Die Kannibalisierung der Kannibalen

Oh Schreck! Nun will Tamedia – inkl. Espace Media («Berner Zeitung») – gemeinsam mit den Basler Zeitung Medien noch eine Gratiszeitung lancieren, wie «Online-Firster» Rainer Stadler auf «NZZ Online» berichtet. Nach «20 Minuten» (aus dem Hause Tamedia), «Heute», «Cash Daily» und dem voraussichtlich im September an den Start gehenden «.ch» dürften SBB-Abteile und Tramsitze künftig also noch von einem weiteren Gratisblatt zugemüllt werden.

Nach der Kannibalisierung des «Tages-Anzeigers» durch «20 Minuten» wird der Kannibale nun aus dem eigenen Hause gleich selbst kannibalisiert. Allmählich wird’s absurd!

von Martin Hitz

4 Bemerkungen zu «Die Kannibalisierung der Kannibalen»

  1. Das gäbe dann – wenn ich richtig gezählt habe – etwa 1,6 Millionen Gratiszeitungen pro Tag (wenn die neue dieselbe Auflage hat wie “.ch”, nämlich 425’000). Das erscheint mir ein bisschen gar viel für so ein kleines Land.

  2. toterbaumfan:

    Zittert da ein Online-Prophet, weil die am schnellsten wachsenden Medien immer noch aus toten Bäumen hergestellt werden?

  3. DB:

    Platz für eine, sagen wir, Qualitätsgratiszeitung (mit Fokus auf Nachrichten und nicht Unterhaltung) hat’s auf dem Schweizer Markt wohl. Und da ist es klar, dass Tamedia das nicht Wigdorovits überlassen will. Lieber selber 20Min kannibalisieren als sich die Marktanteile von Fremden wegfressen lassen.

  4. Bei den Gratis-Zeitungen geht es ausschliesslich darum, sich miteinander zu streiten, wie Produktinformationen vor die Augen der LeserInnen gebracht werden können, weil die meisten ihre Briefkästen eh mit Stopklebern gegen diese Werbung immun gemacht haben… Dabei kann jetzt am Anfang noch schön Geld gemacht werden.
    Alles wird sowieso von den Produktkäufern bezahlt! ;)

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