Macht sich Islamfeindlichkeit auch in etablierten Medien breit?

Von Oliver Wäckerlig

Am 28. März 2013 veröffentlichte Thomas Wehrli in der «Basler Zeitung» (««BaZ»») einen Artikel, der am nächsten Tag, einem Karfreitag, unter dem reisserischen Titel «Alle 5 Minuten wird ein Christ ermordet» online gestellt wurde. Mehr oder minder unverblümt greift der stellvertretende Ressortleiter Politik der ««BaZ»» dabei auf die Thesen des in Deutschland wegen Volksverhetzung angeklagten Michael Merkle zurück. Der bekannte islamophobe Agitator tritt unter dem Pseudonym Michael Mannheimer seit Jahren in Blogs und auf Kundgebungen öffentlich in Erscheinung.

Dieser Beitrag möchte aufzeigen, wie Thomas Wehrli zu Ostern versucht hat, das Thema der «Christenverfolgung» für eine Abrechung mit dem Islam zu instrumentalisieren. Dazu plagiierte Wehrli einen Aufsatz von Mannheimer aus dem Sammelband Christenverfolgung in islamischen Ländern (2011). Der von den Professoren Jürgen Bellers und Markus Porsche-Ludwig herausgegebenen Band ist ein Beispiel für eine publizistische Plattform, die solchen – verharmlosend als «Islamkritiker» bezeichneten – Provokateuren als Sprungbrett dient, islamfeindliche Deutungsmuster in einer breiten Öffentlichkeit salonfähig zu machen. Dabei ist auch die «Weltwoche» wiederholt durch einen unkritischen Umgang mit solchen «Islamexperten» aufgefallen. [ACHTUNG: very, very Longread!]
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von Oliver Wäckerlig | Bemerkungen (36)

1000 Zeichen für den Frieden

Lange haben sie gestritten, die Verleger und die SRG, nun hat der Bundesrat entschieden. Aus einer Medienmitteilung des Bakom:

«Nachdem sich die SRG und die Verleger über eine gemeinsame Nutzung des Internets nicht einigen konnten, hat der Bundesrat im letzten Herbst am Werbe- und Sponsoring-Verbot der SRG im Internet festgehalten, der SRG aber eine Lockerung im inhaltlichen Bereich in Aussicht gestellt. Die verabschiedete Regelung lässt der SRG dort mehr Freiraum, wo die Online-Inhalte einen Bezug zu ausgestrahlten Sendungen haben, ist aber dann restriktiver, wenn ein solcher Bezug fehlt. [...]

Die revidierte SRG-Konzession verlangt, dass insgesamt drei Viertel aller Texte im Internet direkt mit audiovisuellen Inhalten (Audios/Videos) verknüpft sind. Weisen Texte einen Bezug zu einer Sendung auf, so muss dieser klar deklariert werden. Texte in den Bereichen News, Sport und Lokales/Regionales, die keinen Sendungsbezug haben, dürfen maximal 1000 Zeichen umfassen.»

Und alle − Verleger und SRG − sind offenbar zufrieden.

Erbsenzähler gibt es ja bereits in rauhen Mengen. Nun dürfte aber auch die Zunft der Zeichenzähler einen ungeahnten Aufschwung erleben.

Siehe dazu auch:
- Von Leerschlägen und presseähnlichen Newsportalen
- Kindergartenspiele
- Roger de Weck schlägt Verlegern «Trendlabor Medienzukunft» vor
- Kalter Nescafé
- Ein meritorisches Gut?
- «Online ist grundsätzlich Privatwirtschaft»

von Martin Hitz | Bemerkungen (0)

Etienne Jornods Mission Statement für die NZZ-Gruppe

For the record hier ein paar Zitate aus einem am Dienstag erschienenen Interview mit Etienne Jornod, dem neuen VR-Präsidenten der AG für die Neue Zürcher Zeitung:

  • «In der Verlagsbranche ist es nicht fünf vor zwölf, es ist schon später. Alle Verlage sind mit demselben Problem konfrontiert, aber noch niemand hat die definitive Lösung gefunden. Eine Chance also, diese Probleme anzupacken und zu lösen. Die NZZ hat übrigens früh innovativ reagiert, als das Internet eine wachsende Bedeutung erhielt. Allerdings hat sie in letzter Zeit an Dynamik verloren. Nun müssen wir wieder aufholen.»
  • «Man muss lernen, in einer Welt zu leben, in der fast nichts mehr sicher ist. Das gilt es zu akzeptieren, und man muss lernen, unternehmerisch zu handeln. Ich denke, das betrifft auch die Journalisten. Auch sie müssen sich mit der Frage befassen, anders zu arbeiten.»
  • «Es gibt heute so viele Möglichkeiten, sich bequem aktuelle Informationen zu beschaffen. Damit kann sich ein Medium nicht mehr differenzieren. Aber mit der Qualität. Das zählt für unsere Leser. Wer verifizierte Informationen will, geht zur NZZ: Diesen systematischen Reflex müssen wir erzielen. Wenn uns das gelingt, sind wir einen grossen Schritt weiter.»
  • «Journalisten können nicht nur daran denken, einen guten Artikel zu schreiben. Sie müssen auch dafür sorgen, dass diese Artikel gelesen werden. Das ist für einige Journalisten eine Herausforderung.»
  • «Seinerzeit hatten wir bei Galenica im Logistikgeschäft über 15 Prozent Marge, heute arbeiten wir mit 6 Prozent und einer Ebit-Marge von 1,5 Prozent. Damals dachten wir, es sei absolut unmöglich, mit einer kleineren Marge zu leben. Aber es war möglich.» [Anmerkung M.H.: Tamedia strebt eine durchschnittliche Ebit-Marge von 15 Prozent an.]
  • «Ich glaube, dass die NZZ noch sehr lange eine gedruckte Ausgabe haben wird. Viele unserer Leser bevorzugen Papier, und das zu liefern, gehört auch zur Kundenorientierung. Daneben muss man aber parallel die Jungen, die Mobilen und die international orientierte Elite für sich gewinnen. [An anderer Stelle sagt Jornod zudem:] Wir haben in der Schweiz inzwischen viele Kader, die aus dem Ausland kommen. Diese haben andere Leitblätter als die NZZ. Insofern verliert die NZZ an Bedeutung.»

Und schliesslich – sicher zur grossen Freude des Verlegerverbands:

  • «Generaldirektor de Weck sagte, wenn das Problem der Verleger nur die Websites der SRG seien, dann hätten sie ein kleines Problem. Da hat er recht. Die Herausforderung ist viel grösser. Es gibt viele weitere Informationsanbieter, auch sie sind Konkurrenten.»
von Martin Hitz | Bemerkungen (4)

«NZZ»-Blattmacher ans Telefon!

NZZ_doppeltgenaeht
(«NZZ», 16.4.2013, S. 5)

von Martin Hitz | Bemerkungen (0)

WTF is Emea, liebe «NZZ»?

NZZ_Google_Emea
(«NZZ», 10.4.2013, S. 24)

WTF is Emea? Eine Firma? Ein Forschungsinstitut? Eine internationale Organisation? (Ich weiss es natürlich ;-) .) Geht vor dem Druck eigentlich niemand mehr über die Seiten? Muss der Zeitungsleser jetzt auch das noch selber googeln?

von Martin Hitz | Bemerkungen (0)

Newspapers vs. Google

«Google came out of nowhere in the early days of the millennium to create a revolutionary way of matching specifically targeted ads to specifically targeted consumers. In less than a dozen years, this upstart start-up built a $46 billion advertising business that was twice as large last year as the combined print and digital ad sales of all of the 1,382 daily newspapers in the land [i.e. USA].»

Schon beeindruckend bzw. besorgniserregend, diese Grafik von Alan D. Mutter:
Google_vs_Newspaper_Alan_D_Mutter

«As illustrated in the green line in the chart above, the digital sales at newspapers and Google started out almost even in 2003 at $1.2 billion for newspapers and $1.5 billion for Google. Google’s sales doubled in 2004, handily outstripping newspapers, and then kept compounding to the point that Google’s sales were nearly 15 times greater than newspaper digital revenues in 2012.»

Weiter geht’s beim «Newsosaur»

von Martin Hitz | Bemerkungen (0)

Die Parteipresse lebt, … in Liechtenstein

Seit rund 40 Jahren ist die Parteipresse in der Schweiz nahezu ganz verschwunden (aber vielleicht schon wieder auf dem Weg zurück?). Nicht so bei den Nachbarn im Fürstentum Liechtenstein, wie folgende Kurzanalyse des Forschungsinstituts Öffentlichkeit und Gesellschaft (fög) der Universität Zürich zeigt. [die Red.]

Von Mark Eisenegger und Angelo Gisler

Anfang Februar fanden im Fürstentum Liechtenstein Parlamentswahlen statt. Aus öffentlichkeitssoziologischer Sicht lohnt sich ein Blick auf die Wahlberichterstattung der beiden grossen liechtensteinischen Zeitungen «Vaterland» und «Volksblatt»: Während in der Schweiz die Ära der Parteipresse in den 1970er Jahren zu Ende ging, weist die liechtensteinische Medienarena bei der Berichterstattung zu den Landtagswahlen noch jene spezifischen Merkmale auf, die die klassische Parteipresse charakterisieren. Dies zeigt eine Analyse der Frontseiten von «Vaterland» und «Volksblatt».
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von Mark Eisenegger und Angelo Gisler | Bemerkungen (0)

Die Mitglieder der Eidgenössischen Medienkommission

Die vom Bundesrat im vergangenen Jahr ins Leben gerufene und von Publizistik-Professor Otfried Jarren präsidierte Eidgenössische Medienkommission hat die Aufgabe,

«die schweizerische Medienlandschaft zu beobachten, konkrete Problemstellungen im Auftrag des Bundesrats zu analysieren und Empfehlungen abzugeben. Der Bundesrat will mit dieser Kommission die Kompetenzen von Medienfachleuten enger in die politische Meinungsbildung und Entscheidung einbeziehen, um tragfähige Lösungen für die künftige Gestaltung des schweizerischen Mediensystems zu finden.»

Kurz vor Ostern hat der Bundesrat nun auch die 13 Mitglieder der Kommission ernannt. Es sind dies:

  • Barbara Bassi, Syndicom, Gewerkschaftssekretärin/Journalistin, Massagno/Lugano
  • Sylvia Egli von Matt, Direktorin der Schweizer Journalistenschule MAZ, Luzern
  • Miriam Meckel, Prof. Dr., Direktorin des Instituts für Medien- und Kommunikationsmanagement der Universität St.Gallen
  • Gabriele Siegert, Prof. Dr., Direktorin des Instituts für Publizistikwissenschaft und Medienforschung (IPMZ) der Universität Zürich
  • Nicolas Antille, Vizepräsident Swisscable, Direktor Sierre Energie SA, Sierre
  • Philip Kübler, Dr. iur., Leiter M&A and Legal Services, Swisscom, Bern/Zürich
  • Bernard Maissen, Chefredaktor SDA, Bern
  • Gilles Marchand, Direktor Radio Télévision Suisse RTS, Genf
  • Christophe Rasch, Generaldirektor des Regionalfernsehens La Télé, Lausanne
  • Hans-Peter Rohner, Verwaltungsratspräsident PubliGroupe AG, Lausanne
  • Markus Ruoss, Vorstandsmitglied Verband Schweizer Privatradios VSP, Rotkreuz
  • Urs Thalmann, Geschäftsführer Impressum, Freiburg
  • Peter Wanner, Verleger/Verwaltungsratspräsident AZ Medien AG, Aarau/Baden

Prominente Abwesende sind auf der einen Seite das Publikum bzw. ein Vertreter oder eine Vertreterin desselben und auf der anderen ein Abgesandter oder eine Abgesandte von der Front, also ein real praktiziernder Journalist oder eine real praktizierende Journalistin aus dem Presse-, Radio-, Fernseh- oder – man wagt es fast nicht auszusprechen – gar aus dem Online-Bereich. Interessant zu wissen wäre zudem, ob unter den Mitgliedern der Kommission auch «Digital Natives» zu finden sind.

Immerhin heisst es in der Medienmitteilung des Bakom aber: «Der Einbezug von in- und ausländischen Fachleuten in die Kommissionsarbeit ist vorgesehen.»

Siehe dazu auch Nick Lüthi in der «Medienwoche»: Gremium mit Geburtsfehlern

von Martin Hitz | Bemerkungen (0)

Tamedia spart, um weiter zu expandieren

Nur wenige Tage nach der Bekanntgabe eines Jahresgewinns von 152 Mio. Franken (-15% gegenüber 2011) sahen sich Verwaltungsrat und Unternehmensleitung von Tamedia am vergangenen Dienstag gezwungen, in einer internen Mitteilung «zu Gerüchten und Spekulationen über ein Kostensenkungsprogramm» Stellung zu nehmen.

Die in den Medien herumgereichten Zahlen − gemeint sein dürfte v.a. der vom Westschweizer Radio RTS kolportierte Abbau von rund 100 Stellen in der Romandie − seien «reine Spekulation», liess die Tamedia-Führung ihre Angestellten wissen. Es sei noch keine einzige konkrete Massnahme beschlossen worden.

Bestätigt wurde in der Mitteilung hingegen ein wie folgt begründetes Sparziel von 34 Mio. Franken:

«Um handlungsfähig zu bleiben und weiter in den Ausbau des digitalen Geschäfts investieren zu können, strebt Tamedia eine durchschnittliche EBIT-Marge von 15 Prozent an. Dieses Ziel ist nicht in Stein gemeisselt, aber jedes Medium muss auf eigenen Beinen stehen und soweit möglich zu diesem Ziel beitragen.»

Erreicht werden soll dieses Ziel über ein «langfristiges Effizienzsteigerungs- und Wachstumsprogramm», das beabsichtigt,

«über das ganze Unternehmen 34 Mio. CHF einzusparen und neue Umsatzquellen zu erschliessen. [...] 6 Mio. CHF dieser Einsparungen sollen 2014, 14. Mio. CHF 2015 und 14 Mio. CHF im Jahr 2016 realisiert werden.»

Mehr als die Hälfte der Einsparungen, nämlich rund 18 Mio. Franken, sollen auf den Westschweizer Ableger Tamedia Suisse Romande entfallen, wie «Le Temps»-Chefredaktor Pierre Veya gegenüber der SDA (via «NZZ») bestätigte, und damit vermutlich vor allem die Zeitungen «Le Matin», «24 Heures» und «Tribune de Genève» betreffen. Selbst von einer Einstellung des Boulevardblatts «Le Matin» soll die Rede sein.

So erstaunt es nicht, dass Gewerkschaften und Verbände protestieren, Mitarbeiter der «Tribune de Genève» demonstrieren und petitionieren und die Kantonsregierungen von Genf und Waadt intervenieren. «Die Unsicherheit in den Redaktionen des Westschweizer Medienhauses Tamedia Suisse Romande ist gross», musste gestern denn auch selbst das Tamedia-Flaggschiff «Tages-Anzeiger» vermelden (Artikel online nicht frei zugänglich).

«Einmarschieren, besetzen, plündern. So dürfte diese Geschäftspolitik in der Romandie, die sich ohnehin von der Deutschschweiz gegängelt fühlt, verstanden werden»,

schreibt «Südostschweiz»-Chefredaktor David Sieber in einem Blog-Post dazu. Und weiter:

«Irgendwann ist der Speck mal weg. [...] irgendwann gehts dann wirklich zulasten der Qualität. Mit der Folge, dass die betroffenen Produkte verstärkt als entbehrlich betrachtet werden, was den Auflagenschwund verstärkt und die Gewinnmarge weiter drückt, was weitere Sparmassnahmen zur Folge hat.»

Tönt einleuchtend. Aber könnte es am Ende nicht auch sein, dass «Qualität» gar keine sooo grosse Rolle mehr spielt, wenn man im Pressebereich über einen Marktanteil von sage und schreibe 68 Prozent verfügt, wie dies gemäss «Jahrbuch 2012: Qualität der Medien – Schweiz – Suisse – Svizzera» bei Tamedia in der Romandie der Fall sein soll?

Zu den Sparmassnahmen bei Tamedia siehe auch die Analyse von Nick Lüthi in der «Medienwoche»: Wer schwächelt, wird fit getrimmt

Zu den Tamedia-Sparanstrengungen der letzten Jahre siehe u.a.:
- Stellenabbau bei «Le Temps»
- Tamedia spart und expandiert
- Zähmung der Recherche bei Tamedia?
- «Finanz und Wirtschaft» mit schrumpfender Redaktion
- Bad Vibrations bei «20 Minuten[.ch]»?
- «Tages-Anzeiger» künftig ohne Regionalsplits
- «Züritipp light»?
- Self-fulfilling Prophecy – oder: Bis zum letzten Tropfen ausmelken?
- Tamedia: Weniger Inhaltsproduzenten, dafür mehr Verkäufer
- Tamedia spart weiter – auch bei Ehemaligen
- Gratiszeitungsjournalisten – als Kanonenfutter ausgedient
- Edipresse streicht 100 Vollzeitstellen
- Aus für «Solothurner Tagblatt»
- Tamedia mit massivem Stellenabbau – «Der Bund» wird weitergeführt

von Martin Hitz | Bemerkungen (1)

Auch Christoph Mörgeli soll NZZ-Aktien kaufen dürfen

Christoph Mörgeli darf zwar Anteilscheine der Tamedia AG erwerben, der Eintritt ins Aktionariat der AG für die Neue Zürcher Zeitung ist ihm und Seinesgleichen vorerst aber noch verwehrt, dürfen gemäss Statuten doch nur

«Mitglieder der FDP.Die Liberalen oder weitere natürliche Personen, die sich zur freisinnig-demokratischen Grundhaltung bekennen, ohne Mitglied einer anderen Partei zu sein»

ins Aktienregister eingetragen werden.

Geht es nach den «Freunden der NZZ», soll sich das jedoch in absehbarer Zeit ändern. Im neusten Newsletter des Geheimbunds heisst es nämlich:

«Antrag: [...] Des weiteren soll die Vinkulierung den heutigen Gegebenheiten insofern angepasst werden, als Aktionäre zur Eintragung qualifizieren, wenn sie (unabhängig von einer Parteizugehörigkeit) [Hervorhebung: M.H.] eine liberale und unternehmerische Gesinnung bestätigen.»

So es denn sein muss, wollen die «Freunde» diesen und anderen Forderungen auch an einer ausserordentlichen Generalversammlung zum Durchbruch verhelfen:

«Da der Verwaltungsrat und insbesondere der Verwaltungsratspräsident kein Gehör für unsere Anliegen zeigte, hat ein Aktionär (mit der Unterstützung von über 10% der stimmberechtigten Aktien) fristgerecht per Ende Februar zwei Geschäfte für die Generalversammlung 2013 zur Traktandierung eingereicht [...]. Der Verwaltungsrat hat sich jedoch zu unserem Erstaunen geweigert, diese Punkte auf die Traktandenliste zu nehmen. Wir behalten uns deshalb die Einberufung einer ausserordentlichen Generalversammlung vor, werden aber zunächst unmittelbar nach der Generalversammlung das Gespräch mit dem dann neugewählten Präsidenten des Verwaltungsrates suchen.»

Wie sagte Tamedia-CEO Christoph Tonini doch jüngst in einem Interview:

«Alle Aktionäre sind eingeladen, sich an der Aktionärsversammlung zu Wort zu melden, wenn sie das möchten – das gilt natürlich auch für Christoph Mörgeli.»

Ob es bei der AG für die Neue Zürcher Zeitung wohl bald auch so freundlich zu- und hergehen wird?

(Zu den weiteren Forderungen der «Freunde der NZZ» s. auch den Bericht der «Schweiz am Sonntag»: Putschversuch bei der NZZ)

Update: Neben Avenir-Suisse-Geschäftsführer Gerhard Schwarz wollten die «Freunde» auch den «versierten Immobilienfachmann» Urs Ledermann für den Verwaltungsrat der AG für die neue Zürcher Zeitung portieren («Trotz gegenteiligem Versprechen von VR-Präsident Franz Steinegger wurden diese beiden Persönlichkeiten jedoch nicht einmal kontaktiert.»). Dazu ganz nebenbei ein Zitat aus der aktuellen Ausgabe der amerkanischen Studie «The State of the News Media»:

«In a symbolic indicator of decline, newspapers are abandoning the grand headquarters buildings that used to help anchor downtowns in favor of smaller, less expensive offices. Those that stay are starting to rent excess space to other businesses.»

Siehe dazu auch:
- Der Kampf um den NZZ-Verwaltungsrat ist eröffnet
- Ist «BaZ»-Verleger Wagner auch ein «Freund der NZZ»?
- Philippe Gaydoul in den NZZ-Verwaltungsrat?
- Neue Verwaltungsräte für die NZZ-Gruppe?
- «Freunde» der «NZZ»?

Und nur slightly off topic:
- Rettet Zürich?

von Martin Hitz | Bemerkungen (2)