Leider nur gute Unterhaltung

Selten habe ich so viele verschiedene Blogs so intensiv gelesen wie in den letzten beiden Wochen. Der Grund dafür war der gleiche wie bei jedem Medienangebot, das mich in seinen Bann zu ziehen vermag: Ich sah mich direkt angesprochen. In diesem Fall ging es um meinen Beruf und eines meiner Hobbies. Für eine regelrechte Artikel- und Kommentarflut in der heimischen Blogosphäre sorgten zwei Texte in der «SonntagsZeitung».

Ein bloggender Redaktor, wie ich auch einer bin, formulierte ein paar unausgegorene Thesen zur Befindlichkeit der Blogs in der Schweiz: Sie versinken im Mittelmass, sind nur Resonanzraum der Massenmedien und sowieso thematisch einfältig. So weit, so langweilig. Doch offensichtlich enthielt der Text dermassen viel Zündstoff, dass er geeignet war, die vielen Reaktionen auszulösen. Insofern muss dem Autor David Bauer zugute gehalten werden, dass er etwas erreicht hat, wovon viele seiner Kollegen nur träumen mögen: Er provozierte (bewusst?) und löste damit eine Debatte aus, die zwar nicht immer sehr gesittet verlief, doch über einen Zeitraum von zwei Wochen gute Unterhaltung bot. Den Topf am
Brodeln hielt Bauer mit einem Nachzug zur Kritik der Blogger an seiner Kritik.

Die vielen, oft geharnischten Blogbeiträge, die mitunter auf den Mann spielten, zeigen vor allem eines: An die Berichterstattung einer abonnierten Zeitung legen Blogger einen hohen Massstab an. Und hoffentlich nicht nur sie, denn der Unterschied zwischen Profis und Amateuren liegt ja darin, dass die Ersten für ihr Tun bezahlt sind und ihre gesamte Arbeitszeit der Recherche und Publikation widmen können. Die Liebhaber dagegen dürfen tun und lassen, was sie wollen. Ihren Auftrag geben sie sich selbst und sie sind nicht primär der Öffentlichkeit verpflichtet.

Als Gedankenspiel lohnt es sich, die Frage zu stellen, wie die Debatte verlaufen wäre, wenn derselbe Text nicht in einer Zeitung, sondern in einem Blog veröffentlicht worden wäre. Ich wage zu behaupten, die Wogen wären weit weniger hoch gegangen, die Diskussion fruchtbarer und gesitteter verlaufen – dafür aber möglicherweise mit geringerem Unterhaltungswert. Denn der Zeitungsartikel glich über weite Strecken jenen Blogeinträgen, die man oft zu Gesicht bekommt: ein bisschen Infos zusammengesurft, mit ein paar halbfertigen Gedanken angereichert und raus ins weltweite Netz, in Erwartung der Kommentatoren, die dann korrigieren, ergänzen, widersprechen oder zustimmen. Medien als Konversation beherrschen Blogs alleine schon der technischen Infrastruktur wegen besser als Zeitungen. In diesem Sinne war der Versuch einer Blogkritik in der «SonntagsZeitung» das falsche Thema auf der falschen Plattform.

Nick Lüthi ist Chefredaktor des Medienmagazins «Klartext»

von Nick Lüthi | Kategorie: Mediensatz

22 Bemerkungen zu «Leider nur gute Unterhaltung»

  1. Bobby California:

    Ich finde, der Artikel in der Sonntagszeitung war gut recherchiert und auf der richtigen Plattform publiziert. Der Autor hat mit etlichen Akteuren gesprochen (nicht nur ein bisschen gesurft). Und er hat mir als Leser schon aus der Seele gesprochen. Wenn ich lese, was in der Schweiz so zusammengebloggt wird, kommt mir manchmal schon das Grausen. Ich frag mich manchmal, wie gelangweilt manche Blogger sein müssen, dass die sich stunden- und tagelang über irgendwelche obskurste Vorgänge auf anderen Blogs aufregen können. So mancher Blogger möchte auch gern den etablierten Medien an den Karren fahren und lässt zu diesem Zweck mal schnell eine provokative These raus, die er einen Tag später zerknirscht wieder zurücknehmen muss, weil er schludrig gearbeitet hat (zB hier, nicht zum ersten Mal: http://blogdessennamenmansichnichtmerkenkann.wordpress.com/2008/11/15/tagesanzeiger-verachtet-demokratie-vorsicht-titel-sehr-tendenzios/ ). Sorry Freunde, aber so hat das keine Zukunft mit den Blogs. Und: die Blogger müssen sich eben doch an den etablierten Medien messen lassen, weil ein Teil von ihnen bekanntlich glaubt, es besser zu können.

  2. Zwei «Eigentlich»-Fragen an Bobby California: Ist schludrig Arbeiten eigentlich ein Journiprivileg? Meine These habe ich übrigens nicht zurückgenommen, sondern die Kritik an diesem «Tagi-Spin» leicht abgeschwächt. Arbeitest Du eigentlich auch dort?

    Btw: Fehler korrigieren ist eine feine Sache. Guck mal.

  3. @ bobby california: wenn du das für einen gut recherchierten artikel hältst, dann hast du wenig ahnung von der hiesigen blogszene (und von journalismus auch nicht). und offensichtlich hast du das prinzip blogging nicht verstanden. aber das kennen wir ja schon von deinen comments. gähn.

    @ nick lüthi: toll, dass du dich gut amüsiert hast ;-) deine einschätzungen teile ich weitgehend. und ich finde es klasse, dass ein journalist sich hier dazu äussert. merci.

  4. Bobby California:

    Ugugu > 1. Fehler korrigieren ist bei Journalisten schon lange üblich. Nur werden die Korrekturen klar als solche gekennzeichnet und nicht wie im Journalistenshredder feierlich als «Update» bezeichnet.

    2. «Meine These habe ich nicht zurückgenommen, sondern nur leicht abgeschwächt» :-) :-) :-) Fassen wir zusammen: Zuerst bloggt Ugugu sinngemäss: «Im Referendumskomitee sind keine Verschwörungstheoretiker, sondern 18 ehrenwerte Politiker»… gefolgt vom zerknirschten «Update»: «OK OK, im Komitee sind doch ein paar Verschwörungstheoretiker…» Junge, genau das sagte G. Cavelti doch! Wenn Du seinen Artikel genau gelesen hättest, statt Dich tagelang über die Headline aufzuregen, hättest Du Dir (und mir) die ganze künstliche Aufregung ersparen können.

    3. Ich hätte keine Lust, ein Referendum zu unterzeichnen, das von einem arbeitslosen anonymen St Galler stammt und von der «Organischen Christus-Generation» mitgetragen wird. Es ist die Aufgabe der Journalisten, solche Zusammenhänge aufzudecken. Für diese Arbeit hat G. Cavelti Lob verdient – und nicht anonyme Schlötterlinge im Internet.

    4. Ob ich «hier», «da» oder «dort» arbeite, ist in diesem Zusammenhang und in allen Zusammenhängen, über die ich mich im Internet äussere, irrelevant.

  5. Bobby California:

    Bugsierer > Dass Sie hier (wie andernorts) auf den Mann spielen, wenn Sie mit einer Meinung nicht einverstanden sind, macht mir keinen Eindruck, schon gar keinen positiven…

  6. ach, dieses memmige gejammer von wegen auf den mann spielen ist jetzt aber sowas von billigpolemik, die immer dann kommt, wenn die argumente fehlen.

    schon nur deine kleine kausalkette „die Blogger müssen sich eben doch an den etablierten Medien messen lassen, weil ein Teil von ihnen bekanntlich glaubt, es besser zu können.“ ist doch arg an den haaren herbeigefaselt und nichts weiter als deine persönliche befindlichkeit, aber noch lange kein handfestes argument. wenn das so wäre, müssten sich beispielsweise alle fussballfans an etablierten trainern messen lassen. wer so ein schmarrn erzählt, muss mit etwas geistigem bodychecking einfach rechnen. sorry bobby, so ist das nun mal in blogs.

  7. So, und jetzt haben wir uns alle wieder lieb!

  8. @ martin: das kommt mir im fall von bobby california jetzt etwas unpässlich. wozu das denn?

  9. @bugsierer: Ich denke einfach, dass wir (Blogger und Journalisten) uns allmählich ein wenig wiederholen.

  10. das ist offenbar nötig. gerade bei einem jungen medium wie blogs und bei der aktuellen medienkrise ist doch eine anhaltende debatte wichtig. solange ehemalige quali medien ihre vertrashung weiter vorantreiben und unqualifizierten senf über blogger oder andere web 2.0 entwicklungen verbreiten, wird dieser disput nicht aufhören und das ist gut so, finde ich.

  11. Läck Bobby, da hast Du aber schnell in die Tasten gehauen:

    Zu 1: Willst du mir tatsächlich weiss machen, dass das Korrekturverfahren auf Newsnetz (falls sowas überhaupt existiert) transparenter ist als meine mit Datum versehenen «Updates»? Jede halbe Stunde eine neue Version, ohne Zeitstempel der Erstpublikation oder Hinweis, ob und wie am Artikel rumgebastelt wurde. Andere Onlinemedien kommen in dieser Hinsicht nicht wesentlich besser weg.

    Zu 2: Ugugu bloggt nicht «sinngemäss», sondern genau so, wie es in dem von dir eingefügten Link von jedem nachgelesen werden kann. Worüber Du dich genau aufgeregst, ist mir zwar immer noch nicht ganz klar, aber bitte: nächstes Mal einfach einen freundlichen Kommentar hinterlassen. Die Regeln kennst Du ja von hier.

    Zu 3: «Schlötterlinge»??? Lies nochmals meinen Blogeintrag. Immerhin wollen wir doch bei den Fakten bleiben, nicht? Ich habe sehr bewusst die Schlagzeile als „Bullshit“ bezeichnet, den Artikel ansonsten aber einfach als mit billigen rhetorischen Tricks durchsetzt empfunden.

    Zu 4: Fair enough, geht mich in der Tat nichts an bei welcher Zeitung du deinen Brötchen verdienst. Freut mich aber, dass es noch Journalisten gibt, die anonymer Meinungsäusserung etwas abgewinnen können.

  12. Bobby California:

    Ugugu > Zu Zu 1: Ich bin auch kein Newsnetz-Fan. Ich dachte eher an seriöse Medien. Dort werden Korrekturen als «Korrigenda» gekennzeichnet, nicht als «Update».

    Zu Zu 2: Ich habe mich nicht aufgeregt. Ich fand es nur ein bisschen komisch, dass sich Ugugu zuerst fürchterlich über den Cavelti aufregt und dann nach kurzer Zeit zugibt, dass Cavelti eigentlich den Nagel auf den Kopf getroffen hat. So nach dem Motto: fire it off, «updaten» kann man’s dann immer noch, wenn der Schuss auf Anhieb daneben gehen sollte. Professionelle Medien können sich sowas nicht leisten.

    Zu Zu 3: Wenn «Bullshit» kein Schlötterling ist.

    Bugsierer > Ich bin immer für eine Debatte zu haben, aber ich debattiere ausschliesslich mit Leuten, die ein bisschen Anstand an den Tag legen.

  13. @ bobby: anstand? wenn ich dir also vorwerfe, dass du von der blogszene wenig ahnung hast, dann ist das also unanständig? oder wie?

  14. zeitungen leisten sich also kaum schnellschüsse, soso. diese beobachtung kann ich in dieser pauschalität nicht teilen. zeitungen, die sich zu viele schellschüsse leisten, merken dies schlicht zeitverzögerter, an sinkenden auflagenzahlen etwa, während blogs ganz einfach innert sekunden vom feedreader gepingt sind.

    ein «update» ist im übrigen nicht das gleiche wie eine «korrigenda», und eine korrigenda wiederum nicht das gleiche wie die fehlerkultur, wie sie grossmehrheitlich in blogs stattfindet: ersteres ist in der regel etwas von aussen aufgezwungenes und kommt meist erst als ultima-ratio zum einsatz, also dann, wenn eine zeitung ganz offensichtlichen blödsinn vom stapel gelassen hat. während viele blogger relativ wenig mühe damit bekunden, fehler ganz einfach mit durchstreichen der entsprechenden textpassagen kenntlich zu machen.

  15. Bobby California:

    Ugugu > Journalisten, die etwas auf sich halten, greifen zum Telefon, bevor sie etwas schreiben. Auf diese Weise liess sich schon so manche Ente verhindern. Das ist eine Tatsache, die Dir vielleicht unbekannt ist, weil Du noch nie auf einer Redaktion gearbeitet hast. Manche Blogger glauben hingegen, auf Recherchen verzichten zu können, sie werden ja auch nicht dafür bezahlt. Da steigt dann eben auch das Risiko von Falschmeldungen. Nachträgliches Durchstreichen wäre eine Möglichkeit, um Fehler auszubügeln. Allerdings ist der Begriff «Bullshit» im fraglichen Artikel bis heute nicht durchgestrichen worden. Wie war das mit der hochstehenden Fehlerkultur der Blogger?

    Bugsierer > Bobby hat keine Ahnung. Bobby hat nichts verstanden. Bobby ist eine Memme… ich werde mich nicht auf diesen Steinzeit-SVP-Diskussionsstil einlassen. Nehmen Sie sich ein Vorbild an Ugugu. Der ist auch nicht einverstanden mit mir, aber man kann mit ihm diskutieren, denn er bringt Argumente, nicht nur Verbalinjurien.

  16. Also Bobby, nochmals, und auch um die Debatte hier wieder etwas auf den Ursprungspost zurückzuführen: Zeitungen und Blogs sind zwei verschiedene Medien. Wenn Ugugu, ein an und für sich unbescholtener Bürger (muss man ja heutzutage immer speziell erwähnen), am Samstag Morgen vor dem Kiosk steht und die Schlagzeile «Verschwörungstheoretiker bekämpfen biometrische Pässe» liest, dann murmelt er erst eine Weile vor sich hin «Bullshit, Bullshit, Bullshit», weil er sich daran erinnert, dass er das Referendum höchstpersönlich unterschrieben hat, weil er das Grundanliegen dieses Referendums teilt. Zuhause öffnet er sein Blog und findet nach wohlweislicher Überlegung die Schlagzeile immer noch masslos übertrieben und auf seine Person absolut unzutreffend. Ja beleidigend sogar.

    Jetzt mal unabhängig davon wer die Schlagzeile beim «Tagi» letztlich gesetzt hat, was ist grundsätzlich falsch daran, dass dieses Feedback einer Privatperson (und nicht etwa von einem Verlag), auf welch verschlungenen Pfaden auch immer, irgendwann wieder beim «Tagi» landet? Für Leserbriefe bin ich nun mal einfach zu jung.

  17. Bobby California:

    Ugugu > Danke für die erhellende Einsicht in das Innenleben eines Bloggers. Wenn ich richtig verstanden habe, was Du soeben geschrieben hast, dann hast Du nur den Titel gelesen, nicht den ganzen Artikel. Ein guter Titel spitzt bekanntlich den Inhalt des Artikels zu. Um die ganze Wahrheit zu erfahren, müsste man dann aber doch noch den Artikel möglichst bis zum Schluss lesen… Im Artikel stand ja eben NICHT, dass alle Leute, die das Referendum unterzeichnet haben, Verschwörungstheoretiker sind, SONDERN dass die unbescholtenen Bürger, die das Referendum unterzeichnet haben, eine unheilige Allianz mit verrückten Sektenbrüdern eingegangen sind. Also war die ganze Ugugu’sche Aufregung für die Katz. Kurz gesagt: Du hast den Titel leider falsch verstanden und aus einer Mücke einen Elefanten gemacht… Es ist einfach unfair und grundsätzlich falsch, einen Artikel aufgrund der falschen Interpretation des Titels zu verreissen. Auch Blogger sollten sich die Mühe nehmen, einen Artikel bis zum Schluss zu lesen, bevor sie den Autoren öffentlich schmähen. Auch wenn sie für diese Arbeit kein Geld erhalten.

  18. Ui, wir kommen langsam ganz schön vom Thema ab, Bobby. Das müssten du auch noch lernen im Umgang mit diesen Blogdingens, nicht irgendwo ein Thema über ein anderes Thema anreissen…

    Aber zurück zu unserem Privatdiskurs:

    Logo habe ich den Artikel gelesen, und war danach so klug als wie zuvor. Weil ich immer noch nicht weiss, ob ich nun eine «heilige» oder «unheilige» Allianz eingegangen bin. (Ist das Unterschreiben eines Referendums überhaupt eine Allianz? Ich finde nicht.) Sondern nur, dass ein arbeitsloser Ökonom aus der Ostschweiz diesem Kommitee angehört, der seinerseits dem «Tagi» erzählt hat, dass auch von einem dubiosen Verein aus dem Rheintal Unterschriften eingegangen sind. Nicht aber ob dieser Mitglied einer Sekte ist, oder eines Fanclubs oder einer Partei oder sonst irgendeiner Bürgerrechtsbewegung.

    Ein Blick ins SMD-Archiv und der «Tagi» hätte zumindest festgestellt, dass andere Leute aus diesem «mysteriösen» Kommitee durchaus auch schon mit Namen aufgetreten sind. Aber all diesen Kram muss ich mir (unter anderem) in Blogs von Verschwörungstheoretikern mühsam selbst zusammensuchen. Allenfalls noch zum Telefon greifen und nachrecherchieren? Aber hallo, wo sind wir denn, in Blogistan?

    Kurz: Ich will meine 2 Franken 50 zurück. Weil ich durch einen zugespitzten und inhaltlich letztlich auch falschen Titel zum Kauf einer Zeitung verleitet wurde, die nicht hält was sie verspricht.

  19. Bobby California:

    Ugugu > Seufz. Ich gebs jetzt dann auf. Dir muss man ja alles erklären, und zum Dank wird man dann noch gemassregelt.

    Ein letzter Versuch: Wir sprechen von einer Verschwörungstheorie, wenn sich ehrenwerte Nationalräte mit verschrobenen Käuzen, die an eine «Rockefeller-Verschwörung» glauben, zusammen tun. Es ist das Verdienst des Tagi, dies aufgedeckt zu haben. Abgesehen davon ist es grundsätzlich problematisch, wenn der Urheber eines Referendums anonym bleibt. Man weiss nicht, wer dahinter steckt. Vielleicht ist es ein Sektenbruder. Mir wäre das nicht egal, sondern es würde mich misstrauisch machen. Sowas würde ich nie unterschreiben!

    Wenn Blogger das alles nicht kapieren, sondern aufgrund eines falsch verstandenen (aber inhaltlich richtigen) Titels glauben, dem Tagi eins ans Bein brünzeln zu müssen, dann katapultieren sich die besagten Blogger subito in die Bedeutungslosigkeit.

  20. Für mich bleibt es ein «Pseudo-Scoop». Weisst du Bobby, es geht mir nicht in erster Linie darum dem «Tagi» oder sonstwem ans Bein zu pinkeln. Die Journalisten beim «Tagi» machen ihren Job sicher nach bestem Wissen und Gewissen (Inkl. Anweisung von «Oben» mindestens einen Artikel pro Tag rauszuhauen. So kommt mir als Leser das Endprodukt zumindest vor.) Was ich glaube ist einfach, dass je länger je weniger Leute bereit sind für solche «Instant-Recherchen» Geld auszugeben. Da verwischen nur schon die Grenzen zwischen Grattisblättli und Bezahlzeitungen zu sehr. Und weil sich trotz abnehmenden Abozahlen und kleiner werdenden Werbebudgets kaum jemand nach Alternativen zum werbefinanzierten Journalismus umschaut, sehe ich auch nicht, wie die stehts an allen Ecken und Enden hochgehaltene «Qualität» langfristig zurückkehren soll. Was ich nirgends feststellen kann ist so etwas wie verlegerischer «Spirit», der über die nächste Sparrunde hinausgeht.

  21. J. Ramelow:

    @Bobby California: Rockefeller-Verschwörung von verschrobenen Käuzen? Ich vermute, diese Käuze haben im Gegensatz zu den meisten Journalisten die Memoiren von David Rockefeller gelesen, worin es unter anderem heisst:

    „For more than a century, ideological extremists at either end of the political spectrum have seized upon well-publicized incidents to attack the Rockefeller family for the inordinate influence they claim we wield over American political and economic institutions. Some even believe we are part of a secret cabal working against the best interests of the United States, characterizing my family and me as ‚internationalists‘ and of conspiring with others around the world to build a more integrated global political and economic structure – one world, if you will. If that’s the charge, I stand guilty, and I am proud of it.“

    Ich verstehe sehr, dass Journalisten kein berufliches Harakiri begehen, indem sie über Relevantes schreiben, beispielsweise über die Rockefeller-Familie, die Trilaterale Kommission oder die Bilderberger. Journalisten sind höchst abhängige Diener im Informationsfluss, nicht unabhängige Herren der Information. Aber die eigene Feigheit und Unfreiheit sollte nicht Grund sein, andere mit mehr Mut und Freiheit zu verhunzen.

  22. mux:

    einfach nur noch peinlich. der geltungsdrang mancher blogger ist schlicht und ergreifend krass! alle wadenbeisser an die leine bitte! nehmt euch und eure umwelt bitte nicht zu ernst. gelassenheit ist eine tugend, derer ihr euch etwas mehr widmen solltet. vor allem auf grund des umstandes, dass diese ganze diskusion sowieso (fast) niemanden interessiert ausser euch, weil blogs in der allgemeinen Wahrnehmung in der Schweiz einfach unwichtig sind, sehr unwichtig sogar, nein, sorry: sehr, sehr, sehr unwichtig. nabelschau in perfektion! einfach nur lachhaft! wie kleine kinder auf dem verbalen pausenplatz. get a life! oder ein butterbrot oder so. ich hätte da auch noch eine „eigentlich“-Frage: wieso denn dieses giftige klima? was ist eigentlich ziel und zweck? ich vermute, und so glaube ich zurecht, ein krampfhafter narzistischer geltungsdrang. oder gescheiterte journalisten pff ;)..

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