Ringier mit Radio und mit Beteiligung an Social Network

Ringier tönt jetzt auch. (Update: Ringier hat bereits einmal getönt, bis Ende 2006 nämlich über eine Beteiligung am Lokalsender Radio Pilatus.) Der Medienkonzern hat von der Goldbach Media Gruppe eine 51-prozentige Beteiligung an Radio Energy Zürich übernommen und ist damit nun endlich auch auf dem Schweizer Radiomarkt vertreten (Medienmitteilung).

Und auch auf den Social-Networking-Zug ist die Dufourstrasse aufgesprungen – allerdings auf einen, der seinen Zielbahnhof erst noch finden muss. «Youme.net» heisst das Ding und will irgendwie alles sein: «YouTube» und «MySpace», Stellenbörse und Politik-Plattform, Diskussionsforum und Talentschmiede. Weniger wäre in diesem Fall vermutlich mehr. Wie dem auch sei: An diesem Gemischtwarenladen hat Ringier sich laut einer Meldung der «Werbewoche» mit einer «Summe im sechsstelligen Bereich» beteiligt.

Ich hätte in diesem Sektor übrigens auch noch ein – wesentlich besser fokussiertes – Projekt anzubieten.

Update: Ringier hält eine Beteiligung von 33 Prozent an «Youme.net», berichtet «Blick Online». Gegenüber dem «Klein Report» begründete Unternehmenssprecher Marco Castellanetta Ringiers Einstieg bei «Youme.net» wie folgt: «Das intelligente Verknüpfen von digitalen Inhalten komplimentiert die crossmediale Medienkompetenz». Welcher Consultant ihm das wohl eingeflüstert hat? Ich war’s jedenfalls nicht.

Update:: Man lese auch Christas ergänzende Bemerkungen zu diesem Eintrag.

von Martin Hitz

4 Bemerkungen zu «Ringier mit Radio und mit Beteiligung an Social Network»

  1. christa:

    Ich lese im Editoral der Werbewoche: «…(Ringier) lässt die jungen Kreativen einfach mal machen. Man bindet sie nicht in die Strukturen und Abläufe eines Grossverlages ein, sondern finanziert einen externen Think-Tank, der unbeschwert von tradierter Firmenpolitik und verkrusteten Entscheidungsgremien Ideen und Produkte entwickeln soll.» Das ist doch schon mal nicht schlecht, nein ist eigentlich sehr gut! Aber: wieso muss ALLES angeboten werden (“Traumjob”, “Klimawandel”, “hier treffen sich eher Rechtsgesinnte” usw.), und warum muss alles SOFORT online gehen? Um Ideen und Produkte zu entwickeln braucht es neben kreativen Ideen und Geld auch Zeit und ein Konzept. oder?

  2. Michael:

    Stimmt… kreative Ideen brauchen Geld, Konzept und Zeit – Zeit zu reifen. Neue Ideen haben aber keine Zeit lange entwickelt zu werden. Sonst sind sie nicht mehr neu. Im Internet sollten wir uns von “fertigen” Projekten gedanklich verabschieden. Die Entwicklung folgt in kleinen aber schnellen Schritten. Auch Google überdenkt heute seine Stategie alle drei Monate. Time to market!

  3. Im Internet sollten wir uns von “fertigen” Projekten gedanklich verabschieden, ist natürlich richtig: experimentieren, experimentieren und noch einmal experimentieren. Allzu konzeptlos sollte man dann aber vermutlich auch wieder nicht vorgehen.

  4. Marcel:

    Wer weiss, vielleicht ist es das Konzept, möglichst breit den Markt anzugehen, um dann dorthin zu wachsen, wo das grösste Bedürfnis erwächst. Irgendjemand hat den Jungs wohl geflüstert, dass transformierende Märkte flexibel bedient werden wollen. Die User bestimmen schlussendlich die Themenbreite, die Plattform und der Prozess bleiben.

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