«Man spricht wieder vom Anzug», weiss die «NZZ am Sonntag» am 27. Februar. Wie das Blatt berichtet, diktiert die aktuelle Mode dem eleganten Herrn einen massgeschneiderten Zweiteiler – nur ja nicht Konfektion vom «kommunen Herrenausstatter». Die Zeitung nennt auch die passende Adresse: Das akkurat zugeschnittene und genähte Tuch sei besonders vorteilhaft bei Herren Globus erhältlich. – Autor des Beitrags ist Jeroen van Rooijen.
Eine Woche später informiert uns die «NZZ»: «Die neue Breite der Krawatte beträgt nur noch etwa fünf bis sechs statt der bisher verbreiteten sieben bis neun Zentimeter». Und auch hier nennt die Zeitung die richtigen Bezugsquellen: «Schmale Krawatten führen in Zürich z. B. Hugo Boss (bei PKZ, Burger, Herren Globus oder Bernie’s) oder auch Z-Zegna.» – Autor auch dieses Artikels ist Jeroen van Rooijen.
Aufmerksamen – oder sehr an Mode interessierten – Leserinnen und Lesern der «NZZ» waren diese Informationen nicht neu. In der «NZZ»-Beilage «Mensch und Arbeit» hatte das Blatt schon am 16. Februar berichtet, der Casual Friday sei «ein alter Zopf». Männer täten sich aber schwer, sich «fürs Geschäftsleben adäquat zu kleiden». Die «NZZ» weiss selbstverständlich Rat und empfiehlt den Kurs «Fragen des Stils» bei Herren Globus. – Als Leiter dieses Seminars nennt der Artikel niemand anderen als – Jeroen van Rooijen.
Van Rooijen wird in dem Artikel als «bei der NZZ zuständig für die redaktionellen Inhalte in Mode- und Stilfragen» bezeichnet. Nicht zu den Stilfragen zählt man offenbar an der Falkenstrasse, ob (Mode-) Journalisten die hauseigenen Blätter unverfroren als Werbefläche für den eigenen (Neben-) Arbeitgeber nützen dürfen.
Edgar Schuler ist Redaktor am «Tages-Anzeiger». Was er hier schreibt, ist seine persönliche Meinung.
Darf ich hier als Angeschwärzter anfügen, dass ich in keinem Vollzeit-Arbeitsverhältnis mit der NZZ stehe und deshalb durchaus in der Lage und auch Willens bin, auf anderen Ebenen “Volksaufklärung” zum Thema Mode zu betreiben. Wenn Herren-Globus in der NZZ oder NZZ am Sonntag genannt wird, dann nur, weil wir es hier mit einem schweizweit tätigen Anbieter von Männermode zu tun haben, und davon gibt’s ja in der Schweiz nicht mehr so viele. Mindestens so häufig kommt PKZ zum Zug, der andere Anbieter. Mir ohne Rücksprache andere Gründe für eine Nennung oder Bevorzugung des einen oder anderen zu unterstellen ist erst richtig stillos. Danke für die Aufmerksamkeit – und nun wieder zu den wichtigen Dingen des Lebens.
geschätzter jvr
ich lese ihre beiträge in der nzzas mit dem grössten vergnügen. aber was edgar schuler so schreibt, das ist mir auch aufgefallen: den dutchtub, den sie vertreiben (http://www.dutchtub.ch/presse.php), haben sie auch in der nzz bewerben können.
und ich frage mich, ob sie den bei al ferano geschneiderten anzug zahlen mussten (al ferano hat damit sooo viel werbung gemacht, da hätte doch etwas für sie rausspringen müssen…).
also, werter jvr, weiter so, ich lese sie sehr gerne, aber wer im glashaus sitzt sollte nicht mit steinen werfen.