Grossmutters Schnittmuster goes Web 2.0

Der Reichtum des Burda-Imperiums basiert nicht zuletzt auch auf Schnittmustern für Hosen, Blusen, Röcke und dergleichen mehr; die älteren Leserinnen und Leser des Medienspiegels mögen sich erinnern. Und Hubert Burda, Patron des gleichnamigen Medienkonzerns, ist sicher der erleuchteten Fraktion der Medienmanager – denen «who get it» – zuzurechnen.

So überrascht die Entstehungsgeschichte der vor wenigen Tagen lancierten Website «Burda Style» (noch in Beta) nicht wirklich, beeindruckend ist sie aber dennoch. Es folgt ein Ausschnitt aus einer Präsentation, die die Gründerinnen von «Burda Style» am vergangenen Montag anlässlich der von Burda Media organisierten DLD-Konferenz gehalten haben (Transkript von mir):

    «When we started this project in September, we had a meeting at Hubert Burda and we told them after some research that we’ve found out that we need to get rid of the copyright of patterns [Schnittmuster], it’s just not gonna work this way. He [Hubert Burda] really just thought for a few seconds. And what he said was something like <Oh, I remember what happenend to the music industry>, and then he just gave us the go-ahead. And now we have open-source sewing patterns, it’s a give and take. We give open-source patterns, you share your skills, tips and tricks.»

User-Kommentare, nutzergenerierte Schnittmuster etc. Ein wahrhaftiges Web-2.0-Projekt!

Ganz nebenbei liess Hubert Burda auf der Konferenz auch verlauten, dass sein Konzern mit Aktivitäten im Bereich «New Media» inzwischen immerhin einen Umsatz von 500 Millionen Euro erziele, was sich gegenüber den mit herkömmlichen Medien generierten 1000 Millionen so schlecht nun auch wieder nicht ausnimmt. Die «herkömmliche» Milliarde hoffe er halten zu können, während der Anteil der neuen Medien wohl weiterhin zunehmen werde.

Da scheint jemand etwas richtig zu machen.

von Martin Hitz | Kategorie: Medienschau

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