Die Schlacht um den Gebührentopf ist geschlagen

Bundesrat Leuenberger hat heute die Sieger des Kampfes um «Flächenbeiträge» für private Radio- und Fernsehsender (und UKW-Frequenzen) bekannt gegeben.

Gewinner im Grossraum Zürich ist Roger Schawinski mit Radio1. Grosser Verlierer ist Radio Energy, das Ringier erst vor anderthalb Jahren von Goldbach Media – vermutlich zu einem stattlichen Preis – erworben hat. Der Dödel-Sender wird nicht nur keine Gebührengelder erhalten, sondern vor allem auch seine UKW-Frequenz verlieren, was wohl das Ende von Radio Energy bedeuten wird.

Sich hemmungslos an Gebührengeldern bereichern dürfen sich hingegen u.a. die Lokalfürsten Hanspeter Lebrument (Südostschweiz Mediengruppe: Radio Grischa, Tele Südostschweiz) und Peter Wanner (AZ Medien: Radio Argovia, Tele M1).

Auf staatliche Unterstützung verzichten muss künftig TeleZüri aus dem Haus Tamedia. Im Gegenzug darf sich aber das aus dem selben Unternehmen stammende Radio24 am Gebührentopf laben. Nur schon die in einer Medienmitteilung angedrohte «Anfechtung» des TeleZüri-Entscheids sollte den Tamedia-Verantwortlichen eigentlich die Schamröte ins Gesicht treiben.

Die Aufregung im Schweizer Medienkuchen ist gross. Mir ist das hingegen offengestanden ziemlich egal. Ich bin bekennender Staatsradio-Hörer, und auch die Hobbyfernsehsender der Verleger nehme ich kaum zur Kenntnis.

Sämtliche Konzessionäre sowie die Begründungen der einzelnen Konzessionsvergaben können auf der Bakom-Website nachgelesen werden. Und auf «NZZ Online» hat Rainer Stadler das Ganze treffend kommentiert: «Amtl. geprüfte Lokalsender»

von Martin Hitz | Kategorie: Sparschwein

1 Bemerkung zu «Die Schlacht um den Gebührentopf ist geschlagen»

  1. Heidi K.:

    Ringier war noch nie besonders gut im Lobbying. Und wenn, hat sich der Konzern damit höchstens unbeliebt gemacht. Zu gut ist vielen Politikern der Oberschleimer und Oberlehrer der Nation, Frankie (goes to Hollywood) Meyer noch in Erinnerung, der viel Zeit im Bundeshaus verbrachte, bevor er fand, er brauche ein attraktiveres Betätigungsfeld und nach Berlin auswanderte. Trotzdem: Dass im wirtschaftlich stärksten, bevölkerungsreichsten Grossraum der Schweiz nur gerade drei Radiokonzessionen vergeben werden, ist stossend. Ich tue mir Energy auch nur im Notfall an, es ist nicht meine Musik, die da gespielt wird. Aber die von vielen Jungen. Und deren Wünsche und Bedürfnisse sind mindestens so legitim, wie die der sogenannt ‚Erwachsenen‘. Mit seinen Entscheiden greift der Bund unzulässig in die Programmgestaltung ein. Wer den hohen Herren in Bern passt und nach dem Mund redet, wer jeden Gemeinderat einer Vorortsgemeinde zum Interview ins Studio lädt und über jeden Kaminbrand berichtet, erfüllt einen wichtigen Informationsauftrag (heisst es) und die anderen sollen schauen, wo sie das Geld für ein gutes Programmm herbekommen. In einem freien Staat ein unwürdiges Vorgehen und Behindern des freien Marktes. Wenn Gebührengelder verteilt werden, dann bitte an alle. Und eine Radiofrequenz lässt sich mit etwas gutem Willen auch finden. Wenn man der SRG nicht jeden Senderwunsch erfüllt. Sie blockiert bereits zu viele Frequenzen mit zum Teil mehr als fragwürdigen Sendern.

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