«Le Matin»: Hurra, wir sind angeklagt!

Wohl nicht ganz ohne Stolz vermeldete das welsche Boulevardblatt «Le Matin» in seiner gestrigen Ausgabe, dass Frankreichs Innenminister Nicolas Sarkozy Klage gegen den «Matin» eingereicht habe (==> sda). Grund: Verletzung der Privatsphäre. Sarkozy fordert eine Genugtuung von 1 Euro sowie die Veröffentlichung einer Gegendarstellung.

Verhandelt wird die Klage vor einem Gericht in Thonon-les-Bains (Frankreich), kann «Le Matin» auf der französischen Seite des Genfersees nach eigenen Angaben doch gegen 500 Leser ausweisen! Chefredaktor Peter Rothenbühler dürfte sich ob so viel internationaler «Exposure» königlich freuen.

Update, 15. Juli 2005: Und in der Tat, Peter Rothenbühler sonnt sich in der Anklage. In einem Interview mit «persoenlich.com» meint er nicht ganz unbescheiden:

    «Es ist eine Tatsache, dass die intensive Berichterstattung von Le Matin die französische Presse dazu verleitet hat, sich eingehender mit der Ehekrise von Sarkozy zu beschäftigen. Die Affäre ist wohl match-entscheidend für die kommenden Wahlen in Frankreich.»
von Martin Hitz | Kategorie: Medienschau

1 Bemerkung zu ««Le Matin»: Hurra, wir sind angeklagt!»

  1. Andreas Gossweiler:

    Sennett hatte eben recht: „Die Medien heben das persönliche Leben des Politikers hervor und verdunkeln seine Arbeit im Amt. Politik wird zur Verführung, Herrschaftsstrukturen bleiben unangetastet.“

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