Fix und Foxi in «10 vor 10»

Jetzt ist Fix M. also Bundesrat und sein Mentor Foxi B. kommt nicht in die Landesregierung, obgleich er der Beste wäre. Dieser Sachverhalt zeichnete sich seit einiger Zeit ab; der «10 vor 10»-Journalist Hans Bärenbold wagte in der Nachrichtensendung «10 vor 10» (Video) die Fragen zu stellen, auf die alle gerne Antworten wüssten. Zum Beispiel an Fix M., wie er sich fühle mit «einer 2 auf dem Rücken»? Und noch besser: «Landen Ihre Dossiers auf dem Tisch von Foxi B.?»

Der wackere TV-Korrespondent Bärenbold hat seine Aufgabe mustergültig gelöst. Ohne mit der Wimper zu zucken, hat er Fix M. und Foxi B. frontal angegriffen. Und reingehauen, wo es schmerzt, nämlich dort, wo zumindest Foxi B. gerne sündigt.

Soweit so gut, aber jetzt kommt der Skandal: Die TV-Funktionäre Ueli Haldimann, Chefredaktor, und Direktorin Inrgid Deltenre deckelten den armen Bärenbold öffentlich für seine angeblich unflätigen Fragen. Da wagt es einer, in einem Interview just über das zu reden, was die Menschen beschäftigt, und schon wird er in den Senkel gestellt.

Fernsehfunktionäre bringen Magistraten und Möchtegern-Magistraten offenkundig viel Respekt entgegen. Bärenbold habe Fix M. eine Amtsgeheimnisverletzung unterstellt, reklamierte Haldimann. Ja, bitte schön, wie war das jetzt mit der Gewaltentrennung bei der SVP in der Vergangenheit? Wie war das, als Foxi B. im Streit lag mit der Bundesanwaltschaft? Wie war das genau mit Goofy Brunner, noch so einem aus der Comic-Ecke? Der lieferte Foxi B. doch vertrauliche Informationen aus einer parlamentarischen Kommission und muss jetzt um seine parlamentarische Immunität kämpfen.

Da liegt die Frage an Fix M. nach den vertraulichen Akten in der Luft. Ganz abgesehen davon, dass ein Journalist alle Fragen stellen darf, die er will, der Angesprochene muss sie ja nicht beantworten. Im Zweifelsfall kann er sogar ausrasten wie Fix M. und Foxi B. das in «10 vor 10» getan haben.

Und noch etwas: Wenn zwei Schweizer Politiker wenig zimperlich sind, dann diese beiden. Wo die zustechen können, zücken sie das Messer, das sie hinterrücks stets griffbereit halten. Fix M. und Foxi B. haben als Letzte moralische Unterstützung durch TV-Funktionäre nötig, zumal die beiden SVPler bei jeder Gelegenheit liebend gerne die SRG verhöhnen. So gesehen wünscht man sich, dass Haldimann und Deltenre dem TV-Journalisten Bärenbold auf die Schulter klopfen, ihm einen Blumenstrauss überreichen und eine Lohnerhöhung aus dem Gebührentopf – statt vor den SVP-Granden den Bückling zu machen

Aber halt: Die Geschichte ist so oder so nicht ausgestanden. Wer weiss, ob Foxi B. nicht plötzlich über Informationen aus der Landesregierung verfügt? Dann geht das alte Gejammer über die Indiskretionen aus dem Bundesrat los. Und der TV-Journalist Bärenbold hat wenigstens die Genugtuung, die richtigen Fragen gestellt zu haben.

Rolf Hürzeler, vormals Medien- und Kulturredaktor bei «Facts» und Kulturchef beim Pendlerblatt «News», amtet seit dem 1. September 2008 als Chefredaktor des Magazins «Saldo».

von Rolf Hürzeler | Kategorie: Mediensatz

4 Bemerkungen zu «Fix und Foxi in «10 vor 10»»

  1. Natürlich kann ein Journalist fragen, was er will, er muss sich aber nicht wundern, wenn der Befragte die Frage für Unsinn hält. Nichts mehr ist geschehen von der Seite der Befragten.

    Ob die Frage tatsächlich Unsinn ist oder nicht, sei dahingestellt. Jedenfalls steht in Frage, ob ein anderer Kandidat als Ueli Maurer eine gleiche Frage gestellt gekriegt hätte. Daran hat sich die Frage zu messen. Persönlich bin ich mir ziemlich sicher, dass andere angehende Bundesräte nicht mit solche Fragen konfrontiert würden.

    Von Journalisten erwarte ich relevante Fragen, keine der Nation dargereichte Vorurteile.

  2. mds:

    Rolf Hürzeler ist ein schlechter Verlierer … und sein SVP-Hass schlägt leider auf die Schreibqualität durch, allein die ganzen «Fix» und «Foxi» quälen beim Lesen. Wieso die Personen nicht einfach beim Namen nennen?

  3. Sam:

    Ich bin alles andere als ein SVP-Sympathisant. Die Frage des SF-Journis war aber tatsächlich sehr doof. Ob er dafür vom Chef öffentlich gerüffelt werden soll, kann man diskutieren.

    Und Goofy hat nichts mit Fix&Foxi zu tun. Wenn schon Lupo.

  4. Bobby California:

    Nach diesem Wahltag reibt man sich die Augen. Da wurde einer in den Bundesrat gewählt, der noch vor wenigen Tagen sagte: «Ich stehe nicht zur Verfügung». Und Foxi erzählt danach, er habe nur kandidiert, damit Fix gewählt wird.

    Bobby Californias Fazit: Wenn eine Wahl mit so absonderlichen Begleiterscheinungen verläuft, sind kritische Fragen, wie sie Hans Bärenbold formuliert hat, dringend nötig. Und wenn so ein Fix jahrelang seine politischen Gegner aufs Gröbste verunglimpft, mutet seine Dünnhäutigkeit seltsam an.

    Ronnie Grob/Sam > Das waren relevante Fragen, keine Vorurteile. Der Foxi hat wiederholt gezeigt, dass er Mühe hat mit den Regeln des Rechtsstaates. Der Fall Brunner beweist es.

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