Die SRG will ihre Unternehmenseinheiten nach Sprachregionen zusammenlegen bzw. «konvergieren». Dies hat der Verwaltungsrat am vergangenen Mittwoch beschlossen. Aus der Medienmitteilung:
- «Der nationale Verwaltungsrat hat am 18. März beschlossen, dass im laufenden Jahr innerhalb der Regionen die strukturellen und organisatorischen Voraussetzungen für ein konvergentes Arbeiten im redaktionellen Bereich geschaffen werden sollen. Um eine systematische Zusammenarbeit zu ermöglichen, sollen die in der Suisse romande und in der deutschsprachigen Schweiz noch nach Radio und Fernsehen getrennten Unternehmenseinheiten wie bei RSI und RTR zu einer sprachregionalen Unternehmenseinheit zusammenwachsen.»
Ganz im Sinne der Transparenz
ist der beinahe 100-seitige «Bericht des Generaldirektors an den Verwaltungsrat SRG SSR» auch als PDF-Datei zugänglich: «Medienkonvergenz und Wirtschaftlichkeit».
Das Konvergenz-Projektes soll laut Medienmitteilung eine «medienübergreifende, publizistisch-redaktionelle Zusammenarbeit» ermöglichen. Im Management Summary des «Berichts des Generaldirektors» heisst es unter «Was» dazu:
- «Der Generaldirektor der SRG SSR beantragt, dass in der SRG SSR kurzfristig die strukturellen und organisatorischen Voraussetzungen für ein systematisches, konvergentes Arbeiten im redaktionellen Bereich zu schaffen sind. Ziel ist eine bessere Ausschöpfung der redaktionellen Potenziale sowie mehr journalistische Qualität bei gleich bleibender publizistischer Vielfalt in multimedialen Unternehmenseinheiten (UEs). Parallel dazu soll bei den Supportprozessen die Produktivität um 10 % (rund 1 Gebührenprozent) gesteigert werden.»
In einem Interview mit der «Berner Zeitung» wird SRG-Generaldirektor Armin Walpen ganz konkret:
- «Die Zusammenarbeit ist insbesondere bei der Themenplanung denkbar. Zum Beispiel: Die Redaktion der TV-Sendung Rundschau sagt, sie mache einen Beitrag zum Bankgeheimnis. Gleichzeitig macht das Radioteam vom «Echo der Zeit» ebenfalls einen Beitrag zu diesem Thema. Die Zusammenarbeit kann nun darin bestehen, dass sich die beiden absprechen, wer welchen Aspekt recherchiert. Die Redaktionen stellen sich dann gegenseitig ihr Material zur Verfügung.»
Vielleicht bleiben den gebeutelten Gebührenzahlern solche Bilder dann künftig ja erspart.
Nicht gerüttelt werden soll zumindest vorerst an den bisherigen SRG-Hauptstandorten Genf, Lausanne, Bern, Basel, Zürich, Lugano Besso, Comano und Chur.
Siehe dazu auch:
Muss die SRG nun mitreden(.ch) lassen?