Abwärtstrend – nach Print nun auch Online?

blick.ch:
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20Min.ch:
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tagesanzeiger.ch:
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nzz.ch:
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(Quelle: Google Trends; Idee: Media Café)

Ähnliches gilt übrigens auch für spiegel.de, focus.de, stern.de, faz.net, welt.de oder sueddeutsche.de.

von Martin Hitz | Kategorie: Sparschwein

23 Bemerkungen zu «Abwärtstrend – nach Print nun auch Online?»

  1. Wenn’s so wäre, verabschieden sich die Menschen gerade vom Journalismus, und nicht aus Old Media.

  2. Ist tatsächlich schon das Höchstniveau erreicht? Oder öffnet der Abschied vom Klick-Wahnsinn über Bildergalerien und sinnlose Text-Zerstückelung den Blick auf die wahren Verhältnisse? Interessant wäre jetzt noch zu wissen, ob in die Zahlen die Zugriffe von mobilen Geräten bereits einfließen.

  3. Fred David:

    Interessante charts. Man weiss nicht recht, was man davon halten soll. Alarmierend?

    Vielleicht sind es Anzeichen eines medialen Overkills?

  4. N.N.:

    Ist die Lösung nicht einfacher? Die Leute haben schlicht Angst um ihren Job: sie arbeiten wieder mehr als sie surfen …

  5. Marian Steinbach:

    Der Trend lässt sich auch an deutschen Meidensites nachvollziehen. Wer wissen will, was die wachsende Zahl an Online-Nutzern während ihrer steigenden Internetnutzungsdauer stattdessen macht, muss sich nur facebook.com oder youtube.com in Google Trends ansehen.

  6. Fred David:

    Bei tagesanzeiger.ch würde mich der signifikante Knick nach oben im August 2008 interessieren. Was ist die Erklärung? Vielleicht kommt man damit weiter?

    Insgesamt zeigen die Kurven aber nur eine Zwei-Jahres-Periode an. Vielleicht zu kurz, um grossartieg Schlüsse daraus zu ziehen?

  7. Newsjunkie:

    Ich habe admin.ch, ubs.com, kuoni.com und australia.com durchprobiert. Alle zeigen einen Abwärtstrend. Und für die erwähnten Schweizer Mediensites zeigen die Zahlen von Wemf Net-Metrix, die ich als ziemlich zuverlässig einstufen würde und deren Erhebungsmethoden zumindest transparenter sind als Google Trends, eine andere Entwicklung. Deshalb meine Vermutung: Die Zahlen von Google Trends sind schlicht falsch.

  8. ein weiterer aspekt mag sein, dass der kuchen einfach grösser geworden ist. z.b. haben die tv sender ihr angebot ausgebaut, man kann heute vieles on demand gucken wann man will.

  9. Fred David:

    Man sollte medienspiegel.ch nebenbei mal gratulieren. Auf diese Weise kommen zu einem schwer erklärbaren Phänomen in kurzer Zeit doch eine ganze Reihe interessanter Argumente zusammen.

    Das sind die Chancen eines Blogs!

  10. Anonym:

    Abwärtstrends sieht man auch z.b. bei bildblog.de, spreeblick.com, etc.
    Hat also nicht (allein) mit Old Media zu tun.

    Vielleicht greift man auch vermehrt direkt auf die betreffenden Seiten zu, ohne Umweg über Google…

  11. @ Fred David Zum Ausreisser von tagesanzeiger.ch: Wenn ich mich richtig erinnere, hat der Tagi bzw. Newsnetz im August 2008 ge(re)launcht.

  12. Hanspeter Spörri:

    Wenn man den Zeitungen, Homepages, Blogs ansieht, dass es ihr einziger Daseinszweck ist, möglichst vielen von uns zu gefallen, wendet man sich mit der Zeit ab. Mir geht es jedenfalls so. Vieles was publiziert wird, ist es nicht wert, dass man dafür Zeit aufwendet. Es will vielleicht unterhalten, das Publikum fangen und fesseln. Genau das langweilt.

  13. @bugsierer: wenn ich mir die Trends für die großen (deutschen) TV-Sender anschaue, sehen die noch schlimmer aus.
    Genauso wie die Trends für die Top 6 der Deutschen Blogcharts (mit Ausnahme von Nerdcore) nach unten weisen.
    Was sagt uns das? Wahrscheinlich gar nichts…

  14. Fred David:

    @)Naja, Daniel, es sagt schon was: Der Trend geht runter und nicht rauf. Aus welchen Gründen auch immer. Das widerlegt unzählige Analysen und Prognosen.

  15. DatA:

    Die Google-Trends sind für solche Aussagen viel zu ungenau und oft genug einfach falsch. Die Datengrundlage ist hierfür einfach nicht belastbar genug. Wer als Seitenbetreiber Echtdaten daneben halten kann, weiß wovon ich rede.

  16. Fred David:

    @)DatA: Ihre Anmerkung finde ich interessant, weil Sie offenbar Vergleichszahlen haben.

    Anderseits: Wenn jemand weltweiten Zugriff auf die rates hat, dann eben schon der quasi-Monopolist google. Sicherlich gibt es im Einzelnen Abweichungen, aber der Trend ist ja nun doch auffallend breitflächig.

    Google ist inzwischen eine Krake, die sehr sehr einflussreich ist mit ihren unzähligen Fangarmen. Wenn google sagt, es ist so, dann ist es so.

    Selbst wenn es nicht so sein sollte. Das ist die Macht von Monopolisten: Sie können Fakten schaffen.

  17. mir fällt dabei grad ein, dass ich es vor einiger Zeit aufgegeben habe, auf diese Onlinenewsnetze zu gehen, weil es mir einfach nichts bringt, dieses Kurzfutter, diese x-mal recycleten und neu zusammengesetzten Pseudo-Aufreger. Mir langt’s, wenn ich es dann am Radio höre, wenn der Staub sich gelegt hat. Könnte sein, dass sich diese Ernüchterung nicht nur bei mir zeigt

  18. Fred David:

    @) Nein, Bruder Bernhard, es ist kein singuläres Phänomen. Das Ausklinken aus dem hyperventilierenden Recyclejournalismus entwickelt sich zu einer flächendeckenden Erscheinung. Jedenfalls stosse ich in meinem web-affinen Umfeld dauernd auf ähnliche Aeusserungen.

    Ob diese allgemeine web-Ernüchterung, wenn nicht Ermüdung letztlich verantwortlich ist für die flächendeckend sinkenden rates, wage ich nicht zu behaupten. Aber die Wahrscheinlichkeit liegt nahe.

    Dem stehen zwar, wie hier im Blog schon erwähnt, die steigenden rates von twitter, facebook und youtube antgegen. Aber auch das könnte eine vorübergehende Welle sein. Vor wenigen Jahren war der grosse Hype, dass man mit Handys fotografieren kann. Der Reiz hat doch sehr bald nachgelassen.

    In der Schweiz kann man die rates noch zuverlässig etwas hochjagen, wenn man Ausländerthemen auf den verschiedenen Newsseiten hochjazzt. Damit kann man noch ein wenig die einschlägigen Emotionen kitzeln. Das Resultat ist oft widerwärtig und auch da wird der Reiz wohl früher oder später nachlassen.

    Overkill.

  19. mds:

    Alexa zeigt andere Ergebnisse als Google Trends, dito wie schon oben erwähnt Net-Metrix.

  20. Fred David:

    Wäre ja doch mal interessant, wenn man die charts aus verschiedenen Quellen nebeneinander zeigt. Wär doch was für medienspiegel.ch.

  21. andr´e:

    Ich weiss ja nicht wie Goggle seine Rates ermittellt, aber meiner Meinung nach werten die ja nur das aus, was über sie läuft.Damit ist Google bei mir zu fast 90% raus, da ich mir mitlerweile meine Stammseiten fest verlinkt habe. So wird fast meine komplette Nutzung von Google ignoriert und so ist das mitlerweile vieleicht auch bei Millionen anderen Nutzern.?

  22. Ich würde mich auch erstmal fragen, warum die Daten, die über google bezogen werden, alle so gleichförmig aussehen. Laut Eigenaussage der Nutzer (zB ARD/ZDF Onlinestudie in D.) werden Nachrichtenseiten insgesamt häufiger angeclickt, gleichzeitig steigt das Zeitbudget fürs Internet (siehe aktuell FAZ http://tinyurl.com/ygmlnop), und weniger Internetnutzer gibt es ja nun auch nicht.
    In den USA sind die Zahlen im Moment so schlecht, weil im letzten Jahr der Präsidentschafts-Wahlkampf die Zugriffszahlen enorm in die Höhe getrieben hat.

  23. Fred David:

    @) Kolia: Das Zeitbudget fürs Internet wird zweifellos grösser. Aber es potenziert sich auch die Zahl der websites ins Unermessliche. Die klicks verteilen sich dadurch unübersehbar breitflächig. Das könnte auch eine Erklärung für die abfallenden Kurven sein. Je uferloser das web wird, umso unverbindlicher und immer weniger messbar ist seine Wirkung.

    Vorerst bleib ich noch bei meiner Vermutung: Die sinkenden Kurven könnten ein Anzeichen medialen Overkills sein.

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