Auch «Die Welt» öffnet sich

Nun erstrahlt auch die Website der Zeitung «Die Welt», die nun «Welt Online» heisst, in neuer Frische. Und dass man sich mächtig Mühe gegeben hat, will man die User auf der Frontpage auch gleich wissen lassen. Diese kommt zwar recht übersichtlich, jedoch mit vielen, vielen, vielen Informationen und Modulen daher – so vielen, dass die Bilder entgegen dem allgemeinen Trend auf den Übersichtsseiten fast nur noch als Thumbnails Platz finden. Und breit ist sie, die neue Website der «Welt». Noch(?) wird diese Breite aber erstaunlicherweise nicht für eine wirklich sinnvolle horizontale Navigation genutzt.

Aber sonst ist eigentlich alles da, was inzwischen dazugehört: Dossiers, Bilderstrecken, Umfragen, Weblogs, Podcasts und Videos. Im Angebot ist etwa auch eine mehrmals täglich aktualisierte Nachrichtensendung – mit Moderatorin.

«Offen und dialogorientiert» will sich «Welt Online» künftig geben:

    «Wir wollen uns von einem Sendemedium zu einem Dialogmedium wandeln»,

schreibt Chefredaktor Christoph Keese «In eigener Sache». Alle Artikel können denn auch ohne Registrierung kommentiert werden.

Für traditionelle Medien schon beinahe Unerhörtes geschieht in der Rubrik «Die zweite Meinung», wo aktuelle Schlagzeilen der Konkurrenz direkt in die Website der «Welt» eingebunden werden. Keese:

    «Wir halten unser Angebot bewusst offen, denn wir wissen: Viele Leser besuchen im Internet mehr als nur eine Nachrichten-Website. Doch gerade Seiten von Medien verlinken nicht untereinander und lassen damit eine wichtige Möglichkeit des Internets außer Acht. Wir machen es anders und verlinken auch auf Wettbewerber.»

Aber nicht nur gegenüber der Konkurrenz, auch für die User hat sich die «Welt» ein wenig geöffnet. So kann die rechte Spalte der Frontpage von den Lesern nun mit vorgegebenen Elementen frei konfiguriert werden.

Und auch auf Serendipity (s. dazu hier) muss nicht verzichtet werden, sind in der neuen Rubrik «Leserfavoriten» doch die meistgelesenen, meistkommentierten und am häufigsten weiterempfohlenen Artikel aufgelistet.

Jeder «Welt Online»-Artikel wird von der Redaktion vor Veröffentlichung mit Schlagworten (Tags) versehen, die im Artikel angezeigt werden und über die sich themenverwandte Artikel anwählen lassen.

Schliesslich wird mit dem Relaunch der «Welt»-Website nun auch die «Online first»-Politik des Springer-Verlags umgesetzt: «<Online first> lautet unser Motto. Die Redaktion glaubt an die Zukunft des Internets. Jeder Artikel erscheint online, sobald er fertig geschrieben ist. Dutzende von Beiträgen pro Tag werden exklusiv für Online produziert. Als Online-Leser bekommen Sie das gesamte Angebot kostenlos auf den Schirm. Auch das Archiv ist und bleibt kostenlos […].»

Alles in allem ein recht gelungener Relaunch. Gratulation aus der Schwiiz!

von Martin Hitz | Kategorie: Medienschau

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