Politisch gezähmter «Blick»?

Der «Blick» habe mit dem Wechsel zum Tabloid-Format zugleich auch einen moderateren politischen Kurs eingeschlagen, meint Christian Pauli in der heutigen Ausgabe des «Bunds» (Artikel online nicht frei zugänglich). Erkennen lasse sich dies etwa am entspannteren Verhältnis des Boulevardblatts zum ehemaligen Intimfeind Christoph Blocher sowie an der mehrtägigen Kampagne gegen die in einen angeblichen Spendenskandal verwickelte SP-Politikerin Anita Fetz. Mit mehr Sex verabschiede sich die Zeitung zudem allmählich vom einst angestrebten «gehobenen Boulevard» – seit gestern hat sogar das Seite-3-Girl (vorübergehend?) den Weg zurück in den «Blick» gefunden (siehe auch «Das <Seite-3-Girl> ist abgeschafft»).

Bernhard Weissberg, Leiter Zeitungen bei Ringier, will indes auf Anfrage des «Bunds» nicht von einem Kurswechsel reden. Allerdings sei der «Blick» lange Zeit «zu verbissen» gewesen.

Die «politische Öffnung» des «Blicks» schreibt Pauli der drohenden Konkurrenz durch das sich angeblich in der Projektphase befindliche, rechtsbürgerliche Boulevardblatt «Frontal» zu, an das allerdings niemand so recht zu glauben scheint.

–> Mehr zu «Frontal»

von Martin Hitz

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