- «Das ist Qualitätsjournalismus, für den die Leser bereit sind zu bezahlen. Einordnen, Übersicht geben, Hintergründe liefern und eine eigene Meinung veröffentlichen»,
sagte «Tages-Anzeiger»-Chefredaktor Peter Hartmeier in einem Interview mit dem Branchenmagazin «Persönlich».
Und im Geschäftsbericht 2006 der NZZ-Gruppe steht geschrieben:
- «Insbesondere die Presse dürfte als Vermittlerin von Orientierungswissen mit Tiefenschärfe kaum durch ein anderes Medium ersetzbar sein.»
Einordnen? Übersicht geben? Tiefenschärfe? Orientierungswissen? Schauen wir uns dazu doch auszugsweise eine in der aktuellen Ausgabe der «NZZ» erschienene Kurzmeldung zur «Annäherung eines Asteroiden an den Mars» an (online nicht frei zugänglich):
- «Der Asteroid 2007 WD5 wurde Ende November entdeckt. Er hat ungefähr die Grösse des Tunguska-Objekts, das 1908 in Sibirien eingeschlagen ist.»
Wer könnte sich daran nicht erinnern! Und weiter:
- «Gefahr für ihn [i.e. den Mars] besteht aber nicht. Der Krater durch 2007 WD5 dürfte ungefähr so gross werden wie der berühmte Meteor Crater in Arizona»,
den die geneigte Leserschaft selbstverständlich sofort vor dem geistigen Auge sieht – nur wir leider nicht.
Presse hin, Qualitätsjournalismus her. Das muss doch gleich mal gegoogelt werden.
Auf Papier: “Qualitätsjournalismus verlangt die Fähigkeit, den Realitäts- und Wahrheitsgehalt von Meldungen zu hinterfragen. Deshalb wählen wir im unaufhörlichen Strom der Nachrichten von Wädenswil bis Wahsington die relevanten Theman aus, vertiefen sie und bieten sie auf Papier an. Diesen Auftrag, Tag für Tag Nachrichten auszuwählen, Themen zu entdecken, die richtigen Fragen zu stellen und die Antworten kritisch zu hinterfragen, ist zentrale Aufgabe dieser Redaktion.” Peter H. im Tagi, 27.12.07. Er sieht sein Regionalblatt als einen “übersichtlichen Kosmos”.