Filippo Leuteneggers Interessenkonflikte

Verträgt sich das Amt des Jean-Frey-Geschäftsführers («Weltwoche», «Beobachter», «Bilanz», «TR7») mit einem Nationalratsmandat und einer Kandidatur für das FDP-Präsidium des Kantons Zürich? Die «SonntagsZeitung» («SZ») (Artikel online nicht frei zugänglich) meint eher nicht. Filippo Leutenegger hingegen denkt, «die Doppelfunktion als Verlagschef und Politiker sei <grundsätzlich kein Problem>».

Auf der Redaktion der «Weltwoche» bestehe ein «grundlegendes Missbehagen», wird ein ungenannt sein wollender Redaktor im «SZ»-Artikel zitiert. «Das merke man beispielsweise an der Nichtbeachtung des Präsidium-Wahlkampfes zwischen Leutenegger und der Stadtzürcher FDP-Parteipräsidentin Doris Fiala in der <Weltwoche>. Hätten wir gegen Leutenegger geschrieben, hätte es geheissen, wir probten den Aufstand. Hätten wir Leutenegger unterstützt, lautete der Vorwurf, er hätte es bestellt>», wird der unbekannte Redaktor weiter zitiert.

Gemäss «SonntagsZeitung» lässt sich die Zurückhaltung der «Weltwoche» gegenüber Leutenegger auch statistisch belegen: «Im letzten Jahr nannten die Redaktionen [der Jean-Frey-Publikationen] den Namen ihres prominenten Verlegers ganze siebenmal. Zum Vergleich: <Cash> und <NZZ am Sonntag> berichteten 19-, <Facts> 24- und die <SonntagsZeitung> 31-mal über den FDP-Mann.»

Auch die Begeisterung des Verwaltungsrats der Jean Frey AG über Leuteneggers Multifunktionalität halte sich in Grenzen. Und so fehlt im «SZ»-Artikel das für Sonntagsblätter obligate Gerücht auch nicht: Leutenegger soll nach oben befördert werden und den jetzigen VR-Präsidenten, Adriano Agosti, ablösen.

von Martin Hitz

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