Pas de deux bei der «Weltwoche»

In der aktuellen «Weltwoche» schreibt Roger Köppel im Editorial:

    «1999 wurde Blocher nicht gewählt, um die SVP zu schwächen. Die SVP legte zu. 2003 wurde Blocher gewählt, um die SVP zu schwächen. Die SVP legte noch mehr zu. 2007 wurde Blocher abgewählt, um die SVP zu schwächen. Die Taktik ging auf.»

Und Christoph Mörgeli meint in derselben Ausgabe:

    «Für einen grossen Teil der Bundesversammlung geht es eh nur noch darum, der SVP den maximal möglichen Schaden zuzufügen. 1999 liess man deswegen den Kandidaten Blocher auflaufen. 2003 wählte man Blocher in den Bundesrat, um die Partei zu schwächen. 2007 wählte man ihn deswegen wieder ab.»

Schreiben die ihre Texte eigentlich zusammen?

(Danke, Muckraker, für den Hinweis.)

von Martin Hitz

5 Bemerkungen zu «Pas de deux bei der «Weltwoche»»

  1. tin:

    Köppel und Mörgeli – bei der Geburt getrennt.

  2. Graggsel:

    Naja, die Feststellung der beiden Herren ist ja nicht überraschend, das hätte ich glaub auch grad noch so hingekriegt.

    Die Frage ist nun, welcher der beiden Kandidaten das kleinere Übel ist…

  3. klöppel:

    Köppel stellt einen Teil seiner Leute auf die Strasse – und heuert zugleich einen neuen Hardliner an. Peter Keller, SVP-Redenschreiber aus der Innerschweiz, erhält einen Job bei der WeWo, meldet heute die Sonntags-NZZ:

    “Peter Keller, politisierende Schreibkraft, erhält einen neuen Brötchengeber. Der Nidwaldner SVP-Kantonsrat, Vize-Parteipräsident, kantonale SVP-Pressechef und ehemalige Redenschreiber im Auftrag von Bundesrat Christoph Blocher heuert demnächst bei der «Weltwoche» an. Wie «Weltwoche»-Chef Roger Köppel betont, werde der neue 50-Prozent-Mitarbeiter aber nicht über Parteipolitisches schreiben. Zudem habe man die politische Bindung Kellers, der schon als freier Mitarbeiter schrieb, transparent gemacht und werde dies nach der Vertragsunterzeichnung noch einmal deutlich tun. Problematisches vermag Köppel in der Personalie nicht zu erkennen. Schliesslich gebe es in der politischen Schweiz das Milizprinzip.”

  4. Köbi:

    …fragt sich jetzt nur, ob Köppel die Kolumne von Mörgeli verfasst oder umgekehrt.

  5. Weshalb die Einstellung eines SVP-Lokalkaders als Politikjournalist kritisch ist, demonstriert überdeutlich die aktuelle Weltwoche 49/2009, in der Keller über die SVP-Basis schreibt, die ihre Parteileitung zusehends rechts überholt. Besser kann Roger Köppel nicht demonstrieren, dass sein “unabhängiges” Magazin zum SVP-Parteiblatt geworden ist…

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