Wetterphänomen Sandra

Zu den Mysterien der Fernsehgesellschaft gehört die Wetterfee. Warum braucht es sie? Mir ist das ein Rätsel vor allem im Fall von SF-«Meteo»-Moderatorin Sandra Boner. Die Solothurnerin schaut wie eine ertrinkende Maus aus ihren nie ganz angemessenen Casual-Look-Sponsorkleidern. Sie hat vor der Kamera überhaupt etwas fliehen Wollendes und nicht Könnendes, dass es weh tut, ihr zuzuschauen.

Indem man vor einiger Zeit die Sendung auf Dialekt umstellte, hat man vor allem sie entlastet, die durch die Grammatik des Hochdeutschen irrte wie durch ein grausames Labyrinth. Leider wurde ihr eine – bei SF allerdings weit verbreitete – Unsitte nicht wegtherapiert: der Gastgeber-Ton, der etwa auch in den Wirtschafts-News vor der «Tagesschau» zu hören ist. «Härzlech wüukomme zu Meeeteo!» Betrete ich da kurz vor acht Uhr abends ein Restaurant? Den Lonely-Hearts-Club? Oder handelt es sich um eine Benefizgala? Als Zuschauer will ich nicht in Wohlfühlstimmung gelullt werden.

Und was ich auch nicht mag: dass man mir meteorologische Basics, etwa über die Herkunft von Kaltlufttropfen oder das Phänomen des Nordföhns, beibringen zu müssen meint. Ich benötige an dieser Stelle des SF-Programm nur eines: schnörkellose, schnelle Information über das Wetter von morgen, bei der mir nicht traurig wird, weil das allein auf einem Hochhausdach ausharrende Grimmsche Sterntaler-Mädchen so unendlich verschupft in meine Wohnstube schaut.

Thomas Widmer ist Kulturredaktor und Wanderkolumnist bei der «Weltwoche».

von Thomas Widmer | Kategorie: Mediensatz

2 Bemerkungen zu «Wetterphänomen Sandra»

  1. Theo Barmettler:

    Sehr geehrter Herr Widmer, Sie langweilen uns mit ihren Beiträgen zu Tode! Schalten Sie den Fernseher ab, stellen Sie das Bier weg und gehen Sie wieder mal wandern, dann haben Sie auch bessere Laune! So wie Sandra Boner!

  2. Von einem für die Weltwoche Arbeitenden kann man leider nur Destruktives erwarten. Schliesslich ist das bei der Weltwoche-Busenfreundin, der SVP, auch so.

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