Hansruedi Schoch wird SF-Interims-Chefredaktor

Nach einem Übergangsdirektor (s. hier) soll das Schweizer Fernsehen nun auch noch einen Interims-Chefredaktor erhalten. Hansruedi Schoch, derzeit noch stellvertretender SF-Chefredaktor, soll per 1. Oktober 2009 die Nachfolge von Ueli Haldimann antreten und solange amten, bis Letzterer seinen Posten als SF-Interims-Direktor wieder abgibt.

Schoch ist vom SRG-Verwaltungsrat überdies zum Co-Leiter des Projekts «Medienkonvergenz» (s. hier) ernannt worden. Bis im Oktober – des laufenden Jahres, wohlverstanden – soll er zusammen mit Co-Projektleiter Ruedi Matter, Chefredaktor Radio DRS, das publizistische und betriebliche Gesamtkonzept für die neue, künftig aus Radio und Fernsehen bestehende SRG-Unternehmenseinheit vorlegen. Poor thing!

Wer sonst noch zur «SRG-Reformtruppe» gehört, hat Rainer Stadler für die «NZZ» zusammengefasst. Unter dem Titel «Die SRG muss nun ihren Zeitplan einhalten» schreibt selbiger Stadler zudem:

    «Pläne zeichnen sich dadurch aus, dass die selbstgewählten Fristen selten eingehalten werden. Schon die Wahl der Übergangsdirektoren musste kurzfristig um drei Wochen verschoben werden. Ein grösseres Interregnum in der SRG Deutschschweiz scheint alles andere als ausgeschlossen. Je länger das Provisorium dauert, desto unglaubwürdiger werden die jetzt hastig eingeleiteten Ernennungen wirken.
    Die Grossreform provoziert weitere skeptische Fragen: Was sind etwa die Auswirkungen auf die SRG als nationales Integrationsprojekt? Künftig werden in der SRG-Geschäftsleitung nicht mehr je zwei Direktoren einer Sprachregion zusammensitzen, sondern bloss je einer. Damit wächst das Ungleichgewicht. Der Rätoromane vertritt eine geradezu winzige Einheit, der Deutschschweizer einen Riesenbetrieb. Das könnte bedeuten, dass die Sprachregionen einander vermehrt als Interessenblöcke gegenüberstehen.»

von Martin Hitz

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