Der «Tagi» spart

Der «Tages-Anzeiger» restrukturiert und baut 24 Stellen ab, wie auf «persoenlich.com» zu lesen ist. Betroffen sind die Bereiche Layout, Dokumentation und Korrektorat. In einem Interview legt Chefredaktor Peter Hartmeier seine Sicht der Dinge dar. Unter anderem soll künftig schneller korrigiert werden. Quality first!

von Martin Hitz

5 Bemerkungen zu «Der «Tagi» spart»

  1. Hubert:

    Juchhee, ganz viele tolle Redaktoren für Hundsverlochete und Gemeinderatsblabla, dafür darf jetzt das Layout selbstgebastelt werden und die Rechtschreibung muss halt jeder selber können. Die Provinzialisierung, Banalisierung und Ver20minutisierung des Tagi schreitet voran – die Zeit, da der Tagi eine ernstzunehmende Qualitätszeitung war, ist ist lange her. Daran ändert auch der wichtigtuerische langweilige Kulturteil nichts.

  2. Na ja, diese Art von Reaktion auf (beinahe jede) Veränderung “im Print” hat schon langsam etwas von einem Pawlowschen Reflex…

    Zunächst sind die Leute zu bedaueren, welche ihren Arbeitsplatz verlieren – kein Lippenbekenntnis von mir. Dann aber sollte man doch die Tagi-Mitteilung genau lesen und etwas Verständnis für diesen Ab- bzw. Umbau aufzubringen versuchen: Es werden, so entnehme ich dieser Mitteilung, 70 Stellen im Rahmen der “Regionalisierung” neu geschaffen; bei den zentralen Redaktionsdiensten entfallen (dadurch) 24 Stellen.

    Mir persönlich leuchtet dieser “Vorgang” ein, d.h. ich finde ihn logisch. Ausserdem halte ich es ganz allgemein für möglich, dass spätestens “heutzutage” Personaleinsparungen im Dokumentationsbereich und im Layout ohne Qualitätsverlust für das Produkt möglich sind. Bekanntlich wurde ja vor einigen Jahren der Computer mit seiner HD (= Speicher) erfunden; seither sind allerlei Archivierungs- und Redaktionsprogramme entwickelt worden. Oder bildlich gesagt: Bleisatz war mal!

  3. bvg:

    “Innengerichtete Nabelschau”, wird Zimmi wieder schimpfen…

  4. Bobby California:

    Die heutigen Journis sind so gut, die brauchen keine Korrektoren mehr. Zum Beispiel die Leute von der Bellevue-Seite. Die haben so ne flotte Schreibe drauf, gespickt mit überflüssigen Anglizismen, da wird der abgebrühteste Korrektor ohnmächtig.

  5. Hubert:

    Es macht eben sehr wohl einen Unterschied, ob eine Zeitung Layouter und Korrektoren beschäftigt – oder sie es nicht tut. Abgesehen davon, dass es einen verheerenden Eindruck macht, wenn viele Fehler drin sind und dass ein selbstgebasteltes Layout meist auch so aussieht – nämlich selbstgebastelt – führt es dazu, dass die Redaktoren immer weniger ihrer Hauptaufgabe nachkommen können: nämlich zu recherchieren und Texte zu schreiben. Und da kann man noch so viele Dorfkilbi-Reporter einstellen.

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