Nach 18 – einmal fetten, einmal mageren – Jahren stellt die Wochenzeitung «Cash» ihr Erscheinen per Ende Juni 2007 ein. Ausgebaut werden soll stattdessen «die Plattform CASH daily mit ihren digitalen Medien», wie Ringier in einer Medienmitteilung bekannt gibt. Die 46 betroffenen Mitarbeiter der Wirtschaftszeitung sollen «mehrheitlich in der CASH Gruppe und bei anderen Ringier Titeln weiterbeschäftigt werden».
Die «Cash»-Abonnentendaten gehen an die inzwischen zum Axel Springer Verlag gehörenden Unternehmen Handelszeitung und Jean Frey. Für die Restlaufzeit ihres Abos wird den «Cash»-Abonnenten die «Handelszeitung», das Magazin «Stocks» oder die «Bilanz» angeboten.
Update, 1. Juni 2007: Thomas Trüeb, Verantwortlicher Wirtschaftsmedien und Mitglied der Ringier-Konzernleitung, in einem Interview mit «persoenlich.com»:
- «Wir hatten gehofft, dass Cash mit der Lancierung von Cash daily Aufwind erhält. Das hat sich als Irrtum herausgestellt.»
Peter Hogenkamp hat für «Medienlese.com» recherchiert und analysiert:
- «Denn eins ist klar: Auf den in allen Mitteilungen beschworenen “digitalen Wachstumsmarkt Internet” setzt nicht Ringier allein, sondern in den Strategiepapieren aller Medienhäuser dürfte stehen, dass sie sich von dem in Zukunft eine grössere Scheibe abschneiden wollen; dasselbe gilt für einige Start-ups.»
Bleibt zu hoffen, dass bei Ringiers «multimedialer Wirtschaftsplattform» neben Geld auch die entsprechenden Ideen vorhanden sind.
Die Marke CASH wird bald verschwunden sein. Ringier hat kein Internet Know how und wird auch die Multimedia-Version von CASH in den Sand setzen. (Zu Cash daily kann ich mich schon gar nicht mehr ernsthaft äussern.)