Von Parasiten und Bandwürmern

«Should we be allowing Google to steal all our copyrights?» fragte Rupert Murdoch jüngst an einer Tagung und gab die Antwort gleich selbst: «Thanks, but no thanks.» (via «Forbes»)

«There is no doubt that certain websites are best described as parasites or tech tapeworms [Bandwürmer] in the intestines of the internet», doppelte «Wall Street Journal»-Chefredaktor Robert Thomson wenige Tage später im «Australian» nach.

Und auch die Nachrichtenagentur AP will den Aggregatoren offenbar an den Kragen, wie die «New York Times» am vergangenen Montag berichtete.

Journalist und Suchmaschinenexperte Danny Sullivan findet das alles überhaupt nicht lustig und wäscht Murdoch und Konsorten in einem langen Blogeintrag gleich tüchtig den Kopf:
«Google’s Love For Newspapers & How Little They Appreciate It».

Auch von ACAP, dem Automated Content Access Protocol, das auch der Schweizer Verlegerverband zu pushen versucht, hält Sullivan übrigens nicht besonders viel.

Ebenso interessant Sullivans Hinweis auf Googles «First Click Free»-Feature, das auf der Website des Suchgiganten wie folgt beschrieben wird:

    «We’ve worked with other subscription-based news services to arrange that the very first article view by a Google News user (identifiable by referrer) doesn’t require subscription. While the first article can be seen without subscribing, all clicks on the article page are „trapped.“ This means that if users click anywhere else on that page, they’ll be prompted to sign up. This allows our users to view the article of interest while also exposing them to your site, encouraging an actual subscription.»
von Martin Hitz | Kategorie: Medienschau

1 Bemerkung zu «Von Parasiten und Bandwürmern»

  1. Wenn von Parasiten die Rede ist, werden immer Google und andere Aggregatoren erwähnt.

    Dabei gehen leider Medienwebsites vergessen, die bei den redaktionellen und finanziellen Mitteln sparen und sich die News für ihr Portal überall im Internet „zusammensuchen“ (um nicht zu sagen „stehlen“).

    Ob dabei Urheberrechte verletzt und unlauterer Wettbewerb betrieben wird, stört die Verantwortlichen herzlich wenig.

    Nicht nur die grosse AP wehrt sich. Auch die kleine SDA kämpft gegen diese Unsitte an. Hier geht es nicht um unbedeutende Umsatzeinbussen, hier geht es ums Überleben der Nachrichtenagenturen.

    http://lead.sda.ch/leitartikel_01.php?NewsletterID=38

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