gerutscht sind und mit welchen argumenten.

    so wie in der kunst die zeit der museen ausläuft (es wird immer museen geben und bevor das letzte geschleift würde, würde ich mich für dessen erhalt stark machen:), so läuft in der medienlandschaft die zeit der zeitungen langsam aus. das beunruhigt mich als nicht direktbetroffener keineswegs; im gegenteil, ich finde solche wendezeiten extrem faszinierend. ich verstehe aber auch, dass es menschen gibt, die darunter leiden, wenn sich der «qualitätsbegriff» wandelt (vielleicht können sich ältere journalisten noch daran erinnern, dass z.b. die nzz mehrmals am tag erschienen ist oder auch die schriftsetzer sich neu orientieren mussten…;)

  72. Bobby California:

    Herr Seydel > Ich würd mal sagen: Wie man in den Wald ruft, so ruft es zurück. Sie sind schon der zweite Blogger, der in seiner Freizeit gern hämisch-ironisch über Journalisten herzieht, und der sich dann bitter beklagt, wenn man seine publizistischen Umtriebe kritisch unter die Lupe nimmt.

    Schlimmer ist aber, dass Ihre Texte leider keinen Bezug zur Realität haben. Das konnte ich mit meiner kleinen Recherche zeigen. Ich habe nicht in irgendeiner «Datenbank meiner bevorzugten Wahl» nachgeschaut, wie Sie vermuten, sondern in der Schweizerischen Mediendatenbank. Zu Ihrer Information: Das ist das Standard-Werkzeug der Medienschaffenden, in der alle Artikel aller Schweizer Zeitungen gespeichert sind. Und dort sieht man nun mal die nackte Wahrheit: Im zu Ende gehenden Jahr wurde Ihr Blog leider kein einziges Mal in einem Printmedium besprochen. Diese Tatsache hindert Sie nicht daran, öffentlich die Behauptung zu verbreiten, dass die Holzmedien besonders grausam-kritisch über Rebell Teevau herfallen, während in Tat und Wahrheit GAR KEINE Berichterstattung stattgefunden hat (der Ritterschlag von ras., über den wir hier diskutieren, und den Sie grosszügigerweise in Ihrer Liste aufführen, ist nicht wirklich ein Artikel über Rebell Teevau, gell… noch ein Beleg für Ihren selektiven Umgang mit der Realität). Es bleibt nur ein möglicher Schluss: Stephan Seydel lügt wie gedruckt. Um es mal ein bisschen pointinert auszudrücken (der freundlich-zwinkernde Vergleich mit «gedruckten» Medien dürfte Ihnen gefallen). Sie schreiben beschönigend, das Material reiche nicht aus. Wahr ist: Es gibt GAR KEIN Material! Und deshalb gibt es auch keinen Stoff für Forscher. Aber wo es kein Material gibt, darf der Blogger wie gehabt seine Fantasie blühen lassen. Denn Blogger brauchen keine Fakten, um loszuschreiben. Das kennen wir schon.

    Dass 20 Minuten keine Sozialarbeiter als Praktikanten beschäftigen will, kann ich gut verstehen. Niemand würde davon profitieren. Sie geben sich auch alle Mühe, möglichst unverständlich zu formulieren. Solche Schreibe kann man nicht brauchen in einem professionellen Umfeld.

    Ist ja auch klar, dass Sie von Tele Mostindien wohlwollend behandelt werden, wenn man Sie dort schon als Talkgast eingeladen hat. Man kritisiert ja den eigenen Talkgast nicht. Aber auch dieser allseits bekannte Umstand hindert Sie nicht daran, Ihre abenteuerliche These von den «wohlwollenden elektronischen Medien» zusammen zu zimmern. Also das mit der wissenschaftlichen Arbeit – vergessen Sie’s am besten gleich sofort, so wird das nix!

    Zum Schluss fordern Sie mich gütig auf, «zu lernen, dass es da draussen Wissen über den Berufsstand des Journalisten gibt.» Den Beweis für diese Behauptung bleiben Sie schuldig. Sie demonstrieren aber ein ums andere Mal mit Ihrem Blog, dass es da draussen ganz viel Halbwissen, Vorurteile und Neid gegenüber den professionellen Journalisten gibt.

    Noch was: Ich würde nie etwas unter dem Namen, der in meinem Pass steht, im Netz schreiben, weder Liebes noch Böses. Ich will doch nicht, dass jeder Personalchef meine gesammelten Meldungen googeln kann. Ich bin ja nicht blöd.

    Herr Meier > Es ist edel, dass Sie Ihrem Freund Seydel zur Seite stehen. In diesem Thread geht es aber um die sogenannten medienkritischen Blogs, nicht um die bekannten Verfehlungen der Journalisten. Protokolle von Redaktionssitzungen sind im übrigen nicht halb so spannend, wie Sie sich das zusammenfantasieren.

    Und Herr Meier: Genau wie Ihre modernistischen, internet-gläubigen Bloggerfreunde freuen Sie sich offenbar auf eine Zeit ohne Zeitungen. Ich sach mal nur: Be careful what you wish for. Wenn es keine Zeitungen mehr gibt, dann werden Ereignisse wie das Resultat vom letzten Abstimmungsssontag nicht die Ausnahme sein, sondern die Regel. Weil sich die Leute dann gar nicht mehr informieren können, worüber sie abstimmen und was die Folgen ihres Votums sind. Dann wird auch Herr Meier vielleicht plötzlich doch noch beunruhigt sein.

  73. herr california (übrigens: als anonymer untergraben sie ihren standpunkt massiv…;):
    falls es je keine zeitungen mehr geben sollte (ich zweifle daran und würde mich, wie bei den museen für den erhalt der allerletzten zeitung stark machen), dann heisst das noch lange nicht, dass es keine informationsverarbeiter, -vermittler, -gatekeeper und dergleichen mehr gibt (im gegenteil; seit dem internet kennen wir zum glück viel mehr solche hüter des informationsgeheimnisses…;)

    ich analysiere übrigens das abstimmungsresultat vom letzten wochenende gerade umgekehrt: die subtile stimmungsmache der (massen)medien seit 9/11 hat den islam tag für tag, woche für woche, monate für monat, jahr für jahr in die terror- und unterdrücker-ecke gezwängt; auf dass in unseren breitengraden aus einem schlichten gebäudeteil eine schmutzige populismusbombe. sie dürfen sich gerne auf die schultern klopfen. ihre arbeit scheint nach wie vor wirkung zu zeigen…

  74. @philipp meier: meine rede.

    @bobby: ich bin seit 38 jahren ein zeitungsleser und ich habe nie irgendwo geschrieben, ich sei froh, wenn es möglichst schnell keine zeitungen mehr gäbe – was ist denn das jetzt wieder für eine gequirlte scheisse, die du hier über uns blogger ausgiesst? bist du noch ganz dicht? mir ist auch von den bloggerkollegen keine solche haltung bekannt, im gegenteil, alles begeisterte zeitungsleser, die sich sorgen machen um den niedergang der presse und darüber, dass hinterwäldlerische netzphobiker wie bobby california den wandel verpennt haben, und zwar sowohl den technischen wie auch den kulturellen.

    und zum letzten sonntag: das resultat ist gerade so, als ob es die presse schon jetzt nicht mehr gäbe – so siehts aus. oder meinst du es wären dann 58% gewesen?

    @ungeadelt: sind noch fragen zu deinem superbashing, das ich für dich veröffentlicht und klargestellt habe? kennst du noch andere fälle?

    @medienspiegler: wird das hier kommentarrekord?

    @all: ein glas edelzwicker jemand?

  75. Passend zum Thema (wir wollen die magische Grenze von 100 Kommentaren ja schliesslich durchbrechen!):
    „Journalisten, nackt im Gegenwind“, ein Interview mit Stefan Niggemeier:
    „Es geht um die Frage, ob Journalisten es ertragen müssen, wenn sie im Netz ‚herabgesetzt, beleidigt, verhöhnt‘ werden, und ob es in der Verantwortung von Bloggern liegt, einen ‚Internetmob‘ zu bremsen.“

  76. Bobby California:

    Herr Meier > Sie haben geschrieben: «es beunruhigt mich keineswegs, dass die zeit der zeitungen ausläuft, im gegenteil, ich finde solche wendezeiten extrem faszinierend…» (ich wiederhole das hier, weil ein gewisser Emmentaler zwar ausgezeichnet schimpfen, aber weniger gut lesen kann und aus dem erwähnten Zitat «sorgen um den niedergang der presse» herausliest… welche Drogen hat der Mann intus? Wieder mal zuviel Edelzwicker hinter die Binde gekippt?)

    Weiter unten freuen Sie sich, Herr Meier, genau so wie Ihre internetreligiösen Gesinnungsfreunde, über die neuen selbsternannten «Hüter des Informationsgeheimnisses» im Netz. Schauen wir doch mal genauer an, was im Internet abgeht: Bei vielen Internet-Quellen können die Leser nicht erkennen, ob sie seriös sind. Bei manchen Internet-Seiten sieht man nicht mal, wer die Texte geschrieben und wer sie finanziert hat. Und bei Amigo Seydel, dem Hüter des Ostschweizer Desinformationsgeheimnisses, habe ich soeben aufgezeigt, wie locker sein Bezug zur Realität ist. Das gleiche gilt leider für viele andere Blogger. Also wenn wir aufs Internet angewiesen wären, dann wären wir Gerüchten, Verleumdungen, Behauptungen, Tatsachenverdrehungen und Fantasien aller Art ausgesetzt. Gute Nacht!

    Und wenn Sie die Medien pauschal der «subtilen Stimmungsmache» bezichtigen, dann kann ich damit wie mit allen pauschalen Bezichtigungen wenig anfangen. Stimmungsmache gegen Muslime sehe ich vor allem bei der Weltwoche, dort aber ganz unsubtil. In seriösen Medien erfahre ich immerhin interessante Tatsachen wie zB, dass rund 95 Prozent der Schweizer Moscheenbesucher aus dem Balkan stammen und nie auf die Idee kämen, eine Burka zu tragen respektive ihrer Frau eine solche aufzunötigen.

  77. @bobby: der alkohol- und drogen vorwurf (unter aller sau, aber lassen wir das) zeigt nur deine verzweiflung, deine blinde wut gegen alles neue. die tatsache, dass a) journalisten erstmals öffentlich hinterfragt und kontrolliert werden können und b) heute jeder mit null kosten publizieren kann, macht dich und einen grossteil deiner berufskollegen rasend. ich kann das nachvollziehen. du bist entwicklungsgeschichtlich nicht allein:
    http://online-merkur.de/seiten/lp200912adz.htm

  78. Bobby California:

    Bugsierer > Bobby verzweifelt-rasend? Das würde Ihnen so passen. Hand aufs Herz: Die dilettantische Gerüchteküche im Netz ist nun wirklich keine Konkurrenz für seriösen Journalismus. Es macht mich nicht wirklich rasend, wenn sich Blogger in ihrem Kämmerlein am Ufer der Emme oder in Mostindien irgendwas über Journalisten zusammenfantasieren, das nichts mit der Realität zu tun hat.

    Wenn die Blogger anfangen WÜRDEN, sich ein bisschen Mühe zu geben, wenn sie ein bisschen recherchieren WÜRDEN, wenn sie sich interessante Themen ausdenken WÜRDEN… dann könnte man sich überlegen, ob da eine Konkurrenz zu den Profis heranwächst.

    Doch davon sind wir weit entfernt. Bei einer Flasche Edelzwicker oder bei einem Glas saurem Most den Bäumetötern wieder mal eins ans Bein pinkeln: das treibt uns sicher nicht zur Verzweiflung… das würde Ihnen so passen…

  79. schwacher konter, bobby, sehr schwacher konter. aber klar doch, die gerüchteküche ist für leitmedien keine konkurrenz. trotzdem sind sie gerade dran, sich selber abzuschaffen, gaaanz ohne internet, ja ja.

    recherchieren? wie gesagt, blogs sind meinungskanäle. und bei meinem blogpost von heute
    http://henusodeblog.blogspot.com/2009/12/gefakter-professornzz-korrespondent-im.html
    gab es nicht viel zu recherchieren, so offensichtlich war das versagen deiner profi kollegen im leutschenbach, da konnte ich locker in ein paar minuten einfach mal ein „schlampig“ austeilen.

    hast du den text von frau passig gelesen?

  80. BC:

    Bugsierer > Schlampig indeed. Nur haben Sie das leider nicht selber herausgefunden. Ich hab die Geschichte heute morgen schon in meinem bevorzugten Holzmedium gelesen. Sorry Bugsierer, aber wenn Sie Erkenntnisse der Holzmedien wiederkäuen, stellen Sie keine Konkurrenz für die Profis dar… wenn Sie ja schon beim Schauen der TV-Sendung misstrauisch waren, warum haben Sie nicht selber recherchiert? Ein Telefon bei der österreichischen Uni hätte genügt. Dann wären Sie heute der Star. Und dann würde ich Sie jetzt auch neidlos loben.

  81. @bobby: nochmals: blogs sind meinungskanäle und nur in wenigen ausnahmen redaktionsgetriebene medien. ich sage in meinem blog meine meinung zu diesem fall, nicht mehr, nicht weniger. dann: die konkurrenz zu den sog. profis stellst DU hier dauernd in den raum, von uns hat diesen anspruch noch kaum einer so formuliert. du misst uns an etwas, was wir gar nicht sein wollen und auch nicht können.

    in sachen wiederkäuen würd ich als old school schurni den mund mal nicht zu weit aufreissen. der grossteil von zeitungen besteht heute aus wiedergekäutem agenturmaterial.

    klar hätt ich an der uni in wien anrufen können. ich könnte alle zehn minuten jemand anrufen. ein grosser jammer ist aber, dass es nicht nur sf.tv verschlampt hat, den gstrein zu checken, sondern die ganze schweizer medienzunft, also auch du, bobby. keiner von euch profis ist auf die idee gekommen, diesen gefährlichen hetzer mal zu checken. das ist hochnotpeinlich für eure ganze branche. da dürft ihr einfach nicht erstaunt sein, dass eine handvoll blogger den wachhund geben. da müsst ihr jetzt einfach durch.

    falls du dich noch ein wenig weiterbilden willst in sachen bloggen und netz und medien, dann bitte hierlang:
    http://philipbanse.de/wp/blogger-interviews-fur-dctp-tv-1/

  82. Bobby California:

    Bugsy > Du bist einfach too much. Keiner bringt mich so zum Lachen wie der Bugsierer… Gestern noch, angefeuert vom Edelzwicker, fantasierte der Bugsierer sich was zusammen von wegen «verzweifelte Journalisten… weil heute jeder mit null kosten publizieren kann» und zollte Meier Beifall, als der die alternativen «Gatekeeper» lobte. Und heute morgen, ausgenüchtert, will Bugsierer gar keine Konkurrenz mehr sein für die Holzmedien! Was gilt jetzt?

    Hör mal Junge: Agenturmaterial wird in Zeitungen in unterschiedlichem Ausmass publiziert, that much is true. Aber jeder Journalist, der einen Funken Ehrgeiz hat, träumt davon, etwas Interessantes als Erster zu bringen. Dem sagen wir Primeur. Journalisten, die nicht nur ehrgeizig sind, sondern auch talentiert, schaffen es hin und wieder, einen Primeur zu veröffentlichen.

    Aber eben – dafür ist viel Knochenarbeit nötig. Und dafür seid Ihr Blogger Euch zu schade, gell. Es ist eben einfacher, von den Holzmedien abzuschreiben und das Ganze mit ein paar wüsten Schimpfwörtern zu garnieren. Am nächsten Tag kann man dann die gleichen Holzmedien getrost wieder anfauchen, von denen man geklaut, pardon verlinkt hat.

    Mal in Ernst, Bugsy: The real watchdog, der den Telefonhörer in die Pfoten genommen und gefragt hat, wer denn der Herr Gstrein wirklich ist, dieser Mann heisst Daniel Foppa und arbeitet für ein Holzmedium. Der selbst ernannte Emmentaler Watchdog hat hingegen nur nachgekläfft, was der Bäumetöter herausgefunden hat. Mit so schwachen Leistungen bringen Sie, Bugsy, keine Profis ins Schwitzen, echt nicht.

    Ich hab jetzt auch den Passigtext gelesen und nehme den schönen Satz von Friedrich Küppersbusch, der ja bekanntlich nicht blöd ist, auf meinen weiteren Lebensweg mit: «Wer nichts wird, wird digital.» Danke für das Zitat, Bugsy, und für das reichhaltige Anschauungsmaterial.

  83. @bc:
    – ein korrekt gesetztes komma hat mit der realität überhaupt grad gar nichts zu tun.
    – alle artikel in den zeitungen sind meinungsartikel; sie tun aber so, als ob sie objektiv seien.
    – sie haben recht, irgendwo(!) konnte man in den zeitungen bestimmt lesen, dass 95% der in der schweiz lebenden moslems gänzlich unradikalisiert sind; aber bestimmt nicht wiederholt auf der frontseite (auch nicht bei einer nzz…). an die ständig wiederkehrenden bilder von bin ladin und konsorten kann ich mich jedoch noch sehr gut erinnern.

    diese drei punkte habe ich (unter vielem anderem) als publizistischer laie via rebell.tv gelernt (vielleicht ein ganz kleiner beweis für die konkrete medienkritik /seitens rebell.tv/, um die es hier geht…;).
    für mich ist das tägliche mitverfolgen von rebell.tv quasi ein fernstudium; das sie aber weder mit dem täglichen zeitungsstudium noch mit einer frontalen vorlesung verwechseln dürfen.

    sie bezeichnen die journalistischen texte als «seriös» und die blogtexte als «unseriös».

    nur:
    1. wo finde ich in journalistischen texten quellenangaben?
    2. wie weiss ich, mit wem der journalist über was geredet hat?
    3. wo sehe ich, dass eine pr-abteilung ein interview redigiert hat?

    dazu im vergleich:
    1. bei rebell.tv finde ich (fast) alle quellenangaben (oft direkt verlinkt)
    2. bei rebell.tv kann ich ganz konkret der formung des gedanken, der meinung, der haltung folgen (hier ist mir die rechtschreibung definitiv egal; hauptsache ich kann am ball bleiben, mit wem herr seydel über was redet…)
    3. alle gepräche (es sind höchst selten interviews) auf rebell.tv sind ungeschnitten.

    ich lese täglich meine zeitung(en) und wöchentlich oder monatlich meine magazine. ich finde darin tolle texte und wichtige hin- und verweise. gleichzeitig bin ich jedoch sehr glücklich darüber, dass sich die meinungsmacht potenziert hat… (und es geht mir, um wieder ihre bevorzugte schreibweise zu übernehmen, am arsch vorbei, ob sie das freut oder nicht…..; womit ich mich hier endgültig verabschiede…:)

  84. Ok, ich schalte mich gezwungenermassen auch nochmals in die Debatte ein (die 100 müssten doch zu schaffen sein). Aber was du hier gerade durchziehst Bobby, ist unter aller Sau. Schon mal was von Rufmord gehört? Merke: Auch anonyme Kommentatoren mit ein bisschen Restverstand halten sich an minimale ethische Standards. Würde ich unter zwanghafter Doppelmoralitis leiden (auch ein wichtiger Grund für die Medienkrise) müsste ich dich hier als Obersüffel outen.

  85. Bobby California:

    Philipp Meier > Sie haben bei Rebell TV offenbar vor allem Platitüden über Medien gelernt. «Alle Artikel sind Meinungsartikel…» – diese Argumentation ist ungefähr auf der gleichen platten Ebene wie «alle Männer sind Vergewaltiger» oder «alle Muslime haben Bärte». Von Ihnen hätte ich eine tiefgründigere Reflexion erwartet.

    Ein guter Journalist gibt seine Quellen im Text an. Natürlich gibt es auch unseriöse Journalisten, aber das ist nicht das Thema dieses Threads. Eines kann ich Ihnen versichern: Noch nie hat eine PR-Mensch einen meiner Texte redigiert, und an dem Tag, an dem das geschehen sollte, würde ich sofort kündigen.

    Sie schreiben, bei Rebell Teevau könnten Sie «der formung der gedanken folgen». Schön. Aber ich habe anhand eines konkreten Beispiels gezeigt, dass Seydel gerne Gerüchte als Fakten präsentiert. Was sagen Sie dazu? Sie verabschieden sich…

    Immerhin hat Rebell Teevau in einem Punkt recht: Bobby California hat einen guten Musikgeschmack. Das stimmt tatsächlich.

    Ugugu > Schon mal was von Ironie gehört? Mein Emmentaler Gegner, der uns zum wiederholten Mal Hochprozentiges angeboten hat, benützt gerne den verbalen Vorschlaghammer («Bobby ist nicht ganz dicht», «gequirlte Scheisse»). Ich hab mit dem ironischen Florett geantwortet, das wird wohl erlaubt sein. Wie man in den Blätterwald ruft, so ruft es zurück. Aber wenn mal jemand zurückruft, wird man plötzlich dünnhäutig, gell.

  86. @bobby: das wäre jetzt zum dritten mal in diesem thread die alkoplatte. heute morgen attestierst du mir gar, ich sei ausgenüchtert und schreibe darum das gegenteil von gestern. wahrlich, eine niederträchtige serie eines anonymen trolls, der hier nichts als seinen frust rauskotzt.

    mir ist das zu blöd.

    normalerweise pfeifft der blog owner an dieser stelle solche wütheriche zurück, erst recht wenn sie anonym auftreten. – ich bin gespannt.

  87. Bobby California:

    Bugsierer > Wenn Sie aus dem Meier’schen Satz: «es beunruhigt mich keineswegs, dass die zeit der zeitungen ausläuft…» ausgerechnet «sorgen um den niedergang der presse» herausdestillieren, dann ist die (ironische!) Frage nach einem allfälligen psychedelischen Einfluss sicher erlaubt.

    Mein Friedensvorschlag: Sie nehmen Ihre Behauptung, ich sei nicht ganz dicht und verbreite gequirlte scheisse, zurück, und dann werde ich meinen (ironisch gemeinten!) Vorschlag zurücknehmen, dass Ihre Texte von bewusstseinserweiternden Substanzen inspiriert waren. OK?

  88. Würden jetzt alle bitte mal tief durchatmen? Ommmmmm.

    Die 100 würde ich eigentlich gerne noch erreichen. Ich bitte deshalb alle Beteiligten höflichst, von weiteren persönlichen Angriffen abzusehen, wieder auf die sachliche Ebene zurückzukehren oder dann halt zu schweigen und die Wut in sich hineinzufressen. Tänx!

  89. Bobby Stands For Peace:

    Martin Hitz > Ainsi soit-il. Ich verzieh mich mal in die Sauna. Falls Bugsierer meinen Friedensvorschlag nicht annimmt, bis ich zurück bin, fordere ich Satisfaktion. Zum Duell am Ufer der Emme (oder bei schlechtem Wetter im Cabaret Voltaire) nimmt Bugsierer Ugugu und Seydel als Sekundanten mit. Ich frage Friedrich Küppersbusch und Peter Studer an, ob sie mitmachen.

  90. oke. ich helfe mit, die hundert voll zu machen…:)

    @bsfp: nennen sie mir ihren richtigen namen (oder verweisen sie auf einen artikel) und ich beweise ihnen, dass sie meinungsartikel schreiben (oder, dass es ein solcher ist).
    weil: wenn sie beispielsweise über vorkommnisse/vorgänge schreiben, werden sie immer(!) direktbetroffene finden (sind es nun isrealis oder palästinenser; moslems oder schweizer; architekten oder ingenieure; künstler oder kuratoren; etc.pp.) die ihre sicht der dinge nicht teilen werden.

    ergo: ihr geschreibe kann nur eine(!!!) sicht auf das beschriebene sein (und wenn sie alle möglichen standpunkte miteinbeziehen, dann müssten sie jedem standpunkt genau gleich viel gewicht geben). sie kommen gar nicht umhin, zu werten (oder: hinter bobby california versteckt sich gott herself…;)

  91. Bobby California:

    Philipp Meier > Mein Name ist Bobby California, nicht bsfp, und auch nicht Gott. Betreiben Sie jetzt ein bisschen Journalisten-Bashing? Ich suche wenigstens Direktbetroffene. Blogger wie Bugsy hingegen suchen sich bloss Links zusammen, die zu ihrer vorfabrizierten Anti-Journi-Meinung passen. Natürlich hat jede Zeitung eine gewisse Linie, aber daraus können Sie doch nicht ableiten, die Zeitung sei unseriös.

    Bei einer Zeitung sehen Sie wenigstens, wer der Verleger ist und wer die Inserenten sind. Tatsächlich gibt es auch Holzmedien, bei denen die Geldflüsse nicht transparent sind, zB die Weltwoche. Ich persönlich finde das skandalös. Aber das Internet ist doch wesentlich undurchsichtiger. Im Internet sind Kraut und Rüben bunt durcheinander gemischt. Drum sag ich eben: Wenn wir aufs Internet als alleinige Informationsquelle angewiesen wären, dann wäre dies das Ende des aufgeklärten Abendlandes.

    Aber eigentlich diskutieren wir hier nicht über die Holzmedien, sondern über die sogenannten medienkritischen Blogs. Ich zeige hier ein ums andere Mal mit konkreten Beispielen, dass viele Blogs GERÜCHTE und BEHAUPTUNGEN als Fakten darstellen. Ich habe gezeigt, dass beispielsweise Seydel
    a) behauptet, die Holzmedien würden ihn grausam zerfleischen… und
    b) auf seiner Liste der Publikationen «über Rebell Teevau» den lobhudelnden Artikel von ras. aufführt, der den Anlass für unsere Debatte geliefert hat. In Tat und Wahrheit ist das gar kein Artikel über Rebell Teevau. Vielmehr wird in dem Artikel Rebell Teevau nur einmal kurz erwähnt, und das in einem positiven Kontext.

    Also erzählt uns Seydel, die Printmedien würden ihn FURCHTBAR GEMEIN behandeln, und sein einziger Beleg ist ausgerechnet eine LOBHUDELEI. Wie kohärent ist Seydels Argumentation?

    Ich sags Ihnen: Seydels Argumentation ist kein bisschen kohärent. Und damit passt Rebell Teevau bestens ins Dada-Hauptquartier.

  92. Bobby, nicht vergessen: Ommmmmm

  93. BC:

    Sei’s drum: Ommmmmmm… 96!

  94. Fred David:

    Hier legt es jemand darauf an , die 100er-Marke zu reissen. Ich helf‘ dabei. Danach gibt’s eine handgedrehte Cohiba – man kann dabei so schön entspannen …

  95. 98:

    War jetzt BC eigentlich in der Sauna? Entspannt eine Sauna, oder macht sie Dampf?

  96. @martin hitz. du kommst so auf deine 100 kommentare. aber das opfer ist gross. sollen solch betrunkene und verschwitzte verunglimpfungen kommentarlos stehen gelassen werden oder sind sie als persönlich angesprochener derart deftig, dass ich mich gezwungen sehe, zu reagieren? ich habe mich entschieden. aber bloss, damit ich mitgeholfen habe, damit du auf deine 100 kommentare kommst!

    a) seit wir alle denkbaren text(ur)sorten am gleichen bildschirm nebeneinander haben, wird es nötig, dass wir lernen diese sofortiger zu erkennen und als unterschiedene entsprechend unterschiedlich zu behandeln. wie schwer dies aktuell noch fällt: es gäbe kaum eine hübschere liste als deine sammlung von „bemerkungen“ in dieser reihe.

    b) offen sichtbar scheint ebenfalls, dass es hier einigen deiner berufskollegen schwer fällt, am bildschirm aufleuchtende pixel als etwas anderes, als ein endprodukt von (meist schlechtem) journalismus, allenfalls (manchmal sogar toller) werbung, zu halten.

    ich rufe andré marty in den zeugenstand gegen die hier (besser: den hier!) spuckenden professionellen schurnalisten: http://tv.rebell.tv/p2903.html wäre ich ein professioneller journalist, wäre es mir wichtig, dass es meiner schreibe anzumerken wäre. egal, ob vor oder nach dem besuch der sauna.

  97. ras.:

    Ich freue mich sehr, auf Marke 99 feststellen zu können, dass meine These – Auch kleine Wachhunde können beissen – vollauf bestätigt worden ist. Kann sich ein Journalist mehr wünschen? Allerdings: Wer wird nun die vielen Bisswunden heilen? Verfügt eigentlich Martin Hitz über ein Care-Team??

  98. Fred David:

    ras müsste jetzt eigentlich einen ausgeben.

  99. Wie können Sie nur fragen, lieber Herr Stadler. Selbstverständlich steht hier jederzeit ein aus Psychologen, Pfarrern, Imamen, Hilfssanitätern und Alt-Chefredaktoren bestehendes Care-Team bereit.

  100. ras.:

    Einen ausgeben würde ich schon. Aber wie wäre das zu bewerkstelligen? Würden die anonymen Schriftsetzer mit einer Burka auftreten? Wenn ja, müssten sie die Gelegenheit schleunigst nutzen. Noch sind Burkas nicht verboten.

  101. Ich möchte abschliessend feststellen, dass mich die absolut horizontal verlaufende Lernkurve von Bobby California sehr fasziniert. Zum Glück kann man das von den meisten anderen Teilnehmern der Diskussion nicht behaupten. Von vielen anderen Journalisten aber leider vermutlich schon.

  102. Nun ist mir Ronnie zuvorgekommen. Schreiben wollte ich eigentlich:

    So, jetzt jede/r noch *ein Mal* – und zwar möglichst ohne Seitenhiebe – und dann ist … Ommmmm …

  103. ich stelle abschliessend fest, dass hier ein anonymer troll aka bobby california uns blogger während monaten mit kotze übergiessen darf und mich selbst hier in diesem thread 3x als alki hinstellt – und der hausherr hat nichts weiter als ein infantiles ommmmm dafür übrig. das wundert mich doch sehr.

  104. Bobby California:

    Ich stelle abschliessend fest, dass einige Blogger zwar sehr gut im Austeilen sind, aber weniger gut im Einstecken. Ich wurde als Höseler, Schlauhölzeler, nicht ganz dicht beschrieben. Bin ich deshalb jetzt beleidigt? Fordere ich deshalb jetzt Zensur? Nope. Blogger, die sich Medienkritiker nennen, müssen sich auch der Diskussion stellen, wenn es um ihre eigenen Aktivitäten geht. Mister Universum, Ungeadelt und ich haben nicht «kotze», sondern sachliche, interessante Argumente gebracht. Die Diskussion darüber war schwierig. Ich wünsche dennoch allseits ein schönes Wochenende. Zum von ras. spendierten Umtrunk werde ich mit Burka und mindestens vier Bodyguards erscheinen.

  105. schlechte nachrichten von der ccc-front für die anonüm kommentierenden bobby californias dieser welt: http://www.netzpolitik.org/2009/koennen-wir-noch-anonym-bloggen/

  106. Bobby «Limerick» California:

    Ha! Das Gegengift wird in der Netzpolitik freundlicherweise auch gleich erwähnt: Wenn die Blogger sich mit Stilometrie aufrüsten, dann wird Bobby California eben ganz einfach die Verschleierungstaktik anwenden. Ich werde mir also ab und zu einen neuen Schreibstil zulegen. Und so kann ich fröhlich anonym bleiben.

    Ich werde dann beispielsweise nur noch Limericks verfassen:

    Da gabs einen Blogger in Most-India
    der wähnte sich verfolgt von Bobby California
    Denn der war Profi, der Bobby
    Doch der Blogger, der schrieb nur als Hobby
    Drum wurde er neidisch und schrie: Bobby Shame on ya!
    :-)))

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