- «Das ist Qualitätsjournalismus, für den die Leser bereit sind zu bezahlen. Einordnen, Übersicht geben, Hintergründe liefern und eine eigene Meinung veröffentlichen»,
sagte «Tages-Anzeiger»-Chefredaktor Peter Hartmeier vor bald anderthalb Jahren in einem Interview (PDF) mit dem Branchenmagazin «Persönlich».
Ob dieser Newsnetz-Artikel von Philipp Löpfe Hartmeiers Qualitätskriterien wohl auch erfüllt (via «infamy»)?

Auch Herr Löpfe dürfte doch schon von Wikipedia gehört haben. Und die liesse sich auf dem Internet doch vorzüglich verlinken – zum Beispiel so:
- Sonderziehungsrecht
- Währungsswap
Wie heisst es doch so schön:
Cover what you do best. Link to the rest!
Oder einfach ein Link auf ein Konkurrenzmedium, welches wenigstens versucht den ganzen Notenbank-Finanzkrimskrams zu erklären?
Herrgott nochmal, regt sich denn hier überhaupt niemand mehr auf, dass “das magazin” systematisch heruntergewirtschaftet wird? Wo sind die grossartigen reportagen, interviews und analysen geblieben? Stattdessen seichtester lifestyle-brunz heftelang. Halten die ihre leserschaft für komplett bescheuert? Die neueste ausgabe ist ein einziger kniefall vor der werbewirtschaft respektive dem wichtigsten werber der schweiz, der migros: die gesamte ausgabe ist eine kopie des letztjährigen migros-geschäftberichtes. Für was wird canonicas crew entlöhnt? Sind die hochbezahlten, preisgekrönten schreiberlinge jetzt zu anzeigerverkäufern mutiert?
Editorial, “Das Magazin”, 3.1.2009: «Das Magazin» will Lektüre bieten für anspruchsvolle Leser, die Qualitätsjournalismus schätzen, aber auch unterhalten werden möchten auf hohem Niveau. Wir sind überzeugt, dass das neue Heft diese Ansprüche noch besser zur Geltung bringt. (Finn Canonica)
Die Diskussion war schon einmal ein wenig aufgeflackert:
http://www.medienspiegel.ch/archives/001835.html#comments
ist es wirklich schlimm, ein portfolio abzudrucken, das zwar erstmals im migros-geschäftsbericht gedruckt wurde, aber das von einem tollen fotografen stammt, und das grossartige bilder enthält, die etwas über die schweiz erzählen? schliesslich sind das ja keine migros-anzeigen, die da gedruckt wurden, sondern es ist eine anspruchsvolle fotostrecke. dass sich das magazin dadurch verkauft, das sehe ich nicht ganz ein – entscheidend sind doch die bilder!
Offenbar hält die Redaktion des Magazins ihre Leser für völlig bescheuert. Anders kann ich mir die Idee, Fotos des Migros-Geschäftsberichts nachzudrucken, nicht erklären. Die haben wohl das Gefühl, dass ihre Leser glücklich sind, jeden Dreck zu fressen. Die Bilder sind nicht so grossartig, als dass man sie unter Missachtung aller bisher geltenden journalistischen Ethik-Standards dringend nachdrucken müsste. Zu Miriam Meckels Diagnose ist nichts hinzuzufügen: Wir erleben den Ausverkauf des Journalismus.
(PS: Lieber Philipp, Links setzen ist wirklich kinderleicht – sogar der Bobby kann das jetzt – zwar hat’s der Martin Hitz falsch erklärt, aber ich habs trotzdem herausgefunden, wie das geht!)
Ich möchte mit anspruchsvoller Lektüre unterhalten werden am Samstag.
Die “tollen” Bilder vom “grossartigen” Fotografen füllen fast die ganze Nummer, eingewickelt ist das ganze in einen Hochglanzwerbeprospekt vom Migros.
Läuft das ganze unter dem Motto “Ihr könnt die Bilder haben, wenn wir dafür den Umschlag bekommen”?
ein belangloses magazin, bilder ohne zusammenhang, eher geeignet als sommerloch-füller, wenn die ganze redaktion in den ferien ist.