Medienblog-Special in der «SonntagsZeitung»

Die «SonntagsZeitung» («SoZ») wartet heute mit einem veritablen Medienblog-Special auf. Online frei zugänglich und damit verlinkbar ist allerdings nur der Artikel «Der Rehpinscher piesackt», der sich vor allem mit dem deutschen «Bildblog» befasst.

Kurz zitiert – wenn auch leicht aus dem Zusammenhang gerissen – wird auch Yours Truly. Meine Aussage zu den Besucherzahlen von Medienspiegel.ch (gemäss unzuverlässiger Statistik rund 300/Tag) wird nämlich gleich auf alle (Medien-)Weblogs angewandt. Mit grosser Wahrscheinlichkeit dürfte es aber zum Beispiel der im Artikel ebenfalls genannte Polit-Blog «ignoranz.ch» auf wesentlich mehr Besucher bringen.

Und der in einem Kästchen zum Artikel zitierte Bericht von «ZDF.de», wonach «deutsche Blogger der ersten Stunde die Lust an ihren Weblogs» bereits wieder verloren hätten, ist übrigens von Mario Sixtus in einem sehr schönen Eintrag längst relativiert worden: «Unsere Leichen leben noch»

Auch in einem weiteren «SoZ»-Artikel (Untertitel: «Weblogs kritisieren mit spitzer Feder – doch es gibt klare rechtliche Grenzen») findet der Medienspiegel, der sich selbst eigentlich eher als zahm einschätzt und um Anstand bemüht ist, Erwähnung. Konkret geht es um Edgar Schulers «Mediensatz»-Kolumne «Frank A. Plagiator», die sich mit einem lange zurückliegenden «Copy-Paste»-Ausrutscher von Ringier-Publizist Frank A. Meyer befasst und von «SoZ»-Redaktor Michael Soukup als einklagungswürdig eingestuft wird. Edgar Schuler pariert in der «SoZ» selbstbewusst:

    «In einem Prozess könnte ich zudem den Plagiatsvorwurf klar belegen.»

Aber so weit wollen wir es ja nicht kommen lassen!

von Martin Hitz | Kategorie: Medienschau

12 Bemerkungen zu «Medienblog-Special in der «SonntagsZeitung»»

  1. Pingback: BloggingTom

  2. Rupert M.:

    Interessant ist, dass «Ignoranz» als Medienblog bezeichnet wird. IMHO ist «Ignoranz» ein Politblog, indem ein linker Zürcher Lokalpolitiker auf tiefstem Niveau über den politischen Gegner herzieht.

  3. Der Artikel ist etwas nachlässig geschrieben:
    Den Ausdruck „Millionenzürich-Provinzler“ stammt aus dem Blattkritik Weblog (hier nachzulesen). Ich wusste nichtmal von dem Ausdruck
    Ich wurde nie nach Besucherzahlen befragt. Aktuell verzeichnen wir täglich über 1600 eindeutige Besucher.

    Ach ja, Anonymer Feigling („Rupert M.“), ich bin (noch) nicht Lokalpolitiker. Ausserdem stehe ich im Gegensatz zu dir mit meinem Namen zu meinen Äusserungen. Bist Du SVP Lokalpolitiker?

  4. Pingback: Internet Briefing Blog

  5. Wird’s nicht langsam mal Zeit für einen Roundtable von Schweizer Bloggern und nicht-bloggenden Journalisten? Könnte wahrscheinlich sehr fruchtbar werden und sicher dem eine oder anderen Missverständnis vorbeugen…

  6. Pingback: medienlese

  7. Pingback: Swiss Metablog

  8. David: An den Bloggertreffen sind die Tische zwar nicht immer rund, aber es hat regelmässig bloggende Journalisten dabei. Die schreiben zwar auch gelegentlich kritisch über die Blogosphäre – aber sie recherchieren gut und wissen, worüber sie schreiben. Anders als manche andere Journalisten, die man jetzt nicht mehr beim Namen nennen darf, ohne eine Klage angedroht zu bekommen.

  9. mso:

    sandro hat natürlich recht, der ausdruck „millionenzürich-provinzler“ fand sich auf blattkritik und nicht auf ignoranz. sorry.

  10. Matthias: Das ist ja genau der Punkt. Bloggende Journalisten (bin ja selber einer) sind wohl in den seltensten Fällen unterinformiert über Blogs (da ist das Problem vielleicht eher das eine verzerrten Sicht), aber die Leute, mit denen ich mich als Blogger gerne austauschen würde, sind die nicht-bloggenden Journalisten, die dann mangels (hoffentlich nicht wider) besseren Wissens seltsame Dinge über Blogs schreiben.

  11. Pingback: Journalismus 2.0

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