Midrisk-Journalismus

Die Aufregung unter den (Online-)Medienmachern muss gross gewesen sein, als «Tages-Anzeiger» und «Blick» gestern mit Scoops zur Denner-Übernahme aufwarteten. «NZZ Online» etwa liess sich bereits im Verlauf des Vormittags zu folgender Frontpage-Schlagzeile hinreissen – dies mehrere Stunden vor der offiziellen Bestätigung des Takeovers, notabene:

NZZ_Migros_Denner.png

«Die Hintergründe zu den Schlagzeilen von morgen» in Ehren, aber war das nicht etwas gar risikant, etwas allzu midrisk-journalistisch?

Aber auch andere taten sich im Umgang mit der möglichen Fusion schwer. Das Detailhandelsportal «persoenlich.com» vermochte am Nachmittag zwar mit dem nach eigenem Bekunden ersten – allerdings ziemlich nichtssagenden – Interview mit Denner-Chef Philippe Gaydoul aufzutrumpfen, zeigte davor aber im Umgang mit der M&A-Terminologie Nachholbedarf:

persoenlich_Migros_Denner.png

Wer wollte da nun wen übernehmen?

Auf Nummer ganz sicher ist gestern die «Cash»-Familie gegangen. Um 13 Uhr tauchte die mögliche Denner-Übernahme auf der Frontseite von «Cash.ch» und im LivePaper von «Cash daily» jedenfalls gar nicht erst auf! Dies wohl, weil Gerüchte in diesen Publikationen keinen Platz haben ;-)

von Martin Hitz

2 Bemerkungen zu «Midrisk-Journalismus»

  1. lupe:

    eine solche übernahme muss tatsächlich genauer unter die lupe genommen werden. noch wirkungsvoller liesse es sich mit dem bisher einzigen gemeinschaftsprojekt von coop und migros analysieren: dem migroscoop.

  2. Danja:

    Das Detailhandelsportal «persoenlich.com»?

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