Gleich zwei Artikel befassen sich in der heutigen «NZZ»- Medienbeilage mit den sich von Medienkonsumenten zu Medien- bzw. Inhaltsproduzenten wandelnden Bürgern.
Unter dem Titel «Keine Angst vor Bürgernähe» erläutern Roger Blum und Marlis Prinzing den Unterschied zwischen «bürgernahem Journalismus» (public oder civic journalism) und Bürgerjournalismus (citizen journalism):
- «Beim Public Journalism behalten die journalistischen Profis das Heft in der Hand, beim Citizen Journalism treten die Laien in den Vordergrund.»
In Europa sei die Skepsis gegenüber mehr «Bürgernähe» indes besonders an der Medienbasis (Journalisten) noch weit verbreitet. Blum und Prinzing plädieren für ein Zusammenspiel von Citizen und Public Journalism:
- «Übernehmen Bürgerjournalisten Zielvorstellungen des Public Journalism, vermeiden sie, ihren Ruf mittelfristig zu beschädigen – und damit die Demokratie. Öffnen sich professionelle Journalisten dem Dialog mit den Bürgerjournalisten, gewinnen sie Bodenhaftung und Kontur. So können sie mittelbar einem weiteren Stellenabbau und Qualitätsverlust in der eigenen Branche vorbeugen.»
Auch Ex-Medienspiegel-Kolumnist Heribert Seifert widmet sich den aktiven Medienkonsumenten – oder zumindest dem Umgang der etablierten Medien mit jenen Rezipienten, die sich die Mühe nehmen oder wütend und verwirrt genug sind, auf Zeitungs-Websites Leserkommentare zu hinterlassen.