Es webzweinullt im Schweizerland

Nun hat auch das Ringier-Gratisblatt «Heute» eine Mitmach-Website lanciert. Unter «heute-abend.ch» soll eine Art «Social Network» Mega-Blog oder eine «Community» entstehen, wo Normalbürger gleichberechtigt mit der «Heute»-Redaktion draufloskommunizieren können. In den Erklärungen zur Website heisst es dazu:

    «Wir machen keinen Unterschied zwischen Redakteuren [von «Heute»] oder Usern. Die Storys auf der Startseite müssen daher nicht zwangsläufig von uns sein, sondern können durchaus auch von Usern geschrieben sein.»

Ergänzt wird das Angebot durch einen Partykalender und ein (zurzeit noch) ziemlich willkürliches Verzeichnis von Restaurants und Bars mit Nutzerbewertungen. Mitbestimmen kann die Userschaft auch bei einer Art Videoclip-Hitparade: «Das bestgevotete Video findest du jeden Dienstag in der Zeitung.» Hä?

Für ein traditionelles Medienunternehmen wie Ringier doch recht überraschend: Inserate (mit Bild) können auf «heute-abend.ch» gratis und franko platziert werden. Und damit nicht genug. Die Kleinanzeigen sollen zumindest «teilweise» auch den Weg in die gedruckte Ausgabe der Gratiszeitung finden. «Kannibalisiere Dich selbst, bevor es Craigslist tut», dürfte hier wohl die Devise lauten.

Noch geschieht wenig auf «heute-abend.ch». Dies ist nicht weiter verwunderlich. Die Website befindet sich gemäss Selbstdeklaration nämlich noch in der Betaphase und bietet derzeit auch keine offen zugängliche Registrierung an. Wie beim «Magazin» (s.hier) hält man sich offenbar auch bei «Heute» an das Entwickler-Prinzip «release soon, release often».

von Martin Hitz | Kategorie: Medienschau

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