Schleichwerbung: Journis dürfen, Blogger nicht

Eine neue Bestimmung der amerikanischen Federal Trade Commission verlangt von Bloggern die klare Deklaration gesponserter Inhalte. Stefan Betschon kommentiert dies in der «NZZ» – nicht ganz ohne Häme:

    «Schleichwerbung als medienethisches Problem gibt es nicht erst seit dem Internet. Aber in der Unübersichtlichkeit der Blogosphäre verschärfen sich die Schwierigkeiten. Mag das Internet anders sein – Menschen bleiben Menschen; wenn auch der Datendurchsatz des Internet-Backbone laufend steigt – die intellektuelle Bandbreite der Menschen bleibt sich gleich.»

Von wegen «medienethisches Problem» – man denke etwa an Auto-, Reise-, und Stilbeilagen: Die gedruckte Presse ist von den neuen Bestimmungen nicht betroffen, wie Jack Shafer im Online-Magazin «Slate» schreibt:

    «Because of a pesky [etwa: nervtötend] thing called the First Amendment, the guidelines don’t apply to news organizations, which receive thousands of free books, CDs, and DVDs each day from media companies hoping for reviews. But if the guidelines don’t apply to established media like the New York Review of Books, which also happens to publish reviews on the Web, why should they apply to Joe Blow’s blog? Regulating bloggers via the FTC while exempting establishment reporters looks like a back-door means of licensing journalists and policing speech.»

Übrigens: Ähnliche Regeln sind laut «The Register» (via «Cybersoc.com») in der EU bereits seit Ende 2007 in Kraft.

von Martin Hitz

3 Bemerkungen zu «Schleichwerbung: Journis dürfen, Blogger nicht»

  1. Bobby California:

    Ui, da ist aber das Temperament des Mister Shafer tüchtig durchgebrannt. Eine Buchbesprechung ist sicher nicht Schleichwerbung, nur weil der Verlag der Zeitung ein Rezensionsexemplar geschickt hat. Das war schon immer so üblich und regt sicher keinen Journalisten zu einer Gefälligkeitsbesprechung an. Manchmal habe ich das Gefühl, gewisse Blogger wie der Herr Shafer schreiben schneller, als sie denken können.

  2. Thomas Läubli:

    Man beachte bei Tagesanzeiger-Online die dreifache Auto-Werbung auf der Seite ganz oben, die schon seit Mitternacht dort prangt. Wieviel hat man dem Tages-Anzeiger wohl dafür bezahlt?

  3. Thomas Läubli:

    Es ist interessant, wie der TA schon seit mehreren Tagen wieder permanente Propaganda für die SVP betreibt: Blocher, Blocher, Blocher, Blocher im Ständerat, Blocher in Rheinau, Roberto Martullo für Blocher, Martin Wagner gegen Blocher, Zuppigers Gewerbeverband, nochmals Zuppigers Gewerbeverband, SVP contra EU, das Rütli, Mörgeli für Uto Kulm (samt Leserbrief-Empörung)…
    Seit Pietro Supino gemerkt hat, dass für seine Bekannten aus der SVP Zürich ein hartes Pflaster ist, worauf er TeleZueri abgestossen hat, konzentriert er sich jetzt wohl gänzlich auf die nationale Tamedia, um die konservative Revolution in der gesamten Schweiz voranzutreiben.

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