Nicht immer ist «Tages-Anzeiger» drin, wo «Tages-Anzeiger» drauf steht

Unter dem Obertitel «Die Pöbel-Gesellschaft» schreibt Dario Venutti in der heutigen Ausgabe des «Tages-Anzeigers» (online – oh Überraschung – nicht frei zugänglich):

    «Im Schatten von Bankgeheimnis und UBS haben einige Medien in den letzten Tagen eine Sau durchs Dorf getrieben, die entweder amüsierte oder anwiderte. Es geht um die Vaterschaftsklage einer Frau, die behauptet, der Vater ihrer Zwillinge sei Hakan Yakin.»

Und Venutti weiter:

    «Der öffentliche Aufschrei ist darauf angelegt, Hakan Yakin zu entwürdigen. Weit mehr entblösst sie jedoch jene, die an seiner Demontage arbeiten. […] Jedenfalls wären jene Journalisten, welche Details an die Öffentlichkeit zerrten, sicher froh, ihre eigene Privatsphäre würde besser geschützt als die seine. Das hemmungslose Ausbreiten von Privatem wird durch Onlineportale verstärkt, die ihre Leserschaft einladen, Kommentare zu schreiben, und dabei die Qualitätskontrollen nicht immer ernst nehmen.»

Ob am Ende nicht immer «Tages-Anzeiger» drin ist, wo «Tages-Anzeiger» drauf steht?

Eine Suche nach «Yakin» fördert auf «tagesanzeiger.ch» zurzeit nämlich folgendes zu Tage:

Yakin_Zwillinge.png

von Martin Hitz | Kategorie: Medienschau

6 Bemerkungen zu «Nicht immer ist «Tages-Anzeiger» drin, wo «Tages-Anzeiger» drauf steht»

  1. Eigentlich ein spannendes Experiment, das der TA momentan online veranstaltet. Die vielen Artikel und der stetige Wandel der Frontseite steigern zunächst den Anreiz, öfter vorbeizuschauen – es gibt ja immer neues zu sehen.
    Aber es bleibt ja dann irgendwie nur beim Sehen, denn zu lesen gibt es meistens nichts. Neue Youtube-Clips (ta-gebranded), Gerüchte anderer Portale, Zitate aus Radionachrichten, Zitate aus TV-Nachrichten etc. Klingt vertraut? Gut möglich, denn was das Newsnetz zur Zeit bietet, ist ein Nachrichtenaggregator, von Hand zusammengestellt und mit etlichen Schreibfehlern humanisiert. Zu Google News ist es da nur noch ein kleiner Schritt, und dort gibt es erst noch keine falsch abgeschriebenen Schlagzeilen.

    Oder anders gesagt: Durch Minimierung der Differenz zur Konkurrenz macht man sich schnell überflüssig. Wie gesagt, ein spannendes Expertiment der tamedia.

  2. Bobby California:

    Nicht immer ist etwas Gescheites drin, wo «Venutti» drauf steht. Das ist doch der Typ, der immer wieder gerne Gewalt von Fussballfans als «Fankultur» schönredet.

    Sicher ist mir meine Privatsphäre heilig, aber ein Spitzenfussballer ist nun mal eine Person, auf die sich das öffentliche Interesse konzentriert, da hat die Privatsphäre einen anderen Stellenwert als bei einem Normalbürger. Das ist journalistisches Anfängerwissen und müsste auch Herrn Venutti bekannt sein.

    Da gibts nur eine Erklärung: Venutti steht den Subjekten, über die er schreibt, emotional zu nahe, ob es nun Hooligans oder Yakin ist.

  3. Hardy M. Eier:

    Venuttis Geschwurbel ist einfach nur peinlich.

  4. Sieht aus, als ob die Print-Journies nie online auf den eigenen Seiten wären….

  5. Beobachter:

    Das Tamedia-Online-Portal ist von erschreckender Qualität, aber wen interessiert das schon? Die Verlagsoberen haben Freude an den Klicks, das ist alles, was zählt.

  6. Alle hassen das Newsnetz. Na und? Ist denen doch egal. Die verdienen eine Menge Geld.

Antworten abbrechen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *