Hoppla, nun wird die «NZZ» von deutschen Alphabloggern in die Mangel genommen. Stein des Anstosses ist die via dpa verbreitete Aussage eines G8-Gipfel-Demonstranten, die sich im nachhinhein als falsch herausgestellt hat und von der dpa auch entsprechend korrigiert wurde.
Überblogger Stefan Niggemeier ärgert sich nun zurecht darüber, dass in einem auf «NZZ Online» publizierten «NZZ»-Artikel das erwähnte Zitat immer noch falsch wiedergegeben wird und eine entsprechende Berichtigung nach wie vor fehlt.
Gar arg ärgern tut sich Niggemeier aber über die Reaktion von «NZZ Online»-Redaktionsleiter Fredy Greuter auf die Beschwerde eines Lesers. Greuter antwortete (immer laut Niggemeier):
- «Der von Ihnen erwähnte Bericht stammt von unserem Korrespondenten in Deutschland. Er ist in der Tageszeitung erschienen und wurde nachträglich von NZZ Online übernommen. (…) Wir haben keinen Anlass, am Wahrheitsgehalt dieses Berichts zu zweifeln (…).»
(Update: s. dazu auch den ersten Kommentar zu diesem Eintrag; danke, Michael!)
Niggemeiers Fazit:
- «Vielleicht muss man den Versuch aufgeben, mitteleuropäische Zeitungen dazu zu bewegen, ihre Fehler zu korrigieren. Sie können es nicht. Sie wollen es nicht. Sie tun es nicht.»
In die gleiche Kerbe schlägt «Handelsblatt»-Blogger Thomas Knüwer unter dem Titel «Deutsche Beamte bei der <NZZ>»:
- «Die Mentalitätsgleichheit zwischen deutschem Beamten und <NZZ>-Redaktion könnte gewaltige Chanchen eröffnen. Vielleicht lassen sich all jene Alt-Beamten, die der Telekom auf der Bilanz liegen ja gen Schweiz schicken?»
-> Zur Korrekturpolitik der «NZZ» s. auch: «Kurzmeldungen à la <NZZ>»
-> Zum Thema Online-Korrektur s. auch:
- «Advances in online corrections» («Regret The Error.com»)
- «To Fix or Not to Fix: Online Corrections Policies Vary Widely» (Online Journalism Review)
Die E-Mail der NZZ zur Falschmeldung ist unter http://nzzfalschmeldung.wordpress.com/ übrigens im Volltext verfügbar.