Die vom Bundesrat im vergangenen Jahr ins Leben gerufene und von Publizistik-Professor Otfried Jarren präsidierte Eidgenössische Medienkommission hat die Aufgabe,
«die schweizerische Medienlandschaft zu beobachten, konkrete Problemstellungen im Auftrag des Bundesrats zu analysieren und Empfehlungen abzugeben. Der Bundesrat will mit dieser Kommission die Kompetenzen von Medienfachleuten enger in die politische Meinungsbildung und Entscheidung einbeziehen, um tragfähige Lösungen für die künftige Gestaltung des schweizerischen Mediensystems zu finden.»
Kurz vor Ostern hat der Bundesrat nun auch die 13 Mitglieder der Kommission ernannt. Es sind dies:
- Barbara Bassi, Syndicom, Gewerkschaftssekretärin/Journalistin, Massagno/Lugano
- Sylvia Egli von Matt, Direktorin der Schweizer Journalistenschule MAZ, Luzern
- Miriam Meckel, Prof. Dr., Direktorin des Instituts für Medien- und Kommunikationsmanagement der Universität St.Gallen
- Gabriele Siegert, Prof. Dr., Direktorin des Instituts für Publizistikwissenschaft und Medienforschung (IPMZ) der Universität Zürich
- Nicolas Antille, Vizepräsident Swisscable, Direktor Sierre Energie SA, Sierre
- Philip Kübler, Dr. iur., Leiter M&A and Legal Services, Swisscom, Bern/Zürich
- Bernard Maissen, Chefredaktor SDA, Bern
- Gilles Marchand, Direktor Radio Télévision Suisse RTS, Genf
- Christophe Rasch, Generaldirektor des Regionalfernsehens La Télé, Lausanne
- Hans-Peter Rohner, Verwaltungsratspräsident PubliGroupe AG, Lausanne
- Markus Ruoss, Vorstandsmitglied Verband Schweizer Privatradios VSP, Rotkreuz
- Urs Thalmann, Geschäftsführer Impressum, Freiburg
- Peter Wanner, Verleger/Verwaltungsratspräsident AZ Medien AG, Aarau/Baden
Prominente Abwesende sind auf der einen Seite das Publikum bzw. ein Vertreter oder eine Vertreterin desselben und auf der anderen ein Abgesandter oder eine Abgesandte von der Front, also ein real praktiziernder Journalist oder eine real praktizierende Journalistin aus dem Presse-, Radio-, Fernseh- oder – man wagt es fast nicht auszusprechen – gar aus dem Online-Bereich. Interessant zu wissen wäre zudem, ob unter den Mitgliedern der Kommission auch «Digital Natives» zu finden sind.
Immerhin heisst es in der Medienmitteilung des Bakom aber: «Der Einbezug von in- und ausländischen Fachleuten in die Kommissionsarbeit ist vorgesehen.»
Siehe dazu auch Nick Lüthi in der «Medienwoche»: Gremium mit Geburtsfehlern