Als doch. Vor einem halben Jahr wurden via «NZZ Online» Studenten gesucht, «die im Wochenrhythmus festhalten, was die Studierenden bewegt, die Themen aufgreifen, die anderen auf den Nägeln brennen und die zu Diskussionen animieren.» (s. hier).
Und nun ist es so weit: Unter der nicht wirklich einprägsamen Adresse www.studium-und-karriere.ch hat die «NZZ» ein Studi-Portal lanciert. «Die Neue Zürcher Zeitung bündelt all ihre Aktivitäten, die die Zielgruppe der Studierenden betreffen unter der Marke <Studium und Karriere>», heisst es in der entsprechenden Medienmitteilung:
- «<Studium und Karriere> umfasst verschiedene publizistische (Print und Online) und verlegerische Aktivitäten. Dazu gehören die im Herbst und im Frühjahr bereits heute etablierten Sonderbeilagen. Die publizistischen Inhalte der NZZ und der NZZ am Sonntag, die Studierende speziell interessieren könnten, werden per sofort auf der heute online geschalteten Website www.Studium-und-Karriere.ch zugänglich gemacht.»
Im Rahmen von «Studium und Karriere» bloggen neben einem «Headhunter» auch zehn Studentinnen und Studenten, «die exklusiv über das Leben an den Hochschulen berichten.»
Exklusiv? Und müssen die jungen Leute nun eigentlich auch «placieren» und «Plastic» schreiben?
Aber im Ernst: Die Idee leuchtet ein (s. dazu ganz kurz wieder hier).
Durchaus ein kluger Schachzug von der NZZ. Da steigert man mit wenig Aufwand die Aufmerksamkeit für die Zeitung. So können sich die jetztigen Leser, wohl mehrheitlich ehemalige Studenten, noch einmal jung fühlen, und die nächste Generation wird gezielt herangezüchtet. Da frage ich mich jetzt nur noch: Schreiben die Studis gratis oder werden sie von der NZZ für den Aufwand entlöhnt?
…«müssen die jungen Leute nun eigentlich auch «placieren» und «Plastic» schreiben?»
müssen sie nicht – siehe Disclaimer!
Unerhört. Das Début sprachlicher Selbstverwirklichung.
wenigstens sprachlich, wie aber steht es inhaltlich? ach, ja, der disclaimer. mit dieser bezeichnung fängt sie ja schon an, die sprachliche selbstverwirklichung. in der nzz müsste es doch ablehnungshinweis heissen.
Oder Décharge.
Spass beiseite. Wird der Inhalt der Blogs noch besser?