In eine Interview mit der «Werbewoche» denkt «Tagi-Magi»-Chefredaktor Res Strehle laut über die Zukunft nach (online nicht frei zugänglich):
- «Ausserdem denke ich, dass es spannend sein könnte, die Tageszeitung für eine jüngere Generation neu zu erfinden. Es wird schwierig sein, die bestehenden Titel so zu reformieren, dass sie im grossen Stil junge Leute ansprechen, ohne die älteren Leser zu verlieren. Spätestens mit Beginn des Studiums wird jungen Menschen 20 Minuten nicht mehr genügen. Dann könnte eine Art tägliche Hintergrundzeitung als Ergänzung attraktiv werden, die davon ausgeht, dass ihre Leser die Newslage des Vortages kennen. Sie wird Analysen liefern, witzig sein, unterhaltend, erzählerisch, bildstark. Ich könnte mir vorstellen, dass sie bei einer jungen, gut gebildeten Leserschaft gut ankommen würde. Man müsste dem Lustprinzip Rechnung tragen. Das kann man vom Magazinjournalismus lernen. Es müsste jeden Tag eine Überraschung sein.»
Und dann noch eine gute Website zur Zeitung. Oder noch besser umgekehrt: Eine gute Website und dazu eine Zeitung. Ich bin dabei!
Wie unterhaltend und bildstark muss der Tagi noch werden, bis man keinen Unterschied mehr zum 20 Minuten spürt? Wenn’s soweit ist, abonniere ich die NZZ. Die wirds auch in 20 Jahren nicht nötig haben, sich bei den Spassfetischisten anzubiedern. Klingt das böse? Werd ich alt? Möglich. Aber als ICH jung war, hatten der Tagi und das Magi noch jede Menge Artikel, die über den Tag hinaus interessant waren. Das war nicht so lange her…
die nzz? um dann artikel in verschrobenem deutsch zu lesen?
es geht doch nicht um den Tagi – auch nicht um die NZZ – sondern eben umwasirgendwieneues. Wär doch schön, oder? und das Tagi-Magi (oder Baz-Magi oder xy-magi), das muss auch mal gesagt sein, ist wieder lesenswert. oder?
count me in!
Nötiger als eine neue Zeitung für die Jungen wäre eine gute Zeitung für die Alten. Der Tagi wurde ja schon bis zum Gehtnichtmehr auf jung (oder was sich der Verlag darunter vorstellt) getrimmt, mit möglichst seichten Kolumnen von Frau Meier, Frau Roten und Frau Knecht, farbigen Porträts von Fernsehmoderator/innen und möglichst vielen unnötigen englischen Wörtern, weil das ja so cool klingt.
Res Strehle… da kann ich nur sagen asap!