Die AZ Medien bauen weiter ab

Nach der im November des vergangenen Jahres kommunizierten Streichung von 30 Stellen hat sich die AZ Medien AG («Aargauer Zeitung» etc. und seit kurzem auch «Solothurner Zeitung») heute das zweite Sparprogramm auferlegt, das bis Ende Jahr den Abbau von weiteren 65 Stellen vorsieht. Aus der Medienmitteilung:

    «Die wenig verheissungsvollen konjunkturellen Aussichten und die unbefriedigenden Ergebnisse im ersten Trimester 2009 zwingen die AZ Medien Gruppe zu einem weiteren Sparprogramm. […]
    Sparprogramm und Synergieprogramm haben bis Ende Jahr einen Abbau von rund 65 Stellen über das ganze Unternehmen zur Folge, respektive 7,5% der 860 Stellen der AZ Medien Gruppe. […]
    Der Stellenabbau erfolgt teilweise über Frühpensionierungen, Pensumsreduktionen und Vakanzen, die nicht ersetzt werden, grösstenteils aber über Entlassungen. Es müssen voraussichtlich rund 45 Entlassungen ausgesprochen werden. […]
    Bei den Redaktionen der Mittelland Zeitung (Aargauer Zeitung, Solothurner Zeitung, Basellandschaftliche Zeitung, Limmattaler Zeitung) werden 12 Stellen gestrichen, was rund 6% des gesamten Redaktionsetats der MZ ausmacht.»

Das ist wenigstens transparent kommuniziert, erspart es dem Beobachter doch für einmal die vermaledeiten Prozentberechnungen.

von Martin Hitz

1 Bemerkung zu «Die AZ Medien bauen weiter ab»

  1. Ja… wenigstens die Kommunikationsabteilungen der Medienhäuser haben etwas gelernt. Die Manager aber leider noch immer nicht, dass sie mit der Ausdünnung im Kerngeschäft irgendwann an sich selbst zu radieren beginnen. Der geneigte Leser weiss, dass einem Berufsverbandssekretär dieses Zugständnis nicht leicht fällt, aber in diesem Punkt ist Verlegerpräsident Lebrument Recht zu geben: Wer auf Gewinnoptimierung aus ist, sollte die Branche wechseln. Die Krise ist für manch ein Unternehmen kein Zwang, sondern es ist eine Frage der Prioritäten. Langfristig gut geführte Unternehmen haben Reserven, um kurzfristig krisenbedingt unrentable Geschäftszweige zu erhalten – wenn sie wollen. So auch den hohen Qualitätsstandard ihrer Medien. Für manche Verleger scheint das Verlegen aber nicht mehr Priorität zu sein. Leider nicht nur bei den AZ Medien. Und da kommt die Krise als guter Grund für jedes Sparschwein gerade recht, um für die Gewinnoptimierung nach der Krise auf Kosten der Qualität die Weichen zu stellen.

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