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5. November 2008

Sparschwein

Die «NZZ» zieht die Sparbremse

Nicht nur «NZZ Ticket» wird ein Opfer der heranbrausenden Rezession (s. hier). Nein, gespart werden muss quer durch das Haus NZZ, wie einem Communiqué (online nicht frei zugänglich!) zu entnehmen ist:

    «Als Folge rückläufiger Erträge im Inserate- und Stellenmarkt und der stark nach unten korrigierten Konjunkturprognosen 2009 hat die Unternehmensleitung beschlossen, ein umfassendes Restrukturierungs- und Kostensenkungsprogramm einzuleiten. Von den Massnahmen sind sämtliche Bereiche betroffen. Dabei wird es auch zu einem Abbau von Arbeitsplätzen kommen, wobei dieser in erster Linie durch natürliche Fluktuationen, Frühpensionierungen und Streichung offener Stellen erfolgen soll. In einigen Fällen werden Kündigungen jedoch unumgänglich sein.»
Konkreteres ist aus dem Communiqué nicht zu erfahren. Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Falkenstrasse werden offenbar im Ungewissen gelassen. Das heitere Abbauraten hat begonnen.

In einem Interview mit «persoenlich.com» spricht NZZ-CEO Albert P. Stäheli von einer «tiefen, zweistelligen Zahl» wegzusparender Arbeitsplätze. Laut «Tages-Anzeiger» (Artikel online nicht frei zugänglich) nehmen Branchenkenner an, «dass der Restrukturierung bis zu 30 Stellen in Redaktion und Verlag zum Opfer fallen werden.» Geht man davon aus, dass der Bereich Finanzen & Informatik von den Sparmassnahmen in etwa gleich betroffen sein wird, dürfte sich eine Reduktion von gegen 50 Stellen ergeben, was ja immer noch im tiefen zweistelligen Bereich liegt, irgendwie. Alles eine Frage der Perspektive.

Ungeschoren davon kommen sollte laut Stäheli der Online-Bereich («Netzticker» via infamy). Gestrafft wird laut «Tages-Anzeiger» hingegen der eigentliche USP der «NZZ», das Auslandkorrespondentennetz. Was derzeit ja nicht wirklich relevant ist, da den «NZZ»-Korrespondenten dem Vernehmen nach ohnehin ein Reisestopp auferlegt worden ist. Und ob man Rio de Janeiro nun von Buenos Aires oder von der Falkenstrasse aus abdeckt, spielt ja wirklich keine Rolle.

Update: Sterben wird übrigens auch «NZZkompakt», die Antwort der Qualitätszeitung auf die Herausforderung der Gratisblätter.

Update,
2. Januar 2009: Nicht 50 Stellen, wie hier orakelt wurde, sondern 29 Personen bzw. 24 Vollzeitstellen werden bei der «NZZ» vorerst abgebaut. Mehr dazu hier.

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Bemerkungen

"Und ob man Rio de Janeiro nun von Buenos Aires oder von der Falkenstrasse aus abdeckt, spielt ja wirklich keine Rolle."

Interessant! So gleichen sich die Massenmedien immer mehr denjenigen Blogger an, die über fremde Länder "berichten", ohne jemals die eigene gute Stube zu verlassen.

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